Band live mischen & aufnehmen (mit Video)

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Band live mischen & aufnehmen

Lerne, wie Du eine Band live mischen & aufnehmen kannst - mit Video

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Einführung

Das Ziel in diesem Live Mixing Tutorial: eine Band live abmischen und dabei alle Spuren getrennt in der DAW aufzeichnen.

Das Wissen aus den beiden Videos und diesem Artikel kannst Du bei einem Konzert oder einer Session im Proberaum anwenden.

Hierfür brauchst Du ein Mischpult mit mindestens 16 Kanälen (für eine voll ausgewachsene Band mit klassischer Besetzung). Außerdem sollte es mindestens 3-Band-EQs und möglichst noch einen Halleffekt an Bord haben. Um alle Klänge separat in der DAW aufzeichnen zu können, muss ein entsprechendes Audio Interface für Multitrack-Recording integriert sein.

Wir nutzen ein Soundcraft Signature 22 MTK [Testbericht].
Wir mischen einen Song der Band Revolution Eve.

zum Inhalt

Video – Teil I | Band live mischen & aufnehmen

1. Aufbau

Die Aufnahmen unserer Band Revolution Eve sind bereits im Kasten, aber das macht keinen Unterschied – alle Arbeitsschritte entsprechen exakt dem, was Du beim Live-Mischen und Recording tun würdest.

Die PA-Anlage kommt an die zwei Hauptausgänge des Mischpults. Diese sind typischerweise mit »Main [Out]« beschriftet und liegen im XLR-Format vor. Dann gibt es aber noch die AUX-Ausgänge. Drei davon nutzen wir, um das Monitoring für die Musiker einzurichten. Zwei weitere benötigen wir für die Effekte.

Wir wollen unsere Vocals und Instrumente gleich in der DAW-Software aufnehmen – und zwar alle auf getrennten Spuren, um sie gezielt weiterbearbeiten zu können. Unser Mischpult kann das, also schließen wir es per USB-Kabel an unseren Computer an.

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2. Kanalbelegung

Kanäle 1-6 – Das Schlagzeug

  • 1 – Kick Drum
  • 2 – Snare Drum
  • 3 – Hihat
  • 4 – Overheads links
  • 5 – Overheads rechts
  • 6 – Tom

Kanäle 7-12 – Die restlichen Live-Instrumente und die Vocals

  • 7 – Bass
  • 8 – Gitarre links
  • 9 – Gitarre rechts
  • 10 – Lead Vocal
  • 11 – Backing Vocals links
  • 12 – Backing Vocals rechts

Kanalpaar 15/16 – Synthesizer

Der Synthesizer liefert ein Stereosignal, also brauchen wir zwei Spuren – bei uns bietet sich dafür der Kanal 15/16 an, bei dem die linke und rechte Spur mit einem einzigen Fader gleichzeitig gesteuert werden können.

Kanalpaar 21/22 – Click Track

Auf dem Kanalpaar 21/22 haben wir noch den Click Track, den besprechen wir später etwas genauer.

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3. Gruppen

Mit unserer Zusammenstellung können wir recht schnell in die Balance zwischen Drums, Instrumenten und Gesang eingreifen. Natürlich hast Du nach wie vor jederzeit die Möglichkeit, einen einzelnen Kanal hoch- oder runterzuziehen. Die Vocal-Spur bleibt hier außen vor.

(Sub-)Gruppen bündeln mehrere Klangquellen und summieren sie auf einer Stereospur. So kannst Du deren Lautstärken mit einem Fader-Paar (linker und rechter Kanal der Stereosumme) schnell und bequem auf einmal kontrollieren.

Subgruppe 1+2

Die Subgruppe nutzen wir, um die fünf Drum-Einzelspuren zusammenzufassen. So lässt sich zum Beispiel das Schlagzeug insgesamt im Chorus etwas lauter machen, um mehr Wucht zu erzeugen.

Subgruppe 3+4

Die zweite Gruppe – Subgruppe 3+4 – belegen wir mit allen restlichen Instrumenten:

  • Bass
  • Gitarre links
  • Gitarre rechts
  • Synthesizer

Routing

Zum Schluss sorgen wir noch dafür, dass unsere beiden Subgruppen auf den Master-Output geroutet werden. Bei unserem Mischpult geht das mit den vier »MST«-Knöpfen – zwei pro Subgruppe (jeweils für den linken und für den rechten Fader).

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4. Signalfluss

Die Kanalzüge sind vertikal angeordnet – so fließt auch das Signal durch das Mischpult. Oben angefangen bei den Eingängen, weiter nach unten zum Gain-Regler für die Vorverstärker, dann durch den Equalizer und so weiter.

Die meisten Mischpulte haben auf den ersten Kanalzügen jeweils eine XLR-Buchse für Mikrofone und eine große Klinkenbuchse für Line-Signale. Im Video verwenden wir Letztere, weil unser Sound »aus der Dose« kommt, aber beim Live-Mischen und Aufnehmen brauchst natürlich XLR für die Mikrofone.

Limiter & EQ

In einigen Mischpulten wie unserem Soundcraft Signature 22 MTK sind Limiter integriert. Diese verhindern langanhaltende Übersteuerungen des Eingangssignals und damit Verzerrungen ganz am Anfang des Signalflusses.

Das Signal fließt weiter zum Equalizer und kann gleich danach an einen oder mehrere der AUX-Wege geschickt werden. So werden die Monitor-Mischungen für die Musiker zusammengestellt. Mit denen können sie sich selbst und gegebenenfalls den Sound ihrer Bandkollegen abhören.

Panorama

Jetzt erst kann das Signal mithilfe der Pan-Regler im Stereopanorama nach links oder rechts geschoben werden. Und schließlich kommt noch der Fader, der die Lautstärke des mehr oder minder bearbeiteten Signals auf diesem Kanalzug regelt.

… und weiter zu Gruppen, Master-Bus & Co.

Damit ist die Bearbeitung auf einem einzelnen Kanalzug abgeschlossen. Alles, was danach kommt, dreht sich um die Mischung mit den anderen Kanälen. Entweder in eine der Gruppen oder ohne Umweg direkt zur Master-Sektion.

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5. Einpegeln

Beim Soundcheck muss zuerst jedes eingehende Signal richtig eingepegelt werden. Im Video siehst Du das am Beispiel der Kick Drum.

Die Faustregeln

  • Bitte die Bandmitglieder, so richtig reinzuhauen – als wäre es schon der Auftritt
  • Dabei darf die Peak LED nicht (rot) aufleuchten
  • Andernfalls kommt es zur Übersteuerung → das klingt dann verzerrt
  • Limiter schützen vor Übersteuerungen, aber drehe stattdessen lieber das Gain runter
  • Das Gain regelt auch den Input in die DAW

Wenn beim Soundcheck alle Musiker auf der Bühne stehen, kannst Du gleich alle Spuren richtig einpegeln. Wichtig: Lass immer etwas Luft nach oben (»Headroom«, siehe Link unten), weil Band beim Konzert potenziell noch lauter spielen wird.

» Passend zum Thema: Was ist Headroom?

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6. Monitoring

Damit die Band über die Monitorboxen oder In-Ears eigene Mixe hören kann, nutzen wir drei der fünf AUX-Wege am Soundcraft Signature 22 MTK. Und zwar so:

  1. Für den Drummer
  2. Für die Sängerin
  3. Für alle anderen Musiker

Der Drummer sitzt an einem sehr lauten Instrument, also braucht er einen besonders leisen Mix des Schlagzeugs. Die Sängerin muss sich selbst immer bestens hören können – während eines Konzerts geht das nur mit Monitoring. Die anderen Instrumentalisten bekommen einen etwas ausgewogeneren Mix über den dritten AUX-Weg.

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7. Effekte

Unser Mischpult hat gute Effekte aus dem Hause Lexicon integriert – zwei Effektbusse stehen zur Verfügung. Der erste ist exklusiv für Halleffekte, während der zweite mehrere Delays und Modulationseffekte (Chorus, Phaser, Tremolo, Vibrato & Co.) bietet.

Pro Effekt sind zwei Parameter einstellbar. Zum Beispiel das Feedback beim Delay oder die Nachhallzeit der Halleffekte. Für diese beiden Effekte haben wir uns auch bei unserem Song entschieden.

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8. Click Track

Ein Click Track ist eine Metronomspur, die als rhythmische Orientierung für den Drummer dient. Damit kannst Du einige Spuren synchronisiert aus dem Rechner einspielen. Bei Revolution Eve werden beispielsweise alle Synthesizerspuren beim Konzert vom Rechner gespielt. Click Track und Drummer sorgen dafür, dass die Band immer synchron bleiben.

» Alles zum Click Track

Wir haben den Click Track hier auf der Spur 17/18 laufen. Er ist nicht auf den Master geroutet, das Publikum kann ihn also nicht hören. Du kannst den Fader jetzt hoch- oder runterziehen, Mute an- oder ausschalten – der Click Track ist nur für den Drummer zu hören. Übrigens:

  • Du kannst gleichzeitig aufnehmen und den Click Track wiedergeben. Allerdings ist es empfehlenswert, zwei unterschiedliche Rechner zu nutzen.
  • Gleichzeitiges Aufnehmen und Wiedergeben ist nur mit zwei Rechnern möglich.

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9. Aufnahme in der DAW

Treiber

Zur Aufnahme musst Du das Mischpult als Audio Interface für deinen Computer einrichten – mit einem Mac musst Du es in der Regel nur anstecken, während Windows-Nutzer einen ASIO-Treiber vom Hersteller installieren müssen.

Tipp: Selbst, wenn der Treiber auf einer CD oder einem USB-Stick mitgeliefert wird, solltest Du diesen lieber von der Website des Herstellers herunterladen. So bekommst Du garantiert die aktuellste Version – sie ist von Programmfehlern alter Versionen bereinigt und/oder funktionsreicher.

Für eine einwandfreie Aufnahme oder Stottern, Störgeräusche oder Knackser musst Du vielleicht noch die Latenz des Treibers verstellen. Wenn sich in den Optionen deines Treibers die Puffergröße (engl.: »buffer [size]«) verstellen lässt, solltest Du auf Nummer Sicher gehen und nicht den kleinsten Wert (für die niedrigste Latenz) wählen, denn womöglich entstehen dadurch die erwähnten Aussetzer, Knackser und Störgeräusche. Probiere es lieber mit der zweitniedrigsten.

DAW einrichten

Im Lieferumfang unseres Mischpults findet sich ein Lizenzcode für Ableton Live Lite. Das ist eine DAW-Software in abgespeckter Form, doch die reicht für unsere Zwecke (und mehr) vollkommen aus.

Wie Du deine DAW zur Aufnahme vorbereitest, haben wir im Folgenden stichpunktartig umrissen. Die exakte Vorgehensweise ist freilich von Programm zu Programm unterschiedlich – lies im Zweifel das Handbuch. Los geht’s:

  • Audio Interface (hier: dein Mischpult) in den Optionen der DAW auswählen
  • Ggf. digitale Kanäle des Mischpults als DAW-Inputs freischalten
  • Je eine Spur für jeden aufzunehmenden Kanal erstellen
  • Diese Spuren zur Aufnahme »scharfschalten«
  • Ggf. Abhörsignal (Monitoring) auf allen Spuren deaktivieren

Jetzt sollte auf allen Kanälen der Pegel ausschlagen, wenn die Instrumente gespielt werden oder ins Mikrofon gesungen wird. Die Mixerkanäle der DAW stellen auch eine digitale Pegelanzeige zur Verfügung. Sie verrät dir, ob Du den Gain-Regler für dieses oder jenes Signal am entsprechenden Kanal des Mischpults noch etwas herunterdrehen solltest.

Jetzt kann die Aufnahme losgehen.

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Video – Teil II | Band live mischen & aufnehmen

Das Mischpult ist bereits fertig eingerichtet, die Band steht auf der Bühne und jetzt machen wir den Soundcheck. Wir gehen Spur für Spur durch und stellen Equalizer, Panning, Effekte und Pegel richtig ein.

11. FOH vs. Studio

Es gibt einige gewichtige Unterschiede zwischen dem Live-Mischen als FOH und der Arbeit im Studio:

 FOHTonstudio
RaumBeim Live mischen musst Du auf Raum und Publikum achtenIm Studio hast Du eine neutrale, konstante Abhörumgebung
ZeitLive hast Du immer sehr wenig ZeitIm Studio drängt dich »nur« der Faktor »Zeit ist Geld«
TechnikBeim Live mischen musst Du nutzen, was gerade zur Verfügung stehtIm Studio hast Du alle Tools der Welt zum Aufnehmen

Außerdem:

  • Beim Soundcheck ist kein Publikum da – der Sound ist anders als beim Konzert
  • Beim Konzert spielen Bands gerne intensiver und dadurch auch lauter

Für das Live-Mischen musst Du deine Entscheidungen schnell treffen, denn die Band spielt nur einmal. Mit einer guten Aufzeichnung kannst Du später allerdings noch einiges herausholen. Jedenfalls dann, wenn Du die Einzelspuren aufgenommen hast. Wie das geht, erfährst Du oben in unserem Video zu Teil I.

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12. Einpegeln

Das Einpegeln haben wir bereits im Video zu Teil I detailliert besprochen. Hier also nur noch ein kurzer Abriss:

  • Die Band muss in die Vollen gehen – als würden sie bereits das Konzert spielen
  • Die Peak LED darf nicht leuchten, um eine Übersteuerung zu vermeiden

Wichtig ist zudem: Gib den einzelnen Spuren lieber noch etwas mehr Raum nach oben, also Headroom. Dann kommt es auch nicht zu Übersteuerungen, wenn die Band beim Konzert noch lauter spielt.

Wir haben im Vorfeld bereits alle Kanäle richtig eingepegelt. Jetzt werfen wir einen Blick auf unser wichtigstes Werkzeug am Mischpult.

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13. Equalizer

Das Soundcraft Signature 22 MTK hat einen komfortablen 4-Band-Equalizer, der sehr musikalisch klingt. Er besteht zunächst aus zwei Kuhschwanzfiltern für Höhen und Bässe mit Eckfrequenzen von 60 Hz respektive 12 kHz.

Dazu kommen zwei Mittenbänder, die als halbparametrische Glockenfilter ausgelegt sind. Sie sich durchstimmbar, Du kannst also die Filterfrequenz selbst wählen. Die Mittenbänder haben beim Anheben eine größere Bandbreite als beim Absenken. Eine schmalere Bandbreite, also ein höherer Q-Wert bzw. eine höhere Filtergüte kommt uns zugute, wenn wir Resonanzen oder Feedback (Rückkopplungen) beim Live-Mischen bekämpfen müssen.

Jetzt gehen wir Spur für Spur die Einstellungen für die Instrumente und die Vocals durch. Hier im Artikel bleiben wir bei Stichpunkten, im Video zu Teil II siehst und hörst Du die Auswirkungen in der Praxis …

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14. Drums

Kick Drum

  • Bass muss »straff« sein, darf nicht verschwimmen
  • Generell: Balance aus Kick (Anschlagsgeräusch) und Bass (Ausklang, Sustain, »Bauch«)
  • Tiefe Frequenzen müssen in der Regel nicht bearbeitet werden
  • Anschlag betonen: Anhebung bei ~3-4 kHz
  • Hohes »Klicken« des Kick-Anteils abmildern: Höhen leicht absenken
  • »Mumpf« rausnehmen: Absenkung bei ~300-400 Hz
  • Keine Effekte hinzugeben

Snare Drum

  • Fetter, kräftiger klingen lassen: Anhebung bei ~200 Hz
  • Anschlaggeräusch nach Bedarf anheben/Absenken bei ~4 kHz
  • Halleffekt für mehr Breite und Tiefe nutzen

Hihat

  • Übersprechen von Kick & Snare abschwächen: Bass stark absenken
  • Mehr Spritzigkeit und Definition: Hohe Frequenzen anheben
  • Maskierung mit anderen Instrumenten reduzieren: Untere Mitten (~1 kHz) absenken

Overheads

  • Stereobreite vergrößern & Platz für andere Instrumente schaffen:
    • Overhead links auf ca. 80% links pannen
    • Overhead rechts auf ca. 80% rechts pannen
    • Nicht übertreiben – es darf kein »Loch« in der Mitte des Stereopanoramas klaffen
  • Übersprechen von Kick & Snare abschwächen: Bass stark absenken
  • Mehr Spritzigkeit und Definition: Hohe Frequenzen leicht anheben

Toms

  • »Bauch einziehen«: Absenkung bei ~400-700 Hz → Klang weniger »schwebend«

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15. Instrumente

Bass

  • Mittig im Stereopanorama
  • Kräftiger, runder, wärmer machen: Bassband leicht anheben
  • Etwas vom »Mumpf« entfernen: Absenkung bei ~300-400 Hz
  • Attack (Anschlaggeräusche) betonen: Hohe Mitten bei 3-6 kHz leicht angeben
  • Höhen absenken, da spielt sich beim E-Bass ohnehin nicht viel ab

Gitarren

  • An die Ränder des Stereopanoramas rücken:
    • Gitarre L auf 100% links pannen
    • Gitarre R auf 100% rechts pannen
  • Mehr Platz für den E-Bass im Mix: Bass leicht absenken
  • Direkterer, klarerer Sound:
    • Bei ~8 kHz anheben
    • Ggf. Höhen leicht anheben
    • Ggf. bei 300-400 Hz leicht absenken

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16. Vocals

Lead Vocal

  • Mittig im Stereopanorama
  • Präsentere, durchsetzungsfähigere Stimme: Mitten bei 2-4 kHz anheben
  • »Mumpf« reduzieren: Bei 300-400 Hz leicht absenken
  • Ggf. Handgeräusche vom Gesangsmikrofon reduzieren: Bässe absenken

Backing Vocals

  • Distanzierter Klang (zurückhaltender als das Lead Vocal):
    • Höhen bei ~12 kHz leicht absenken
    • Hohe Mitten bei ~8 kHz leicht absenken
  • Körperschall (Trittgeräusche etc.) entfernen: Tiefe Bässe stark absenken

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17. Balance

Jetzt gilt es, die richtige Balance zwischen den einzelnen Instrumenten zu finden. Beim Live-Mischen bzw. beim Soundcheck sollte das allerdings schrittweise zwischen den einzelnen Handgriffen und mit stetigem Nachregeln erledigt werden.

Weil es so wichtig ist, haben wir es schon mehrfach erwähnt: Achte immer darauf, dass es auf keiner Spur zu Übersteuerungen kommt. An dieser Stelle geht es um Übersteuerungen der Signale, die NACH der EQ-Bearbeitung passieren – auf den Kanälen vieler Mischpulte findet sich dafür eine zusätzliche Peak-LED unten beim Fader. Bei Bedarf schiebst Du den entsprechenden Fader etwas nach unten. Achte dabei darauf, eventuell auch die anderen Fader herunterzuschieben, damit das Verhältnis der Lautstärken gewahrt bleibt.

An bestimmten Stellen im Song kannst Du auch einzelne Spuren (oder die eingerichteten Subgruppen) nach oben oder unten fahren, um sie zu betonen oder in den Hintergrund zu rücken.

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18. Effekte

Für diese Band und diesen Song habe ich mich entschieden, Hall und Delay zu nutzen:

Hall

  • Snare Drum: Moderater bis starker Hall → typisch wuchtiger Snare-Sound
  • Overheads: Leichter Hall → räumlicher wirkende Drums
  • Lead Vocal: Moderater Hall → mehr Charakter und Räumlichkeit

Delay

  • Backing Vocals: Leichtes Delay → Mehr Charakter und dezente Räumlichkeit

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Zusammenfassung – Band live mischen & aufnehmen

Wir haben im ersten Teil das Mischpult fertig eingerichtet. Dabei wurde alles so vorbereitet, dass wir die Aufnahme in der DAW starten und zum Live-Mischen übergehen können.

Im zweiten Teil stand der Soundcheck an. Wir haben alle Instrumente mit dem EQ bearbeitet und teilweise auch die Effekte des Mischpults genutzt. Außerdem haben wir alle Instrumente in eine ausgewogene Balance gebracht – nichts ist zu leise oder zu laut und alles hat seinen Platz im Stereopanorama.

Das Konzert kann beginnen … oder die Probe mit gediegenem Bandsound. Außerdem haben wir alle Spuren separat in unserem DAW-Projekt aufgenommen, um den Song bei Bedarf für Album, Single & Co. produzieren zu können.

Dein Feedback ist gefragt!

Welche Erfahrungen hast Du mit dem Live-Mischen einer Band oder mit der Mehrspur-Aufnahme via Mischpult gemacht? Wir sind sehr gespannt auf dein Feedback! Außerdem kannst Du hier unten in den Kommentaren Fragen stellen, fundierte Kritik üben und Verbesserungsvorschläge machen. Und natürlich freuen wir uns riesig über die Verbreitung dieses Artikels, ob über soziale Medien, eine E-Mail an Freunde und Verwandte, Mundpropaganda etc. Danke!

Willst Du noch mehr über das Mischpult wissen, das wir verwendet haben? Klick hier:

» Soundcraft Signature 22 MTK Testbericht

Band live mischen & aufnehmen [Video]

Mit dem Soundcraft Signature 22 MTK kannst Du sehr bequem eine Band live mischen und aufnehmen.

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Lesermeinungen (3)

zu 'Band live mischen & aufnehmen (mit Video)'

  • Patrick   03. Nov 2016   19:14 UhrAntworten

    Hallo Leute! Wow, das nenne ich mal einen umfangreichen Praxis-Test und auch ein sehr umfangreiches Video. Respekt. Damit werden ja fast alle meine Fragen zum Thema Klang des Mischpults, etc. beantwortet. Dazu hätte mich noch interessiert, ob es zu der kleinen Videoreihe noch einen dritten Teil geben wird, der den Compressor/Limiter etwas näher beleuchtet? Ich frag deshalb, weil mir vorgekommen ist, dass die Main Vocals im Gesamtmix am Schluss, so wie das Ganze dagestanden ist, noch etwas hintergründig geklungen haben. Außerdem hätte mich interessiert, wie etwa der Raumhall alleine, beispielsweise auf der Stimme noch geklungen hätte. Im Gesamtmix hört man ihn zwar, aber - wie's sich für den Gesamtmix gehört -, man hört nicht viel davon. Kommt zu diesen Themen eventuell noch ein drittes Video? ;-) Alles in allem aber ist das wirklich ein traumhaftes Tutorial mit wirklich gutem Workflow. Respekt!

  • Rudolf Prätorius   07. Jun 2017   15:19 UhrAntworten

    Man oh, hätte es euch, bzw. diesen Beitrag schon vor 45 Jahren gegeben, ich glaube, dass dann aus mir was geworden wäre! Respekt hoch drei!!

    • Felix Baarß (delamar)   09. Jun 2017   09:32 UhrAntworten

      Vielen Dank, Rudolf! :)

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