Drums Producing mit Sampler: Mehr Realismus für deine Drums (Teil 1)

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Realistische Drums mit mehr Menschlichkeit

Typisches Drum Kit leicht seitlich

Inhalt

  1. Grundlagen & Spielweise eines Schlagzeugs
  2. Timing und die Quantisierung

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Drums Producing mit Sampler: Mehr Menschlichkeit für deine Drums

Oftmals mangelt es der Musik aus der Dose etwas an „Menschlichkeit“ – sei es Rock, Pop, Hip Hop oder ein anderes Genre. Auch in Zeiten von hochprofesionellen Sample Libraries wie beispielsweise dem EZDrummer, der mit einem ganzen Arsenal hochwertiger Drumkits und denn passend quantisierten Midifiles daherkommt, ist der so genannte „Human Touch“ keine große Herausforderung mehr. Doch nicht jeder hat ein solch spezialisiertes Plugin. Auch mit einem einfachen Sampler und einer in die Jahre gekommenen Drum-Sample Library lässt sich noch allerhand anstellen. Einige wertvolle Tipps findest Du dazu in diesem Tutorial.

Um Deinen Drums aus der Dose etwas Realismus einzuhauchen, solltest Du dir zunächst mal darüber Gedanken machen, was „Menschlichkeit“ und Realismus bedeutet: Es sind die typischen menschlichen Fehler, unseren „unperfekten“ Eigenschaften Gedanken machen:

  • Kannst Du immer exakt gleich stark auf eine Trommel schlagen – den ganzen Song?
  • Triffst Du bei jedem Schlag exakt genau die Zählzeit – Viertel, Achtel, Sechzehntel?
  • Auch Drummer sind nur Menschen, was zur Folge hat, dass sie auch nur zwei Arme und Beine haben. Kein Mensch kann eine Snaredrum, eine Hihat, eine Cymbal und ein Tom zugleich schlagen.

Diese drei Eigenheiten findest Du auf jeder echten Aufnahme eines Schlagzeugs, in unterschiedlichen Ausprägungen je nach Drummer. Für das Producing und das Kreieren eines realistischen und menschlich klingenden Grooves folgt, dass Du dich mit diesen drei Punkten auseinandersetzen musst:

  • Die Anschlagsstärke, Velocity
  • Das Timing, Quantisierung und
  • die Spielweise der Drums

 

Drumkit, Drummer und Spielweisen

Ein ganz typisches Drum Kit könnte in etwa so wie in dieser Abbildung aussehen.

Realistische Drums mit mehr Menschlichkeit

Typisches Drum Kit leicht seitlich

 

Wie in der Abblidung zu erkennen ist, wird die Bass Drum über ein (Fuß-) Pedal angeschlagen. Über ein solches Pedal lässt sich auch die Hihat (das waagrecht angebrachte Becken auf der linken Seite) öffnen und schließen, was die bekannten „open Hihat“ und „closed Hihat“ Samples erklärt. Angeschlagen wird die Hihat jedoch mit einem der beiden Sticks (jaja, gute Drummer spielen die Hihat auch mit dem Fuss während der Fill-Ins).

Ein Drummer kann maximal zwei Trommeln oder Becken simultan mit den Sticks anspielen und dazu höchtens noch beide Fusspedale betätigen, nicht mehr. Genauso unmöglich ist es an diesem Drum Kit, eine geöffnete und geschlossene Hihat gleichzeitig zu spielen. Du verstehst, worauf ich hinaus will: Der Teufel steckt im Detail.
Mit diesem wenigen Hintergrundwissen über die Spielweise eines Drummers lässt sich im Verbund mit den folgenden Tipps jedoch schon eine Menge bewegen.

 

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Anschlagsstärke bei den Drums, Velocity

Wir haben bereits eingangs festgestellt, dass kein Mensch in der Lage wäre, einen ganzen Song lang gleich stark auf eine Trommel zu hauen. Doch wie messen wir, wie hart auf die Trommel geschlagen wird? Das Stichwort in der Produktion ist die Anschlagsstärke, auch Velocity genannt.

Die Anschhlagsstärke wird in den verschiedenen Musikprogrammen normalerweise als „Velocity“ benannt. Sie ist in den für den MIDI-Standard typischen 127 Stufen gegliedert. Für unser Beispiel heisst das in etwa: Wir können 127 mal unterschiedlich stark auf eine Trommel hauen. Das ließe sich zum Beispiel für die Variation der Lautstärke nutzen, mit 1 = leise, 127 = laut.

Das alleine würde noch nicht zu wirklich viel Realisimus führen. Jedoch liesse sich dadurch eine der menschlichen Schwächen des Drummers, exakt gleich laut zu spielen, nachbilden. Große Lautstärkeunterschiede würden deine Zuhörer eher verwirren, denn auch bei der Aufnahme eines echten Drumkits wird spätestens die Gruppe mit den einzelnen Drums am Ende komprimiert, nicht zuletzt um eine konstante Lautstärke zu bekommen.

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Aber wofür verwenden wir die Anschlagsstärke denn? Es liegt auf der Hand, dass der Klang lauter wird, wenn wir fester auf die Trommel hauen. Doch ist es nur lauter? Nein, der Klang verändert seinen Charakter. Die einen bezeichnen es als heller und prägnanter, die anderen als direkter und knackiger – auf jeden Fall klingt es anders. Dazu kommt, dass der Drummer nicht immer die exakt gleiche Stelle beim Anschlagen einer Trommel trifft. Auch das hat Auswirkungen auf den Sound.

In nahezu jedem Sampler findest du einen so genannten Mapping Editor. In diesem kannst Du unter anderem mehrere Samples einer einzigen Note zuweisen. Welches Sample dann gespielt wird, hängt von der Anschlagsstärke (Velocity) ab. Natürlich macht es keinen Sinn, mehrfach dasselbe Sample zu verwenden. Du benötigst unterschiedliche Samples für die verschiedenen Velocity-Zonen. Oder Du sorgst im Sampler dafür, dass die unterschiedlichen Zonen anders klingen, zum Beispiel verwendest Du dasselbe Sample, das um einige Cent nach oben hin verstimmt wird.

 

Soweit der erste Teil von Drums Producing mit einem Sampler für mehr Realismus und menschlich klingende Drums. Im zweiten Teil geht es dann noch um das Timing, die Quantisierung sowie den Maschinengewehreffekt. Schliesslich wird es noch einige weitere Tipps für den Umgang mit Drum Samples geben.

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Lesermeinungen (4)

zu 'Drums Producing mit Sampler: Mehr Realismus für deine Drums (Teil 1)'

  • Marc Shake   09. Apr 2010   16:44 UhrAntworten

    Wesentlich tiefgehender als mein Artikel zum Thema ;) Realistische Drums sind ja (leider) absolut essentiell, vor allem weil viele Drummer ja eher dem Chinesischen zugewiesen werden können (No Tai Ming)

  • Sack   09. Apr 2010   18:32 UhrAntworten

    Marc,was labberst du da?!?!?
    Kann kein normaler Mensch verstehen...

  • Sascha   12. Apr 2010   09:23 UhrAntworten

    Klasse Artikel! Das sind Basics die man aber nur zu gern vergisst bzw. vernachlässigt, wenn man vor dem Rechner sitzt...

  • marcel   18. Apr 2010   14:44 UhrAntworten

    danke!!

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