Zoom A3 Testbericht: Preamp für Akustikgitarre mit Effekten

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Zoom A3 Testbericht

Im Zoom A3 Testbericht wird im Detail enthüllt, wie gut die Effekte und die Gitarrenemulationen sind

Was ist es?

Mit dem Zoom A3 Preamp und Multieffektgerät möchte der bekannte japanische Hersteller eine einfache Komplettlösung für alle erdenklichen Live- und Alltagsanwendungen eines Akustikgitarristen anbieten. Das kleine, wunderbar verarbeitete und stabile Kästchen ist so vollgepackt mit Funktionen und Effekten, dass der Straßenpreis von 175,- Euro beinahe schon untertrieben erscheint.

Als Preamp erlaubt der Bodentreter präzise Anpassungen im 3-Band-EQ sowie einen +12 dB Boost. Dabei kann das Signal über den Stereo/Mono-Ausgang an eine PA-Endstufe oder einen Kopfhörer gesendet werden. Gegen die allseits gefürchtete Rückkopplung wird mit einer individuell auf Frequenzen einstell-baren Anti-Feedback-Funktion effektiv entgegengewirkt.

Die Remodeling-Funktion am Zoom A3 soll den typischen Schwächen bei der Abnahme einer Akustikgitarre entgegenwirken. Hierzu kommt die breitgefächerte Auswahl an Effekten, die sich nicht nur auf die klassische Kombination aus Kompressor, Reverb und Delay beschränkt.


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Zoom A3 Testbericht

Verarbeitung

Die Aluminiumkonstruktion in schlicht gehaltener Optik wirkt robust. Die übersichtlich gestaltete Bedienoberfläche mit hellem LCD im Zentrum scheint optimal für den Bühnenalltag. Dank einer leichten Erhöhung am vorderen Ende des Gehäuses sind alle Bedienelemente sinnvoll von den Fußschaltern getrennt und entziehen sich dadurch dem Gefahrenbereich des Fußes.

Das Gerät ist etwa so groß wie zwei Packungen Butter nebeneinander. Damit dürfte das Kistchen auf jedem Pedalboard Platz finden. Das angenehme Gewicht von 630 g erlaubt eine einfache Mitnahme im Gigbag. Ein 9V-Netzteil wird erfreulicherweise gleich mitgeliefert.

Wer doch lieber auf Kabel verzichten möchte, kann das Zoom A3 mit vier handelsüblichen AA-Batterien versorgen. Das Batteriefach ist dank eines einfachen Verschlusses aus Kunststoff ohne lästiges Schrauben erreichbar. Um dem Pedal auf glatten Oberflächen den nötigen Halt zu verleihen, hat der Hersteller das Gerät mit Kunststofffüßen ausgestattet.

Bedienelemente

Mit dem linken Fußschalter lässt sich die Anti-Feedback-Funktion zuschalten, auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich der +12 dB Boost. Dazwischen befindet sich der Hauptschalter, mit dem sich sowohl die Effekte einschalten als auch das Tempo derer regulieren lassen. Zusätzlich kann ein präzise arbeitendes Stimmgerät durch längeres Drücken des Schalters aktiviert werden.

Zoom A3 Testbericht

Fast alle Bedienelemente des Zoom A3 sind auf der Oberseite untergebracht

Unterhalb des Displays finden wir drei Drehregler mit Push-Funktion, über die wir alle Effekte durchschalten und auswählen können. Mit einem Master lässt sich die Ausgangslautstärke kontrollieren, mit dem Dry/Wet-Poti die Intensität der Effekte anpassen. Zwei weitere Regler regulieren den Pegel von Mikrofon und Tonabnehmer.

An der Stirnseite finden wir drei zusätzliche Potis, die dem 3-Band-EQ zugeteilt sind. Ganz oben befindet sich der größte Regler. Hier wählen wir das Profil unserer Gitarre aus – beispielsweise Dreadnought, Round Shoulder oder Nylonstring. Alle Potis lassen sich geschmeidig drehen und sind fest mit dem ebenfalls solide konstruierten Gehäuse verbunden. Auch die nicht klickenden Fußschalter deuten auf Langlebigkeit und Zuverlässigkeit.

Anschlüsse

Ich stelle fest, dass auch an dieser Stelle nicht gespart wurde. Auf der rechten Seite finden wir einen einfachen Klinkeneingang, der für die Akustikgitarre gedacht ist. Mit einem kleinen Schalter daneben wird die Art des Tonabnehmers ausgewählt. Dabei stehen die Modi Flat, Magnetic und Piezo zur Verfügung.

Zoom A3 Testbericht

Die rechte Seite mit dem Input und dem Pickup-Wahlschalter

Auf der Rückseite befindet sich zusätzlich ein XLR-Mikrofonanschluss samt Phantomspeisung (+24 oder +48 V). So kann ein externes Mikrofon zur Abnahme des Instruments genutzt werden, wodurch eine höhere Flexibilität gewährleistet wird. Das Signal kann entweder in Mono oder Stereo über zwei Klinkenbuchsen oder einen XLR-Ausgang an Verstärker oder PA-Anlage geschickt werden.

Zoom A3 Testbericht

Die Rückseite des Zoom A3

Ein USB-Anschluss dient für Updates der Firmware oder als alternative Stromquelle. Direkt über USB auf den Audiorechner aufzunehmen, geht leider nicht. Besonders erfreulich ist ein kleiner Schalter, mit dem sich das Zoom A3 ohne Entfernen des Netzsteckers ausschalten lässt. Selbst bei weitaus teureren Effektgeräten findet sich diese Funktion leider viel zu selten.

Effekte

Eine große Palette dynamischer Effekte und Filter wie Kompressoren, Equalizer oder ein Auto-Wah erlauben es, den Klang auf die eigenen Bedürfnisse und Räumlichkeiten abzustimmen. Ein weiterer Algorithmus unterdrückt unerwünschte Nebengeräusche wie Rauschen in Spielpausen.

Gängige Modulationseffekte wie Pitch Shifter, Flanger, Chorus, Tremolo, Vibrato oder Phaser sorgen für ein breites Klangspektrum auf der Akustikgitarre. Des Weiteren finden wir fünf verschiedene Delay-Typen, die mit selbstoszillierenden Filtern sowie einem Reversed Mode ausgestattet sind. Ein Multi-Tap Delay kann auf Wunsch dazu geschaltet werden. Die Geschwindigkeit wird über Tap Tempo reguliert.

Zu den wichtigsten Effekten bei der Akustikgitarre zählen Reverb und Kompressor. So überrascht es kaum, dass der Hersteller da eine ordentliche Auswahl anbietet. Zwölf verschiedene Reverb-Effekte wie Hall, Plate, Spring oder Arena stehen uns beim Zoom A3 zur Verfügung.

Mikrofonsimulationen

Drei verschiedene Mikrofonsimulationen bietet das Gerät. Dabei finden wir alte Klassiker wie das Shure SM57, AKG C414 [Testbericht] als auch eine Nachbildung des sündhaft teuren Neumann U87. Diese nehmen ebenfalls Einfluss auf den Sound am Ausgang.

Klang

Oftmals ist es bei Multieffektgeräten in der unteren Preiskategorie so, dass zu viele verschiedene Effekte und Funktionen zu minderwertigem Klangverhalten in den einzelnen Sounds führen. Das trifft zum Glück nicht auf das Zoom A3 zu.

Besonders in den Effekten liegen die Stärken unseres heutigen Probanden. Satte Chorus-Flächen, hochauflösende Reverbs und dynamisch arbeitende Kompressoren begeistern mich schon nach den ersten Testläufen.

Effekte wie das Auto-Wah oder der kräftig wabernde Phaser sind in guter Qualität vorhanden – auch wenn man diese nicht jeden Tag an der Akustikgitarre hört. Die Sounds beflügeln die Fantasie, was sicherlich einen positiven Effekt auf das Songwriting haben dürfte.

Der Pitch Shifter ist ebenfalls überraschend gut mit einer kurzen Latenz und somit schneller Ansprache ausgefallen – da hätte vermutlich selbst Al Di Meola seinen Spaß dran.

Praxis mit dem Zoom A3

Relativ schnell freundet man sich mit der selbsterklärenden Bedienung über das helle Display an, was bei so vielen Funktionen nicht immer selbstverständlich ist. Auf bis zu 20 Speicherplätzen können eigene Einstellungen gesichert, benannt und später wieder abgerufen werden.

Ebenso wird hier die Phantomspeisung ein- und ausgeschaltet, verschiedene Mikrofonsimulationen aktiviert und eine Vielzahl an Parametern im Zusammenhang mit den einzelnen Effekten reguliert.

Die Eingabe des Songtempos über den Fußschalter (Tap Tempo) funktioniert einwandfrei und macht das Herumexperimentieren mit den Delays zur wahren Freude. Vor allem die selbstoszillierenden Filter kleiden das trockene Signal der Gitarre in einen sphärischen Schleier – sehr inspirierend.

Emulation anderer Akustikgitarren

Mit den Voreinstellungen für 16 verschiedene Korpusformen und 28 weltbekannte Gitarrentypen soll so ziemlich alles, was Rang und Namen hat, im Klang simuliert werden können. Es gibt sogar eine Resonator-Gitarre, eine zwölfsaitige, die Ovation Adams und einen Kontrabass in den Profilen. Das reißt die vielen Einsatzgebiete unseres heutigen Probanden nur an.

Die Profile sollen sowohl die Klangeigenschaften der eigenen Gitarre verbessern als auch die anderer Modelle simulieren. Nach den vielen Pluspunkten hätte ich mir in diesem Aspekt allerdings etwas mehr gewünscht.

Die Unterschiede zwischen den einzelnen Profilen sind mir zu subtil geraten für so viele Korpusformen. Bei genauerer Betrachtung ist das nicht weiter verwunderlich, denn die verschiedenen Resonanzen und Eigenschwingungen im gespielten Instrument können nur schwer simuliert werden. Auch das Zoom A3 kann hier keine Wunder bewirken.

Übersicht Zoom A3 Review

PRO

  • Gute Effekte
  • Einfache Bedienung
  • Hochwertiges Gehäuse
  • Live-tauglich
  • Vielseitige Anschlüsse
  • Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

CONTRA

  • Modeling könnte besser sein

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Fazit zum Zoom A3 Test

In Sachen Preis/Leistung kann das Zoom A3 eine Menge Punkte holen. Besonders hervorzuheben ist die Verarbeitungsqualität des Aluminiumgehäuses, das optisch ansprechend gestaltet ist. Hochqualitative Potis und Fußschalter runden die gut durchdachte und übersichtliche Konstruktion dieses Preamps für Akustikgitarre ab.

Zoom A3 Testbericht

Das Zoom A3 ist sehr vielseitig beschlagen und bietet ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

Um ein Maximum an Flexibilität zu gewährleisten, wurde auch bei den Anschlüssen nicht gegeizt. So kann das Zoom A3 sowohl direkt mit einer Gitarre verbunden werden, als auch das Signal über ein externes Mikrofon eingespeist bekommen. Ebenso stehen Mono-/Stereo-Ausgänge als Klinke und XLR zur Verfügung.

Die eingebauten Effekte kommen in überzeugender Qualität und decken alle wichtigen Szenarien ab. Von Reverbs, Delays und Kompressoren über Phaser, Tremolo und Auto-Wah bis hin zu selbstoszillierenden Filtern findet hier der passionierte Akustikgitarrist so ziemlich alles, was er begehrt.

Der Hersteller bewirbt das Gerät als Preamp und Multieffektgerät mit besonderem Augenmerk auf der Remodeling-Funktion. Komplexe Algorithmen sollen den eigenen Gitarrenklang verbessern, gar vollkommen wandeln. Die Komplexität der zu berechnenden physikalischen Eigenschaften von Akustikgitarren stellt die heutige Modeling-Technologie wohl weiterhin vor einige Herausforderungen, hier dürfen keine Wunder erwartet werden.

Hätte der Hersteller statt des Modelings ein Expression Pedal eingebaut, wäre das Zoom A3 konkurrenzfrei in dieser Preiskategorie. Alles in allem ist das ein empfehlenswerter Kauf für alle Gitarristen, die live mehr Sound wünschen oder sich im Songwriting inspirieren lassen wollen. Und so verlässt es unseren Test mit einer guten Wertung von vier von fünf Punkten.

Inhaltsverzeichnis // Zoom A3 Test

  1. Was erwartet dich?
  2. Review
  3. Pro & Contra
  4. Fazit
  5. Wertung

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GUT

Zoom A3 Testbericht am 17.11.2016

Produkt:      Zoom A3
Hersteller:    

Preis:  175,00 Euro
UVP:    260,00 Euro

Kurzfazit

Das solide verarbeitete Zoom A3 ist ein Preamp für Akustikgitarre und Multieffektgerät mit intuitiver Bedienoberfläche und einer großen Anzahl guter Effekte zum moderaten Straßenpreis. Ein multifunktionales Effektgerät für Akustikgitarre mit Preamp mit vernünftigem Preis-Leistungsverhältnis. Sowohl Verarbeitung als auch Klangqualität sind für den Einsatz live auf der Bühne bestens. Die Bedienoberfläche ist gut gelöst und im Live-Betrieb bedienbar. Das Modeling anderer Gitarrentypen hätte noch etwas ausgefeilter sein dürfen.

Für wen

Einsteiger bis Profis, die ihren Live-Sound aufpeppen wollen.

Wichtige Merkmale
  • Preamp für Akustikgitarre
  • Multieffektgerät
  • Modeling: 16 simulierte Gitarrentypen
  • 28 Modelle bekannter Gitarren
  • 40 verschiedene Effekte
  • Modi für magnetischen Tonabnehmer, Piezo und Mikrofon
  • Feedback-Unterdrückung
  • Boost +12 dB
  • Stimmgerät
  • Tap Tempo
  • Eingänge: XLR und Klinke
  • Ausgänge: Stereo- und Kopfhörer
  • Helles LCD Display
  • bis zu 8 Stunden Batteriebetrieb
  • USB-Anschluss für Updates der Firmware
  • Maße 160 x 108 x 55 mm
  • Gewicht 630 g
  • Netzteil im Lieferumfang

 

Lesermeinungen (1)

zu 'Zoom A3 Testbericht: Preamp für Akustikgitarre mit Effekten'

  • phil   31. Jan 2017   18:15 UhrAntworten

    excellente pédale!!!!!!!!!!!!!! je l a possède depuis trois ans et j en suis ravi

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