Yamaha MX88 Test
Synthesizer-Wundertüte

Yamaha MX88

Beim großen Yamaha MX88 Review bekommst Du alle Erkenntnisse aus der Praxis mit diesem Synthesizer übersichtlich aufgetischt - lies, warum dieser Sample-basierte 88-Tasten-Klangerzeuger mit graduiert gewichteter Tastatur so vielseitig beschlagen ist ...

Was ist es?

Der Yamaha MX88 ist ein digitaler Synthesizer mit Klangerzeugung auf Sample-Basis. 88 Tasten sind an Bord – es gibt auch Versionen mit 49 und 61 Tasten, die ansonsten weitgehend identisch sind. Gut 1.100 Klänge erwarten dich hier: akustische und elektrische Pianos, Synth-Sounds, Saiten- und Blasinstrumente, Schlagzeug etc. Dahinter steckt die Klangbibliothek des Synthesizers Yamaha MOTIF XS.

Du kannst zwei Parts gleichzeitig (Layer) oder auf zwei Abschnitte der Tastatur verteilt (Split) spielen. Geboten wird 128-fache Polyphonie. Effekte pro Part plus Hall, Chorus und ein EQ (5-Bänder) für den Gesamtmix sind an Bord. Mit einem Arpeggiator kommt Bewegung in die Klänge, wobei eine große Auswahl von Phrasen zur Verfügung steht. Mit Eingängen für ein Sustain-Pedal und einen Fußschalter wachsen die expressiven Möglichkeiten.

Ein MIDI & Audio Interface für Windows, Mac OS und iOS ist integriert. So können einerseits MIDI-Dateien via DIN-Buchsen oder USB-Anschluss gesendet und empfangen werden, andererseits lassen sich digitale Klänge aus dem Rechner einspielen.

An Software ist im Lieferumfang enthalten: die DAWs Steinberg Cubase AI (PC & Mac) und Cubasis LE (iPad), eine iOS App für FM-Synthese und sowie zwei virtuelle Instrumente für PC & Mac (Hammond-Orgel und subtraktiver Synthesizer).


Passend dazu


Das Instrument ist zum Straßenpreis von 1.099,- Euro (inkl. MwSt. & Versandkosten) im deutschen Musikalienhandel zu haben.

Yamaha MX88 Test - Bedienoberfläche

Die Bedienoberfläche des Yamaha MX88 Test im gewohnten Design der Serie


anzeige


 

Yamaha MX88 Testbericht

Erster Eindruck

Das Instrument ist mit knapp 14 Kilogramm kein totales Leichtgewicht, wie der Yamaha MX61 BU mit seinen 61 Tasten, aber durchaus noch von einer Person tragbar. Die Maße sind kompakt für einen 88-Taster. Optisch ist der Synthesizer eine Frage des Geschmacks. Mein subjektiver Eindruck ist natürlich nicht von Belang für die Wertung im Yamaha MX88 Test.

Verarbeitung und Haptik wissen zu überzeugen. Sämtliche Buttons weisen einen unmissverständlichen Druckpunkt auf. Die Potis laufen mit einem gut bemessenen Widerstand. Beim Drehen des Datenrads ist die Rasterung klar zu spüren.

Tastatur des Yamaha MX88

Dieses Instrument fühlt sich authentischer an, als ich zuerst vermutet hatte – zumindest wenn man an die Klaviatur eines akustischen Pianos gewöhnt ist. Die graduierte Gewichtung bedeutet, dass die tiefen Tasten einen zunehmend höheren Widerstand aufweisen.

Variierende Anschlaghärten werden überzeugend in ganz unterschiedlich laute/scharfe bzw. leise/milde Töne umgesetzt. Diese hohe Dynamik macht Freude.

Alles in allem ist das Spielgefühl angenehm … und überraschenderweise gar nicht mal so weit entfernt von der tollen Tastatur des Yamaha Montage. Das Tastenklappern bewegt sich in einem akzeptablen Rahmen. Lediglich die Geschwindigkeit, mit der losgelassene Tasten wieder in ihren Ruhezustand zurückkehren, könnte für Freunde des schnellen Spiels etwas höher sein.

Display

Das beleuchtete Display zeigt stets nur wenige, aber dafür immer die wichtigsten Informationen (meist die beiden aktiven Parts). Es ist spartanisch – sehr klein und mit der klassisch-groben Segmentdarstellung.

Als Schutzabdeckung dient eine transparente Kunststofffolie. Die Konstruktion beruht auf den schon seit einigen Jahren auf dem Markt erhältlichen, kleineren MX-Modellen. Für ein Instrument jenseits der 1.000 Euro hätte ich mir allerdings etwas mehr gewünscht, zum Beispiel ein OLED-Display mit robusterer Abdeckung.

Yamaha MX88 Review

Die rückseitige Ausstattung des Yamaha MX88 gleicht den kleineren Modellen

Anschlüsse für Audio

Der Yamaha MX88 bietet die wichtigsten Anschlüsse und ein paar Extras. Output kommt wie üblich aus zwei großen Klinkenbuchsen: zweimal Mono (linker und rechter Kanal) sowie ein Kopfhörerausgang in Form einer großen Stereoklinge. Letzterer lässt sich nicht separat regeln, es gibt also einen einheitlichen Lautstärkeregler für beide erwähnten Output-Wege.

Als Audio-Eingang steht eine kleine Stereo-Klinkenbuchse zur Verfügung. Sie ist praktisch zum schnellen Einspielen von Begleitklängen via Smartphone, MP3-Player & Co.

MIDI

Der Yamaha MX88 verfügt über klassische MIDI-Buchsen. Weiterhin ist auch die MIDI-Kommunikation via USB möglich, die sich mittlerweile etabliert hat.

Pedalanschlüsse

Es finden sich Pedalanschlüsse für ein Haltepedal und für einen Fußschalter – guter Standard für diese Geräteklasse.

USB-Anschluss für Sticks

Zusätzliche klangliche Unterstützung kommt bei Bedarf über den mit »To Device« beschrifteten USB-Anschluss. Hier steckst Du einen USB-Stick hinein, um darauf gespeicherte Audio- oder MIDI-Dateien abzuspielen. Praktisch für Playback oder zur Vertonung von vorprogrammierten Melodien bzw. Rhythmen.

Bedienung

Zum Wählen von Klängen, Spielmodi, Menübefehlen und mehr dienen die üblichen Bedienelemente für Keyboards oder Synthesizer dieses Typs. Im Kern sind das diese:

  • Datenrad (»Jog-Wheel«)
  • Pfeiltasten und Buttons zum Bestätigen, Abbrechen etc.
  • 16 Bank-Wahltaster + Buttons für Split, Layer, Arpeggiator etc.
Yamaha MX88 Testbericht

Die Knöpfe und das Datenrad zur grundlegenden Steuerung des Yamaha MX88

All diese Bedienelemente verrichten ihren Job sehr zuverlässig. Dank einer flachen Menüstruktur kannst Du stets mit einem Klick zur oberste Bedienebene zurückkehren.

Infos zu den Bedienelementen für die Klangregelung findest Du in einem Extrakapitel weiter unten in diesem Yamaha MX88 Test.

Die Sounds des Yamaha MX88

Kurzum: Qualitativ überzeugt die Armada der gut 1.100 Sample-basierten Klänge in fast allen Fällen. Auf der Bühne bestehen sie mit Bravour und auch im Studio sind viele der Voices sehr gut zu gebrauchen.

In allen Klangkategorien stecken diverse vertraute Klänge. Die meisten sind in allen 88 Tonhöhen spielbar. Auf 128 (normale Voices) bzw. acht (Drum/Percussion Kits) Speicherplätzen kannst Du deine eigenen Sounds auf der Basis des mitgelieferten klanglichen Ausgangsmaterials festhalten.

Diese Klänge sind enthalten, hier nach Häufigkeit absteigend sortiert:

  • 138 multiinstrumentelle Sequenzen
  • 122 synthetische & akustische Bässe
  • 98 Gitarren
  • 91 Leads (Synthesizer)
  • 89 Chöre & Pads (Synthesizer)
  • 81 Strings
  • 71 synthetische Sequenzen
  • 69 Orgeln
  • 68 Blechblasinstrumente
  • 64 E-Pianos & andere Tasteninstrumente
  • 61 Percussion & Drum Kits
  • 53 Holzblasinstrumente
  • 51 Percussion-Instrumente
  • 49 Sound-FX
  • 37 Instrumente aus aller Welt
  • 25 Pianos

Was taugen die Klänge?

Mit 25 Konzertflügel- und Klavierklängen ist die Pianokategorie die kleinste, doch hier wird durchweg feine Kost geboten. Der Hersteller lässt hier wie üblich nichts anbrennen, was die Authentizität und den beseelten Klang angeht.

Auch die stimmungsvollen, abwechslungsreichen E-Pianos gefallen mir sehr gut. In derselben Kategorie finden sich zudem noch Clavinets, doch die muten mir etwas zu synthetisch an.

Einen ähnlichen Eindruck hatte ich zunächst von den Zugriegel-Orgeln. Allerdings lassen sie sich mit ein paar Handgriffen bei den Klangparametern aufpolieren. Was Blasinstrumente betrifft, sind nach meiner Erfahrung ohnehin erst bei Edelinstrumenten wie dem Yamaha Montage 8 [Test] wirklich überzeugende Klänge zu erwarten. Bei sparsam eingestreutem Spiel sind sie hier aber durchaus gut für die eigenen Produktionen zu gebrauchen.

Rundum überzeugt haben mich dann wieder die elektronischen Klänge. Von warmen, weichen (aber nicht diffusen) Pads über selbstbewusste Leads bis hin zu druckvoll-imposanten Bässen reicht die Palette. Gerade Letztere sind zahlreich vertreten – für mich persönlich ein Fest.

Sequenzen, Loops und Beats

Satte 138 Voices umfasst die größte Kategorie – es handelt sich um recht komplexe Loops für elektronische Musik. Unterschiedlich harte Tastenanschläge oder verschiedene Tonhöhen werden hier nicht umgesetzt. Du bestimmst lediglich durch die Länge des Tastendrucks, wie lange der entsprechende Loop spielen soll.

Das ist völlig okay, da diese Sequenzen vornehmlich zum parallelen Spiel einer normalen Voice mit der anderen Hand oder zumindest als Inspirationsquelle dienen sollen. Das funktioniert prächtig – die Loops sind gewitzt, gut produziert und eine gute Grundlage fürs Songwriting elektronischer oder elektroakustischer Tracks.

Effekte

Speziell bei E-Pianos und Orgeln sind Effekte (Verzerrer, Leslie-Speaker & Co.) ein fester Bestandteil der Voices. Also von vornherein im Sample-Material »eingebrannt«. Generell bevorzuge ich eher nachträglich nutzbare Effekte, mit denen ich das »nackte« Samplematerial nach Gusto formen kann. Yamahas Sounddesigners haben die spielfertigen Klänge aber meist so hervorragend abgeschmeckt, dass ich das nicht vermisse.

Pro Voice gibt es vier Insert-Effekt-Slots, wobei Du aus insgesamt 48 Effekttypen wählen kannst – simulierte Amps, Delays und eine ganze Menge mehr, tadellos in Qualität und Flexibilität.

Weiterhin gibt es für das Master-Signal gute Chorus- und Halleffekte sowie einen 5-Band-EQ. Natürlich ist auch ein resonantes Tiefpassfilter an Bord, was gerade beim Schrauben an Synthesizer-Sounds wichtig ist. In den Presets sind die Einstellungen dieser Effekte gut gelungen – oft habe ich nur die Hallintensität heruntergeschraubt und es passte.

FM Essential – App zur FM-Synthese per iPad/iPhone

Mit der App »FM Essential« kannst Du FM-Synthese in recht komplexer Form betreiben. Legendäre FM-Synthesizer können nachgebildet werden – Yamaha selbst hatte in den 80er-Jahren besonders mit dem DX7 bahnbrechendes Instrument am Start.

Das klangliche Potential dieser App ist sehr hoch, besonders weil vier Operatoren zur Verfügung stehen. Dem Sound von Hardware-FM-Synthesizern steht sie in nichts nach: Naturgemäß ist FM-Synthese rein digital, was iPhones und iPads mit der Rechenpower des 21. Jahrhunderts zu einer echten Waffe macht. Toll für alle, die auf die charakteristisch glockenartigen, metallisch anmutenden Klänge stehen.

Video: FM Essential – Starke Ergänzung zum Yamaha MX88

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Schade: Die App steht nicht für Android zur Verfügung, nur iOS wird unterstützt.

Hüllkurve & Modulation

Zur Klangformung kannst Du insgesamt zwölf Parameter über vier Drehregler steuern. Welche vier das jeweils sind, bestimmt der gewählte Modus:

  • Reihe 1 – Filterfrequenz und -resonanz, Chorus- und Reverb-Stärke
  • Reihe 2 – Hüllkurve der Lautstärke: Attack, Sustain, Decay, Release
  • Reihe 3 – Lautstärke, Panning, zuweisbarer Parameter I, zuweisbarer Parameter II

Weiterhin kannst Du den Sound mit dem Modulationsrad, einem Sustain-Pedal und/oder einem Fuß-Controller beeinflussen. Der jeweils vom Mod-Wheel modulierte Parameter/Effekt ist für meinen Geschmack bei allen Presets sinnvoll voreingestellt.

Alles in allem sind damit sehr expressive, spaßige Bühnen-Performances möglich. Beim Producing ist eine derart spielerische Klangformung natürlich von Vorteil.

Klang bei langsamen Parameteränderungen

Insbesondere beim langsamen Schrauben am Filter-Cutoff fällt auf, dass die Klangverläufe verhältnismäßig grob abgestuft werden. Schon bei kleinsten Werteänderungen von ±1 wird ein Treppeneffekt hörbar. Der ansonsten meist sehr organische Sound des Yamaha MX88 wird dadurch ein Stück weit gestört, schade.

Ansteuerung von Cubase

Die Interaktion mit der hauseigene DAW-Software und diverse Plugins von Steinberg ist positiv erwähnenswert. Mitgeliefert werden ein Lizenzcode für Cubase AI (eine verschlankte Variante von Cubase) und die Software »Remote Editor«.

Letztere ermöglicht die Zuweisung der Bedienelemente am Yamaha MX88 zu beliebigen Plugin-Parametern. Der Editor ist ein wenig altbacken gestaltet und teils durch winzige Beschriftungen schlecht lesbar.

Testbericht zum Yamaha MX88 BU - Remote Editor

Der Remote Editor – nutze den Yamaha MX88 zur Fernsteuerung von Cubase & Steinberg-Plugins

Viele Cubase-Funktionen lassen sich direkt vom Yamaha MX88 aus steuern:

  • Projekt starten und stoppen
  • Einfügen & Editieren neuer Spuren mit virtuellen Instrumenten
  • Lese- und Schreibmodus von Automationsspuren aktivieren
  • Und vieles mehr

Schade, dass es keine Record-Taste zum Start einer Aufnahme gibt. Allerdings kannst Du die Part-Tasten des Instruments mit alternativen Funktionen belegen, worunter auch der Aufnahmestart fällt.

Soweit zu Cubase. Andere DAWs können leider nicht so nahtlos gesteuer werden. Hier ist der Anwender funktional eingeschränkter. Nun, schließlich wird der Yamaha MX88 nicht als Controller beworben.

Lies auch: DAW-Software Vergleich

Audio Interface

Je zwei In- und Outputs kannst Du in deiner DAW nutzen, um Signale via USB vom und zum Yamaha MX88 zu senden. Erwähnenswert: Wie bei allen digitalen Synthesizern mit Audio Interface werden die Klänge vollkommen verlustfrei übertragen, da keine Wandlung von analog zu digital bzw. andersherum nötig ist.

Unter Windows gelingt die Einbindung nach der Installation eines ASIO-Treibers, während auf einem Mac »Plug & Play« angesagt ist.

Der ASIO-Treiber wies in meinen Host-Programmen bei minimalem Puffer (64 Samples) Latenzen von 5,5 ms (Input) und 7,5 ms (Output) auf. Eine exakte Messung der Roundtrip-Latenz war in Ermangelung von Klinkeneingängen nicht möglich, doch die angezeigten Werte erscheinen realistisch. Beim Spielen ist selbst beim Monitoring über die DAW keine störende Verzögerung zu spüren. Falls Du auf dem Eingangssignal noch Effekte ohne (bzw. mit nur geringfügiger) Latenz nutzt, bleibt es dabei.

Erst bei sehr hoher CPU-Last traten Aussetzer und Störgeräusche auf. Das lässt sich durch den Wechsel auf den nächsthöheren Puffer (96 Samples) in den Treibereinstellungen verhindern. Allerdings wuchs hier die Latenz auf immer noch akzeptable 6,2 ms (Input) und 8,2 ms (Output).

Unterstütze unsere Arbeit mit einem Kauf bei Thomann*

* Affiliate Link: Du bezahlst den normalen Preis und wir erhalten eine Provision, wenn Du etwas kaufst. Danke!

Fazit zum Yamaha MX88 Test

Der Synthesizer Yamaha MX88 konzentriert sich aufs Wesentliche: unheimlich viele, überwiegend sehr gute und exzellente Klänge aus allen erdenklichen Kategorien, eingängige Bedienung und eine gute Tastatur mit graduierter Gewichtung. Kombiniere die beiden Parts per Layer oder Split und nutze die vielen guten Effekte.

Yamaha MX88

Der Yamaha MX88 sollte nicht als graue Maus übersehen werden – nur wenige andere Tasteninstrumente klingen derart vielfältig … und in den meisten Klangkategorien eben auch überzeugend

Die Sample-basierten Sounds lassen sich in ihren Kernparametern formen. Mittels vier Potis und eines Modus-Umschalters können zwölf Aspekte des Klangs variiert werden: Vom Filter und den Part-Effekten über die Hüllkurve bis hin zu Lautstärke, Panning & Co. Nur Frickler und Sounddesigner, die alles von Grund auf selbst synthetisieren wollen, brauchen mehr.

Dazu kommt die App »FM Essential« für FM-Synthese mit vier Operatoren auf dem iPhone/iPad. Die App ist ungeheuer klangstark und spielerisch bedienbar. Leider ist sie nicht für Android erhältlich, aber das liegt nicht zuletzt am mobilen Betriebssystem – es ist nicht sonderlich für Audio-Anwendungen geeignet.

Cubase lässt sich in allen Grundfunktionen und mehr ansteuern. Nach kurzer Konfiguration kannst Du beispielsweise den Aufnahmestart per Part-Knopf festlegen. Bei anderen DAWs ist die Einbindung nicht so umfangreich und nahtlos, aber dennoch möglich.

Für ein 88-Tasten-Instrument ist die Bauweise sehr kompakt, während das Gewicht von knapp 14 Kilogramm noch im wahrsten Sinne des Wortes tragbar ist.

Ein Detail trübt die Freude am Schrauben etwas: Langsame Modulationen der Filterfrequenz erzeugen einen treppenartig abgestuften Sound. Schade angesichts der tollen Grundsounds. Außerdem hätte Yamaha, für meinen Geschmack, gerne das altmodische Segment-Display mit der dünnen Kunststoffabdeckung weiterentwickeln können. Etwa in Richtung OLED wie bei den aktuellen Tasteninstrumenten von Korg.

Alternativen mit Sample-basierter Klangerzeugung und 88 Tasten sind der Korg Kross-88 (~1.100 Euro) und der der Roland Juno-DS 88 (~920 Euro).

Insgesamt verdient der Kandidat im Yamaha MX88 Testbericht aber locker eine sehr gute Wertung. Vor allem die 1.100 vielfältigen, überwiegend klanglich feinen Voices, die bühnentauglich einfache Bedienbarkeit und die gute Tastatur führen zu starken viereinhalb von fünf Punkten. Wer in Sachen Keyboard & Synthesizer kein Flaggschiff à la Yamaha Montage braucht, aber live dennoch auf allen Hochzeiten tanzen will, liegt hier richtig.

Yamaha MX88 Features

  • Sample-basierter Synthesizer
  • Graduiert gewichtete Tastatur mit 88 Tasten
  • Polyphonie: 128 Stimmen
  • 2 Parts für jeweils eine der ~1.100 Voices bzw. 61 Drum Kits
  • Effekte: Reverb, Chorus, 5-Band-EQ + 4 Insert-FX pro Part
  • Arpeggiator
  • AUX-Eingang (3,5 mm Stereo)
  • Ausgänge
    • 2 x Line (6,3 mm Mono – L/R)
    • 1 x Line für Kopfhörer (6,3 mm Stereo)
  • MIDI In & Out (DIN & USB)
  • Eingänge für Fußschalter & Sustain-Pedal
  • USB Audio Interface (24 Bit & 44,1 kHz) für Windows, Mac OS & iOS
  • Maße: 1.320 x 405 x 168 mm
  • Gewicht: 13,9 kg
  • Software
    • DAW (PC & Mac): Steinberg Cubase AI
    • DAW (iPad): Steinberg Cubasis LE
    • Hammond-Orgel: Yamaha YC-3B
    • Subtraktiver Synthesizer: Steinberg Prologue
Hersteller:   
Produkt:

Yamaha MX88 Test

Lesermeinungen (2)

zu 'Yamaha MX88 Test: Synthesizer-Wundertüte'

  • mokka   16. Mai 2017   13:58 UhrAntworten

    Ein Motif-Lite sozusagen.
    Der Preis macht den MX88 natürlich äußerst interessant und ist sicherlich auch eine Kampfansage mit Blick auf den Motif Gebrauchtwarenmarkt.

    Die FM-Essentials über die App ist eine nette Dreingabe und sicherlich schade das Androids nicht unterstützt werden, aber nun gut, dann steuert man halt ein FM PlugIn über USB/Midi im Rechner, Schlepppad, DAW usw. an.
    (Wäre ja auch irgendwie peinlich, wenn während eines Live Gig plötzlich das i-Phone bimmelt. Na klasse, ein telefonierender Live-Keyboarder mitten im Solo).

    Allerdings würde ich diese Geräteklasse nun nicht als Synthesizer betiteln, sondern nach wie vor als Workstation !

  • Alois Müller   08. Jun 2017   21:57 UhrAntworten

    Habe das Teil jetzt seit 4 Wochen. Preis-Leistungsverhältnis super, wenn man bedenkt, dass man noch einiges an Software dazu bekommt. Verarbeitung, Sounds sind sehr gut. Die Verbindung mit Cubase ist natürlich nützlich (habe selbst 9.0). Es gibt auch eine gute Einbindung in das Notationsprogramm Dorico (1.1). Absolute Kaufempfehlung von mir.

Sag uns deine Meinung!

Empfehlung