Walrus Audio Kangra Test: Filter & Fuzz Effektpedal für Liebhaber

Walrus Audio Kangra Test

Das Walrus Audio Kangra beherbergt gleich zwei Effekte in einem Gehäuse: Oktav-Fuzz & Filter

Was ist es?

Das Walrus Audio Kangra ist ein Effektpedal für Gitarre im Bodenformat, das sowohl Filter- als auch Fuzz-Sounds erzeugen kann. Dazu sind intern zwei getrennte Signalwege vorhanden, die unabhängig voneinander genutzt werden können (zwei Effekte in einem Gehäuse). Werden beide Effekte gleichzeitig genutzt, wird das Gitarrensignal erst durch den Fuzz-, dann in den Filtereffekt geroutet.

Wenn beide Effekte ausgeschaltet sind, kommt der True Bypass zum Tragen. Eingang und Ausgang sind dann direkt miteinander verschaltet. Strom erhält der Bodeneffekt klassisch über 9V, die über ein optional erhältliches Netzteil eingespeist werden müssen. Der Hersteller empfiehlt im Übrigen galvanisch getrennte Netzteile für den Betrieb.


Passend dazu


Die Buchsen für Eingang und Ausgang sind oben angebracht, die Buchse für das Expression Pedal auf der rechten Seite.

Walrus Audio Kangra Test

Durchdachter Fuzz-Effekt mit Filterfunktion für fette und kaputte Fuzz-Sounds.

Walrus Audio Kangra Features

  • Filter & Fuzz Effektpedal im Bodenformat
  • Zwei separate Signalwege (Filter & Fuzz)
  • True Bypass
  • Zwei Voicings: Modern & Vintage
  • Anschluss für Expression Pedal
  • Stromzufuhr über optionales Netzteil

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Walrus Audio Kangra Testbericht

Erster Eindruck vom Filter Fuzz

In der Redaktion konnten wir in der Vergangenheit schon das ein oder andere Effektpedal von Walrus Audio begutachten und der Eindruck bleibt bestehen: Der us-amerikanische Hersteller baut sehr robuste Bodeneffekte, die dem rauen Alltag auf der Bühne und im Proberaum locker entgegenstrotzen. Das metallene Gehäuse ist lachsfarben lackiert und beheimatet auf der Oberseite eine Illustration, die vom Himalaya-Gebirge inspiriert ist. Auf allen Pedalen des Herstellers finden sich solche Artworks.

Das Walrus Audio Kangra wurde genau wie die anderen Pedale des Herstellers handgefertigt und darf (nicht zuletzt auch wegen seines Preises) getrost zu den Boutique-Pedalen gezählt werden. Und diese Philosophie setzt der Hersteller auch konsequent um: Wer sein Effektpedal auf der Webseite registriert, erhält lebenslange Garantie auf die Verarbeitung und die Komponenten des Geräts. Nicht eingeschlossen sind Unfälle oder falsche Verwendung.

Interessanter Fun Fact: Das Walrus Audio Kangra wurde zusammen mit Jared Scharff entwickelt, der Gitarrist der us-amerikanischen TV-Show Saturday Night Live (SNL). Als klanglicher Pate wurde sein liebstes Vintage-Fuzz Pedal herangezogen, das Kay Fuzz Tone.

Bildstrecke

Aufbau des Walrus Kangra

Der Hersteller hat das Pedal durchdacht. Sowohl Fuzz als auch Filter haben getrennte Signalwege, die auch zusammen genutzt werden können. Werden beide Effekte eingeschaltet, geht das Gitarrensignal zunächst durch den Fuzz-Effekt. Danach wird das Audiosignal durch den Filtereffekt geroutet.

Der True Bypass sorgt dafür, dass keine Klangeinbußen im ausgeschalteten Zustand hinzunehmen sind.

Fuzz-Effekt

Für den Fuzz-Effekt gibt es nur wenige Elemente zur direkten Klangformung, wenn man mal davon absieht, dass der Filtereffekt nachgeschaltet wird und deswegen alle seine Bedienelemente natürlich auch auf den Fuzz-Sound wirken. Wer hier mehr möchte, muss dann eher nach einem dedizierten Fuzz-Pedal Ausschau halten.

Das soll aber keineswegs heißen, dass die Möglichkeiten beim Walrus Audio Kangra eingeschränkt seien. Mir bieten sie genug Flexibilität. Die beiden Voicings Vintage und Modern lassen sich über einen kleinen Schalter auf der Oberseite anwählen. Das Vintage-Voicing orientiert sich hierbei am Kay Fuzz Tone aus den 1960er Jahren und bietet einen kürzeren Sustain als das moderne Voicing. Dafür aber kommt es irgendwie etwas grätziger rüber mit einem interessanten Breakup.

Das moderne Fuzz-Voicing hingegen klingt etwas weicher und bietet einen längeren Sustain, der sich auch kompakter und direkter anfühlt und anhört.

Nicht zu unterschätzen für seine Klangeigenschaften und die Durchsetzungfähigkeit ist der kleine Schalter mit der Beschriftung „mid“. Dieser dient dazu, einen Mitten-Scoop zu aktivieren (Mitttenabsenkung in Position links) oder doch lieber eine flachere Mittenwiedergabe zu erzeugen (Position rechts) – je nachdem, für was Du diesen Gitarreneffekt einsetzen möchtest.

Walrus Audio Kangra Test

Vorder- und Rückseite des Walrus Audio Kangra Filter Fuzz.

Filter am Walrus Audio Kangra

Der Filtereffekt macht diesen Gitarreneffekt dann zu einem Highlight mit einem ganz besonderen Sound. Der Frequenzregler ist mittig in der zweiten Reihe angeordnet, er ist sicherlich auch der Regler, den Du am häufigsten nutzen wirst. Mit diesem stellst Du die Frequenz für den Cutoff ein. Bei aktiviertem Fuzz sind hier in Verbindung mit der Resonanz sehr unterschiedliche Sounds möglich.

Eingebaut ist ein Filter zweiter Ordnung (2-pole filter), der mit 12 dB pro Oktave arbeitet. Mit der Resonanz kannst Du dann die „Peakiness“ einstellen, die Filtergüte. Kleine Werte führen dazu, dass der Sound runder wirkt, vielleicht etwas glockenartiger. Drehst Du den Resonanzregler weiter nach rechts, wird der Sound deutlich aggressiver und die Filter Sweeps fallen merklicher aus.

Wo die Magie beginnt

Der dritte Regler für den Filter trägt die Bezeichnung „Sensitivity“, also Empfindlichkeit. Mit diesem regelst Du, wie stark die Hüllkurve (Envelope) auf den Filter Cutoff angewendet wird. Um die Hüllkurve zu aktivieren, steht dir ein Schalter auf der linken Seite zur Verfügung. Und der hat es in sich.

Ist die Hüllkurve aktiviert, reagiert das Walrus Audio Kangra dynamisch auf deinen Anschlag. Wenn Du stark in die Seiten schlägst, öffnet sich der Filter breiter, bei geringerer Anschlagsstärke genau andersherum. Wie stark dieser dynamische Effekt auf den Gesamtsound wirkt, stellst Du mit dem Regler für die Empfindlichkeit ein.

Der Volumen-Regler steuert den Pegel des kompletten Effektweges. Je nachdem wie Du Fuzz und Filter einstellst, musst Du am Volumenregler immer mal wieder den Pegel etwas nachstellen.

Besonderheiten

Wie schon beim Walrus Audio Monument v2 Test findet sich auch an diesem Bodeneffekt ein Eingang für ein Expression Pedal. Mit einem solchen kannst Du den Regler für die Cutoff-Frequenz umgehen und die Frequenz via Pedal einstellen. Je nachdem wie Du die Resonanz einstellst, kannst Du auf diese Weise einen Effekt erzeugen, der an ein Wah-Wah erinnert. Für das Solospiel sicherlich eine großartige Idee.

Klangbeispiele Walrus Kangra

Modernes Voicing, alle Regler

Vintage Voicing, alle Regler

Fuzz, Vintage Voicing

Fuzz, Modern Voicing

Fuzz scooped/mid, Vintage Voicing

Fuzz scooped/mid, Modern Voicing

Filter Frequency & Resonance, Vintage Voicing

Filter Frequency & Resonance, Modern Voicing

Filter Envelope & Sensitivity, Vintage Voicing

Filter Envelope & Sensitivity, Modern Voicing

Übersicht Walrus Audio Kangra Review

PRO

  • Fette Fuzz-Sounds
  • Psychedelische Filter-Sweeps
  • Erstklassiger Klang
  • Durchdachtes Konzept
  • Erstklassige Verarbeitung
  • Bestens für Soli geeignet

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Fazit zum Walrus Audio Kangra Test

Dieser Bodeneffekt hat es in sich, er bietet gleich zwei Effekte in einem Gehäuse vereint. Der Oktav-Fuzz im Walrus Audio Kangra kommt in zwei Geschmäckern daher, die beide auf ihre Weise eine sehr schöne Textur mitbringen. Du kannst Sounds mit richtig Biss und gutem Sustain herausholen oder mehr in die Welt eines Vintage-Fuzz eintauchen. Dabei lässt sich der Fuzz-Effekt sehr schön zum Spielen der Rhythmusgitarre einsetzen (auch wenn das nicht das Hauptaugenmerk laut Walrus Audio ist). In Verbindung mit dem Filtereffekt wird das Kangra dann zu einem psychedelischen Monster, mit dem Du deine Riffs dezent aufpeppen oder deine Soli richtiggehend in andere Sphären katapultieren kannst.

Der Bodeneffekt ist durchdacht und passt sich bestens auf jedem Floorboard ein. Mit einem Expression Pedal kannst Du die Filterfrequenz des Tiefpassfilters mit dem Fuß fernsteuern, um damit einen Wah-Wah-ähnlichen Effekt zu erzeugen. Handwerklich gesehen arbeitet der us-amerikanische Hersteller auf höchstem Niveau. Das metallene Gehäuse, die Schalter und selbst die Regler trotzen dem rauen Alltag auf Bühne und Proberaum mühelos. An diesem handgefertigten Gitarreneffekt wirst Du lange deine Freude haben.

Ich konnte nichts finden, das ich als Kritik hätte anmerken müssen. Der Preis wird den ein oder anderen Gitarristen vielleicht abschrecken. Für ein waschechtes Boutique-Pedal in dieser Qualität pendelt sich der Preis aber eher niedrig ein, gerade wenn man die zwei unabhängigen Effektwege bedenkt. Alles in allem ergibt das für mich eine exzellente Wertung im Walrus Audio Kangra Test.

Inhaltsverzeichnis // Walrus Audio Kangra Test

  1. Was erwartet dich?
  2. Review
  3. Pro & Contra
  4. Fazit
  5. Wertung

EXZELLENT

Walrus Audio Kangra am 15.07.2019

Produkt:      Walrus Audio Kangra
Hersteller:    

Preis:  209,00 Euro
UVP:    209,00 Euro

Kurzfazit

Starkes Fuzz-Pedal mit weiterem Filter-Effekt für starke Fuzz-Sounds mit psychedelischem Charakter. Das Boutique-Pedal aus den USA besticht durch eine exzellente Verarbeitung und einer breiten Palette an Sounds, die vor allem beim Solieren ihre Stärken ausspielen. Durchdacht, klanglich erhaben, sehr flexibel im Sound und fett im Fuzz.

Für wen

Gitarristen auf der Suche nach Fuzz.

Wichtige Merkmale
  • Bodenpedal für Gitarre
  • Filter & Fuzz Effektpedal
  • True Bypass
  • Zwei separate Signalwege (Filter & Fuzz)
  • Volumen
  • Resonanz
  • Sensitivity
  • Envelope Switch
  • Frequency
  • Mid Switch
  • Zwei Voicings: Modern & Vintage
  • Anschluss für Expression Pedal
  • Stromzufuhr über optionales Netzteil 9V, 100mA
  • Gewicht: 0,36kg
  • Abmessungen: 121 x 66 x 41 mm

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