V3 Sound Grand Piano XXL Test

v3 sound grand piano xxl expander

Der V3Sound Grand Piano XXL Expander im Test.

Was ist es?

Beim V3 Sound Grand Piano XXL handelt es sich um einen Expander, der mit seinen Sounds bestehendes Equipment wie Keyboards, Orgeln oder auch das Akkordeon zu Hause, auf der Bühne oder im Homestudio erweitern soll. Hochwertige Piano-Samples mit bis zu 11 Dynamikstufen pro Taste, Saitenresonanz, Halbpedalfunktion und mehr garantieren einen erstklassigen Klavierklang. Doch im V3 Sound Grand Piano XXL steckt weit mehr als der Name vermuten lässt. Ein riesiges Spektrum an Natur-Sounds wird abgedeckt und auch der Synthesizer kommt nicht zu kurz. Die wichtigsten Features im Überblick:

  • Polyphonie von 256 Stimmen
  • über 800 Sounds
  • 4 GB Flash Sample-Speicher
  • 16-fach multitimbral
  • Fersteuerung/Programmierung per MIDI und Bluetooth

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V3 Sound Grand Piano XXL Testbericht

V3 Sound Grand Piano XXL – mehr als Klavier

Das Äußere in der Form eines leicht geschwungenen „V“, kaum Bedienelemente, die wichtigsten Anschlüsse dicht gedrängt an einer Seite – so präsentiert sich das V3 Sound Grand Piano XXL nach dem Auspacken. Hatten früher Sound Expander noch Displays und einige Bedienelemente, um Sounds auszuwählen oder sogar zu programmieren, bietet der V3 Sound Grand Piano XXL Expander nichts dergleichen.

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Der V3 Sound Grand Piano XXL Expander: XXL Sound zum Mitnehmen

Sparsames Äußeres

MIDI In und MIDI Thru sorgen für die altbekannte Konnektivität zu jedem MIDI-fähigen Keyboard, Masterkeyboard oder Computer. Alternativ steht ein USB-Host Anschluss bereit. Zwei 6.3 Millimeter Klinkenbuchsen dienen als Audio-Ausgänge für Left/Right und Aux Out, eine Miniklinkenbuchse versorgt einen Kopfhörer. Eine weitere Klinkenbuchse ermöglicht den direkten Anschluss eines Sustain-Pedals und ist mit einer automatischen Polaritätserkennung versehen. Bleiben zuletzt noch der Anschluss für das externe Netzteil und der Netzschalter.

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Eine Seite des Dreiecks: MIDI IN und MIDI THRU begleitet von Main Out, Aux Out, Kopfhörerausgang, USB Host Anschluss sowie Netzanschluss.

Auf der anderen Seite des „Dreiecks“ finden sich zwei versenkt angebrachte Regler für Main Volume und Main Reverb. Gerade letzterer ist gern gesehen, wenn auf der Bühne die zuhause programmierten Patches im Hall ertrinken und ein trockenerer Sound gewünscht ist. Das ist sinnvoll, um sich zum Beispiel im dichten Bandarrangement durchzusetzen. Zwei LEDs zeigen die Betriebsbereitschaft und den Eingang von MIDI-Signalen an.

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Spartanische Front: Main Level und Reverb Level.

Unter der Haube

Ganze 4 Gigabyte Speicher gefüllt mit 12.000 Samples versprechen V3 Sound auf ihrer Internetseite. 829 per MIDI abrufbare Sounds verteilen sich auf die Kategorien:

  • Grand Pianos: 22 Sounds, 11 gesamplete Dynamikstufen je eines Bösendorfer Imperial 290 und Steinway Model D mit Resonanzen, Note Off Samples, Halbpedal und mehr
  • E-Pianos: 34 Sounds, bis zu 20 Dynamikstufen für ausdrucksstarkes Spiel, Samples von Rhodes über Wurlitzer bis FM
  • Orgeln: 127 Sounds, von Hammond B3 über Farfisa, Entertainer- und Theater-Orgeln bis hin zur Pfeifenorgel
  • Synthesizer: 159 Sounds, darunter viele analoge Klassiker von Yamaha, Roland, Korg, Oberheim und anderen. Fast zu jedem Chart Hit findet sich hier der passende Sound.
  • Akkordeon: 34 Sounds für alle erdenklichen Musikstile
  • Streichorchester: 28 Sounds, gesamplet wurden auch verschiedene Artikulationen, die teils per Velocity Switch umgeschaltet werden
  • Blasinstrumente & Ensemble, 130 Sounds
  • Gitarre und Bass,38 Sounds
  • Saiten- und Schlaginstrumente, 36 Sounds mit Instrumenten wie Marimba, Glockenspiel, Harpsichord, Clavinet, Kalimba und vielen mehr
  • Chor und Ethno, 25 Sounds mit diversen Ooh und Aah Chören sowie Dudelsack
  • Schlagzeug, 196 Sounds aus den Bereichen Drum Set, Percussion und Orchester Schlagwerk

Die Anwahl eines Sounds geschieht per Bank Select-Befehl (MSB) und den anschließenden Programmwechselbefehl (0-127). Eine Liste aller Sounds ist in der Bedienungsanleitung zu finden. Die Sounds verteilen sich auf insgesamt fünf Bänke. Das Schlagzeug ist wie beim GM-Standard auf MIDI-Kanal 10 zu finden.

Umfangreiche MIDI-Implementation

Im Prinzip könnte man hier mit dem Lesen aufhören, wenn es nur um das schnelle Abspielen der Samples geht. Aber der V3 Sound Grand Piano XXL Expander kann mehr, viel mehr. Über eine sehr umfangreiche MIDI-Implementation lassen sich zahlreiche Änderungen am Sound und am Mix vornehmen. Jede einzelne Funktion hier aufzuzählen, würde den Rahmen des Testberichts sprengen. Aus diesem Grund beschränke ich mich auf die wesentlichen Elemente und verweise auf die frei verfügbare MIDI Dokumentation.

Über die üblichen MIDI-Controller lässt sich Einfluss nehmen auf Modulation, Pitch Bend, Sustain Pedal, Expression, Volume, Pan, Reverb Send, Chorus Send und so weiter. So kennt man das auch von typischen GM/GS/XG-Klangerzeugern. Außerdem stehen Controller für Hüllkurven und Filter zur Verfügung: Attack, Decay, Release, Filter Cut-off und Filter Resonance stehen auf der Liste der interpretierten MIDI Controller.

Doch damit nicht genug: Per MIDI SysEx lassen sich die beiden DSPs der Insert-Effekte, die zusätzlich zu Hall und Chorus zur Verfügung stehen mit verschiedenen Effektprogrammen bestücken, darunter zum Beispiel Hall, Plate, Room, Chorus, Delay, Flanger, Compressor/Limiter, Distortion, Guitar Amp oder Rotary Speaker. Auch das Zuweisen eines MIDI-Kanals zu einem Insert-Effekt ist so zu programmieren. Jeder erdenkliche Effektparameter lässt sich per MIDI ansprechen und verändern. Programmieren lässt sich außerdem ein Equalizer für den Main- und Aux-Ausgang.

Komplette und sehr ausführliche MIDI-Implementation auf der Internetseite zum Download

Main Out und Aux Out

Auch wenn man es dem Expander auf den ersten Blick nicht ansieht, besitzt dieser vier analoge Audioausgänge. Für den Anschluss an ein Mischpult können entweder zwei Mono-Klinkenkabel für den stereofonen Betrieb in die beiden Ausgangsbuchsen gesteckt werden oder alternativ zwei Stereo-Klinkenkabel in je eine der Buchsen, was dann zwei Stereo-Ausgängen entspricht. In letzterem Fall besteht nun die Möglichkeit, Sounds per App oder MIDI SysEx auf die so gewonnenen zwei zusätzlichen Ausgänge zu routen. Zunächst jedoch muss der Expander entsprechend vorbereitet werden. Dies geschieht durch das Verstellen einiger DIP-Switches innerhalb des Expanders. Die Bedienungsanleitung verrät, was genau zu tun ist.

V3 Control Hardware und Software

Nicht jeder möchte den Expander mit Code in Hexadezimalzahlen programmieren, sondern vielleicht nur die üblichen Tasks wie Sound-Auswahl und Mix vornehmen. Glücklicherweise hat man bei V3 Sound daran gedacht, einen passenden Editor für diese Aufgaben für iOS und Android Tablets zu veröffentlichen. Dieser steht kostenlos in den jeweiligen App Stores zum Download zur Verfügung. Achtung: Die App steht nicht für Smart Phones zur Verfügung!

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Die V3 Control Hardware: Bluetooth USB-Dongle und USB-Verlängerung

Damit die Verbindung zum Tablet per Bluetooth gelingt, benötigt man das optional erhältliche V3 Control Hardware-Set. Dieses besteht aus einem Bluetooth USB-Dongle plus kurzer USB-Verlängerung. Ist das Dongle eingesteckt, wird der V3 Sound Grand Piano XXL Expander vom Tablet gefunden und die Software ist betriebsbereit.

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Der Software-Part von V3 Control: Die kostenlose App V3 Sound Control

Zur Verfügung stehen die wichtigsten Funktionen wie die Auswahl der Sounds für jeden MIDI-Kanal, FX Send für Hall und Chorus, Hüllkurve (Attack, Decay, Release) und Filter Cut-off Frequenz. Außerdem Transpose, Fine Tune, Poly/Mono, Panorame und Volume. Pro MIDI-Kanal lässt sich einstellen, ob das Signal auf dem Main-Out oder dem Aux-Out zu hören sein soll (dazu später mehr).

Sektionen

Die Software erweitert den Expander um einige interessante Funktionen, die am V3 Sound Grand Piano XXL sonst nicht zur Verfügung stehen: Sektionen, Scenes und Registrations.

Sechs MIDI-Kanäle sind unterteilt in verschiedene Sektionen. Sind einem Kanal mehrere Sektionen zugeordnet, können diese auch gleichzeitig erklingen.

MIDI-Kanal 1 ist unterteilt in bis zu sechs UPPER-Sektionen, denen je eigene Sounds zugeordnet werden können. MIDI-Kanal 2 in zwei LOWER-Sektionen. MIDI-Kanal 3 ist mit BASS 1, 2 und 3 belegt. Kanal 4 beherbergt die Sektionen SOLO 1 und SOLO 2. Fehlen noch Kanal 5 für LEAD, Kanal 6 für SPECIAL sowie Kanal 10 für DRUMS. V3 Sound weisen im Manual darauf hin, dass diese Sektionen selbstverständlich mit allen Sounds belegt werden können und die Bezeichnungen willkürlich gewählt sind. Keyboarder und Organisten erkennen hier die üblichen Bezeichnung der einzelnen Keyboard Layer wieder, wie sie oft an Entertainer Keyboards und Orgeln zu finden sind. Auch mein Roland Jupiter 80 besitzt so eine Unterteilung in UPPER, LOWER, SOLO und PERC. Man muss sich aber nicht daran halten und kann natürlich jeden Sound in jede Sektion laden.

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Die App V3 Sound Control bietet Zugriff auf eine Vielzahl von Features.

Um eben dies zu tun, muss eine Sektion erst in den EDIT-Modus geschaltet werden. Jetzt und nur dann lassen sich die Sektionsparameter editieren. Ein Druck auf PLAY verlässt den EDIT-Modus und die nächste Sektion kann ausgewählt werden.

Scenes und Registrations

Der V3 Control Editor verfügt noch über zwei weitere Features: Scenes und Registrations. Scenes sind Unterverteilungen innerhalb einer Registration und zum Beispiel für schnelle Sound-Wechsel innerhalb eines Songs geeignet.

Scenes eignen sich für das schnelle Umregistrieren für Intro, Strophe, Refrain oder Solo.

Eine Registration beinhaltet vier Scenes mit ihren Einstellungen. 300 Registrations können in einer Bank abgespeichert werden. Natürlich ist auch der Import und Export von Registrations möglich.

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Einer Scene können verschiedene Sektionen zugeteilt werden. Das macht auch Layer Settings auf einem einzigen MIDI-Kanal möglich.

In den Scene Settings legt der Musiker fest, welche Sound-Sektionen die jeweilige Scene umfassen soll. So können auch Layer-Sounds direkt im V3 Sound Grand Piano XXL Expander erstellt werden, denn mehrere Sektionen auf einem MIDI-Kanal können auch gleichzeitig klingen. Die Möglichkeiten sind fast unbegrenzt, zumindest solange es die 256-stimmige Polyphonie zulässt.

Leider bietet die App derzeit keinen Komplettzugriff auf alle Funktionen des Expanders, die per MIDI zugänglich sind. So fehlt beispielsweise die Auswahl der globalen Effekte und Insert-Effekte. Da man mit dem kleinen Slider nicht alle 128 Werte erreichen kann, verwende ich neben dem Slider die „PLUS+ MINUS-“ Tasten. Hier ist Feingefühl geboten, denn die „PLUS+ MINUS-“ Felder senden, wenn man sehr schnell drückt, nur den letzten Wert.

Bedingt durch die Bluetooth-Verbindung dauert es immer etwas, bis eine Änderung hörbar wird. Meistens „springt“ das Ergebnis von einer Stufe auf die nächste hörbare Stufe. Mittels MIDI-Controller lassen sich per USB- oder MIDI-Schnittstelle etwas bessere und stufenlosere Regelvorgänge realisieren.

Eine Erklärung liefert Klaus Dzida von V3 Sound: „Alles liegt in der App und wird beim Aufruf an den USB Receiver gesandt: Dort wird das verifiziert – sonst wird das nochmals gesendet. Wir senden da also KEIN MIDI vom Tablet zum USB Receiver, sondern ein Datenpaket, das geprüft wird – daher braucht das auch länger als MIDI.“

Klang des V3 Sound Grand Piano XXL

Der Klang des V3 Sound Grand Piano XXL ist wirklich erstklassig. Die Pianos wissen zu begeistern und auch die übrigen Sounds gehen weit über das hinaus, was man an den üblichen Entertainer Keyboards findet. Dass deren Besitzer zur Zielgruppe gehören, zeigt schon die erwähnte Benennung der einzelnen Sektionen in UPPER, LOWER, BASS und so weiter. Die Sound-Auswahl ist sehr groß und man findet zu so ziemlich jedem Hit der letzten 70 Jahre sofort die passenden Sounds, die sich dann über viele Parameter noch den eigenen Bedürfnissen anpassen lassen. Hier spielt kein billiger GM/GS-Klangerzeuger, sondern ein sehr gut klingender Sample-Player. Der Schwerpunkt liegt definitiv auf tollen Natur-Sounds, weniger auf ausgefeilten Synthie Lead-Sounds.

Orgeln mit Rotary-Effekt gibt es immer in zwei Varianten: Speaker Slow und Speaker Fast. Ein Umschalten der Geschwindigkeit des Rotors ist nur per Programmwechsel möglich, mit dem auf den passenden Sound gewechselt wird. Hier hätte ich mir eine Lösung per Modulationsrad oder Sustain-Pedal gewünscht, wie es andere Hersteller machen. Zumal in der Anleitung von einem Rotary-Effekt als Insert Effekt gesprochen wird. Vielleicht lässt sich das mit einem späteren Firmware Update bewerkstelligen. Die Orgel-Sounds klingen nämlich sehr gut und das Spiel mit der Rotorgeschwindigkeit lässt gerade Hammond-Sounds so richtig aufleben.

Das integrierte Filter packt bei vielen Sounds für meinen Geschmack sehr zaghaft zu. Eine Nachfrage bei V3 Sound ergab, dass je nach Sound verschiedene Filtermodelle greifen. In der Sound-Dokumentation des Benutzerhandbuchs ist angegeben, welches Filter bei der Programmierung verwendet wurde: Zur Verfügung stehen 12 dB/Oktave High Pass/Low Pass/Notch, 24 dB/Oktave High Pass/Low Pass mit Resonanz und 6 dB/Oktave. Laut Klaus Dzida sind bis auf einige Synth Sounds die meisten Sounds von ihm mit dem 6 dB oder 12 dB/Oktave Filter programmiert worden, sodass der Cutoff-Regler die beobachtete „sanfte“ Wirkung hat. Eine Veränderung des Filtertyps durch den Anwender ist nicht möglich.

Die Soundbeispiele zeigen einen Querschnitt der Sounds und wurden direkt beim Durchsteppen der Soundbänke von mir eingespielt.

Der V3 Sound Grand Piano XXL Expander im Einsatz

Für die Steuerung des V3 Sound Grand Piano XXL Expanders habe ich zunächst meinen Roland Jupiter 80 eingesetzt und per MIDI mit dem Expander verbunden. Am Jupiter 80 wurde eine Performance erstellt und dort über die MIDI-Einbindung externer Klangerzeuger der Expander angesprochen.

Der Jupiter 80 kann auf bis zu 16 MIDI-Kanälen senden, Program Change-Befehle inklusive Bank Select (MSB/LSB) übermitteln und Velocity Switches und Split-Zonen einrichten. Auf diese Weise ließ sich der V3 Sound Grand Piano XXL Expander problemlos in mein bestehendes Setup integrieren.

Richtig überzeugen konnte mich der V3 Sound Grand Piano XXL Expander jedoch an meiner Nord C2 Orgel. Die Nord C2 ist eine moderne Reinkarnation der bekannten Hammond B3 Orgel. Hier gibt es Hammond, Farfisa, Vox und Pfeifenorgel in Reinkultur, aber leider nichts sonst.

Neues Klangfutter für jede Orgel mit MIDI.

In der Vergangenheit habe ich deshalb bei Bedarf einen Computer angeschlossen, um den Sound der Nord C2 mit weiteren Sounds aus Plug-ins zu erweitern. Mit dem V3 Sound Grand Piano XXL Expander gibt es nun eine perfekte Lösung, um vor allem auch die zwei Manuale und das angeschlossene Basspedal mit weiteren Sounds zu belegen.

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Perfektes Paar: Die Nord C2 Orgel und der V3 Sound Grand Piano XXL Expander

Der zusätzlich bei Bedarf verfügbare Stereo Aux-Ausgang ist eine tolle Erweiterung, um bestimmte Sounds gesondert zum Mischpult zu führen oder mit externen Effekten zu versehen.

Möglich ist der direkte Anschluss von Masterkeyboards per USB. Diese lassen sich sogar mit Strom versorgen (max. 500 mA). In diesem Moment entfällt leider die Möglichkeit, den USB-Dongle für die Bluetooth-Verbindung einzustecken. Möchte man beides verwenden, muss das Masterkeyboard per MIDI IN angeschlossen werden.

Begeistert hat mich die Möglichkeit, per App auf die Sounds zuzugreifen und Registrationen zu erstellen, erweitert man den Expander um das kostenpflichtige V3 Control Upgrade. Es fällt allerdings auf, dass der Workflow noch nicht wirklich ausgereift ist.

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Registrationen lassen sich mit der V3 Sound Control App erstellen, abspeichern und wieder importieren.


Die Bedienung wirkt umständlich: Für Parameteränderungen muss zunächst der EDIT-Modus der jeweiligen Sektion aktiviert werden. Tippt man auf einen Regler, öffnet sich ein neues Fenster mit einem Slider. Das kann man mit Touch Displays eleganter lösen. Anders als bei anderen Apps lösen nur bestimmte Bereiche des App-Bildschirms ein Scrolling aus. Was mir außerdem fehlt ist die Möglichkeit, Tastatur-Splits anzulegen. In dieser Hinsicht ist der Benutzer also auf die Fähigkeiten des Masterkeyboards angewiesen.
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Für alle Parameteränderungen öffnet sich ein extra Fenster. Das ist umständlich und nicht typisch für die Bedienungsoberfläche von iPad Apps.

Der V3 Sound Grand Piano XXL Expander ist sehr leicht und rutscht deshalb schnell hin und her. V3 Sound haben deshalb Gummifüße zum Ankleben sowie ein Klettband zum befestigen am Expander und am Untergrund mit in den Karton gelegt. Für die Bühne ist dessen Gebrauch ratsam, da schon kleinste Erschütterungen beim Spielen am Instrument den Expander in Bewegung bringen, steht dieser darauf.

Noch einige Worte zur maximalen Polyphonie: Zwar ist diese mit 256 Stimmen angegeben, allerdings ist die tatsächliche Polyphonie von den jeweiligen Sound-Presets abhängig. Die Klavier-Samples verbrauchen pro angeschlagener Taste sechs Stimmen. Beim Vollgriffigen Spiel kommen somit bereits bis zu 60 Stimmen zusammen. Dies ist besonders bei ausgiebigem Gebrauch des Haltepedals zu berücksichtigen.

Vor- und Nachteile

Sound Expander wie der V3 Sound Grand Piano XXL haben auch im Jahr 2020 noch ihre Daseinsberechtigung. Zwar nehmen Laptops mit Plug-ins und einer Host Software wie zum Beispiel Apples Mainstage immer mehr die Rolle des Klanglieferanten ein, doch ist das immer mit einer hohen Investition für den Laptop, ein Interface, die Software und vor allem die Plug-ins verbunden. Die Betriebssicherheit eines solchen Systems ist auch nicht immer zu 100 Prozent gegeben und bleibt ein Risikofaktor.

Ein Sound Expander hingegen ist eine sichere Bank: Viele Sounds, hohe Betriebssicherheit und einfache Handhabung auf der Bühne, sofern die Performances einmal programmiert sind. Ein MIDI- oder USB-Kabel reicht und schon kann es losgehen. Per App ist der V3 Sound Grand Piano XXL Expander dabei sogar gut steuerbar.

Nachteilig ist, dass viele Möglichkeiten des V3 Sound Grand Piano XXL nur per aufwendiger MIDI-Programmierung zugänglich sind. Möchte man den Expander wirklich ausnutzen, führt kein Weg an einer intensiven Beschäftigung mit dem Thema MIDI Controller und SysEX-Daten vorbei. Per App ist nur der wichtigste Teil der Programmierung wie Sound-Auswahl, Mix, Hallanteil etc. zugänglich. Abhilfe schafft für Windows-Benutzer das MidiToolEx for V3 Sound Expander vom Anbieter Rapsoft (99 Euro, erhältlich hier)

V3 Sound Alternative für Yamaha Keyboards

Besitzer von Yamaha Keyboards wie Genos, Tyros oder S-Klasse finden im V3 Sound YAMMEX XXL eine Alternative, die über einen ähnlichen Funktionsumfang und gleiche Sounds verfügt, aber an die Steuerung durch Yamaha Keyboards angepasst ist. Sounds lassen sich dann direkt über das Display und die Bedienoberfläche der Yamaha Keyboards auswählen. Weitere Infos dazu finden sich auf der V3 Sound Website. Auch eine Anpassung an einige E-Pianos von Yamaha ist möglich.

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Die Alternative für Yamaha Keyboards: YAMMEX XXL mit spezieller Anpassung und gleichem Sound

Alternativen zum V3 Sound Grand Piano XXL Expander

Am Markt gibt es nur wenige preislich gleich gelagerte Alternativen zum V3 Sound Expander. Zu nennen wäre der Ketron SD 1000 Expander, der recht ähnlich konzipiert ist. 512 Orchester-Sounds, 292 GM Sounds, 47 Drum Sets und 248 Audio-Drum Loops sind enthalten. Der Ketron SD 1000 Expander ist 32-fach multitimbral und verfügt über eine 128 stimmige Polyphonie. Selbstverständlich stehen auch Multieffekte zur Verfügung. Nachteilig ist der Audioausgang: Dieser ist als Cinch-Buchsen ausgeführt. Der Preis? Identisch zum V3 Sound Grand Piano XXL Expander: 438 Euro.

Etwas günstiger geht es mit dem Ketron SD-2, welches als reines GM Sound-Modul konzipiert ist. Für 291 Euro bekommt man immerhin 290 Orchester Sounds, 292 GM Sounds und 1000 Percussion Sounds sowie einige Live Drum Sets.

Natürlich gibt es weitere Alternativen im höheren Preissegment (oberhalb von 1400 Euro), die dann jedoch auch über Displays und umfangreiche Programmiermöglichkeiten am Gerät selbst verfügen und keine reinen Sample Player sind.

Fazit zum V3 Sound Grand Piano XXL Test

Der V3 Sound Grand Piano XXL Expander ist ein in dieser Preisklasse herausragendes Sound-Modul mit einer Vielzahl an erstklassigen Klängen, die weit über das Spektrum eines Piano Expanders hinausgehen. Jeder, der einen neuen Klanglieferanten für sein Keyboard, E-Piano, die alte MIDI-fähige Orgel oder sein MIDI-Akkordeon sucht, wird hier fündig. Die grundlegende Bedienung gestaltet sich einfach, hängt aber in großem Maße von den Fähigkeiten des den Expander steuernden MIDI-Instruments ab. Per Bank- und Programmwechsel-Befehl lassen sich die hunderte von Sounds schnell abrufen. Etwas mehr Komfort bietet die V3 Control App für Tablets. Den vollen Funktionsumfang kann nur ausschöpfen, wer sich in die MIDI-Programmierung per SysEx-Befehle stürzt. Der Einsteiger erweitert mit dem V3 Sound Grand Piano XXL Expander auf günstige Art und Weise sein bestehendes Keyboard um hochwertige Sound. Die grundlegende Bedienung per App gelingt schnell, kostet allerdings zusätzlich Geld. Der Profi hingegen programmiert seinen MIDI-Controller genau auf das, was der Expander benötigt, um seinen kompletten Funktionsumfang preiszugeben.

V3 Sound Grand Piano XXL Features

  • Polyphonie von 256 Stimmen
  • über 800 Sounds, darunter viele Natur-Sounds
  • 4 GB Flash Sample-Speicher
  • 16-fach multitimbral für Arrangements
  • Fernsteuerung/Programmierung per MIDI
  • MIDI IN und MIDI THRU
  • USB Host Schnittstelle
  • optional V3 Sound Control für Bluetooth-Steuerung per App
  • direkte Unterstützung von USB-Keyboards
  • Regler für Main Volume und Reverb
  • Stereo Main- und Aux-Ausgang
Hersteller: V3 Sound
Produkt:

V3 Sound Grand Piano XXL Test

Lesermeinungen (1)

zu 'V3 Sound Grand Piano XXL Test'

  • Ruediger Pflumm   27. Sep 2020   13:11 UhrAntworten

    Die V3 Sound Expander sind schon der Hammer. Ich habe das Sonority XXL. So klein und preiswert und doch so viele super Sounds und Möglichkeiten. Manche Leute beklagen, dass die Bedienung ohne Display und Knöpfchen Probleme macht, aber das kann ich nicht bestätigen.
    Ich nutze die Steuerungssoftware „MidiToolEx“, die für V3 Expander konzipiert wurde und dazu ein kleines Windows Tablet. Damit kann ich nicht nur alle Instrumente bequem auswählen, sondern auch alle Effektparameter steuern, Layers und Splits erstellen und so meine ganz eigenen Sounds basteln und speichern. Zusätzlich lassen sich auch noch Midifiles abspielen. Das ist für mich wirklich eine super Lösung, da ich dann mit jeder vernünftigen Midi-Tastatur und mit kleinstem Aufwand praktisch überall meine Musik machen kann. Ich habe oft nur noch ein kleines Alu-Köfferchen mit Expander, Tablet und Kabel dabei, weil die Anlage und eine vernünftige Tastatur schon am Einsatzort vorhanden sind. Da macht Musik machen echt Spaß, wenn der Sound so gut und der Aufwand so klein ist.

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