TronicalTune Testbericht & Erfahrung: Die neue Art des Gitarrenstimmens?

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TronicalTune Testbericht

Was ist es?

Das Stimmsystem TronicalTune füllt eine Lücke. Wer denkt, dass ein Gitarrenstimmgeräts nicht sonderlich spannend ist, hat dieses Gerät wohl noch nicht in Aktion gesehen. Es stimmt deine Gitarre selbstständig durch kleine Motoren, die an den Stimmmechaniken befestigt werden. Allein das ist schon ein »Aha!« wert, doch darüber hinaus ist das System noch ist in der Lage, verschiedene Stimmungen abzurufen. Wenn es sein muss, kannst Du sogar innerhalb eines Songs alle Saiten umstimmen.

TronicalTune Testbericht

Los geht’s mit unserem TronicalTune Testbericht auf delamar…


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TronicalTune Testbericht

Konstruktion

Aus was besteht das TronicalTune? Aus einem neu entwickeltem Stimmgerät, Stimmmechaniken mit Motorantrieb und einer Batterie. Klingt simpel, ist es auch. Was musst Du tun, um es nutzen zu können? Auch ganz einfach – die Stimmmechaniken austauschen.

Ich höre schon den Aufschrei der Puristen: Was, ich soll meine 1957 Gibson auseinandernehmen?! Nein, natürlich nicht. Nur die Stimmmechaniken wechseln, das muss man sowieso irgendwann einmal tun. Warum also nicht für ein TronicalTune, das im Übrigen auch bei neueren Gibson-Modellen gegen Aufpreis mitbestellt werden kann.

Die Locking-Mechaniken fallen von vorne überhaupt nicht auf. Lediglich auf der Rückseite der Kopfplatte findet man die Elektronik des Stimmgerätes und die Mini-Servomotoren der Stimmmechaniken. Diese sind dann ca. 2-3 mm höher als gewöhnliche Mechaniken, so dass das Erscheinungsbild der Gitarre kaum verändert wird.

Das TronicalTune funktioniert mit einer Vielzahl von Gitarrentypen diverser Hersteller. Auf der Webseite von Tronical steht eine Anleitung bereit, anhand derer Du herausfindet, welches System auf deine Gitarre passt.


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Einbau

Der Einbau gestaltet sich einfach. Wer einen Schrank aus der bekannten schwedischen Möbelkette zusammenbauen kann, vermag auch ein TronicalTune zu installieren. Der einzige Unterschied ist, dass hier alle Bauteile und Werkzeuge in ausreichender Stückzahl vorhanden sind…kleiner Scherz, nehmt‘s mir nicht krumm, liebe Wikinger. Zur Vorbereitung sei noch gesagt, dass ein sauberer Arbeitsplatz und eine kratz- und rutschfeste Unterlage Pflicht sind, gerade bei exklusiveren Instrumenten.

Anfangs entfernst Du die alten Saiten und säuberst deine Gitarre am besten gleich ausgiebig. Mit einem entsprechenden Ring-/Maulschlüssel löst Du nun die Überwurfmuttern der vorhandenen Stimmmechaniken. Die Größe des Schlüssels kann je nach Gitarren- bzw. Mechaniktyp variieren.

Wenn Du die Überwurfmuttern gelöst hast, kannst Du sie mit der Hand vollständig abschrauben und die komplette Stimmmechanik nach hinten herausnehmen. Gegebenenfalls musst Du noch die kleinen Kreuzschrauben lösen, mit denen manche Mechaniken von hinten befestigt sind. Die Schraublöcher werden später nicht mehr zu sehen sein.

Jetzt gilt es, die sechs »Robohead« genannten Stimmmechaniken einzubauen. Da alles nur in eine Richtung passt, sind diesbezüglich keine Probleme zu erwarten. Die neuen Überwurfmuttern solltest Du zu Anfang nur handfest anziehen und schauen, ob das System richtig sitzt. Wenn nichts übersteht oder großartig wackelt, ziehst Du die Überwurfmuttern nach Anleitung fest – nicht zu straff, sonst beschädigst Du die Elektronik. Es gibt in der Einbauanleitung auch eine Drehmomentangabe für alle, die es ganz korrekt machen wollen.

Praktisch: Das TronicalTune bietet eine spezielle Einstellung für das Aufziehen oder Entfernen von Saiten, eine Saitenkurbel ist nicht mehr nötig. Ich habe alles in allem knapp zehn Minuten gebraucht. Wer es nachweislich schneller schafft, darf mir ein Eis kaufen.

 

Los geht’s

Clever ist, wer vor dem Einbau des Systems den Akku geladen hat. Dann kann es auch direkt losgehen. Akku rein, Gerät anschalten, alle Saiten einmal anreißen und die Mechaniken sausen los. Die Schwingungen, die über den Hals übertragen werden, ermöglichen das punktgenaue Stimmen der Gitarre. Sogar die Eigenheiten der Gitarre lernt das System.

Es sind viele Stimmungen möglich, die schon ab Werk dabei sind. Darüber hinaus kannst Du eigene Stimmungen abspeichern und bei Bedarf laden. Alle Stimmungen geschahen in meinem Test mit unglaublicher Präzision, Hut ab.

Übersicht TronicalTune Review

PRO

  • Innovatives, schnelles, automatisches Stimmgerät
  • Vielfältige Stimmungen möglich
  • Keine Wartezeiten bei Gigs und Recording Sessions
  • Einfacher Einbau

CONTRA

  • Originale Stimmmechaniken müssen ausgebaut werden

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Fazit zum TronicalTune Test

Wer es leid ist, durch Nachstimmen vom Wesentlichen – dem Musizieren – abgelenkt zu werden, wird das TronicalTune lieben. Auch wenn Du live viele unterschiedliche Stimmungen nutzt. Dein Gitarren-Roadie wird dankbar sein, denn er muss nun nicht mehr zehn Gitarren hinter die Bühne buckeln, um alle Stimmungen kurzfristig parat zu haben.

Das TronicalTune hat meine Erwartungen übertroffen und ist meiner Meinung nach das Hilfsmittel des Jahres 2013/2014. Auch wenn es einen Kontrapunkt gibt, bin ich geneigt, die volle Punktzahl zu vergeben, da das System technisch einwandfrei funktioniert und konkurrenzlos ist.

Diese technische Innovation verdient Lob und Anerkennung. Vor allem, da der Entwickler alles selbst gemacht hat. Von der Idee bis zum fertigen Produkt. So stehen schließlich stolze fünf von fünf Punkten im TronicalTune Testbericht auf delamar zu Buche. Ich finde es klasse und werde noch eins kaufen.

Inhaltsverzeichnis // TronicalTune Test

  1. Was erwartet dich?
  2. Review
  3. Pro & Contra
  4. Fazit
  5. Wertung

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EXZELLENT

TronicalTune Testbericht am 07.02.2014

Produkt:      TronicalTune
Hersteller:  Tronical

Preis:  299,00 Euro
UVP:    355,81 Euro

Kurzfazit

Automatisch Gitarre stimmen leicht gemacht. Ein innovatives, flexibles Stimmsystem, nachzurüsten mit minimalem Aufwand und unwesentlicher Veränderung der Gitarrenoptik.

Für wen

Jeder Gitarrist, egal ob an der Stromgitarre oder einer Akustikklampfe.

Wichtige Merkmale
  • Gitarre stimmen, vollautomatisch
  • 12 Stimmungen ab Werk
  • 6 benutzerdefinierte Stimmungen
  • Multi-String und Single-String-Modus
  • Motorisiertes Saitenaufziehen und -entfernen
  • Stromversorgung per Lithium-Akku
  • Gewicht: 287 g
  • Inkl. Montage-Set, Akku-Ladegerät und Anleitung

 


Lesermeinungen (11)

zu 'TronicalTune Testbericht & Erfahrung: Die neue Art des Gitarrenstimmens?'

  • Renée Nee   07. Feb 2014   12:13 UhrAntworten

    Ein wenig Gehörbildung durch "händisches" Stimmen von Instrumenten allgemein ist allerdings auch keine schlechte Idee, nur mal so.

  • Wolfgang   07. Feb 2014   13:15 UhrAntworten

    Das händische Stimmen zu lernen ist sicherlich eine Pflichtübung, aber das Gerät ist ne feine Sache. Gerade wenn man dünne Saiten hat und sich das Ding während eines Auftritts verstimmt, einfach mal kurz drücken und schon passt alles wieder. Oder eben mal einfach die tiefe E-Saite auf D stimmen für einen Song, auf Knopfdruck, bringt ganz neue Möglichkeiten mit sich.

    Bei 300 Euro Kaufpreis wird das allerdings erstmal ein Traum bleiben müssen.

  • Erhobener Zeigefinger ;)   08. Feb 2014   12:18 UhrAntworten

    Kleiner Hinweis aus eigener Erfahrung:
    Besser ist es, leider nur bei einer Kopfplatte die 3+3 aufgeteilt ist, nur die Hälfte der Saiten zu entfernen und die Mechaniken zu lösen. Bei einer Strat-Style natürlich leider nicht möglich.Sonst kann man sich leider darauf einrichten, dass man bei vielen Gitarren danach den Hals neu ausrichten muss. Das nur als Hinweis für Anfänger, die sich nach dem kompletten Saitentausch darüber wundern, dass die Saitenlage verändert ist oder die Gitarre nicht mehr bundrein.

    Ich bin übrigens ansonsten ProAutotunning. Besitze selber einen GibsonRoboTuner welcher allerdings eher an Gadget ist. Denn man ist mit einem guten Tuner und dem manuellen einstellen schneller als der kleine E-Motor des RoboTuners.

    • Hirade   09. Feb 2014   12:48 UhrAntworten

      Besser wäre es, die Saitenspannung zu erhalten, oder wenigstens teilweise. Ich mache es aber - bei nicht lackierten Griffbrettern - immer komplett weg, reinige und öle das Griffbrett, und gut ist's. Bei allen anderen mache ich eine Saite nach der anderen.
      Dein Einwand oder Tipp wäre dann korrekt, wenn die Gitarre nicht gleich wieder bespannt würde, also wenn sie danach tagelang rumliegt, dann normalisiert sich der Hals wieder, was dann Nacharbeit beim frischen Bespannen mit sich bringt.

  • Henry   08. Feb 2014   21:33 UhrAntworten

    Hi
    Grundsätzlich stimm ich dir da zu. Allerdings kann man das Teil dann nicht montieren. Denn die Grundplatte geht über alle Löcher.

    Ist mir noch nicht untergekommen, dass sich beim Saitenwechsel der Hals verzieht. Vielleicht hatte ich bis jetzt immer Glück. Nur wenn man eine andere Saitenstärke aufzieht muss man das ggf. korrigieren.

    Du meinst vermutlich Oktavreinheit, die kann man für jede Saite korrigieren. Genauso wie die Saitenhöhe. Den die Bundreinheit wirst du nicht mehr korrigieren können. Dann hat die Gitarre aber noch nie gestimmt.(Das tut genau genommen keine Gitarre).

    Mich würde aber interessieren, welchen Tuner du hast. Ich hab den Polytune 2, der ist schon gut. Aber schneller bin ich damit nicht.

    Gruss
    Henry

  • Erhobener Zeigefinger ;)   09. Feb 2014   13:39 UhrAntworten

    @ Henry:
    Punkt für Dich. Natürlich meine ich die Oktavreinheit und nicht die Bundreinheit.
    Das Du noch nie Probleme mit einem verzogenen oder im besseren Fall nur verstellten Hals hattest, heißt entweder Du hattest immer Glück oder ich öfter Pech.
    Habe inzwischen auch gesehen das es nicht anders zu montieren ist. Dann muss man halt im Fall der Fälle danach den Hals neu ausrichten. Ich wollte auch nur darauf hinweisen, damit danach niemand überrascht ist.

    Der Gibson RoboTuner den ich hab, ist ein Stimmgerät mit integrierter elektrisch angetriebener Kurbel. Es funtioniert, aber ob man es wirklich braucht bezweifel ich.(Ist aber glaub ich schon mindestens seit 15 Jahren in meinem Besitz) Dagegen ist das Demo der neue ETunes auf Gibson Homepage schon beeindruckend.
    Die Möglichkeit schnell während der zwei Stücken automatisch zu stimmen oder sogar andere Tunings zu nutzen ist beeindruckend. Ob es die Praxis aushält und die Ansprüche erfüllt, wird es beweisen müssen.

    Gruss Marc

  • Guu   10. Feb 2014   14:30 UhrAntworten

    Habe mich schon einmal vor einem halben Jahr damit beschäftigt, weil es schon sehr interessant klang, was da angeboten wurde.
    Leider war man beim Support aber nicht in der Lage mir mitzuteilen, ob es an meiner Hagström Ultra Swede montierbar ist.
    Ansonsten,schönes Teil...

  • Henry   01. Apr 2014   22:36 UhrAntworten

    Hi Guu

    Sorry für die späte Rückmeldung.
    Schau mal unter der URL nach.
    Da gibt es ein Dokument, in dem ziemlich viele Gitarren aufgelistet sind, für die es bereits das Tronicaltune gibt:
    http://www.tronical.com/downloads/

    Wenn deine Gitarre da nicht gelistet wird, schrein die einfach noch mal an.
    Wenn sich genug Leute finden, dann machen die auch was. Die Jungs sind ständig dabei neue Grundplatten zu machen.

    Gruss
    Henry

  • Henry   01. Apr 2014   22:44 UhrAntworten

    Hi Marc

    Was hälst du von folgender Idee um das verziehen des Halses zu vermindern/verhindern.

    Ich mach das immer so, ich locker die Saiten sehr gleichmassig Morgens, bevor ich zur Arbeit geh. Das mach ich im übrigen auch, wenn ich mit meiner Gitarre auf Flugreisen gehe.
    Abends wechsel ich die Saiten komplett.
    Bis jetzt gabs da nie Stress.

    Ich frag auf jedenfall noch mal einen Gitarrenbauer. Das interessiert mich schon.

    Gruss
    Henry

  • Bert   27. Okt 2014   10:00 UhrAntworten

    Ich habe kürzlich mit Tronical telefoniert, da ich zwei meiner bestehenden Gitarren sowie meine nächste auf dieses System umrüsten möchte.
    Kompetente Auskünfte bekommen:
    Für eine der bestehenden und für die zukünftige Gitarre gibt es aktuell passende Systeme.
    In Sachen meiner modifizierten Höfner-Shorty (Bj. 1983) werde ich im kommenden Jahr dank einer Tronical-Weiterentwicklung den Wunsch realisiert bekommen ;-)

  • Thomas Schneider   02. Apr 2016   09:59 UhrAntworten

    Habe keine Erfahrung mit exakt diesem Produkt, der Tronical im Allgemeinen und den Robot I Tunern im Speziellen. Hat man ein Problem, steht man im Regen. Gibson interessiert sich mal gar nicht dafür. Nach nur 3 Jahren gingen die Robot I nacheinander kaputt. Tronical in Hamburg hat zwar für reichlich Geld den ersten Ersatz geschickt, aber die falsche Mechanik, nämlich rechts, statt links. Dann zurück und wieder warten. Zwei Wochen nach dem Tausch waren die nächsten beiden defekt. Un nun waren keine Ersatzteile mehr verfügbar. Fazit: Gitarre weg, nie wieder so einen unausgereiften Kram an Stellen wo er nicht hingehört. Virtuell oder mechanisch, aber Motor-Tuner: Nie wieder!! Denkt daran, dass ihr eure Gitarre vielleicht länger als 3 Jahre spielen wollt.

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