Townsend Labs Sphere L22 Test: Großmembran-Mikro + Plugin fĂŒr ausgeklĂŒgeltes Modeling in Stereo

Townsend Labs Sphere L22

Das Townsend Labs Sphere L22 Review - fĂŒr dich haben wir ein neuartiges, spannendes System zur Mikrofonierung mit Stereo-Mikro und Software zur Nachbearbeitung getestet ...

Was ist es?

Das Townsend Labs Sphere L22 ist eine Kombination aus Stereo-Mikrofon und Software, die den Sound der verschiedensten legendĂ€ren Studiomikrofon-Klassiker heraufbeschwört. Darunter sind Klangprofile von kaum noch oder nur zu horrenden Preisen erhĂ€ltlichen Mikros wie dem Neumann U47 mit VF14-Röhre oder dem AKG C12 – siehe Infokasten. Im Detail:

Hardware

Du bekommst ein Großmembran-Kondensatormikrofon mit zwei gegenĂŒberliegenden Kapseln, die jeweils in Nierencharakteristik aufzeichnen. Diese zwei Signale werden separat (via Kabelpeitsche) ausgegeben – echtes Stereo eben. Die technischen Daten findest Du ebenfalls im Infokasten.


Passend dazu


Software

Und dann ist da noch das hauseigene Plugin fĂŒr Windows & Mac OS, um nachtrĂ€glich oder »live« im Monitoring-Signal Mikrofonklassiker authentisch nachzubilden. Der Clou: Du kannst die Richtcharakteristika der nachgebildeten Mikros sehr frei verformen, den Nahbesprechungseffekt abschwĂ€chen/verstĂ€rken, die Position der virtuellen Schalquelle rotieren und vieles mehr. Hier nur einige Vorteile dieses Systems:

  • Verschiedene MikrofonklĂ€nge probehören, ohne die/den SĂ€nger(in) zu ermĂŒden
  • Akustisches Übersprechen, unerwĂŒnschte RaumfĂ€rbung & Co. reduzieren
  • Stereomischungen mit einem einzigen Mikrofon flexibel gestalten

Das Prinzip ist vergleichbar mit dem Reamping. Nur dass hier nicht andere GitarrenverstÀrker/EffektgerÀte bzw. unterschiedlichen Einstellungen an diesen, sondern Nachbildungen diverser Mikros genutzt werden.


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Townsend Labs Sphere L22 Testbericht

Lieferumfang und erster Eindruck

In einem kompakten schwarzen Koffer, der noch locker als HandgepÀck durchginge, finden alle Komponenten Platz:

  • Das Mikrofon
  • Die Mikrofonspinne
  • Ein Stativadapter
  • Die Kabelpeitsche (1 x XLR, 5-polig â–ș 2 x XLR 3-polig)
  • Ein SchlĂŒssel zum Abschließen des Koffers

Bestens verarbeitet zeigt sich dieses Mikrofon, vom festen Mikrofonkorb bis hin zur kratzresistenten OberflĂ€chenbeschichtung des Tubus‘. Es ist ziemlich wuchtig und mit 770 Gramm sehr schwer. Ein sehr stabiles Mikrofonstativ ist zu empfehlen, insbesondere bei der Überkopf-Mikrofonierung.

Die Mikrofonspinne macht einen guten Eindruck. Sie erinnert frappierend an die elastische Halterung aus dem Hause Neumann. Tritt- und anderen Körperschall mildert sie zuverlÀssig ab.

Die Kabelpeitsche und die Stativhalterung sind ebenfalls tadellos.

Das Mikrofon: Townsend Labs Sphere L22

Die Hardware im Townsend Labs Sphere L22 Test

Das Mikrofon – Ausstattung & Grundklang

Im Townsend Labs Sphere L22 Test haben wir es mit einem vollstĂ€ndig analogen Großmembran-Kondensatormikrofon zu tun. Wie jedes herkömmliche Mikrofon gibt es ein Signal mit Mikrofonpegel aus.

Nun, tatsĂ€chlich sind es zwei Signale: An Bord sind zwei gegenĂŒberliegende Kapseln (jeweils mit Nierencharakteristik), deren Signale Du separat abgreifen kannst. Nutze dazu die beiden dreipoligen XLR-Stecker an der mitgelieferten Kabelpeitsche.

Durch diese Einzelausgabe der Signale bekommst Du quasi zwei Mikrofone in einem. Dieser Aspekt allein rechtfertigt den Kaufpreis bereits ein gutes StĂŒck weit, aber der eigentliche Clou sind natĂŒrlich die ausgefeilten Möglichkeiten zur Bearbeitung der damit gemachten Stereoaufnahmen (siehe Software).

Grundrauschen

Das Eigenrauschen des Townsend Labs Sphere L22 liegt bei 7 dB(A) – ein sehr guter Wert, durch den auch die leisteten GerĂ€usche (zartes FlĂŒstern, Drum-Ambiente etc.) nicht ĂŒbertĂŒncht werden. Zudem können mehrere Aufnahmen im Mix parallel erklingen, ohne dass sich das Rauschen zu stark aufsummiert.

Maximaler Schalldruck

Du findest einen 3-Wege-Schalter zur VorabschwÀchung (»Pad«), wobei -10 oder -20 dB möglich sind. Hier ist der mit 140 dB spezifizierte maximale Schalldruck (bei -20 dB Pad) zu erwÀhnen. Dabei tritt eine gesamte harmonische Verzerrung von 0,5% THD zutage.

Das reicht auch fĂŒr die schalldruckstĂ€rksten Quellen in der Musikproduktion – allen voran Blasinstrumente oder Gitarren-/BassverstĂ€rker bzw. Combo-Amps.

Frequenzgang

Das Townsend Labs Sphere L22 weist einen sehr ruhig verlaufenden Frequenzgang ohne nennenswerte Anhebungen in bestimmten Frequenzbereichen. Das ist folgerichtig, denn eine neutrale Grundlage ist nun mal die beste Voraussetzung, um mit dem Plugin die Klangfarben diverser anderer Mikros nachzubilden.

Impulstreue

Beim Townsend Labs Sphere L22 klingen die Transienten von perkussiven KlĂ€ngen (z.B. dem Auftreffen des Schlegels einer Kick Drum auf dem Fell) recht zackig. Sie »verschwimmen« nicht ĂŒbergebĂŒhrlich fĂŒr die VerhĂ€ltnisse eines Großmembran-Kondensatormikrofons.

Auch das ist eine Voraussetzung fĂŒr eine hinreichend originalgetreue Nachbildung der Mikrofonklassiker. Allerdings wird die Akkuratesse eines guten bis sehr guten Kleinmembran-Kondensatormikrofons (wie dem hier modellierbaren AKG C451 B) bauartbedingt nicht erreicht.

Die Software: Das Plugin »Sphere« zum Townsend Labs Sphere L22 Test

Wirklich interessant wird es erst mit der 


Die Software – Hier spielt die Magie

Erst mit der Software unterstreicht das System Townsend Labs Sphere L22 seine Daseinsberechtigung. Es gibt zwei Versionen: »Sphere« und »Sphere 180«. Sie unterscheiden sich vor allem darin, dass Letztere den Stereo-Output des Mikrofons nicht zu einem Monosignal zusammenmischt – wunderbar vor allem fĂŒr die Aufnahme einer Akustikgitarre. Weitere Unterschiede folgen in den nĂ€chsten Unterkapiteln.

Es empfiehlt sich, den Sound schon beim Monitoring so hinzubiegen, wie er dir gefĂ€llt. Will heißen: Platziere das Plugin auf dem einem Kanal, den Du wĂ€hrend der Aufnahme per Kopfhörer abhören kannst. Sollen dabei keine spĂŒrbaren Verzögerungen entstehen, brauchst Du ein ausreichend flinkes Audio Interface, auch wenn das Plugin selbst nur eine sehr kleine Latenz fĂŒr die Signalverarbeitung verursacht. Hier ist etwa die Apollo-Serie zu nennen (siehe z.B. unser Universal Audio Apollo Twin USB MkII Test).

ZusĂ€tzlich kannst Du das vom Plugin bearbeitete Signal natĂŒrlich auch gleich aufnehmen. Nutze dazu das entsprechende Feature in der Mixer-Software deines Interfaces (abermals ist hier die Apollo-Serie zu erwĂ€hnen) bzw. deiner DAW-Software.

Die modellierten Mikrofone

Als ich diesen Townsend Labs Sphere 22 Test verfasst habe, standen zehn Mikrofonmodellierungen zur VerfĂŒgung (weitere sind bereits in Entwicklung):

  • Großmembran-Kondensatormikrofone
    • »LD-47« – Neumann U 47 (Exemplar mit K47-Kapsel und VF14-Röhre)
    • »LD-49« – Neumann M 49
    • »LD-67« – Neumann U 67 (Exemplar aus den Mitt-60er-Jahren)
    • »LD-87« – Neumann U 87
    • »LD-12« – AKG C12
    • »LD-251« – Telefunken ELA M 251
    • »LD-800« –Sony C-800G
  • Kleinmembran-Kondensatormikrofon
    • »SD-451« – AKG C451 B
  • Dynamisches Mikrofon
    • »DN-57« – Shure SM57
  • BĂ€ndchenmikrofon
    • »RB-4038« – Coles 4038

Dabei werden jeweils diese grundsÀtzlichen Klangaspekte nachgebildet:

Modellierte Mikrofone bei Townsend Labs Sphere L22

Diese und weitere Mikrofone werden von Townsend Labs Sphere L22 modelliert – und zwar in dieser GĂŒte 


Modellierungstreue

Die meisten Nachbildungen sind gut bis ausgezeichnet gelungen. Auch in den Ohren von Kollegen und befreundeten Produzenten/Recording Engineers klingen sie weitgehend authentisch.

Nun, zumindest betrifft das die Großmembran-Kondensatormikros. Da das Mikrofon des Townsend Labs Sphere L22 ist schließlich ein solches und so verwundert es nicht, dass praktisch alle entsprechenden Modellierungen ihren Originalen sehr nahekommen – die weichen Sibilanten des Neumann U 47, der luftig-funkelnde, aber nicht beißende Sound des AKG C12 und der allseits populĂ€re Edel-Allrounder Neumann U 87 sind sehr gut gelungen.

Nicht ganz so ĂŒberzeugend sind die dynamischen Mikros, also das Shure SM57 und das Coles 4038 – hier erscheint der Sound dann doch eher wie ein nur im Frequenzgang verformtes Kondensatormikrofon. Hier könnte der Hersteller noch Updates liefern, wir sind gespannt.

Richtcharakteristik, wie es dir beliebt

Prima: ZusĂ€tzlich zu den tatsĂ€chlich wĂ€hlbaren Richtcharakteristika der Originale stehen Zwischenstufen bereit – insgesamt sind es neun StĂŒck von Kugel ĂŒber Niere bis Acht. Falls Du unbedingt originalgetreu arbeiten willst, wĂ€hlst Du jeweils nur die grĂŒn eingefĂ€rbten Richtcharakteristika.

Off-Axis Correctionℱ

Die Nierencharakteristik eines Mikrofons gilt nur fĂŒr den Frequenzbereich von 1-2 kHz, bei tieferen und höheren Frequenzen tendiert es in Richtung Kugel- bzw. Achtercharakteristik. Die Empfindlichkeit fĂŒr solche Frequenzen ist dort also auch »off-axis« (im RĂŒcken der Haupteinsprechrichtung) gegeben. Das wĂŒrde man gar nicht vermuten, wenn man sich nur die vereinfachten, auf eine 1-kHz-Messung beschrĂ€nkten Polardiagramme in den HandbĂŒchern von Nierenmikrofonen anschaut.

Hier kommt eines der innovativsten und potentiell nĂŒtzlichsten Features der Townsend Labs Sphere L22 Software ins Spiel: »Off-Axis Correction«. Damit bestimmst Du ausschließlich fĂŒr den Off-Axis-Bereich eine andere Richtcharakteristik als die oben beim Mikrofonmodell gewĂ€hlte. Nutzt Du dabei eine Niere, gilt die Off-Axis-Unempfindlichkeit garantiert fĂŒr alle Frequenzbereiche, wodurch der reflektierte Schall von den WĂ€nden des Aufnahmeraums komplett ausgeblendet wird.

Polar Patterns & Co.: Townsend Labs Sphere L22 Test

Die Polaranzeige des Townsend Labs Sphere L22 ist a) sehr aussagekrÀftig und b) verdammt cool

Bei alledem kannst Du jedoch die Klangschattierungen ausnutzen, die durch PositionsĂ€nderungen im Einsprechbereich der Kapsel (»on-axis«) verursacht werden – je nach gewĂ€hlter Haupt-Richtcharakteristik. Alles in allem erschaffst Du hybride Mikrofone, die in einem deutlich stĂ€rkeren Maße raumunempfindlich sind, sich on-axis aber wie gewohnt verhalten. Stark!

FĂŒr stimmige Ergebnisse verstellst Du hier mit zwei Reglern a) die Entfernung zwischen Schallquelle und Mikrofon sowie b) die Entfernung zwischen Schallquelle und der reflektierenden Wand bzw. einer anderen, unerwĂŒnschten Schallquelle.

Filter nach Gusto

Auch bei den Filtern wurden die originalen Charakteristika (Frequenz, Flankensteilheit) reproduziert und grĂŒn eingefĂ€rbt. Hat das Original ĂŒberhaupt keinen Filter, steht hier trotzdem ein dreistufiger Schalter zur VerfĂŒgung, um tiefe Frequenzen nach Gusto abzuschwĂ€chen.

Interessant: Beim U 67 und U 87 hat man den Sound bei aktiviertem Pad-Schalter als mögliche Filtereinstellung miteinbezogen, denn dort hat die VorabschwÀchung auch eine Auswirkung auf den Klang.

Position der virtuellen Schallquelle

Folgerichtig: Da die Richtcharakteristika der Mikrofonklassiker modelliert wurden, lag es nah, mit dem »Axis«-Regler eine einfache Möglichkeit zur nachtrĂ€glichen Umpositionierung der virtuellen Schallquelle zu implementieren. So, als wĂŒrdest Du im Nachhinein wie von Geisterhand den Musiker aus einem anderen Winkel ins Mikrofon singen/spielen lassen.

Üblicherweise solltest Du hier nicht weiter als 45° abweichen. Die Software geht schließlich davon aus, dass beim Recording die empfohlene Einsprechrichtung (»on-axis«) beachtet wurde und in natura geriete ein derart starkes Abweichen bei Richtmikrofonen eigentlich immer unvorteilhaft (v.a. zu höhenarm). GeringfĂŒgige Abweichungen fĂŒr einen subtil matteren Sound sind indes ein probates Mittel.

Nahbesprechungseffekt

Der bei allen Mikrofonen mit Richtwirkung auftretende Nahbesprechungseffekt – ergo: bei allen Mikros außer jenen mit Kugelcharakteristik – kann mit dem Regler »Proximity« stufenlos intensiviert oder abgeschwĂ€cht werden. Das Ergebnis klingt ĂŒberraschend realistisch (auf der Herstellerwebsite gibt’s spannende Details zur dahintersteckenden Aufnahmetechnik). Auf der Suche nach optimalem Sound ist es daher lĂ€ngst nicht mehr so wichtig, sich bei der Positionierung vor dem Mikro dem natĂŒrlichen Nahbesprechungseffekt unterzuordnen.

Mit dem Regler »Prox EQ« kannst Du die von der Nah-/Fernbesprechung betroffene Frequenzregion zusÀtzlich verstÀrken/abschwÀchen. Das ist etwas »grobschlÀchtiger«, denn es funktioniert auch bei Mikrofonmodellen mit reiner Kugelcharakteristik.

So empfand ich die Kombination von »Proximity« mit »Prox EQ« oder die ausschließliche Nutzung von Ersterem als ideal. Zumindest dann, wenn es auf authentischen Stimmen- und Instrumentensound ankam.

Weitere Parameter zur Feinjustierung

Bei der Nutzung des Mono-Version des Plugins kannst den Mikrofonmodell 2 geringfĂŒgig verzögern oder frĂŒher erklingen lassen. Die maximale Abweichung entspricht einer um 2 cm weiter entfernten/nĂ€heren Positionierung. Unter UmstĂ€nden können die leichten Phasenauslöschungen, die daraus bei einer Mischung beider Mikrofonsignale resultieren, zu interessanten Sounds fĂŒhren. Im Zweifel solltest Du diesen Regler aber auf ±0 belassen.

NĂŒtzlicher finde ich da schon die Stereoverbreiterung der zweikanaligen Plugin-Version. Hier bewegst Du dich stufenlos von Mono zu 200% Stereo:

  • 0% – Mono, beide KanĂ€le in gleichen Anteilen gemischt, links und rechts identisch
  • 100% – Stereo in der ursprĂŒnglichen Form
  • 200% – Stereobreite verdoppelt (links: nur Mikrofonmodell 1, rechts: nur Modell 2)

Außerdem gibt es in der Mono-Version des Plugins noch einen Mix-Regler (Anteile von Mic 1 und 2 stufenlos mischen). In der Stereo-Version heißt der Regler »Pan« – in puncto MischverhĂ€ltnis macht er genau dasselbe, nur dass hier der Output dann entweder nur links oder nur rechts ist.

EinschÀtzung und Vergleich

Sollten die Beschreibungen der einzelnen Funktionen dich noch nicht vom Hocker gehauen haben, kann ich dir eins versichern: Die Kombination aller Werkzeuge ist einfach ein Fest. Sei es, um einfach einen in der Regel sehr authentischen Sound von Mikrofonklassiker X zu bekommen, oder Probleme mit der Raumakustik weitestgehend zu eliminieren.

Vor allem bei Stereo-In- und Output lĂ€sst sich der Sound toll transformieren: Mit zwei unterschiedlichen Mikrofonmodellen und sorgfĂ€ltigem Abschmecken von MischverhĂ€ltnis, Off-Axis Correction etc. wurden meine Ergebnisse stimmiger, musikalischer, lebendiger und transparenter. Ein Klangbeispiel sagt mehr als tausend Worte – hier folgt das in meinen Ohren beste, das ich fĂŒr den Townsend Labs Sphere L22 Test erstellen konnte und darunter findest Du einen Screenshot der Einstellungen im Plugin:

Ohne Bearbeitung

Mit dem Plugin des Townsend Labs Sphere L22

Einstellungen fĂŒr das Klangbeispiel im Townsend Labs Sphere L22 Review

Townsend Labs Sphere L22 vs. Slate Digital VMS

Ein Vergleich mit dem Slate Digital Virtual Microphone System (»VMS«) drĂ€ngt sich auf. Meine Gedanken dazu findest Du unten im Fazit und hier ist eine ĂŒbersichtliche Tabelle:

Townsend Labs Sphere L22Slate Digital VMS
Straßenpreis1.699,- Euro1.299,- Euro
Hardware
  • Großmembran-Kondensatormikrofon (Stereo)
  • Mikrofonspinne
  • Stativadapter
  • Großmembran-Kondensatormikrofon (Stereo)
  • VorverstĂ€rker
  • Mikrofonspinne
SoftwarePlugins fĂŒr Windows & Mac OS – VST, AAX, AU, RTAS / in je zwei Versionen (Mono vs. Stereo) erhĂ€ltlichPlugins fĂŒr Windows & Mac OS – VST2.4, VST3, AAX, AU / Kopierschutz-USB-Stick (»Dongle«) vom Typ iLok 2 nötig
Modelle
  • Großmembran-Kondensatormikrofone
    • Neumann U 47
    • Neumann M 49
    • Neumann U 67
    • Neumann U 87
    • AKG C12
    • Telefunken ELA M 251
    • Sony C-800G
  • Kleinmembran-Kondensatormikrofon
    • AKG C451 B
  • Dynamisches Mikrofon
    • Shure SM57
  • BĂ€ndchenmikrofon
    • Coles 4038
  • Großmembran-Kondensatormikrofone
    • Neumann U 47
    • Neumann M 269
    • Neumann U 67
    • AKG C12
    • Telefunken ELA M 251
    • Sony C-800G
    • Sony C-800M
  • [Hybride Eigenkreation] Dynamisches Mikrofon mit RöhrenverstĂ€rkung
    • Shure SM7 + Röhre des Neumann U 47
Features [Auszug]
  • Hardware (am Mikrofon)
    • Pad
    • Pegelkalibrierung
  • Software
    • 9 Richtcharakteristika fĂŒr alle Mikrofonmodelle
    • Separate Richtcharakteristik fĂŒr Off-Axis
    • Nahbesprechungseffekt justieren
    • Achsenverschiebung von 0 bis 90° justieren
    • Stereobreite, Phasenversatz etc. justieren
  • Hardware (am VorverstĂ€rker)
    • Phantomspeisung
    • Pad
    • Gain
    • PolaritĂ€t
  • Software
    • Zwei virtuelle Preamps fĂŒr SĂ€ttigung

Übersicht Townsend Labs Sphere L22 Review

PRO

  • Zwei Kapseln – Stereoaufnahmen mit einem Mikrofon möglich
  • Meist gelungene Mikrofonmodellierungen (v.a. Großmembran)
  • Software erlaubt herausragend flexible, glaubwĂŒrdige Nachbearbeitung
  • Gute Verarbeitung

CONTRA

  • Nachbildungen der dynamischen und Kleinmembran-Mikros könnten besser sein

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Fazit zum Townsend Labs Sphere L22 Test

Die Kombination aus Hardware und Software Townsend Labs Sphere L22 ermöglicht Stereo-Aufnahmen mit einem Mikrofon – allein das rechtfertigt schon eine große Portion des Preises, auch wenn in einigen Situationen ein »echtes« Stereo-Recording (mit zwei Mikrofonen, die ein paar Zentimeter weit voneinander entfernt sind) vorzuziehen ist. Außerdem sind mit der Software Nachbearbeitungen möglich, wie man sie in dieser FlexibilitĂ€t noch nicht kannte. Toll, wie sich die Raumakustik modellieren, der Nahbesprechungseffekt ĂŒberzeugend verstĂ€rken/abschwĂ€chen lĂ€sst und mehr.

FĂŒr viele wird aber auch die ĂŒberwiegend getreue QualitĂ€t der Modellierungen diverser legendĂ€rer Mikrofone das vornehmliche Kaufkriterium sein. Die Großmembran-Kondensatormikrofone sind im Großen und Ganzen sehr authentisch, was den Frequenzgang und die Sibilanten sowie die Transienten betrifft. Nicht ganz so gut erscheinen hingegen die Nachbildungen der dynamischen Mics – hier schimmert mir immer noch der Kondensatorcharakter etwas zu stark durch. Dies ist denn auch mein einziger Kritikpunkt.

Das Slate Digital Virtual Microphone System ist ebenfalls recht attraktiv, keine Frage. Es bietet eine vergleichbare Anzahl von Àhnlich gut gelungenen Mikrofonmodellierungen, zudem wird ein sauber arbeitender MikrofonvorverstÀrker mitgeliefert. Auch kostet es deutlich weniger.

Ich finde das Angebot von Townsend Labs dennoch spannender – Stereo-Recording und vor allem die wegbereitende Software sind starke Argumente. Kurzum: Das Townsend Labs Sphere L22 ist besser, wenn Du 


  • Mit einem Mikrofon Stereoaufnahmen machen (z.B. Akustikgitarren) willst
  • Schon einen guten, halbwegs neutralen VorverstĂ€rker hast, ob eigenstĂ€ndig oder als Teil von Audio Interface, Mischpult & Co.
  • Viel mehr Kontrolle ĂŒber den Sound wĂŒnschst – inklusive Richtcharakteristik(-korrektur), Achsenverschiebung, Mischung zweier Mikrofonmodellierungen etc.

Alles in allem gebe ich daher sehr gute viereinhalb von fĂŒnf Punkten im Townsend Labs Sphere L22 Test auf delamar.

Inhaltsverzeichnis // Townsend Labs Sphere L22 Test

  1. Was erwartet dich?
  2. Review
  3. Pro & Contra
  4. Fazit
  5. Wertung

SEHR GUT

Townsend Labs Sphere L22 am 05.09.2017

Produkt:      Townsend Labs Sphere L22
Hersteller:  Townsend Labs

Preis:  1.699,00 Euro
UVP:    2.022,00 Euro

Kurzfazit

Stereo-Großmembran-Kondensatormikrofon mit Software zur Simulation legendĂ€rer Studiomikrofone, Raumakustik-Korrektur und mehr. Hier bekommst Du ein gutes Stereo-Mikrofon – zwei gegenĂŒberliegende Membranen mit Nierencharakteristik –, doch die eigentliche Magie findet in der Software statt. Sie umfasst grĂ¶ĂŸtenteils ĂŒberzeugende Modellierungen von legendĂ€ren Klassikern (gerade die Großmembraner sind gut getroffen) plus Möglichkeiten zur Anpassung des Nahbesprechungseffekts, zur Verschmelzung der Richtcharakteristika und mehr. Das gab es so noch nicht und macht das Gesamtpaket sehr attraktiv. Eine starke Alternative zum Slate Digital VMS mit Vorsprung in vielen Aspekten.

FĂŒr wen

Fortgeschrittene Musiker und Produzenten, die ein gutes Großmembran-Mikrofon suchen, um Vocals oder Instrumente (in Stereo) ausgeklĂŒgelt aufzunehmen – ggf. im Sound diverser Klassiker.

Wichtige Merkmale
  • Großmembran-Kondensatormikrofon mit Stereo-Output + Plugin fĂŒr Windows & Mac OS
  • Mikrofon
    • Doppelkapsel (gegenĂŒberliegend, jeweils mit Nierencharakteristik)
    • Empfindlichkeit: 22 mV/Pa
    • VordĂ€mpfung zuschaltbar (-10 oder -20 dB)
    • Max. Schalldruck: 140 dB SPL @ 0,5% THD (mit -20 dB Pad)
    • Eigenrauschen: 7 dB(A)
    • Impedanz: 200 Ω
    • Anschluss: XLR, 5-polig
    • Maße: 225 x 63 mm
    • Gewicht: 770 g
  • Plugin
    • Nativ (AAX, VST2, VST3, AU) oder als UAD-Plugin
    • KlĂ€ngen seltener, legendĂ€rer Mikrofonklassiker nachbilden
    • Bei zwei Mikrofonmodellen deren MischverhĂ€ltnis wĂ€hlen
    • Richtcharakteristika frei wĂ€hlen, kombinieren und formen
    • Nahbesprechungseffekt justieren
    • Achsenverschiebung von 0 bis 90° justieren
    • Stereobreite, Phasenversatz etc. justieren
  • Lieferumfang
    • Townsend Labs Sphere L22
    • Mikrofonspinne
    • Stativhalterung
    • Kabelpeitsche (XLR 5-polig â–ș 2 x XLR 3-polig)
    • Staubschutzbeutel
    • Koffer
Lesermeinungen (4)

zu 'Townsend Labs Sphere L22 Test: Großmembran-Mikro + Plugin fĂŒr ausgeklĂŒgeltes Modeling in Stereo'

  • Simon Tanner   05. Sep 2017   08:38 UhrAntworten

    Sehr gutes System. I mag vor allem die Sphere L22 eigenen Presets am meisten!

  • Andreas Franke   05. Sep 2017   08:48 UhrAntworten

    So, und nun noch einen solchen Test von Slate Digitals VMS. Da gibt es ja Groß- und Kleinmembran Mikrofon. Das wĂ€r perfekt.

  • Patrick   13. Sep 2017   14:34 UhrAntworten

    Wie schaut's eigentlich aus mit Klangbeispielen? Kommt da noch was in absehbarer Zeit? ;-)

    • Felix Baarß (delamar)   13. Sep 2017   15:36 UhrAntworten

      Hallo Patrick,

      das schönste, aussagekrÀftigste mit der Gitarrenaufnahme ist ja schon drin - siehe Kapitel »EinschÀtzung und Vergleich«.

      Ein paar, wo einige der unterschiedlichen Mikrofonmodellierungen zu hören sind, fehlen allerdings noch, stimmt. Reiche ich demnÀchst nach ... sorry, ist mir beim Einpflegen durch die Lappen gegangen.

      Gruß,
      Felix

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