SSL SiX Test: 6-Kanal-Desktop-Mixer

SSL SiX Test

Das SSL SiX ist ein hochwertiger 6-Kanal-Desktop-Mischer

Was ist es?

Wie der SSL SiX Test zeigen wird, handelt es sich um ein kompaktes und qualitativ hochwertiges Mischpult. Der Funktionsumfang ist größer als es der erste Eindruck vermuten lässt. Zunächst einmal muss angemerkt werden, dass alle Ein- und Ausgänge (bis auf den Kopfhörer-Output) symmetrisch aufgebaut sind.

Der 6-kanalige Desktop-Mischer bietet auf der Oberfläche zwölf Eingänge – wenn Du den Talk Input berücksichtigst sogar 13. Darunter befinden sich zwei erstklassige Monokanäle mit den sogenannten SuperAnalogue Mic Preamps.


Passend dazu


Auch ausgangsseitig ist das SSL SiX auf Vielseitigkeit ausgelegt: auf der Rückseite findest Du alle Ausgänge. Alle? Nein! Denn der Kopfhörer Output befindet sich erwartungsgemäß auf der Oberseite bei den Inputs – aus praktischen Gründen.

Insgesamt zwölf Ausgänge können – ohne zusätzliches Zubehör – für verschiedene Routings und Monitoring-Situationen belegt werden. Für den Einsatz externer Geräte wie zum Beispiel (Insert-)Effekte stehen zudem noch zwei Sub-D-25-Pol-Anschlüsse bereit –einer für die Sends und einer für die Returns. Jedoch befindet sich im Lieferumfang kein passendes Kabel, das musst Du gesondert kaufen.

Alles Ausgänge findest Du auf der Rückseite

Alles Ausgänge findest Du auf der Rückseite

SSL SiX Features

  • 6-Kanal-Mischpult
  • 2 Monokanäle mit SuperAnalogue Preamps
  • 2 Kanal Kompressoren & einen Bus-Kompressor aus der G-Serie
  • 2 2-Band-EQs der E-Serie

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Solid State Logic SSL SiX Testbericht

Erster Eindruck vom SSL SiX

Wie für eine SSL-Konsole erwartet, ist die Verarbeitung top. Alles fühlt sich wertig und robust an: Die Fader sind leichtgängig, die Potis rasten an den richtigen Stellen ein und die Knöpfe sind ausreichend groß, damit man nicht aus Versehen falsch drückt.

Wer seinen Desktop Mixer im Tisch versenken möchte oder im Rack installieren möchte, darf das gerne. Dafür musst Du lediglich die Seitenteile abmontieren und die optional erhältlichen Halterungen anbringen. Auch hier wurde an die kleinen Feinheiten gedacht. Denn die Outputs auf der Rückseite sind zusätzlich nach innen ins Gehäuse eingerückt. Damit hast Du bei der Verkabelung deines eingebauten Mischpults leichtes Spiel, und dein Tisch bleibt weitestgehend vom Kabelsalat verschont.

Die Anordnung aller Regler ist auf den ersten Blick überwältigend. Nach einer Einarbeitungszeit offenbart sich die Ordnung dahinter.

Die Anordnung aller Regler ist auf den ersten Blick überwältigend. Nach einer Einarbeitungszeit offenbart sich die Ordnung dahinter.

Die Monokanäle haben es in sich

Eingangsseitig bilden die beiden identisch aufgebauten Monokanäle das Herzstück des SSL SiX. Oben findest Du einen XLR-Input sowie einen 6,3-mm-Klinkeneingang. Das hat beim SSL SiX gegenüber der sonst so gern verbauten Combobuchse einen praktischen Vorteil. Du kannst nämlich sowohl die XLR-Buchse als auch die Klinkenbuchse verwenden und regelst die Aktivität des Eingangssignals via des Line- oder Hi-Z-Knopfs. Das spart eine Menge Zeit und bietet dir einen besseren Workflow bei Recording-Sessions, da Du zum Beispiel nicht permanent mit dem Umstecken deines Line-Instruments und Mikrofon beschäftigt bist.

Direkt unterhalb der XLR-Buchse findest Du außerdem die Knöpfe für 48-V-Phantom-Power sowie ein zuschaltbares Trittschall- bzw- High-Pass-Filter, das tieffrequente Signalanteile unterhalb von 75 Hz cuttet.

Preamp und Kompressor

Mit dem Gain-Regler des Preamps kannst Du Mikrofonsignale bis zu 72 dB vorverstärken. Zudem findest Du direkt daneben den Regler des Kompressors der aktiviert werden kann und mittels drei LEDs in Ampelfarben seinen Einsatz anzeigt.

Der Kompressor bietet lediglich einen Threshold-Regler. Die Attack-Zeit liegt signalabhängig zwischen 8 ms und 30 ms, die Release-Zeit bei ca. 300 ms. Auch die Ratio von 2:1 ist fest eingestellt, während Auto-Make-Up das komprimierte, in der Lautstärke reduzierte Signal wieder anhebt. Das Ergebnis kann sich definitiv hören lassen – und von subtilen bis hörbaren Ergebnissen ist alles dabei.

Mit dem richtigen Routing kannst Du sogar ohne Zusatzgeräte eine sogenannte parallele Kompression erzeugen. Insbesondere mit Drums und Vocals lassen sich hier schöne Ergebnisse erzielen, die das Signal im Mix extrem druckvoll und durchsetzungsfähig machen.

Lies auch: Kompressor einstellen Tutorial

Einfache Klangregelung

Der zuschaltbare 2-Band-EQ bietet feste Centerfrequenzen die in der Charakteristik – von Shelf auf Bell – umgeschaltet werden können. Hier hätte ich mir bei einem UVP von knapp 1.600 Euro – in Form eines 3-bandigen parametrischen EQs – etwas mehr Flexibilität gewünscht.

Angelehnt ist der EQ übrigens an die klassische SSL-E-Serie. Der 2-Band-EQ bietet bis zu vier sehr gut aufeinander abgestimmte Centerfrequenzen. Damit ist er doch vielseitiger als zunächst vermutet. Die Centerfrequenzen sind bei LF auf 60 Hz (Kuhschwanz / Shelving) und auf 200 Hz (Glocke / Bell) eingestellt. Und bei HF regelt man 3,5 kHz (Kuhschwanz / Shelving) sowie 5 kHz (Glocke / Bell). Der Regelbereich beider Filter liegt bei großzügigen ±15 dB.

Stereokanäle beim SSL SiX Test

Die beiden Stereokanäle können es nicht mit den Monokanälen aufnehmen. Hier kannst Du lediglich das Signal einpegeln, die Lautstärke regeln und die Cues sowie den „Bus B“ nutzen. Weder EQ noch Kanal-Kompressor stehen zur Verfügung.

Je nach Anwendungszweck ist das nicht weiter schlimm. Als Podcaster und Vlogger würde ich die Stereokanäle nur für Zuspieler nutzen.

Im Studio würde ich das SSL SiX hauptsächlich wie einen doppelten Channelstrip nutzen. Die hauptsächliche Nachbearbeitung findet dann in der DAW statt. Daher ist mir ein sauberes Signal für diesen Einsatzzweck am wichtigsten. Und das erhältst Du mit dem SSL SiX zweifelsohne.

Wobei: Für Kompression kannst Du bei Bedarf den G-Bus-Kompressor einsetzen. Hierbei musst Du aber darauf achten, dass sich nicht die Signale der anderen Kanäle hinzugesellen, da diese sonst ebenfalls komprimiert werden.

Bildstrecke

Wieviel Routing darfs denn sein?

Neben den beiden Cue/Sends kannst Du zusätzlich zum Main Mix noch einen „Bus B“ nutzen. Aktivieren kannst Du den „Bus B“ übrigens via der Mute-Knöpfe in den einzelnen Kanalzügen. Diese verschiedenen Routing-Möglichkeiten eröffnen zum Beispiel verschieden abgestimmte Mixes, sodass beim Monitoring drei verschiedene Mischungen parallel möglich sind.

Die Cues 1 und 2 in den Mono-Kanälen ermöglichen es dir sogar die beiden Signale im Stereopanorama zu platzieren. So erhältst Du im Handumdrehen einen aufgeräumten Monitor-Mix.

HIer siehst Du ein mögliches Setup für Live-Veranstaltungen

HIer siehst Du ein mögliches Setup für Live-Veranstaltungen

Der Kopfhörerausgang entspricht standardgemäß dem Mix des Monitorausgangs. Er kann aber auch je nach Bedarf den Cues zugeordnet werden.

Der Monitorausgang ist zwei Stereo-Klinken-Ausgängen zugeordnet. Die Funktionen für das Monitoring sind mit Cut-, Dim- und Mono-Knopf komfortabel und praxistauglich.

Talkback oder dritter Monokanal?

Der Mikro-Eingang des Talk Inputs bietet 42 dB Gain und einen zuschaltbaren LMC (Listen Mic Compressor). Auch hier findest Du die Möglichkeit 48-V-Phantom-Power für Kondensatormikros zu aktivieren.

Das eröffnet dir neben der reinen Talkback-Funktion einen dritten, abgespeckten Mikrofonkanal.

Den Routingmöglichkeiten sind fast keine Grenzen gesetzt: Hier siehst Du ein Beispiel-Setup einer Musikproduktion.

Den Routingmöglichkeiten sind fast keine Grenzen gesetzt: Hier siehst Du ein Beispiel-Setup einer Musikproduktion.

Kontrolle ist gut …

Die Mono- und Stereokanäle sowie der Main-Out sind mit leichtgängigen 100-mm-Fader und Signal-LEDs ausgestattet. Zusätzlich findest Du auf der Oberfläche des Mixers eine Vielzahl an Potis und Knöpfen sowie zahlreiche Status-LEDs – diese sind trotz der Menge übersichtlich angeordnet und beschriftet.

Und damit Du alle Signale perfekt im Blick hast, findest Du in jedem Kanal acht Ampel-LEDs. In den Stereokanälen werden übrigens der rechte und linke Kanal separat angezeigt.

Mittels PFL (Pre Fader Listening) kannst Du das Eingangssignal perfekt und noch höher aufgelöst beim Einpegeln überprüfen. Das Signal wird dann nämlich auf die Master LEDs geleitet, die ganze zwölf Dynamikstufen anzeigt und nicht nur die Acht der Kanal-LEDs.

Lies auch: Pre-Fader Listening am Mischpult erklärt

Praxis im SSL SiX Test

Zudem findest Du über die ganze Oberfläche des SSL SiX verteilt noch Status-LEDs. So siehst Du auf den ersten Blick ob Kompressor, EQ, Cues, PFL, Mute, Insert, Phantom-Power und weitere Funktionen aktiviert sind.

Ich muss zugeben, dass mich der erste Blick auf die Oberfläche erstmal überfordert hat. So viele Regler auf so kleinem Raum. Dann aber habe ich mir einen Überblick verschafft, indem ich Sektion für Sektion verglichen habe; und siehe da, plötzlich wirkt alles überraschend geordnet – zumindest für mich ;-)

Was mir sehr gut gefällt ist die farbliche Kennzeichnung der Potis. Das mag für viele ein unscheinbares Detail sein aber ich finde es gut, wenn ich mich nach Farben orientieren kann. Im Falle des SSL SiX weiß ich somit sofort, dass ich bei den roten Potis gezielt den Gain regle, während Schwarz und Pink den Klang regeln. Und in grün werden mir die Potis der Kompressoren angezeigt. Manchmal sind es die unscheinbaren Dinge, die einen glücklich machen.

Übersicht Solid State Logic SSL SiX Review

PRO

  • Übersichtliches Oberflächendesign
  • Absolut professioneller Klang
  • Top Verarbeitung
  • Zahlreiche Routingoptionen

CONTRA

  • Magere Ausstattung der Stereokanäle

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Fazit zum Solid State Logic SSL SiX Test

Die Einsatzmöglichkeiten des SSL SiX sind vielfältig. Egal ob als kompakter Desktop Mischer oder als üppig ausgestatteter Stereo-Channelstrip kann es topverarbeitet auf vielen Ebenen punkten.

Der Klang ist kompromisslos gut und das Design ermöglicht einen Workflow, der das Pult nach näherem Kennenlernen einfach bedienen lässt. Sowohl Kompressor als auch EQ überzeugen in der Praxis und können den Klang sowohl subtil als auch färbend beeinflussen.

Der geringere Funktionsumfang der Stereokanäle gegenüber den Monokanälen kann den positiven Gesamteindruck nur minimal trüben. Dennoch gibt es hierfür einen halben Stern Abzug.

Sowohl professionelle als auch ambitionierte Musikproduzenten, Singer-/Songwriter, Vlogger, Podcaster oder sonstige Musiker erhalten mit dem SSL SiX ein sehr gutes Mischpult für beste Ergebnisse. Daher gibt es eine ebenso sehr gute Wertung im SSL SiX Test.

Inhaltsverzeichnis // Solid State Logic SSL SiX Test

  1. Was erwartet dich?
  2. Review
  3. Pro & Contra
  4. Fazit
  5. Wertung

SEHR GUT

Solid State Logic SSL SiX am 24.09.2019

Produkt:      Solid State Logic SSL SiX
Hersteller:  Solid State Logic SSL

Preis:  1.399,00 Euro
UVP:    1.579,00 Euro

Kurzfazit

Absolut professionelles 6-Kanal-Mischpult. Klang, Verarbeitung sowie Flexibilität sind kompromisslos super. In Anbetracht der Professionalität und dem durchdachten Design kann man auch die fehlenden Klangbearbeitungsfunktionen in den Stereokanälen verschmerzen. Die Farbgebung der einzelnen Regler und LEDs ermöglicht nach einer kurzen Einarbeitungszeit ein sicheres „Zugreifen“ und bietet dadurch einen optimalen Workflow.

Für wen

Singer-/Songwriter, Produzenten, Musiker, Podcaster und Vlogger

Wichtige Merkmale
  • 12 Eingänge zum Mix
  • 6 Kanäle (2 Mono, 2 Stereo)
  • 2 x 2-Band-EQ mit schaltbarer Charakteristik
  • 2 x Kompressor mit Threshold-Poti und Ampel-LED
  • SSL G-Kompressor mit Threshold/Make Up Gain und LED Kette im Master Bus
  • 2 x SuperAnalogue Mic Preamps mit +48 V/75 Hz HPF
  • 100 mm Fader
  • Mono Inserts in den Kanälen
  • Stereo Insert im Master Bus
  • Symmetrische Signalführung
  • Symmetrische XLR- und Klinken-Buchsen für Master & Bus B
  • Leistungsaufnahme: 38 W (externes Netzteil)
  • Maße: 120 x 270 x 310 mm
  • Gewicht: 3,5 kg

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