SSL BiG SiX Test
Kompaktmischpult mit Recording Interface

SSL BiG SiX Test

Das Kompaktmischpult mit Recording Interface im SSL BiG SiX Test.

Was ist es?

Das SSL BiG SiX ist ein analoges Mischpult mit integriertem USB Audio Interface, das sich für kleinere Projekt- und Homestudios eignet, die keine Kompromisse machen möchten. Ambitionierte Studioaufnahmen, professionelle Post-Production, Abmischungen von Konzerten oder anderen Bühnen, Podcasting und vieles mehr sind hiermit möglich. Bis zu 18 Kanäle kannst Du mit diesem Mischpult summieren.

Ein besonderer Leckerbissen dürfte das USB Audio Interface mit 16 Kanälen sein, das mit 96khz bei 24 Bit Auflösung arbeiten kann (USB2 mit USB-C Buchse). Die Wandlung lässt sich bei der Aufnahme Pre- oder Post-Fader aufnehmen. Für die Abmischung kannst Du die USB Returns per Tastendruck auf die einzelnen Kanäle routen.

Der Desktop-Mischer selber verfügt über je vier Mono- und Stereokanäle (insgesamt 12 physische Eingänge). Der G-Series Bus Compressor ist zwar etwas abgespeckt, Dynamik- und EQ-Schaltungen enstammen der legendären 4000E Pultserie. Bei Bedarf lassen sich mehrere Pulte über den symmetrischen Insert im Mix Bus verketten.

5 Features im SSL BiG SiX Test

  • SSL SuperAnalogue Audio Design
  • 12 Kanäle (4 Mono, 4 Stereo/Dual Mono)
  • 16-Kanal 96kHz/24bit Audio Interface & AD/DA Wandler
  • SSL G-Series Bus Compressor (vereinfachte Version)
  • Flexibler Workflow

Der SSL BiG SiX ist der große Bruder des SSL SiX, der rein analog aufgebaut ist.


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SSL BiG SiX Testbericht

Erster Eindruck

Wer schon einmal an einer großen SSL-Konsole gesessen hat, weiß um die robuste Verarbeitung dieser. Und mit dem SSL BiG SiX knüpft der Hersteller an eben jene an. Jeder Knopf, jeder Regler, die Fader und auch die Buchsen sind erstklassig verarbeitet und sitzen fast schon felsenfest. Was die Verarbeitung angeht, lässt der Hersteller nichts anbrennen.

Das analoge Mischpult kommt für seine Funktionalität zwar kompakt daher, die Breite ist dennoch volle 19″. Optional erhältliche Rackohren können die beiden Kunststoffseiten ersetzen und dienen zum Einbau in ein entsprechendes Rack. Sehr clever für den Einbau gelöst ist der tief eingelassene Bereich für die Anschlüsse auf der Rückseite. Zwar ist das etwas ungemütlich für die Arbeit auf dem Schreibtisch, doch im Rack können alle Kabel bestens untergebracht werden.

Die Vertiefung schützt zudem davor, den Ein-Aus-Schalter versehentlich zu bedienen und alle Kabel sind gut geschützt vor versehentlichen Stößen.

SSL BiG SiX Test

Die Anschlüsse auf der Rückseite des SSL BiG SiX.

Anschlüsse am SSL Big SiX

Die Anschlüsse für Ein- und Ausgänge sind aufgeteilt zwischen der Oberseite und der Rückseite. So befinden sich die vier Mikrofoneingänge mit XLR-Buchse auf der Oberseite. Ebenso der Anschluss für das Talkback-Mikrofon, die vier Klinkenbuchsen für externe Inputs sowie die beiden unabhängigen Kopfhörerausgänge. So sind diese wichtigen Anschlüsse immer gut erreichbar.

Auf der Rückseite befinden sich dann nur noch Klinkenbuchsen für die Line-Pegel-Eingänge und -Ausgänge, einschließlich der Hauptbus-Ausgänge, Input-Sends und -Returns.

Was Mischpult kann

Die ersten vier Kanäle sind in mono ausgelegt und verfügen über denselben hochwertigen Mikrofonvorverstärker, den der Hersteller schon im kleinen Bruder SiX verbaut hatte. In diesen Kanalzügen steht weiterhin ein Kompressor mit einem Regler für den Threshold zur Verfügung, der über einen Knopf wahlweise eingeschaltet wird. Eine LED-Anzeige mit drei Farben gibt Auskunft über die Tätigkeit des Kompressors.

Der Kompressor ist bei den vier Stereokanälen nicht zu finden.

Die Fader sind bei allen Kanälen gleich und gehen leicht. Jeder Kanal verfügt beim SSL BiG SiX über einen Schalter für die Polarität und einen 3-Band-EQ. Der Equalizer für die Stereokanäle ist etwas vereinfacht, so kann man die Bell-Funktionalität nur bei den Monokanälen nutzen. Alle EQs haben eine festgelegte Mittenfrequenz.

Dass die Stereokanäle im Gegensatz zum kleineren Bruder einen EQ mitbringen, ist sehr zu begrüßen. Damit können nun auch Live-Quellen und Stems beim Abmischen mit dem EQ bearbeitet werden.

Layout des analogen Mischpults

Das Layout bei diesem Mixer ist gelungen. Das Arbeiten gestaltet sich sehr ergonomisch, da jeder Bereich klar abgegrenzt ist und zudem die Drehregler unterschiedliche Farbgebung haben, was das Zurechtfinden vereinfacht.

Die Reihenfolge der Signalverarbeitung ist festgelegt: Der Eingang mündet in den EQ, dann geht es in den Kompressor und schließlich geht es zum Insert.

SSL BiG SiX Test

Das Mischpult verfügt über zwölf Kanäle (Vier Mono, Vier Stereo/Dual Mono).

Master-Sektion beim SSL BiG SiX

Auch hier hat es einige Verbesserungen gegenüber des kleinen Bruders gegeben. So kann dem Bus Compressor nun ein Auto-Release zugeschaltet werden. Außerdem bietet das Mischpult einen zweiten Kopfhöreranschluss, der unabhängig vom ersten geschaltet wird.

Auf die Kopfhörerausgänge können entweder Cue 1, Cue 2 oder der Hauptmonitor-Bus gegeben werden. Beide Ausgänge haben genügend Saft, um jeglichen Kopfhörer laut genug zu bedienen.

Überhaupt macht die Master-Sektion einen aufgeräumten Eindruck, so dass sich der Nutzer sehr schnell zurechtfinden wird.

USB Audio Interface

Wenn ich mir eine Sache beim kleinen Bruder gewünscht hätte, dann wäre es das USB Audio Interface. Der britische Hersteller hat das offenbar häufiger gehört, denn im SSL BiG SiX ist ein solches jetzt drin verbaut. Zwar ist das Mischpult analog aufgebaut, doch lassen sich jetzt auch diverse Funktionalitäten über USB nutzen – 16 Kanäle stehen hier eingangs- und ausgangsseitig zur Verfügung.

An meinem Mac war eine Treibersoftware nicht notwendig, da das Mischpult Class Compliant arbeitet. Für Windows steht ein entsprechender Treiber zum Download zur Verfügung.

Die ersten zwölf Eingänge zur Aufnahme in den Computer werden von den vier Mono- und vier Stereo-Eingangskanälen abgegriffen. Das Signal wird dabei immer nach EQ, Kompressor und Insert gewandelt. Ein Knopf mit der Aufschrift USB Out Post entscheidet darüber, ob das Signal vor oder nach dem Fader gewandelt werden sollte.

Das ist eine großartige Idee, da Du so einen Monitor-Mix auf dem Mischpult anlegen kannst, die Signale aber mit optimalem Gain in den Rechner schickst. Möchtest Du hingegen beim Abmischen einen Fader manuell für eine Automation nutzen, so kannst Du auch diese aufnehmen.

Weitere Möglichkeiten über USB

In der Master-Sektion gibt es noch eine weitere interessante Funktionalität. Der Schalter CUE 1 TO USB 9/10 ersetzt die Stereo-Kanal-USB-Sends an USB 9/10 durch den Ausgang des Stereo-Cue-1-Masters und analog dazu kannst Du USB 11/12 durch den Cue-2-Master ersetzen. Falls Du die beiden Cues nicht für unterschiedliche Monitor-Mixe brauchst, könntest Du damit beispielsweise nutzen, um den Talkback-Eingang aufzunehmen.

Die USB-Eingänge 13/14 und 15/16 sind fest verschaltet. Der eine für den Bus-B-Master, der andere für den Master-Ausgang des SSL BiG SiX. In beiden Fällen geschieht dies nach dem Fader.

Zwar kannst Du auch die zwei externen Quellen aufnehmen – aber diese werden immer nur in Summe mit den Cues ausgegeben. Eine Aufnahme der vier zusätzlichen Line-Pegel-Eingänge könnte also nur funktionieren, wenn Du keinerlei Monitor-Mix benötigst.

SSL BiG SiX Test

Das SSL BiG SiX ermöglicht mit seinen Features einen flexiblen Workflow.

DAW extern summieren

Wenn Du deine Musik statt im Audiorechner lieber im SSL BiG SiX abmischen möchtest, steht dafür bei jedem Kanal eine Taste „From USB“ bereit. Drückst Du diese, kommt das Signal vom Rechner und nicht mehr vom analogen Eingang. Die letzten vier USB-Ausgänge, die Du in deiner Musiksoftware vorfindest, werden auf die beiden Stereo-Ext-In-Wege geroutet.

Diese sind vermutlich auch die beste Wahl, um den Systemsound von deinem Rechner in das Mischpult zu bekommen – beispielsweise bei der Aufnahme von Podcasts.

Die verbauten Wandler sind dieselben aus den Live-Konsolen des Hersteller aus dem Premium-Segment. Der Dynamikbereich liegt hier bei 117 dB (A-gewichtet). 24 Bit und 96 kHz Auflösung kannst Du bei vollem Funktionsumfang des Mischpults nutzen.

In der Praxis mit dem SSL BiG SiX

Unter dem Strich ergeben sich sehr viele Einsatzmöglichkeiten für das neue Gerät im Lineup des britischen Herstellers. Auf der Bühne könntest Du mit den Mikrofoneingängen vier Rapper gleichzeitig aufnehmen und dabei das Playback aus dem Computer spielen lassen und die einzelnen Spuren sowie die Summe simultan aufnehmen. Natürlich kannst Du mit 12 Kanälen auch eine kleinere Band komplett aufnehmen und als Multitrack-Session in deinem Computer speichern.

Möchtest Du das analoge Feeling, den SSL-Klang und den G Bus Compressor beim Abmischen nutzen, so kannst Du 16 Kanäle für deine Stems im SSL BiG SiX summieren. Oder Du arbeitest hybrid irgendwo dazwischen.

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Fazit zum SSL BiG SiX Test

Der SSL BiG SiX lässt fast keine Wünsche für das ambitionierte Projekt- oder Homestudio offen. Klar: Mehr Eingänge, mehr Möglichkeiten sind immer willkommen. Aber das Preis-Leistungsverhältnis bei diesem Gerät stimmt. Die Verarbeitungs- und Klangqualität lässt keine Fragen offen – hier bekommst Du ein professionelles Werkzeug, das auch in der Zukunft Bestand haben wird. Und würdest Du die Einzelteile kaufen, müsstest Du eine Menge mehr Geld auf den Tisch legen.

Der Mixer eignet sich bestens als Schaltzentrale im Studio. Kopfhörerverstärker, Mikrofonvorverstärker, Mischpult, flexibles Routing, intelligente Funktionen zur Aufnahme als Audio Interface. Alles an Bord mit flacher Lernkurve.

Zwar bieten andere Hersteller ähnliche Funktionalität für einen geringeren Preis an, müssen dann aber entsprechende Abstriche in der Technik machen. Alles in allem gibt es von meiner Seite aus eine exzellente Wertung im SSL BiG SiX Test. Well done.

SSL BiG SiX Features

  • 12 Kanäle (4 Mono, 4 Stereo/Dual Mono)
  • Monokanäle: 3-Band EQ mit schaltbarer HF/LF Charakteristik, SSL Compressor, symmetrischem Insert
  • Stereokanäle: SSL 3-Band EQ
  • 18-Kanal SuperAnalogue Stereo Summierung
  • 16-Kanal 96kHz/24bit AD/DA Wandler mit USB-C Interface für Recording
  • PEAK Response LED Anzeigen
  • Studio Fader mit großem Sweet Spot: Regelbereich zw. -5 und +5 dB
  • Summenbus mit symmetrischem Insertweg
  • Durchgängig symmetrische Signalführung mit +27dBu Headroom (exkl. Phones)
  • Zwei Stereo Cue Sends
  • Abhörsektion mit Talkback, Local Monitoring, 2 Stereo Cue Feeds
  • Zwei Kopfhörerausgänge mit separater Quellenwahl
  • Variable B-Bus/Mute Schaltung für simple Overdubs
  • SSL Listen Mic Compressor
  • Gewicht: 6,8 kg
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