Sonic Charge Synplant 2 Test
Sprossen, DNA und KI zur Klangsynthese

Sonic Charge Synplant 2 Test

Kann der außergewöhnliche Synthesizer mit KI im Sonic Charge Synplant 2 Test überzeugen?

Was ist es?

Der Sonic Charge Synplant 2 ist ein experimenteller Software Synthesizer mit integrierter KI. Es handelt sich um einen vollwertigen polyphonen Synthesizer, der auf einer 2 OP-FM-Architektur basiert.

Das heißt, dass der Synthesizer über zwei Oszillatoren und einem Multimode-Filter verfügt.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Klänge mit dem Sonic Charge Synplant 2 zu erzeugen. Das Herzstück stellt eine Samenansicht dar, aus der zwölf sanft wogende Sprossen wachsen. Diese stehen für neue Klänge.

Es gibt aber auch einen DNA-Editor, in dem Du alle Parameter eines Klangs manuell einstellen kannst.

Die große Besonderheit ist eine KI. Dieser Algorithmus für maschinelles Lernen dupliziert Samples, mit denen Du ihn speist und erstellt dutzende Variationen davon.

Weitere Funktionen wie ein Ebenenmodus, Velocity, ein Key Zone Modus und ein Atonality-Schieberegler bieten dir vielzählige Möglichkeiten, mit Sounds zu experimentieren.

5 Sonic Charge Synplant 2 Features

  • Software Synthesizer
  • Experimentell
  • Integrierte KI
  • Sprossenansicht
  • DNA-Editor

Der Software Synthesizer ist für VST2, VST3, AUv2 auf macOS und Windows verfügbar.


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Sonic Charge Synplant 2 Testbericht

Erster Eindruck

Samen, DNA und KI? Ich habe nicht schlecht gestaunt nach der reibungslosen Installation des Sonic Charge Synplant 2, hatte ich doch bisher keinen Kontakt zum bereits vor 15 Jahren erschienenen Vorgänger.

Begrüßt werde ich von einer sehr aufgeräumten Benutzeroberfläche. Diese ist frei skalierbar. So kannst Du sie an deinen Bildschirm anpassen, wie Du sie gerade benötigst.

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Klangerzeugung auf dem Hauptdisplay

Das Herzstück des Synthesizers bildet ein Samen, aus dessen Mitte zwölf sanft wogende Sprossen wachsen. Jede Sprosse steht für einen Ton in der Chromatischen Tonleiter. Jedem dieser Töne wird ein Sound zugewiesen.

Dabei können mehrere oder auch alle Töne den gleichen Sound haben. Du kannst aber auch jedem Spross einen eigenen Sound zuteilen. Die Klänge werden dabei visuell durch das Wachsen organischer Zweige erzeugt.

Sonic Charge Synplant 2 Test

Herzstück des Synthesizers ist ein Samen, aus dessen Kern zwölf Sprossen wachsen.

Von sanftem Pochen über Zupfen bis hin zu radikalen Geräuschsausbrüchen sind alle Sounds möglich. Du darfst bei diesem Synthesizer keinen geschliffenen High-End Sound erwarten, dafür sind direkte, pointierte und kräftige Klangfarben möglich.

Der technische Hintergrund dieser Klangerzeugung ist dabei komplex und ihn zu erklären, würde für diesen Test zu weit führen.

Lesetipp: FM-Synthese

Bedienelemente auf dem Hauptdisplay

Auf dem Hauptdisplay finden sich mehrere Regler und ein zuweisbares Modulationsrad, mit denen Du die Sounds beeinflussen kannst.

So gibt es zum Beispiel einen Atonality-Schieberegler. Mit diesem kannst Du das Chaos in den entstehenden Klängen beeinflussen. Umso mehr Atonality, umso mehr Chaos.

Weiterhin finden sich Schieberegler für die Gesamtlautstärke, die Release-Zeit der Hüllkurve, den Effektpegel und die Stimmung. Die Änderungen werden immer auf alle Tasten gleichzeitig angewendet. Eine auf einen bestimmten Sound angewendete Einstellung ist leider nicht möglich.

Modulationsrad im Sonic Charge Synplant 2 Test

Ergänzt werden die Schieberegler durch ein frei zuweisbares Modulationsrad. Hier kannst Du den Filter-Cutoff, die Hüllkurvenzeiten, den FM-Anteil und den LFO-Modulationsanteil regulieren.

Sonic Charge Synplant 2 Test

Für den Synthesizer gibt es jetzt auch einen dunklen Skin.

Insgesamt geht die Bedienung leicht von der Hand. Wenn Du mit dem Cursor über die einzelnen Bedienparameter gehst, wird dir ein Hilfetext für die jeweilige Funktion angezeigt. Diese Hilfefunktion gibt es auch im DNA-Editor und im KI-Modus. Das vereinfacht den Einstieg deutlich.

Bei Drücken auf das Modulationsrad zeigt die Anzeige der Soundbearbeitung die aktuelle Position des Rades und den aktuell gespielten Ton an.

Presets

Anfänger ins Sounddesign nimmt der Synthesizer mit etwa 600 Presets an die Hand. 297 sind direkt inkludiert, weitere 300 können auf der Homepage des Herstellers heruntergeladen werden.

Ein einziges Preset kann zwölf unterschiedliche Sounds enthalten – für jeden Spross ein eigener Sound. Nicht alle Presets sind konventionell.

Es finden sich viele ungewöhnliche Sounds, die sich eher für die kreative Seite der Musikproduktion eignen. Spaß machen sie alle.

Es gibt aber auch genug Presets, die sich auch auf konventionelle Art und Weise spielen und in deine Produktionen einbauen lassen. Ausprobieren führt hier zum Ziel.

DNA-Editor im Sonic Charge Synplant 2 Test

Es gibt aber auch den DNA-Editor für Sounddesigner, die ihre Klänge individuell gestalten und diese nicht dem Zufall überlassen wollen.

Dieser Editor erlaubt ein tiefes Eintauchen in die Klanggestaltung.

Sonic Charge Synplant 2 Test

Im DNA-Editor kannst Du auch konventionell Klänge durch vielzählige Parameter formen.

Im DNA-Editor erhältst Du visuelles Feedback über einen DNA-Strang, der eine konventionellere Ansicht aller Parameter darstellt. Dieser ist animiert und wirkt dadurch fast genauso verspielt wie die Hauptansicht.

Alle Parameter lassen sich in dieser Ansicht individuell einstellen. Sie sind ebenfalls MIDI-steuerbar und unterstützen Automation.

So lässt sich Sonic Charge Synplant 2 wie ein klassischer, vollwertiger polyphoner Synthesizer bedienen und einsetzen.

Integrierte KI: GenoPatch

Wirklich revolutionär wird der Software Synthesizer durch die Integration einer KI (ein Algorithmus für maschinelles Lernen). Diese heißt GenoPatch und analysiert Audiosamples und justiert Oszillatoren, Effekte und Filter auf Basis der Samples.

Wie genau das funktioniert, ist nicht klar ersichtlich – aber es funktioniert.

Sonic Charge Synplant 2 Test

Die inkludierte KI nennt sich GenoPatch.

Eingespeiste Samples werden mit Standard-Voicing Parametern dupliziert. So entstehen dutzende Variationen, aus denen Du frei wählen kannst. Beeinflussen lässt sich die KI dabei nicht. Eine gewählte Variante wird danach zur Saat für ein neues Preset.

Du kannst aber auch mehrere Varianten gleichzeitig auswählen und so unterschiedliche Sounds für die Töne deiner Presets festlegen.

Lies auch: Kann künstliche Intelligenz Musik machen?

GenoPatch in der Praxis

In der Praxis funktioniert die KI gut bei einfachen Klängen. Einzelne Noten oder einzelne Sounds bieten sich hier vor allem an. Sprachsamples sind aber zum Beispiel zu komplex. Eine Phrase mit mehreren Wörtern kann nicht reproduziert werden.

Das ist aber kein großer Nachteil. Die KI kann Klangfarben aus komplexeren Samples aufgreifen und diese weiter verarbeiten. Es ist immer überraschend, welches Sounds die KI erzeugt.

Sonic Charge Synplant 2 Test

Die KI dupliziert eingespeiste Samples und erzeugt dutzende Varianten von diesen.

Weitere Funktionen

Neben den drei ausgeführten Möglichkeiten zur Klangerzeugung besitzt der Synthesizer noch eine Reihe weiterer Funktionen, die ich nachfolgend kurz erwähnen möchte.

Ebenenmodus (Layered)

Im Ebenenmodus kannst Du mehrere Klänge gleichzeitig auslösen. So können reichhaltigere und vielschichtigere Klänge entstehen.

Mit Atonality kannst Du diese Schichten komplett verstimmen.

Velocity

Im Velocity-Modus werden die einzelnen Klänge durch die Stärke der Anschläge deiner MIDI-Tastatur ausgelöst.

Key-Zone-Modus (Ranges)

In diesem Modus wird jeder der Sounds einem Bereich von einer Quarte auf der Tastatur zugewiesen – entweder von C bis F oder von Fis bis H.

Bildstrecke

Performance-Features

Die inkludierten Performance-Features machen den Synthesizer spielbarer und heben ihn weiter vom reinen Spielzeug ab. Hier unterstützen Mono-Patches, Glide/Portamento und Temposynchronisation. Letztere lässt sich auf jede rhythmische Komponente anwenden.

Mir gefällt gut, dass auch in Zukunft am Synthesizer gearbeitet wird. Er ist modifizierbar und erweiterbar. So kannst Du jetzt zum Beispiel auch auf einen dunklen Skin für den Synthesizer zurückgreifen.

Klangbeispiele

Nachfolgend findest Du zunächst neun unterschiedliche Presetsounds, die in Sonic Charge Synplant 2 inkludiert sind.

Danach folgen fünf Samples, die ich in GenoPatch eingespeist habe und je eine von der KI kreierte Variation dieser.

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Fazit zum Sonic Charge Synplant 2 Test

Sonic Charge Synplant 2 ist ein wahrhaft verrückter Software Synthesizer – aber im positiven Sinne. Mit ihm kannst Du Sounds erzeugen, von denen Du wahrscheinlich nicht einmal zu träumen gewagt hast.

Insgesamt macht die Arbeit mit dem Instrument einfach Spaß. Es sind zwar bei weitem nicht alle entstehenden und inkludierten Sounds für ernsthafte Musikproduktionen zu gebrauchen, aber es gibt doch insgesamt sehr viele brauchbare.

Mir gefällt gut, dass Du drei unterschiedliche Möglichkeiten zur Klangerzeugung hast, die Du auch nach Belieben kombinieren kannst. Du kannst die Sounds entweder per Zufall, sehr genau mit vielfältigen Parametern oder sogar von einer KI erzeugen lassen.

Alleine letzteres stellt eine absolute Neuheit auf dem Markt und einen Kaufgrund dar. Die KI funktioniert gut und die entstehenden Klänge sind immer spannend.

Auch ohne die KI-Einbindung gibt es keinen vergleichbaren Synthesizer. Soundtüftler gerade im Bereich der Ambient Musik kommen an diesem innovativen Instrument nicht vorbei.

Zum konventionellen Musik machen eignen sich konventionelle Synthesizer wahrscheinlich besser – zumal der Sonic Charge Synplant 2 nicht gerade günstig ist.

Zum Ausprobieren steht dir eine dreiwöchige Demo zur Verfügung.

Insgesamt bekommt der außergewöhnliche Software Synthesizer im Sonic Charge Synplant 2 Test von mir eine sehr gute Wertung.

Sonic Charge Synplant 2 Features

  • Software Synthesizer
  • Experimentell
  • Inkludierte KI (Algorithmus zum maschinellen Lernen): GenoPatch
  • VST2, VST3, AUv2
  • Mit macOS und Windows kompatibel
  • Knapp 600 Presets (297 inkludiert, weitere 300 können auf der Homepage des Herstellers heruntergeladen werden)
  • DNA-Editor für manuelle Klanggestaltung
  • Performance-Features
  • Velocity
  • Ranges
  • Ebenenmodus
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Sonic Charge Synplant 2 Test

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