Shure SM7dB Test
Mikrofonklassiker mit integriertem Vorverstärker

Shure SM7dB Test

Shure SM7dB Test - Für eine bessere Kompatibilität hat der Mikrofonklassiker einen Vorverstärker spendiert bekommen.

Was ist es?

Das Shure SM7dB ist ein dynamisches Studiomikrofon mit integriertem Vorverstärker. Dieser kann bis zu +28 dB Gain für geringes Eigenrauschen, einen linearen Frequenzgang und transparenten Sound liefern.

Als Vorverstärkung sind entweder +18 dB oder +28 dB wählbar. Mit einem Bypass Schalter kannst Du den Vorverstärker umgehen und das Mikrofon fast in ein klassisches SM7B verwandeln.

Für die Verwendung mit Vorverstärker benötigst Du eine +48V-Phantomspeisung. Generell benötigst Du zum Verwenden ein Audio Interface, da sich das Mikrofon nur über XLR verbinden lässt.

Das Shure SM7dB hat die Richtcharakteristik Niere. Dadurch wird nur frontaler Schall aufgenommen und Umgebungsgeräusche abgedämpft.

Das Mikrofon verfügt über einen EQ, über den eine Bassabsenkung und/oder eine Mittenanhebung als Presence Boost aktiviert werden kann. Ein interner, pneumatischer Erschütterungsabsorber beseitigt mechanische Geräuschübertragungen.

5 Shure SM7dB Features

  • Dynamisches Studiomikrofon
  • Richtcharakteristik Niere
  • Integrierter Vorverstärker
  • Empfindlichkeit: -59dB, -41dB, -31dB
  • EQ

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Shure SM7dB Testbericht

Erster Eindruck

Nach gut 20 Jahren gibt es eine neue Version des beliebten Shure SM7B. Ich bin sehr gespannt, wie sich das Shure SM7dB im Test schlagen wird.

Rein äußerlich fallen mir kleine, aber feine Unterschiede zwischen den beiden Mikros auf. Grundsätzlich hat man sich beim Design stark am Vorgänger orientiert.

Ist das SM7B in einem matten Schwarzton gehalten, glänzt das neue SM7dB richtig.

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Auch das Shure Logo an den Seiten ist neu. Dieses sieht man aber nur bei Lichteinstrahlung richtig gut. So dürfte es in Streams nicht weiter stören.

Beibehalten hat man die durch Schrauben montierte Schwenkhalterung.

Shure SM7dB Test

Das dB im Namen ist eine Anspielung auf die zusätzliche Verstärkung im Mikrofon.

Am Ende der Halterung findet sich weiterhin der XLR-Anschluss. Das ermöglicht eine flexible Verkabelung und Positionierung des Mikros. Insgesamt ist das Mikrofon etwas länger als sein Vorgänger. Der neue Vorverstärker muss schließlich untergebracht werden.

Schalter auf der Rückseite

Auch bei den Schaltern auf der Rückseite gibt es Neuerungen. Diese stehen jetzt ab, sodass Du sie ohne zusätzliches Werkzeug bedienen kannst. Der Gedanke mit den versenkten Schaltern beim SM7B war zwar gut, aber ein Umschalten der EQs gestaltet sich dort dadurch etwas anstrengend.

Ein Umschalten aus Versehen ist auch bei den herausstehenden Schaltern des SM7dB eher ausgeschlossen.

Shure SM7dB Test

Der Vorverstärker kann entweder auf +18 dB oder auf +28 dB eingestellt werden.

Wie beim Vorgänger finden sich zwei EQ-Schalter für eine Bassabsenkung und eine Mittenanhebung als Presence Boost. Die bisherige Darstellung der Wirkungsweise wurde aus Platzgründen durch Grafiken ersetzt. An diesen kannst Du ebenfalls sofort erkennen, welcher Schalter was macht. Das gefällt mir gut.

Komplett neu sind zwei Schalter für den Vorverstärker. Der erste schaltet diesen entweder ein oder über einen Bypass aus. Mit dem zweiten Schalter kannst Du festlegen, ob der Vorverstärker die Empfindlichkeit um 18 dB oder um 28 dB anheben soll.

Vorverstärker im Shure SM7dB Test

Grundsätzlich hat das Shure SM7dB genau wie das SM7B eine Empfindlichkeit von -59 dB. Um hier eine Bestleistung für das Mikrofon zu erzielen, benötigst Du entweder ein Audio Interface mit starken Vorverstärker oder einen externen Mikrofonvorverstärker.

Shure SM7dB Test

Äußerlich ist das SM7dB etwas länger als das SM7B.

Günstige Audio Interfaces bieten in der Regel nicht genug Leistung, um das Mikrofon angemessen anzusprechen. Aus diesem Grund greifen Streamer häufig zu einem zusätzlichen Vorverstärker bei Verwendung des SM7B.

Mit dem integrierten Vorverstärker im SM7dB ist dies nicht mehr nötig. Bei lauten Aufnahmen reicht in der Regel eine Gain-Anhebung um 18 dB. Hast Du eine eher leisere Stimme, wirst Du mit +28 dB bessere Ergebnisse erzielen. Beides funktioniert gut.

Lieferumfang

In allen anderen Aspekten unterscheidet sich das Shure SM7dB nicht groß von seinem Vorgänger. Der Lieferumfang kann mit zwei unterschiedlichen Windschutzen und einem 2/8-Zoll Reduziergewinde für eine flexible Montage an Mikrofonstativen überzeugen.

Shure SM7dB Test

Der Poppschutz schützt das Mikrofon vor Umgebungsgeräuschen und vor Plosivlauten.

EQ im Shure SM7dB Test

Mit dem EQ-Schalter kannst Du wie schon beschrieben entweder den Bass absenken oder die Mitten anheben. Für ersteres setzt ein eingebauter Tiefpassfilter bei etwa 400 Hz an und sorgt für eine Absenkung um die -3 dB bei 200 Hz.

Weniger geläufig ist die zuschaltbare Präsenzanhebung. Diese findet in einem Frequenzbereich etwa zwischen 2.000 Hz und 4.000 Hz statt. Durch diese rückt die Stimme etwas näher und klingt mehr in-the-face.

Die beiden EQs sind auch beim Shure SM7dB eine schöne Ergänzung. Ohne diese kannst Du von einem linearen Frequenzgang profitieren.

Optimale Schirmung und Dämpfung

Wie der Vorgänger auch ist das SM7dB gut gegen Geräusche geschirmt, die aus Breitbandstörungen von Bildschirmen oder elektrischen Geräten resultieren.

Eine interne Schwingungsdämpfung hilft gegen die Übertragung von Körperschall. Das stellt einen Vorteil vor allem auch bei Streams dar, wo Du eventuell doch einmal dein Mikrofon verstellen musst.

Bildstrecke

Shure SM7dB in der Praxis

In der Praxis macht das Mikrofon eine gute Figur. Es verträgt große Lautstärken. So kannst Du auch schreien oder Bass- oder Gitarrenverstärker aufnehmen, ohne dass das Mikro verzerrt. Auch Kick Drum, Hi-Hat und Becken lassen sich ohne Probleme mit einem guten Klang abnehmen.

Es werden im Gegensatz zu Großmembrankondensator-Mikrofonen bei Sprach- und Gesangsaufnahmen weniger Details aufgenommen. Das betrifft aber auch die Umgebungsgeräusche, was ein großer Vorteil sein kann.

Der Windschutz und ein zusätzlich perforiertes Gehäuse wirken als doppelter Poppschutz, der Ploppgeräusche ideal eliminiert. Der Klang des Shure SM7dB ist kraftvoll und gut mit einer Tendenz zu Wärme. Mit diesen Eigenschaften eignet es sich sowohl ideal als Sprecher- und Gesangsmikrofon, aber auch für Instrumentenaufnahmen.

Klangbeispiele

Shure SM7dB ohne Preamp:

Shure SM7dB mit +18 dB Preamp:

Shure SM7dB mit +28 dB Preamp:

Nachfolgend findest Du als Vergleich noch ein Klangbeispiel des Shure SM7B, das am selben Tag unter den gleichen Umständen wie die anderen Klangbeispiele aufgenommen wurde.

Shure SM7B:

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Fazit zum Shure SM7dB Test

Im Test hat das Shure SM7dB gezeigt, dass es ein genauso gutes Mikrofon wie das SM7B ist. Die größten Veränderungen sind der integrierte Vorverstärker und die Verbesserung der Schalter auf der Rückseite.

Es eignet sich vor allem für Streamer, die kein hochwertiges Audio Interface verwenden können oder wollen. Auch für Musiker mit diesen Voraussetzungen bietet es sich an.

So könnte ich dir das Shure SM7dB eigentlich uneingeschränkt empfehlen, wäre da nicht der aktuelle Preis. Zum Testzeitpunkt ist das Shure SM7dB gut 200 Euro teurer als das SM7B.

Mit einem günstigen, seine Arbeit machenden Vorverstärker kannst Du das SM7B im Bundle auf Thomann für knapp 140 Euro weniger als das SM7dB erhalten. Der empfohlene und dem im SM7dB integrierten sehr ähnliche Vorverstärker Cloudlifter CL-1 kostet aktuell um die 160 Euro.

Somit kommt dich das Shure SM7B mit einem zusätzlichen Mikrofonverstärker aktuell günstiger. Vom Preisunterschied abgesehen kann ich dir das Shure SM7dB bedenkenlos empfehlen.

Somit bekommt das Shure SM7dB im Test von mir aktuell eine sehr gute Wertung, die bei einem attraktiveren Preis aber auch zur Topnote werden kann.

Shure SM7dB Features

  • Dynamisches Studiomikrofon
  • Richtcharakteristik: Niere
  • Frequenzbereich: 50 - 20.000 Hz
  • Intergrierter Vorverstärker
  • Vorverstärkung schaltbar zwischen +18 dB oder +28 dB
  • Empfindlichkeit: -59 dB, -41 dB, -31 dB
  • Bypass-Schalter
  • 2 EQ-Schalter: Bassabsenkung, Mittenanhebung
  • Nennimpedanz: 150 Ohm
  • XLR-Anschluss
  • Maße (L x B x T): 190 x 64 x 96 mm
  • Gewicht: 837 g
  • Lieferumfang inkl. Windschutz und 2/8-Zoll Reduziergewinde
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