Shure PSM 300 Premium Testbericht: Individuelles In-Ear-Monitoring

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Shure PSM 300 Premium Testbericht

Um dieses In-Ear-Funksystem geht es im Shure PSM 300 Testbericht - herzlich willkommen!

Was ist es?

Das Shure PSM 300 Premium ist ein kabelloses In-Ear-Monitoring-System (IEM-System) digitaler Natur, bestehend aus 9,5’’-Stereosender, Taschenempfänger und Ohrhörern, mit dem Du als Musiker auf laute und unhandliche Bühnenmonitore verzichten kannst.

Durch die interne 24-Bit-Audioverarbeitung und ein pegelabhängiges Compander-System überträgt das IEM-System die Audiosignale mit hohem Signal-Rausch-Abstand über eine Entfernung von über 90 Metern. Damit kannst Du auch in weitläufigen Umgebungen auf eine sichere Funkübertragung setzen. Zudem kannst Du durch den so genannten MixMode den Monitormix auf der Bühne an deinem Taschenempfänger individuell nachjustieren.

Das Shure PSM 300 Premium ist zu einem Straßenpreis von 879,- Euro (inkl. MwSt.) im deutschen Fachhandel erhältlich. Ebenfalls erhältlich ist noch die Variante PSM 300 mit dem Taschenempfänger P3R sowie ohne Sound-Isolating-Ohrhörer für 715,- Euro.


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Shure PSM 300 Premium Testbericht

Funksender P3T

Als zentrale Schnittstelle des Systems dient der 9,5″-Funksender P3T. Dieser erhält den erstellten Monitormix des Mischpults und überträgt die Signale per HF-Funk an die synchronisierten Taschenempfänger.

Shure PSM 300 Premium Testbericht

Der Empfänger

Von Anfang an macht der P3T dabei einen rundum durchdachten Eindruck: Die wenigen Taster zum Einstellen und Bedienen auf der Vorderseite sind sinnvoll beschriftet und selbsterklärend.

Gleiches gilt für die Schalter und Anschlüsse auf der Rückseite.

Die Ein- und Ausgänge sind als 6,3-mm-Klinkenbuchsen ausgeführt. Über Letztere kannst Du das analoge Signal optional an weitere PSM 300-Einheiten oder zusätzlich an traditionelle Bühnenmonitore weiterleiten – praktisch, wenn zum Beispiel der Schlagzeuger auf einem Sub-Wedge neben sich besteht, um den Bassisten besser zu hören.

Funkempfänger P3RA

Der P3RA-Taschenempfänger der Premium-Variante macht durch sein Metallgehäuse – im Vergleich zum P3R-Kollegen aus der etwas günstigeren PSM 300-Version – einen robusten Eindruck und dürfte auch den vermehrten unsanften Kontakt mit dem Bühnenboden ohne technische Probleme überstehen.

Shure PSM 300 Premium Testbericht

Der Sender des Shure PSM 300 Premium

Für den Betrieb benötigt er zwei AA-Batterien. Die von Shure angegebenen 5,5 Stunden Betriebsdauer konnten im Dauerbetrieb-Test von uns bestätigt werden. Für Musiker sind diese Werte also mehr als ausreichend – wer spielt schon länger als drei Stunden? Und davon abgesehen solltest Du immer ein paar Ersatzbatterien dabei haben, um im Ernstfall gewappnet zu sein.

Neben den obligatorischen EQ- und Limiterfunktionen besitzt der Empfänger P3RA einen “MixMode” genannten Monitoring-Modus, bei dem Du dir die Lautstärkebalance zwischen zwei separat anliegenden Mixen (zum Beispiel Bandmix und Leadvocals) individuell einstellen kannst (zu den verschiedenen Monitoring-Modi in der Anwendung s.u.).

Leider verfügt der P3RA nicht über den praktischen, seitlich angebrachten MixMode-Regler des P3R, so dass die spontane Nachjustierung des individuellen Monitormixes auf der Bühne über die Menütaster erfolgt und dadurch erschwert wird. Natürlich umgeht der Hersteller Shure auf diese Weise die Gefahr, dass man versehentlich an den ungeschützten Regler kommt und sich den Mix beim Spielen auf der Bühne verstellt – ich würde trotzdem die komfortablere Bedienung vorziehen.

Ohrhörer SE215

Am P3RA-Taschenempfänger schließt Du die ebenfalls im Lieferumfang enthaltenen Sound-Isolating-Ohrhörer Shure SE215 per 3,5-mm-Klinkenkabel an. Die In-Ear-Ohrhörer kommen mit unterschiedlichen Ohrpassstücken, denn nur bei perfektem Sitz garantieren die Sound-Isolating-Ohrhörer die angegebene 90%-Abschirmung der Umgebungsgeräusche.

Hier solltest Du dir im Vorfeld also genügend Zeit nehmen, den passenden Aufsatz für dein Ohr zu finden – im Test verringert sich die Abschirmung bei schlecht sitzenden Ohrpassstücken teils dramatisch.

Sonstiger Lieferumfang beim Shure PSM 300 Premium

Des Weiteren kommt das Shure PSM 300 Premium noch mit einer Peitschenantenne zur Anbringung am P3T-Sender, einem Satz Schienen für den Einbau in das Rack, dem Netzteil, einem Satz AA-Batterien sowie einer Tragetasche für den sauberen Transport der Ohrhörer.


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Frequenzen & Trägerbereich

Das Shure PSM 300 Premium verfügt über einen HF-Trägerbereich von 488 MHz bis 937,5 MHz und bietet Dir damit einen breiten Frequenzbereich.

Welche Frequenzbereiche im Zuge der Digitalen Dividende von 2010 sowie der noch 2015 stattfindenden zweiten Digitalen Dividende für In-Ear-Monitoring-Systeme anmeldefrei genutzt werden dürfen, kannst Du Dir auf den Webseiten der Bundesnetzagentur (www.bundesnetzagentur.de) oder des Verbands für professionelle drahtlose Produktionstechnologie (www.apwpt.org) ansehen.

Auch Shure bietet Dir hierzu unter http://www.shure.de/supportdownload/frequenzen eine ausführliche Beratung. Aber keine Sorge: Mit dem Shure PSM 300 hat der Hersteller verschiedene Versionen für unterschiedliche Frequenzbändern parat, unter anderem das T11, das im anmeldefreien Bereich 863-865 MHz arbeitet. Oder die Version S8 für den LTE-Mittenlückenbereich von 823-832 MHz.

Shure PSM 300 Premium Testbericht

Kompander

Hauptverantwortlich für die saubere Signalübertragung ist beim Shure PSM 300 Premium das sogenannte “Audio Reference Companding”. Grundsätzlich verfügt jedes Funksystem über einen Kompander als Kombination aus Kompressor und Expander, der das Audiosignal zunächst im Sender mit einer festen Ratio komprimiert und später im Empfänger wieder expandiert. Dadurch verringert sich das Grundrauschen bzw. erhöht sich der Signal-Rausch-Abstand.

Das hier verwendete “Audio Reference Companding” geht nun einen Schritt weiter und passt die Ratio an den Signalpegel an, so dass die bei herkömmlichen Kompandern üblicherweise auftretenden Klangartefakte verringert werden und die Signalqualität auch bei sehr leisen Pegeln verbessert wird.

Im Test konnten wir dies im 1:1-Vergleich mit einem anderen In-Ear-Monitoring-System bestätigen. Auch wenn die Unterschiede nicht frappierend waren – insbesondere auf ruhigen Unplugged-Bühnen oder bei Sprachübertragungen stellt das pegelabhängige Companding einen klaren Vorteil dar.

Inbetriebnahme des In-Ear-Monitoring-Systems

Bevor Du Dir jedoch über Signal-Rausch-Abstände Gedanken machen kannst, gilt es zunächst, das In-Ear-Monitoring-System einzurichten, sprich: die richtigen Frequenzen zu finden und die Empfänger mit dem Sender zu synchronisieren.

Indem Du die Scan-Taste am Taschenempfänger betätigst, sucht das System nach freien Frequenzen. Sobald diese gefunden sind, hältst Du den Empfänger in kurzem Abstand vor den P3T-Sender und drückst an letzterem die Sync-Taste. Über Infrarot synchronisieren sich beide Komponenten auf den gleichen Kanal und sind nun einsatzbereit.

Im Test funktionierte sowohl die Scan- als auch die Sync-Funktion mit mehreren Taschenempfängern einwandfrei in verschiedenen Umgebungen. Nichts ist schlimmer als die Sorge, die gewonnene Funk-Freiheit durch unzureichende Technik oder eine unnötig komplizierte Bedienung zu reduzieren. Aufbauen, synchronisieren, loslegen – so muss das sein.

Zwei unterschiedliche Modi für das Monitoring

Das mit Abstand praktischste Feature des Shure PSM 300 Premium sind mit Sicherheit die am Taschenempfänger umschaltbaren Monitoring-Modi “Stereo” und “MixMode”. Beachte jedoch: um diese beiden Modi nutzen zu können, muss der Wahlschalter auf der Sender-Rückseite auf “Stereo” stehen, da sonst nur ein aufsummiertes Mono-Signal gesendet wird.

Im herkömmlichen Stereo-Modus kannst Du am Taschenempfänger die Balance zwischen Links und Rechts einstellen. Der MixMode erlaubt es den einzelnen Bandmitgliedern, sich individuelle Mixe aus zwei separaten (Mono-)Signalen anzufertigen. Die offensichtlichste Variante ist mit Sicherheit die Trennung von Bandinstrumenten und Lead-Vocals. Denkbar ist jedoch auch jedes andere Instrument, das eine zentrale Rolle im Gesamtgefüge einnimmt.

Das Umschalten vom Stereo- in den MixMode ist im laufenden Betrieb mittels Tastendruck möglich. Leider muss der Empfänger jedoch erst aus- und wieder eingeschaltet werden, um vom MixMode- zurück in den Stereo-Modus zu gelangen.

Übersicht Shure PSM 300 Premium Review

PRO

  • Einfache Einrichtung
  • Einfache Bedienung
  • Intelligentes Compander-System
  • MixMode für individuelle Monitormixe auf der Bühne
  • Robuste Metallkonstruktion (P3RA)

CONTRA

  • Kein direkter Zugriff auf Pegel im MixMode
  • Keine permanente Umschaltung zwischen Stereo-Modus und MixMode möglich

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Fazit zum Shure PSM 300 Premium Test

Beim Shure PSM 300 Premium zeigt sich, dass der Hersteller den Fokus auf die richtigen Stellen richtet: Robustheit im Bühnenalltag, einfache Bedienung sowie eine klare und störungsfreie Signalübertragung. Für deutlich unter 900 Euro Straßenpreis erhältst Du ein professionelles In-Ear-Monitoring-System, das insbesondere durch seine intelligente Compander-Schaltung und den Musiker-freundlichen MixMode überzeugt.

Shure PSM 300 Premium Testbericht

Im Shure PSM 300 Premium Testbericht kommen wir zu einem positiven Fazit

Mit Übertragungsreichweiten von über 90 Metern sollte zudem der Großteil der Anwender ohne Probleme zurechtkommen – erst Recht, wenn, wie hier, die Signalqualität stimmt.

Ein paar kleinere Dellen im Bedienkomfort, wie die etwas umständliche Pegelkontrolle im MixMode, trüben zwar den sonst rundum überzeugenden Auftritt. Nichtsdestotrotz kann ich das IEM-System jedem empfehlen, der bislang zögerte, vom klassischen Bühnenmonitoring mit Lautsprechern auf das mit vielen Vorteilen gespickte In-Ear-Monitoring zu wechseln.

Im Shure PSM 300 Premium Testbericht auf delamar steht letztendlich eine sehr gute Wertung von 4,5 von 5 Punkten zu Buche.

Inhaltsverzeichnis // Shure PSM 300 Premium Test

  1. Was erwartet dich?
  2. Review
  3. Pro & Contra
  4. Fazit
  5. Wertung

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SEHR GUT

Shure PSM 300 Premium Testbericht am 15.05.2015

Produkt:      Shure PSM 300 Premium
Hersteller:    

Preis:  825,00 Euro
UVP:    976,67 Euro

Kurzfazit

Gehobenes In-Ear-Monitoring System. Im MixMode kann sich jedes Bandmitglied seinen individuellen Mix aus zwei separaten Signalen anzufertigen.

Für wen

Musiker und Bands im Amateur- und semiprofessionellen Bereich; kleine Verleiher sowie Veranstalter von Musik- und Sprachveranstaltungen.

Wichtige Merkmale
  • 2 Kanäle gleichzeitig übertragen
  • 24-bit Audio Verarbeitung
  • Audio Reference Companding
  • Bis zu 90 dB Signal-Rausch-Abstand
  • Stabile Signalübertragung über 90 m
  • Individueller Monitormix durch MixMode
  • Frequenz-Scan- und Infrarot-Sync

 


Lesermeinungen (1)

zu 'Shure PSM 300 Premium Testbericht: Individuelles In-Ear-Monitoring'

  • Florian Jöchner   15. Mai 2015   10:30 UhrAntworten

    Wer spielt schon länger als 3 Stunden? Musiker, die ihren Lebensunterhalt mit der Musik verdienen....

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