Shure GLXD16 Test: Digitales Funksystem für dein Pedalboard

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Shure GLXD16

Warum das Shure GLXD16 Test eine feine Wahl für Gitarristen und Bassisten mit Hang zur Bewegungsfreiheit ist, erfährst Du hier im Review zu diesem Drahtlossystem (Gitarre) ...

Was ist es?

Mit dem Shure GLXD 16 wird eine Funkstrecke (True Diversity) für Gitarristen und Bassisten im 2,4-GHz-Bereich angeboten, deren Empfänger sich insbesondere für die Platzierung auf deinem Pedalboard empfiehlt. Der Clou: Ein Tuner ist integriert.

Ob die digitale Funkstrecke Kabelfreiheit ohne Einbußen in der Klangqualität ermöglicht und das System stressfrei im harten Musikeralltag funktioniert, erfährst Du hier.


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Shure GLXD16 Testbericht

Funkmariechen

Der Taschensender GLXD1 besteht wie die Empfangseinheit aus schwarz eloxiertem Metall. Einzig die Antenne sitzt in einem kleinen Kunststoffknubbel, äquivalent zu den beiden »Antennenhöckern« der Empfangseinheit. Dass hier auf eine Metallverkleidung verzichtet wurde, ist sinnvoll, denn das Funken durch Metall ist bekanntermaßen ein schwieriges Unterfangen.

Kabel & Taschensender (»Bodypack«) des Shure GLXD16

Kabel & Taschensender (»Bodypack«) des Shure GLXD16

Die Verbindung zum elektronischen Saiteninstrument kann über das mitgelieferte Kabel mit der Typenbezeichnung Shure WA305 realisiert werden. Es ist mit einer vergoldeten Neutrik-Klinke und auf der anderen Seite mit einem Mini-XLR-Stecker bestückt. XLR-seitig wird das Kabel per Schraubverschluss am Taschensender arretiert.

Hinter einem ebenfalls metallenen und arretierbaren Verschluss verbirgt sich die Stromquelle, einem per Micro-USB-Anschluss schnell aufladbaren Lithium-Ionen-Akku. Diesen lädt das mitgelieferte USB-Netzteil binnen drei Stunden vollständig auf, womit eine Senderlaufzeit von bis zu 16 Stunden gewährleistet wird. Eine dreifarbige LED am Sender, sowie sieben LEDs am Empfänger geben Auskunft über den derzeitigen Ladezustand des Akkus.

Bodenständiger Empfänger

Das Shure GLXD16 besteht aus zwei Hauptkomponenten: dem Bodenempfänger GLXD6 und dem Taschensender GLXD1. Das Audiosignal wird digital im 2,4-GHz-Bereich übertragen, womit die leidige Diskussion über die digitale Dividende komplett entfällt: Auch nach 2015 kann die Sendeanlage weltweit kostenfrei genutzt werden. Bis zu acht Sendeanlagen lassen sich gleichzeitig betreiben; bei bis zu fünf parallel betriebenen Sendeanlagen stehen Reservefrequenzen zur Verfügung, auf die das System automatisch und unhörbar wechseln kann, falls die Audioübertragung auf seiner aktuellen Trägerfrequenz instabil werden sollte.

In Kombination mit der »True Diversity«-Empfangstechnologie soll somit maximale Ausfallsicherheit des Audiosignals während der Übertragung sichergestellt sein. Die zwei dafür notwendigen Empfangsantennen sind dabei offensichtlich unter den beiden »Höckern« links und rechts des Empfänger-Displays integriert.

18 LEDs und ein Zwei-Zeilen-Display geben permanent Auskunft über aktuelle Betriebszustände. Deren Leuchtintensität kann in drei Stufen festgelegt werden, alternativ wird die Leuchtstärke den aktuellen Lichtgegebenheiten automatisch anpasst.

Empfänger des Shure GLXD16 Test

Der Empfänger mit Tuner – gute Idee

Stimmungsmache

Der Empfänger im Pedalboard-Format bietet mit dem integrierten Tuner ein Accessoire, das einen Bodentuner potentiell überflüssig macht. Das schafft Platz auf dem Pedalboard, denn der Tuner hat es in sich: Die Stimmung wird wahlweise per Stroboskop oder emulierter »Nadel« angezeigt. Der Kammerton kann zwischen 432 und 447 Hertz frei gewählt werden, die Anzeige für die Standardstimmung um insgesamt zwölf Halbtonschritte variiert werden. 13 rote LEDs und zwei gelbe Pfeil-LEDs sowie das mittig angeordnete Display geben stimmsichere Auskunft über die aktuelle Tonhöhe.

Mit dem Fußschalter wird zwischen Tuner und Anzeige der aktuellen Funkverbindung geschaltet, wobei der Tuner wahlweise in den Mute-Modes wechselt, um lautlos zu stimmen, oder auch permanent bei übertragenem Signal angezeigt wird. Eines gleich vorweg: Der Tuner arbeitet stimmstabil und genau. Er ersetzt getrost jeden üblichen Bodentuner und bietet wahrscheinlich mehr Features, als der bisherige.

Qualitativer Eindruck vom Shure GLXD16

Schon nach der Entnahme des Shure GLXD16 aus der großzügig bemessenen Verpackung wird klar: Kühles Metall, passgenaue Verarbeitung, durchdachte Konstruktion – hier hat der Tester es mit Gerätschaft zu tun, die auch professionellen Ansprüchen genügen sollen. Bei einem Straßenpreis des Bundles von ca. 450 Euro erwarte ich das allerdings auch. Also schauen wir uns das mal im Detail näher an.

Der Sender liegt gut in der Hand und ist kompakt genug, um am Gürtel getragen nicht zu stören. Die Halteklammer aus Metall macht nicht den Eindruck, als würde sie mit der Zeit ausleiern. Das Anschlusskabel für die Gitarre ist biegsam und solide, der vergoldete Neutrik-Klinkenstecker über jede Kritik erhaben und die verriegelbare Mini-XLR-Buchse bedeutet sicheren Anschluss bei gleichzeitiger Austauschbarkeit des Kabels. Richtig gemacht, Shure!

Hinter einer Gummilippe findet sich neben einem kleinen »Link«-Taster zur Aktivierung der Funkverbindung der Micro-USB-Anschluss des Taschensenders, um den Akku aufzuladen. Eine durchdachte Lösung, denn sollte das mitgelieferte Ladegerät mal nicht zur Hand sein, kann der Akku auch direkt von jeder USB-Quelle wiederaufgeladen werden. Trotzdem wäre die Beigabe eines zweiten Ersatzakkus für Notfälle schön gewesen.

Die integrierte Antenne ist musikerfreundlich: Keine Antennenkabel, die unter dem Gurt oder sonst wo beim An- und Ablegen des Senders hängen bleiben.

Das durchdachte Design wird auch in der Empfangseinheit des Shure GLXD16 fortgeführt: Die schon erwähnten Antennenhöcker können entgegen gewohnter Stabantennen ebenfalls nicht ungewollt knicken und brechen. Durch ihre Anordnung links und rechts des Displays schützen sie Selbiges, sollte doch mal etwas von oben drauffallen – die stabile Verarbeitung würde wahrscheinlich selbst einer im Eifer aus der Hand gerutschten Bierflasche widerstehen. Der gummierte, flache Boden des Empfängers bietet übrigens nicht nur Rutschfestigkeit, sondern sich auch hervorragend dafür an, per Klettband mit dem Pedalboard verheiratet zu werden.

Nehmen wir die Sendeanlage also in Betrieb und prüfen, ob sie hält, was sie verspricht: Nämlich störfreien Sound in bitte sehr latenzfreier Kabelqualität.

Auf Sendung

Eigentlich braucht es die Bedienungsanleitung nicht, alles erklärt sich intuitiv. Sei es die Konfiguration des Tuners oder die Etablierung einer sicheren Funkverbindung. Von daher verzichte ich hier auch auf Konfigurationsdetails und will stattdessen gleich ans Eingemachte gehen: den (hoffentlich) guten Ton. Für die Stromzufuhr des Bodenempfängers habe ich übrigens nicht das mitgelieferte 9-Volt-Netzteil verwendet, sondern mein Pedalboard-Netzteil, das auch die anderen Bodeneffekte mit den gewohnten Netzanschlüssen versorgt. Laut Shure ist es dem Empfänger einerlei, wie die Polung anliegt. Klasse.

Schaltet man beim Shure GLXD16 Sender und Empfänger ein, finden sich diese umgehend und zeigen die etablierte Verbindung per LED an beiden Geräten an. Bei Verwendung mehrerer Systeme muss nur darauf geachtet werden, dass die Sendepärchen nacheinander eingeschaltet werden und alle in derselben Gruppe agierend. Den restlichen Funkaufbau übernehmen die Geräte automatisch. Eine sehr alltagstaugliche, effiziente Lösung, die Fehlfunktionen – eher -konfigurationen – fasst vollkommen ausschließen.

Also gleich mal zur Gitarre gegriffen. Kurz gesagt: funktioniert! Selbst ein Verlassen der eigenen Wohnung und Entfernungen des Senders, die größer als auf allen denkbaren Bühnen sein dürften, lassen die saubere Audioverbindung nicht abbrechen oder aussetzen. Da habe ich schon anderes erlebt. Also wieder zurück in die Wohnung und die beiden Lackmustests absolvieren, die über »go or no« entscheiden:

Klang & Latenz im Shure GLXD16 Test

Wie ist der Sound im Vergleich zur Kabelverbindung? Und gerade bei digitalen Systemen besonders wichtig: Gibt es eine spürbare Verzögerung zwischen gespielter und hörbarer Note? Digitale Systeme sind gezwungen, analoge Signale zu wandeln, was technisch bedingt Zeit kostet. Die Frage ist nur: wieviel Zeit? Ist diese sogenannte Latenz fühlbar oder so gering, dass sie faktisch nicht spürbar ist? Um beides zu klären, spiele ich über Kopfhörer, denn auch die Wegstrecke, die der Schall zurücklegt – in meinem Fall vom Gitarrenlautsprecher bis zu meinen Ohren – kostet Zeit, verursacht Latenz. Über Kopfhörer wird dies auf ein Minimum begrenzt.

Der Sound ist exzellent, ich kann es nicht anders sagen. Im Vergleich zur reinen Kabelverbindung konnte ich keine Klangunterschiede feststellen. Da ist weder ein Low-Cut im Bassbereich, noch eine Dämpfung der Höhen feststellbar. Beides habe ich bei hochwertigen, analogen Sendeanlagen schon beklagen müssen. Im Gegenteil: Vielleicht grenzt es an Einbildung, aber mir kam es so vor, dass im Vergleich das Kabel sogar geringfügig mehr Höhen geschluckt hat, sprich das Beta Guitar Pedal Digital Wireless System sogar minimal »offener« klang.

Auch die Dynamik bleibt erhalten. Soundmäßig spielt diese Funkstrecke also ganz, ganz vorne mit – der Kabellösung absolut ebenbürtig. Auch die Latenz ist für mich nicht wahrnehmbar. Selbst bei schnellen Licks, völlig »trockenem« Gitarrensound ohne Delays, Hall und anderen zeitbasierten (somit die Latenz vergrößernden) Effekten kann ich die Latenz, die ein digitales Funksystem qua Definition haben muss, nicht wahrnehmen. Andersherum gesprochen: Jeder Gitarrist, dessen Ohren weiter als zwei Meter von der Gitarrenbox entfernt sind, wird definitiv mit mehr Latenz zu kämpfen haben.

Übersicht Shure GLXD16 Review

PRO

  • Robuste Metallgehäuse
  • Einfache Bedienung
  • Keine klanglichen Qualitätseinbußen
  • Vollwertiger Tuner
  • Anzeige der Akkulaufzeit
  • Wechselbares Kabel

CONTRA

  • Kein Zweitakku im Lieferumfang

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Fazit zum Shure GLXD16 Test

Das Shure GLXD16 bietet die Bewegungsfreiheit von Funksystemen und die Klangqualitäten eines Kabels. Die Sendefrequenzen im 2,4-GHz-Band sichern den kostenfreien, weltweiten Betrieb auch über das Jahr 2015 hinaus. Die hochwertige Verarbeitung im Metallgewand für Sender und Empfänger und das durchdachte Design lassen die Funkstrecke so einfach bedienbar werden und genauso gut klingen wie bei der Nutzung herkömmlicher Kabelverbindungen. Auch Latenzen sind bei diesem System kein Thema. Durch den vollwertigen Tuner ist der Empfänger im Pedalboard-Format besonders Gitarristen und Bassisten zu empfehlen, die eine Funklösung für ihr Pedalboard suchen.

Shure GLXD16

Das Shure GLXD16 ist robist, einfach bedienbar, klingt sauber und ist gut bestückt – Volltreffer!

Die Bedienung ist übersichtlich und sicher. Zudem sind die Stromversorgung über den Bodentreter-typischen 9-Volt-Anschluss für den Empfänger und die Akku-Lademöglichkeit im Taschensender via USB alltagstaugliche Lösungen, die das System sehr einfach in herkömmliche Setups integrieren lassen.

Ein zweiter Akku im Lieferumfang wäre das i-Tüpfelchen gewesen, aber als Kritikpunkt kann auch dies nur schwer gelten. Dafür vielleicht noch einen Wunsch an das Entwickler-Team: Der Output-Gain des Empfängers digital zwischen -20 und +40 dB ist hervorragend gelöst: So ist bei Wahl von 0 dB Unity Gain gewährleistet. Wie genial wäre es doch, anhand eines zweiten Fußschalters zwischen 0 dB Unity Gain und einer zweiten Gain-Anhebung von bis zu +40 dB wählen zu können? Damit wäre quasi ein schaltbarer Clean-Booster auch noch mit an Board gewesen…

Trotzdem: Auch so leistet sich das Funksystem keine wirklichen Schwächen und der hervorragende integrierte Tuner macht die Sache so richtig rund. So gibt es im Shure GLXD16 Test auf delamar die volle Punktzahl: fünf von fünf aufgedrehten Potis!

Inhaltsverzeichnis // Shure GLXD16 Test

  1. Was erwartet dich?
  2. Review
  3. Pro & Contra
  4. Fazit
  5. Wertung

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EXZELLENT

Shure GLXD16 Testbericht am 04.04.2014

Produkt:      Shure GLXD16
Hersteller:    

Preis:  479,00 Euro
UVP:    532,23 Euro

Kurzfazit

Digitale Funkstrecke im kostenfreien 2,4-GHz-Band mit Tuner. Ein Funksystem für Gitarre und Bass im Pedalboard-Format mit vollwertigem Tuner. Hohe Verarbeitungsqualität trifft auf eine Klangübertragung ohne hörbare Qualitätsverluste oder spürbare Latenz.

Für wen

Profi-Gitarristen und -Bassisten, die eine Funkstrecke für Ihr Pedalboard suchen und den integrierten Tuner gebrauchen können.

Wichtige Merkmale
  • Digitale Funkstrecke Für Gitarre/Bass
  • Sender + Empfänger + Gitarrenkabel
  • Für den Einsatz auf dem Pedalboard
  • Frequenzbereich: 2,4 GHz
  • Automatischer Frequenzmanager
  • True Diversity
  • Vor WLAN-Einstreuungen geschützt
  • Max. 16 Stunden Akkulaufzeit

 

Lesermeinungen (3)

zu 'Shure GLXD16 Test: Digitales Funksystem für dein Pedalboard'

  • tank   05. Apr 2014   23:57 UhrAntworten

    Muss sich Line6 jetzt warm anziehen oder anders gesagt: nachbessern?

  • Thom   28. Mai 2014   17:31 UhrAntworten

    Hallo, habe mir das System zugelegt und muss sagen, es überzeugt mich nicht.
    Warum, wo doch fast alle Reviews nahezu euphorische Testergebnisse liefern?
    Ganz einfach, es klingt nicht wie ein Kabel. Die Höhen treten deutlich stärker in den Vordergrund und die Sanfte Kompression verschwindet. Ich empfinde den Sound als harsch.
    Nein, ich spreche nicht von Nuancen. Man kann den Unterschied deutlich hören. Allerdings benötigt man dafür einen guten, dynamischen Röhrenamp. Wer den ganzen Abend ohne das Volumpoti zu bemühen in einer Lautstärke und einer Gainstufe spielt, merkt das wahrscheinlich nicht. Mich stört es aber so massiv, dass das GLXD16 wieder zurück geht. Da hol ich mir lieber ein gutes Kabel.

    • Markus   16. Jun 2014   20:11 UhrAntworten

      Hallo Thom,

      zu den Höhen: Ich hatte es nicht so intenxiv empfunden, wie Du. Wie ich ja schrieb:

      "Vielleicht grenzt es an Einbildung, aber mir kam es so vor, dass im Vergleich das Kabel sogar geringfügig mehr Höhen geschluckt hat, sprich das Beta Guitar Pedal Digital Wireless System sogar minimal »offener« klang."

      Die Frage wäre nun: Boostet das GLXD16 ungewünscht Höhen, oder schluckt im Vergleich das konventionelle Kabel diese? Was für ein Kabel in welcher Länge spielst Du denn für gewöhnlich? Sollte nämlich der kapazitive Widerstand des verwendeten Kabel allzu hoch sein und das summiert sich dann noch über viele Meter, dann würde ich eher drauf tippen, dass Du "dämpfende" Kabel bevorzugst ;) Ich habe zum Vergleich ein relativ hochwertiges und nur 3m kurzes Kabel zum Vergleich genommen, und mein Eindruck war der, den ich beschrieb.

      Deine Kritik, dass das GLXD Kompression entgegen wirkt, also expandierend wirkt kann ich in der Tat nicht nachvollziehen. Aber eines mit Sicherheit: Für den Soundgourmet, der keine Kompromisse zugunsten Wireless eingehen will, dem bleibt immer eines: Beim GUTEN Kabel bleiben. Ob die Soundunterschiede aber wirklich so gravierend sind, dass sie im Bandkontext auf der Bühne - denn wo sonst macht ein Wireless System sonst wirklich Sinn?! - spätestens im Publikum noch einen Unterschied machen ... dass lasse ich mal dahin gestellt ;)

      Grüße
      Markus

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