Rode Podcaster Test: Dynamisches USB-Mikrofon mit Kopfhöreranschluss

Rode Podcaster

Im Rode Podcaster Test fühlen wir diesem robusten USB-Mikrofon-Klassiker auf den Zahn ... erfahre im Review, wie kräftig das dynamische Mikrofon zubeißt und ob es das auch morgen noch kann!

Was ist es?

Das Rode Podcaster ist ein dynamisches Mikrofon mit der Richtcharakteristik Niere. Nach Art eines klassischen Sprechermikrofons musst Du es wie eine Pistole auf dich richten und auf den runden Kopf des Mikrofons sprechen (»end address«).

Wandler sind integriert und als Schnittstelle zum Audio PC (Windows-Rechner oder Mac) dient eine USB-Buchse. So fällt das Rode Podcaster in die Kategorie der USB-Mikrofone – Du benötigst kein zusätzliches Audio Interface für Aufnahmen bzw. Streaming.

Ein Kopfhöreranschluss ist an Bord. Du kannst also sofort abhören, wie deine Stimme, dein Gesang oder dein Instrumentenspiel in der Aufnahme oder im Stream klingt.

Die wichtigsten technischen Daten und den Lieferumfang findest Du wie gehabt im Infokasten zu diesem Rode Podcaster Erfahrungsbericht.

Der komplette Lieferumfang versammelt für den Rode Podcaster Test

Diese Utensilien liegen dem Rode Podcaster bei

Nötiges Zubehör

Du brauchst noch ein Mikrofonstativ, einen Schwenkarm zur Befestigung am Schreibtisch oder zumindest ein kleines Tischstativ. Letzteres ist nicht enthalten, aber optional erhältlich. Zusätzlich zu empfehlen ist die hauseigene elastische Halterung (»Mikrofonspinne«) vom Typ PSM1 – gegen Körperschall, siehe auch das Kapitel »Ausstattung«.

Lies hier auch den Rode NT-USB Test

Rode Podcaster: Features

  • Dynamisches Mikrofon
  • Richtcharakteristik: Niere
  • Übertragungsbereich: 40–14.000 Hz
  • Max. Schalldruck: 115 dB SPL (1% THD)
  • Wandler zur direkten Aufnahme am Computer via USB
  • Aufnahme mit max. 18 Bit & 48 kHz
  • Kopfhöreranschluss (regelbar)
  • Empfindlichkeit: -51±3 dB re 1V/Pa (2,8 mV @ 94 dB SPL) @ 1 kHz
  • Signal-Rausch-Abstand: >78 dB(A)
  • Stromversorgung via USB
  • Maße: 215 x 56 mm
  • Gewicht: 610 g
  • Lieferumfang
    • Mikrofon: Rode Podcaster
    • Halterung zur Befestigung an einem Mikrofonstativ
    • USB-Kabel (3 Meter)

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Rode Podcaster Testbericht

Erster Eindruck und Verarbeitung

Das Rode Podcaster glänzt im wahrsten Sinne mit einer glatten, schneeweißen, an Keramik erinnernden Oberfläche. Ob das Design dein Fall ist, kannst Du anhand der repräsentativen Produktbilder entscheiden.

Mit dem Gewicht von gut 600 Gramm und dem extrem robusten, aus einem Stück gefertigten Metallgehäuse ginge das Rode Podcaster glatt als Mordwaffe durch. Ein extrem festes Drahtgeflecht bildet den Mikrofonkorb. Der Deckel, unter dem sich die von einer schwarzen Schaumstoffhaube umstülpte Kapsel befindet, lässt sich sehr sauber an- und abschrauben.

Die Aussparung rings um die leicht versenkte Kopfhörerbuchse ist locker breit genug, um auch Kopfhörer mit sehr klobigen Miniklinkensteckern nutzen zu können. Der Regler für die Kopfhörerlautstärke ist griffig.

Technik & Ausstattung des Rode Podcaster

Zunächst ist zu erwähnen, dass es sich hier um ein Mikrofon handelt, das im Englischen mit dem Attribut »end address« beschrieben wird – ähnlich wie bei anderen dynamischen Mikrofonklassikern wie dem Electro-Voice RE20 oder dem Shure SM7B musst Du »oben auf den Kopf« des Mikrofons sprechen. Platziere es also so, dass es wie eine Pistole auf dich zeigt ist.

Lies hier den Shure SM7B Test

Elastische Kapselaufhängung kontert Körperschall

Dank elastisch gelagerter Kapsel wird weniger Körperschall übertragen als bei Mikrofonen mit starr montierten Kapseln. So erwartet dich deutlich weniger tieffrequentes »Rumpeln« durch Fußtritte im Aufnahmeraum oder andere Schwingungen, die auf das Mikrofongehäuse übertragen werden.

Das ist sehr löblich und ein Vorteil gegenüber den meisten Mitbewerbern. Allerdings war eine solche Lösung meiner Erfahrung nach nie so gut wie eine externe elastische Halterung (auch »Mikrofonspinne« genannt). Das ist auch hier der Fall. Eine passende Spinne bietet der Hersteller zum Straßenpreis von 40 Euro.

Kein Regler für die Vorverstärkung

Ein Gain-Regler für die Vorverstärkung des Signals ist nicht an Bord. Stattdessen musst Du diese wie bei vielen anderen USB-Mikrofonen auch über die Audiogeräteeinstellungen in Windows oder Mac OS regeln. Ich bevorzuge eine haptische, immer greifbare Lösung.

Zugegeben: Wer einmal ein stimmiges Recording- bzw. Streaming-Setup gefunden hat und seine Sitzposition von Session zu Session ungefähr beibehält, braucht hier kaum noch einzugreifen.

Direktes Monitoring per Kopfhörer

Am Gerät selbst regelbar ist lediglich die Kopfhörerverstärkung. Der Sound ist gut und der Output bei höchster Reglerstellung sehr kräftig, so dass Du auch ein Modell mit niedriger nutzen kannst.

Klang

Stimme

Shaker

Grundrauschen

Sehr schön: Das Eigenrauschen Rode Podcaster ist so gering, dass es in der Praxis fast durchgängig abwesend ist. Auch bei relativ niedrigem Nutzpegel, also bei moderater Vorverstärkung und/oder leisen Passagen in den aufzunehmenden Klängen wird es praktisch nie zu hören sein.

Frequenzgang

Das Rode Podcaster produziert einen sprachverständlichen, durchsetzungsfähigen Klang. Zumindest bei der Nahbesprechung (siehe unten) ist der Sound zur Genüge bass- und höhenreich, doch vor allem die Mitten um 9 kHz herum dominieren.

Frequenzgang - Rode Podcaster Review

Der Frequenzgang des Rode Podcaster weist eine deutliche Höhenanhebung zur Präsenzverstärkung auf

So erscheinen Stimmen sehr präsent – wichtig bei parallel abgespielter Musik (auch wenn diese nur leise im Hintergrund erklingt) oder sonstigem Playback. Prima für Podcasts, Streams & Co.

Du musst dir im Klaren sein, dass die meisten dynamischen Mikrofonen – so auch das Rode Podcaster – bauartbedingt nicht ganz bis in die oberen Frequenzregionen vordringen. So lässt der Sound bedingt durch die Bauweise immer etwas an »Luftigkeit« und Brillanz vermissen.

Nahbesprechung

Das Rode Podcaster ist ein Mikrofon mit Richtwirkung (konkret: mit der Richtcharakteristik Niere). Als solches weist es im Gegensatz zu Modellen mit Kugelcharakterakteristik den sogenannten Nahbesprechungseffekt auf – der Klang wird basslastiger, je näher Du mit dem Mund an den Mikrofonkorb rückst.

Das ist auch unbedingt nötig, denn ein guter, voller, weitgehend naturgetreuer Klang entfaltet sich nur aus nächster Nähe. Du solltest dich nie weiter als 5 bis maximal 10 cm von der Kapsel des Rode Podcaster entfernen. Andernfalls dominieren die Mitten für meinen Geschmack zu sehr und der Sound wird unangenehm »blechern«.

Zu empfehlen ist daher ein recht ausladendes Stativ hinter dem Tisch oder besser Mikrofonarm. Ein kleines Dreibein-Tischstativ ist prinzipiell möglich, aber nicht zu empfehlen (niemand möchte ständig nach vorn gebeugt am Tisch sitzen müssen).

Maximaler Schalldruck

Der maximale Schalldruck wird mit 115 dB SPL angegeben. Das heißt, dass ein Klang mit diesem Schalldruckpegel eine gesamte harmonische Verzerrung (eng verwandt mit dem Klirrfaktor) von 1% bewirkt. Die in diesem Maße verstärkten Obertöne – anders gesagt die Sättigung – führen in der Regel noch nicht zu einer nennenswerten Klangverfälschung/Qualitätseinbuße.

115 dB sind kein Spitzenwert, aber ausreichend – Du müsstest schon sehr laut schreien. Blasinstrumente oder stark aufgerissene Gitarrenverstärker können schon viel eher solche Pegel erreichen, doch der Hersteller weist das Rode Podcaster klar als Sprechermikrofon aus.

Übersicht Rode Podcaster Review

PRO

  • Gute Sprachverständlichkeit
  • Geringes Eigenrauschen
  • Integrierter Popschutz und elastische Kapsellagerung funktionieren zuverlässig
  • Regelbarer Kopfhörerausgang zum direkten Abhören
  • Massives Metallgehäuse und rundum exzellente Verarbeitung
  • 10 Jahre Garantie

CONTRA

  • Klingt nasal und eng bei mehr als 5 cm Entfernung
  • Vorverstärkung nur per Software regelbar

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Fazit zum Rode Podcaster Test

Das Rode Podcaster ist ein Veteran unter den USB-Mikrofonen. Es punktet mit einem sehr präsenten, sprachverständlichen Klang, so dass Stimmen sich inmitten von Hintergrundmusik und dergleichen sehr gut durchsetzen. Für Sprache im Kontext von Podcasting, Streams, Netzradios etc. ist das in der Regel genau das Richtige. Ob das deinen Geschmack (v.a. für Gesang) trifft, musst Du in unseren Klangbeispielen hören oder selbst testen – allzu »luftig« in den Höhen klingt unser Kandidat als dynamisches Mikrofon nicht.

Uneingeschränkt zu loben ist das sehr geringe Eigenrauschen – praktisch nie kommt es zum Vorschein, wenn sich dein Nutzsignal in den oberen Gefilden des Aussteuerungsbereichs befindet. Auch zeigt sich der Proband recht unempfindlich gegenüber Plosiven und stärkeren Atemausstoß generell. Ein externer Popschutz ist hier keineswegs zwingend.

Für mich unverzichtbar bei einem USB-Mikrofon: Mit der Kopfhörerbuchse in Miniklinkenformat kann ich meine Stimme noch vor der Digitalwandlung direkt und latenzfrei abhören. Dabei ist auch die Lautstärke regelbar. Je nach Setup gelingt zwar auch das Monitoring über ein zweites Audio Interface, aber das geht dann oft mit einer spürbaren, irritierenden Signalverzögerung einher.

Die Verarbeitung ist über jeden Zweifel erhaben. Das aus einem Stück gefertigte Metallgehäuse und der Mikrofonkorb sind extrem widerstandsfähig und perfekt zusammengesetzt. Die ohnehin robuste Natur eines Tauchspulenmikrofons kommt hier noch hinzu. Obendrein gibt’s zehn Jahre Herstellergarantie – perfekt.

Die Vorverstärkung ist nur per Software regelbar, was sich bei häufig wechselnden Aufnahmebedingungen umständlich werden kann. Das neuere Rode NT-USB inklusive Tischstativ ist sofort einsatzbereit, anders als unser Kandidat im Rode Podcaster Test.

Das Rode Podcaster ist ein echtes Sprechermikrofon für Podcasting oder Radioanwendung. Für den optimalen Sound benötigst Du einen kleinen Abstand zur Kapsel. Wenn die Entfernung zwischen Mund und Mikrofonkorb größer als 5 cm wird, klingt es mir zu nasal und eng.

Alles in allem heimst der Proband im Rode Podcaster Review eine überdurchschnittliche Wertung ein. Der auf Präsenz und Verständlichkeit getrimmte, rauscharme Sound und die Verarbeitung überzeugen, nur der eingeschränkte Komfort in Sachen Abstand ist nicht wegzudiskutieren. Wer damit leben kann, macht mit diesem modernen Klassiker nichts falsch.

Inhaltsverzeichnis // Rode Podcaster Test

  1. Was erwartet dich?
  2. Review
  3. Pro & Contra
  4. Fazit
  5. Wertung

Mehr zum Thema:
      

ÜBERDURCHSCHNITTLICH

Rode Podcaster am 31.10.2017

Produkt:      Rode Podcaster
Hersteller:    

Preis:  172,00 Euro
UVP:    249,00 Euro

Kurzfazit

Dynamisches Mikrofon als Podcasting Equipment, zum Streaming von Videospielen auf Twitch & Co., für YouTube und mehr. Wer sich mit dem Rode Podcaster in Streams, Podcasts & Co. übt, wird von der hohen Sprachverständlichkeit und Präsenz dieses USB-Mikrofons profitieren. Ein externer Popschutz und eine Spinne sind oft überflüssig, außerdem ist ein regelbarer Kopfhöreranschluss an Bord. Die Verarbeitung ist herausragend gut. Komforteinschränkungen bestehen, da der Klang nur bei sehr konsequenter Nahbesprechung gut und die Vorverstärkung nur per Software regelbar ist.

Für wen

Podcaster, Streams und Videovertonungen suchen.

Wichtige Merkmale
  • Dynamisches Mikrofon
  • Richtcharakteristik: Niere
  • Übertragungsbereich: 40–14.000 Hz
  • Max. Schalldruck: 115 dB SPL (1% THD)
  • Wandler zur direkten Aufnahme am Computer via USB
  • Aufnahme mit max. 18 Bit & 48 kHz
  • Kopfhöreranschluss (regelbar)
  • Empfindlichkeit: -51±3 dB re 1V/Pa (2,8 mV @ 94 dB SPL) @ 1 kHz
  • Signal-Rausch-Abstand: >78 dB(A)
  • Stromversorgung via USB
  • Maße: 215 x 56 mm
  • Gewicht: 610 g
  • Lieferumfang
    • Mikrofon: Rode Podcaster
    • Halterung zur Befestigung an einem Mikrofonstativ
    • USB-Kabel (3 Meter)

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