PSP Echo Testbericht
Tape Delay Plugin

PSP Echo Testbericht

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Was ist es?

Das PSP Echo ist ein Tape Delay Plugin, das sich vielseitig einsetzen lässt. Es eignet sich bestens für klassische Anwendungen wie etwa Slap Back Delay, Ping Pong sowie beliebige Echos. Weiterhin kannst Du durch das Ändern einiger Parameter im laufenden Betrieb authentische Slide- und Pitch-Effekte erzeugen. Das PSP Echo enthält zudem einen eingebauten Ducker, der es Dir einfacher macht, deinen Mix sauber zu halten. Interessante Flutter-Delays oder Chorus-ähnliche Effekte kannst Du mit Hilfe des Tape-Wow generieren.

Insgesamt hat das PSP Echo vier Delay-Einheiten unter der Haube. Zwei Pre-Delays für Ping Pong und zwei Echos. Im Weiteren lässt sich das Delay-Signal mit dem Drive-Regler in die Sättigung fahren. Der TapeSpeed-Regler kann den Klang des Delays sowohl auf eine subtile als auch auf eine drastische Art färben. Dabei ist eine Reichweite von 7,5 IPS bis 30 IPS verfügbar. Es gilt die einfache Faustregel: Je höher die Bandgeschwindigkeit desto mehr High-End im Sound.

PSP Echo Testbericht

Ein erster Screenshot für unseren PSP Echo Testbericht – so schaut’s aus


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PSP Echo Testbericht

Einleitung


Passend dazu


Der polnische Plugin-Hersteller Professional Sound Projects (PSP) hat schon einige hervorragende Delay-Plugins auf dem Markt. Darunter gibt es eine Emulation des PCM 42 von Lexicon (PSP 42), die eigenen Weiterentwicklungen des PSP 42 (PSP 84 & 85) und ein mächtiges Multi-Tap Delay. All diese Plugins haben einen großen Funktionsumfang und bergen sehr viel kreatives Potenzial.

Bei der täglichen Studioarbeit braucht man jedoch häufiger einfache Delays, wie etwa ein simples Echo. Das PSP Echo ist genau solch ein Plugin. Seine Stärken sind die einfachen Anwendungen, die, wie der Begriff »Tape Delay« vermuten lässt, mit einem warmen und charakteristischen Sound daherkommen.

 

Installation und ein erster Eindruck

Wenn Du schon einmal einen ganzen Vormittag damit verbracht hast, dein neustes Plugin zu registrieren, Serials einzutippen und Registrierungsdateien herunterzuladen, um es am Ende doch nicht zum Laufen zu bekommen, dann wirst Du dich über das Prozedere des Herstellers freuen. Du brauchst lediglich die Installations- sowie die Lizenzdatei von deinem PSP-Account herunterzuladen und diese anschließend in der gleichen Reihenfolge zu installieren. Das war’s. Sehr praktisch für User, die ihren Audio-Computer nicht ans Internet anschließen wollen.

Mir fällt häufig auf, dass die Bedienung analog anmutender Benutzeroberflächen sich oftmals sehr unpraktisch gestaltet. Hier hat PSP dieses Problem mit großen, in hoher Auflösung verstellbaren Reglern gelöst. Dennoch finde ich die Bedienung im Vergleich zu Plugins, die hauptsächlich auf Fader setzen, weniger komfortabel.

Das Plugin weist eine reduzierte Anzahl logisch benannter Parameter auf. Dadurch ist das PSP Echo weitestgehend selbsterklärend und sofort einsatzbereit. Der beste Beweis für die Einfachheit des Echo ist das englische Handbuch, welches das Plugin auf gerade mal 14 Seiten ausführlich erklärt. Alle Parameter sind jederzeit sichtbar und ermöglichen einen sofortigen Zugriff. Eine Ausnahme stellt der eingebaute Ducker da. Um seine Parameter zu erreichen, muss der Knopf über der Aufschrift gedrückt werden. Dann öffnet sich das Fach mit den Parametern, mit deren Hilfe der Ducker eingestellt werden kann. Diese Lösung finde ich praktisch, weil der Ducker eher selten zum Einsatz kommt und die Oberfläche bei permanenter Verfügbarkeit unnötig unübersichtlich wäre:

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Die vier Regler für den Ducker

Was eigentlich so selbstverständlich ist und doch bei vielen Delays fehlt, ist ein Tap-Tempo-Button. Beim Echo klickt man einfach auf das zentral positionierte Logo im Takt und Echo stellt die Delay-Zeit dementsprechend ein. Ein weiteres nützliches Feature ist der »Panic«-Knopf. Hat man sich mit dem Feedback-Regler verschätzt und das Delay schaukelt sich langsam hoch, kann dieser Prozess durch einen Klick auf das gleiche Feld, das für das Tap-Tempo vorgesehen ist, gestoppt werden.


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In der Praxis

Um zu prüfen, was ein neues Plugin so kann, höre ich mir immer gerne mal die Presets an. Hier erlebte ich schon die erste Überraschung: Es gibt lediglich 19 Presets. Diese sind jedoch sehr unterschiedlich (z.B. Basic Stereo, Chorus, Flutter etc.) und decken alle Möglichkeiten des Plugins ab. Folglich bieten sie einen hervorragenden Ausgangspunkt für weitere Anpassungen. Trotzdem hätte ich mir im Hinblick auf einen verbesserten Workflow ein paar Standard-Presets wie solche mit den Taktungen ½, ¼ und mehr gewünscht. Ist aber auch nicht weiter schlimm, da diese Einstellungen schnell gemacht und gespeichert sind.

Das Plugin lässt sich, wie bereits erwähnt, sehr schnell und intuitiv bedienen. Dabei erreicht man stets sehr gute Ergebnisse. Es gibt wohl wenige Plugins, bei denen Slide-Effekte, die durch Realtime-Änderungen der Delay-Time erzeugt werden, so gut klingen. Spätestens bei solchen Effekten, hört man bei den meisten Delays digitale Artefakte heraus. Mit dem PSP Echo lassen sich solche Effekte sehr authentisch realisieren. Für Musikrichtungen wie Dub wäre dieses Plugin definitiv meine erste Wahl.

Mit dem Tape-Wow kannst Du Gleichlaufschwankungen eines Bandes simulieren. Dabei lassen sich die Frequenz und die Stärke der Schwankungen einstellen. Schade, dass nur feste Frequenzen eingestellt werden können und es keine Zufallsfunktion gibt, womit die periodischen Schwankungen, die es so in der Realität nicht gibt, vermieden werden könnten.

Mit einem Klick auf das untere PSP-Logo wird die Rückseite des Plugins eingeblendet. Hier findest Du Infos zum Plugin, der Lizenz und ein Blockschaltbild:

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Das Blockschaltbild mit dem Routing der Signalverarbeitung

Der eingebaute Ducker weist ähnliche Parameter wie ein Gate/Expander auf: Threshold, Open (Attack), Close (Release) und Range, womit bestimmt werden kann, wie stark das Delay gedämpft wird. Beim Testen fiel mir sofort auf, dass dieser Ducker meistens besser funktioniert, als meine aufwendigen selbstgebauten Delays mit Sidechain-Kompressoren. Jedoch kann es auch hier passieren, dass man abhängig vom Material keine zufriedenstellenden Ergebnisse erzielt.

Aus diesem Grunde wünschte ich mir einen Sidechain-Eingang, um den Ducker z.B. mit einer extrem komprimierten Stimme oder einem Sinuston zu triggern. So könnte man ein kurzes Öffnen des Delays in dynamischen Passagen meiden. Ein zusätzlicher Sidechain-Eingang für den Ducker böte sicherlich eine Menge Potenzial, sich kreativ auszutoben. Dennoch ist der Ducker ein sehr nützliches Tool, um den Mix ohne großen Aufwand zu säubern.

 

Klang

Als Logic-Nutzer habe ich das interne Tape Delay sehr oft verwendet und fand es immer super. Das PSP Echo spielt da klanglich noch einmal in einer anderen Liga. Insbesondere die Drive-Schaltung prägt den Sound sehr deutlich. Das Plugin lässt sich sehr gut für Sättigung und leichte Verzerrungen zweckentfremden. Ich stellte fest, dass z.B. Drums mit voll aufgedrehtem Drive einen sehr interessanten Sound bekamen. Auch Vocals bekommen mit moderateren Einstellungen Charakter und Durchsetzungsfähigkeit. Ein Saturations-Plugin mit diesem Drive-Algorithmus wäre für mich ein potentiell interessantes Produkt. Vielleicht kommt da noch was von PSP.

Dub Delay

Dub Delay Automation

Ping Pong

Drive

Ducker

Slap Back

Chorus

Echo

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Fazit zum PSP Echo Test

Mit PSP Echo versprechen die Entwickler ein hochwertiges Tape Delay, das sowohl einfache Aufgaben erledigen als auch einige außergewöhnliche Effekte erzeugen kann. Das versprechen wird auch beinahe eingelöst. Denn das Delay ist in der Tat sehr hochwertig, insbesondere, wenn es um markante Tape-Echo-Effekte geht. Dennoch geht mit diesem Plugin nicht viel mehr als mit den meisten Bordmitteln unterschiedlicher DAWs.

Klanglich lässt das PSP Echo die Konkurrenz allerdings weit hinter sich. Auch die Anforderungen an die CPU sind sehr gering und machen das PSP Echo sehr schnell zur ersten Wahl, wenn ein Delay benötigt wird. In Zeiten stetig sinkender Preise für Software ist der Preis von 99,- US$ für ein einfaches Delay kein Schnäppchen. Im Hinblick auf den Sound und die Performance geht der Preis trotzdem in Ordnung. Der Ducker sowie das Tape-Wow sind meiner Meinung nach sehr nützliche Features, die aber nicht mit aller Konsequenz umgesetzt wurden.

Insbesondere für Hip Hop, wo mehr auf Delay statt Hall gesetzt wird, kann das Echo der Produktion dienlich sein. Für Dub-Produzenten, die in the box arbeiten, gehört das Plugin sicherlich zum Pflichtprogramm.

Dank der leichten Bedienung ist es für Anfänger gut geeignet. Fortgeschrittene können aus dem PSP Echo noch so einiges mehr rausholen. Man könnte meinen: das PSP Echo wächst bzw. entwickelt sich mit dem User.

Hier wurde das Rad nicht neu erfunden. Stattdessen entwickelte man ein hervorragendes Plugin, das wahrscheinlich viele seiner Konkurrenten hinter sich lässt. Wegen dem Preis, den ich für ein einfaches Delay etwas hoch finde, und dem fehlenden Sidechain-Eingang für den Ducker ziehe ich einen Stern ab. Es gibt also vier von fünf möglichen Punkten im PSP Echo Testbericht. Demjenigen, der das Geld übrig hat, kann ich das PSP Echo wärmstens empfehlen. Denn am Ende könnte ein gutes Delay auch schon mal den Unterschied machen.

PSP Echo Features

  • Delay
  • Plugin für Windows & Mac OS X
  • VST, AU, AAX, RTAS
  • 4 Mono-Delays
  • Tape-Wow
  • Integrierter Ducker
Hersteller: PSP
Produkt:

PSP Echo Test

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