Positive Grid Bias FX 2 Test: Sound-Wundertüte für Gitarristen

Positive Grid Bias FX 2 Test Review

Im Positive Grid Bias FX 2 Review die vielleicht beste Gitarrensoftware für den Audiorechner.

Was ist es?

Bei Positive Grid BIAS FX 2 handelt es sich um die nunmehr zweite Version der beliebten Verstärker- und Effektsoftware. Die neue Generation der Gitarrensoftware kommt mit einer hochauflösendeb DSP-Engine und viele weiteren Verbesserungen im Detail. In der neuen Version der Emulation werden reaktionsschnelle und authentische Gitarren- und Basstöne von Pop bis Metal, von Blues bis Alternative, Rock, und, und, und…geboten.

Die Software ist sowohl als Standalone-Applikation sowie als Audio Plugin für Windows und Mac verfügbar. Du kannst die Plugin-Version für AU, VST und AAX nutzen.


Passend dazu


Bias FX 2 Features

  • Gitarrensoftware mit Standalone-App und Audio Plugin
  • Realistisches Gitarren-Match
  • Effekte: Fuzz, Harmonizer, Time-Modelers, Echo Tape Delay, Tri-Chorus, Tube-Compressor uvm.
  • Neues Userinterface samt Presetmanager
  • ToneCloud-Zugriff für noch mehr Sounds
  • Looper und Recorder
  • Dualer Signalpfad mit mehreren Splittern
  • Windows 8 oder neuer
  • Mac OS 10.11 oder neuer

Die aktuelle Version von Bias FX 2 gibt es in drei verschiedenen Ausführungen: Standard für 99,- US-Dollar, Professional für 199,- US-Dollar sowie die Elite Version zu einem Preis von 299,- US-Dollar (meine Empfehlung).


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Positive Grid Bias FX 2 Testbericht

Erster Eindruck der Gitarrensoftware

Während viele andere Gitarren-Modeller sich in erster Linie darauf spezialisieren, eine möglichst korrekte Emulation bestehender Hardware-Amps umsetzen, scheint die Aufgabenstellung des amerikanischen Herstellers eine andere. Diese Gitarrensoftware kommt sehr flexibel und ist offen gehalten – ein Quell der Inspiration für die Kreation neuer Sound, dem Nachbauen bekannter Sound beliebter Bands oder einfach zum Songwriting.

Nach dem Kauf lädst Du die Musiksoftware einfach von der Herstellerwebseite herunter und installierst sie in wenigen Minuten. Ein Dialog fordert zum Eingeben der Login-Daten auf – klickst Du diesen weg, bleibt die Applikation im Demo-Modus und unterbricht in gewissen Abständen den Sound mit einem Piepen.

Klasse: Du kannst die Größe der Oberfläche entweder auf einen Standard stellen, der auch auf kleinen Monitoren gut zu sehen ist, oder auf den responsivem Modus. In letzterem passt sich die Größte automatisch an die von dir genutzte Bildschirmgröße an. Das klappt sehr gut auf allen drei Auflösungen, die getestet habe.

ToneCloud beim Positive Grid Bias FX 2

Ein Sound-Preview in der ToneCloud beim Positive Grid Bias FX 2 Test.

Positive Grid Bias FX 2 ist einfach zu bedienen

Das Interface der Applikation ist sauber gehalten und optisch ansprechend. Gut: Eine Bedienungsanleitung brauchst Du nicht, um dich schnell zurechtzufinden. Oben links geht es zur sogenannten ToneCloud (sofern Du online bist). In dieser kannst Du nach weiteren Sounds suchen oder deine eigenen hochladen für andere User.

Die Sounds bekannter Künstler findest Du im Reiter Featured, auch diese scheinen kostenfrei zum Download zur Verfügung zu stehen. Heute findet sich hier beispielweise ein Sound von Marty Friedmann, Gitarrist von Megadeth. Du kannst die Sounds aus der ToneCloud direkt anspielen (geil!), bei Gefallen herunterladen und nach Wunsch auch kommentieren.

Da ich das noch nicht erwähnt hatte: Ich teste die Elite-Version, die aktuell umfangreichste vom Hersteller angebotene mit über 200 Sound-Presets, in denen die 100 Amp-Simulationen, 100 Pedal-Effekte und vieles mehr zur Verfügung stehen.

Preset-Manager beim Positive Grid Bias FX 2 Test

200 Sounds im Preset-Manager beim Positive Grid Bias FX 2 Test.

Presets im Positive Grid Bias FX 2 Test

Wenn ich eine neue Gitarrensoftware wie Bias FX 2 teste, dann gilt meine Aufmerksamkeit zunächst den Presets. Ich klicke mich durch viele, wenn nicht gleich alle durch und spiele sie mit einer meiner Gitarren an. Heute habe ich dazu eine Les Paul Standard verwendet, einige Tage zuvor eine Eclipse II mit aktiven Pickups.

Bis heute durfte ich eine Vielzahl an Hardware- und Software-Emulationen nutzen. Angefangen beim (seinerzeit) legendären Pod2 in Nierenform, dem V-Amp des Mitbewerbers, einem Eleven Rack, dem Sansamp (Hard+Soft), Amplitube, Guitar Rig, Pod HD 500 bis zum Axe FX und meinem persönlichen Liebling, dem Kemper. Und ich bin zu Beginn immer skeptisch, auch heute.

Doch es erwartet mich eine echte Überraschung. Die Positive Grid Bias FX 2 Gitarrensoftware kann mich schon nach wenigen Minuten mit ihrer Auswahl an Presets überzeugen. Außer dem Kemper hat bisher kaum eine andere Emulation bei mir für so viel Inspiration und augenblickliche Songideen geführt.

Alle Sounds scheinen sehr sorgfältig ausgewählt und liebevoll modelliert zu sein. Von der Auswahl des Gitarrenverstärkers über die Pedals bis hin zum Abschmecken der Effekte passt alles. Die Gitarrensounds sind sofort einsatzbereit und können so eingesetzt werden auf einer Bühne oder im Tonstudio.

Kleines Manko am Preset-Manager

Wir müssen kurz beim Preset-Manager bleiben und einen kleinen Haken ansprechen, den ich in meinem Positive Grid Bias FX 2 Test gefunden habe. Für den Test nutze ich sowohl einen älteren Laptop von 2014 als auch einen relativ neuen iMac Pro. Leider läuft der Preset-Manager nicht so flüssig, wie ich es von anderer Software gewohnt bin. Ein Gamer würde sagen, dass die Oberfläche laggt.

Es braucht nach einem Klick einige hundert Millisekunden, bis die Änderung ankommt. Das stört nicht nur beim Durchklicken der Presets, sondern auch beim Verändern der Sounds mit den Bedienelementen. Das ist sowohl bei der Standalone-Applikation als auch beim Plugin der Fall. Und seltsamerweise nutzt die Gitarrensoftware meistens gerade einmal 30% eines einzigen Kerns beim iMac Pro.

Kleines Update: Wenn ich die Applikation auf einem Full-HD Bildschirm laufen lasse, den ich ebenfalls am iMac angeschlossen habe, sind die Probleme mit dem Preset-Manager weg.

Übersichtlicher Aufbau eines Presets im Positive Grid Bias FX 2

Übersichtlicher Aufbau eines Presets im Positive Grid Bias FX 2 Test.

Zwei Ansichten für Sounds im Positive Grid Bias FX 2 Test

Lädst Du ein Preset, so kannst Du zwischen zwei Ansichten wählen. In der Abbildung über diesem Absatz siehst Du das Routing des Presets in übersichtlicher Form. Angeklickt ist im Screenshot aktuell der obere Amp, der daher in der unteren Hälfte dargestellt wird. Mit den Köpfen kannst Du diesen nun im Klang an deinen eigenen Geschmack anpassen.

Möchtest Du einen Bodeneffekt oder den anderen Amp bearbeiten, so klickst Du diese einfach an. Dann erscheinen sie im unteren Teil mit ihren Bedienelementen.

In dieser Ansicht kannst Du vier unterschiedliche Scenes für dein aktuelles Preset anlegen. In diesen kannst Du alles ändern von der Einstellung der Regler über die Anzahl der Bodeneffekte bis zu deren Status. Ob Du hier einfach nur mit einem Klick das Delay anschalten und Gain hochziehen, oder gleich ein anderes Pedalboard vor den Amp legen möchtest – alles möglich.

Möchtest Du grundsätzlich dein Preset aufbauen oder die Komponenten ändern, dann ist das hier die richtige Ansicht. Mit einem Klick auf +ADD öffnet sich der Effect Finder und Du kannst einen weiteren Effekt hinzufügen.

Effect-Finder im Positive Grid Bias FX 2 Test

Im Effect-Finder sind 100 Effekte hinterlegt, die Du in deine Kette einbauen kannst.

Möchtest Du den Amp verändern, reicht ein Doppelklick auf den aktuellen Amp. Es öffnet sich der Amp-Finder, in dem 200 unterschiedliche Modelle fein nach Low Gain, Crunch, High Gain, Acoustic und Bass sortiert sind. Anhand der genutzten Vorschaubilder und der Namen sollte es einem Kenner recht leicht werden, das gewünschte Modell zu finden.

Der Amp-Finder im Positive Grid Bias FX 2 Test

Der Amp-Finder bietet 200 unterschiedliche Gitarrenverstärker-Simulationen, meistens in sehr guter Klangqualität.

Performance-Modus für schnellen Zugriff

Die zweite Ansicht ist der Performance-Modus. Dieser ist eher für eine Live-Anwendung von Positive Grid Bias FX 2 gedacht. Die meisten Effekte und Amps sind hier in einer Ansicht zu sehen, die es dir vereinfacht, einzelne Effekte an- oder auszuschalten (siehe auch nächste Abbildung). Da nicht alle Effekte dieses Presets auf einen einzigen Bildschirm passen, finden sich rechts und links kleine Pfeile. Mit diesen kannst Du die restlichen Effekte ansteuern.

Ein Klick auf den Fußschalter aktiviert (oder deaktiviert) den Effekt, während ein Klick auf die Bedienelemente eine größere Darstellung des Effekts (oder Amps) aufruft. In dieser hast Du wieder Zugriff auf die einzelnen Bedienelemente und Regler.

Performance-Modus im Positive Grid Bias FX 2 Test

Der Performance-Modus bietet schnellen Zugriff auf alle Elemente eines Routings.

Für den Live-Einsatz gewappnet

Dass diese Gitarrensoftware gut durchdacht ist, zeigen nicht nur die beiden eben erwähnten Ansichten. Sowohl Applikation als auch Audio Plugin lassen sich via MIDI fernsteuern und automatisieren. Damit ist gewährleistet, dass Du innerhalb eines Sounds mit einem MIDI-Footswitch Änderungen per Tastendruck erzeugen kannst.

In dieselbe Scharte schlägt die Funktion mit den Quick Snaps, von denen Du bis zu acht je Preset anlegen kannst. Ein Snap ist dabei eine Einstellung des Presets, in der Du Effekte an- und ausschalten oder die Regler von Amps und Effekten verändern kannst. Es sind fast eigenständige Presets, die aber immer dasselbe Routing und dieselbe emulierte Hardware-Konfiguration nutzen.

Die Idee ist klasse, vor allem, wenn Du diese via Footswitch aufrufen kannst. Leider hat sich hier ein kleiner Bug eingeschlichen in der optischen Darstellung der Snaps. Zwar konnte ich unterschiedliche Einstellungen abspeichern und danach auch abrufen. Doch die Regler und LEDs zeigten im Performance-Modus nicht immer den tatsächlichen Status an. In der anderen Szenen-Ansicht lief das einwandfrei.

Looper gut zum Üben im Positive Grid Bias FX 2 Test

Eine Neuerung in der zweiten Version dieser Gitarrensoftware ist der Looper. Er ist sehr einfach gehalten und das macht seinen Charme aus. Du kannst hier recht schnell ein Gitarren-Backing einspielen und dann deine Skalen darauf üben oder kleine Songideen festhalten.

Wer möchte, kann diesen über MIDI fernsteuern, so dass er wie ein gewöhnlicher Looper mit dem Fuß zu bedienen ist.

Wie klingt und spielt sich der Positive Grid Bias FX 2?

Die allesentscheidende Frage für viele ist die nach dem Klang des Positive Grid Bias FX 2 – taugt der was? Ja, absolut. Fast alle Emulationen klingen richtig gut bis fantastisch und ich denke nicht, dass viele Menschen den Unterschied zum Original in einem Doppel-Blindtest heraushören würden. Spätestens aber in einer Produktion ist ein Klangunterschied sicherlich nicht mehr zu hören.

Eine ganz andere Nummer ist die des Spielens, denn hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Vorneweg möchte ich nochmals betonen, dass diese Gitarrensoftware richtig viel Spaß bereitet und überaus inspirierend ist. Und das Spielgefühl selbst ist auch gut, die Emulationen geben ihr Bestes um die feinen Nuancen eines echten Amps wiederzugeben.

Ich würde nicht sagen, dass Positive Grid Bias FX 2 hier neue Maßstäbe setzt (auch wenn es für mich seit diesem Test die geilste Software-Lösung für Gitarristen geworden ist). In Sachen Spieldynamik können Kemper und Axe Fx dann doch noch etwas drauflegen und ein noch realistischeres Spielgefühl vermitteln.

Doch um das klarzustellen: Wir reden hier nicht von Welten oder riesigen Sprüngen. Der Abstand hat sich verringert.

Wollten wir das Spielgefühl (und den Sound) mit dem Preis in ein Verhältnis bringen, so gibt es hier rein gar nichts auszusetzen. Klasse Software.






Guitar Match

Ganz zum Schluss möchte ich noch ein paar Sätze zu der neuen Funktion Guitar Match loswerden. Es handelt sich hier um die Emulation von 18 Gitarrenmodellen in der Elite-Version. Die Idee ist ähnlich dem Profiling, denn zunächst muss der Sound deiner angeschlossenen Gitarre kalibriert werden.

Du gibst ein, welchen Typ Gitarre Du gerade spielst. Danach legst Du fest, welche Pickups an welcher Position zu finden sind. Jetzt spielst Du deine Gitarre in allen Positionen an, damit die Software ein Profil erstellen kann.

Danach kannst Du aus deiner Paula eine Tele, Strat, ES-335 oder eine der anderen 18 Modelle machen. Wie Du in den nachstehenden Klangbeispielen hören kannst, gelingt das nur teilweise.

Dieses Feature solltest Du eher als Bonus sehen und Erweiterung der ohnehin schon enormen Möglichkeiten. Als Hauptgrund zum Kauf der Software taugt es meiner Ansicht nach nicht.

Les Paul zu Telecaster ’52 Reissue

Les Paul zu ES-335

Les Paul zu Stratocaster

Übersicht Positive Grid Bias FX 2 Review

PRO

  • Ein Quell der Inspiration
  • Viele tolle Sounds aus unterschiedlichen Musikgenres
  • Sehr gute Emulationen von Amps & Effekten
  • Durchdachte Bedienung
  • Sound-Tausch mit anderen Gitarristen in der ToneCloud

CONTRA

  • Kleinere Bugs
  • Preset-Manager laggt auf 5K Bildschirm

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Fazit zum Positive Grid Bias FX 2 Test

Für mich war es eine kleine Überraschung, denn ich kannte den Vorgänger von Positive Grid Bias FX 2 nicht. Diese Version der Gitarrensoftware ist für mich die aktuell beste am Markt (die ich kenne). Sie ist ausgeklügelt und durchdacht, bietet einen erstklassigen Komfort in der Bedienung und überrascht mit einem Set von 200 Presets, die mich immer wieder vom Schreiben dieses Reviews abgehalten haben.

Dieses Gitarren-Plugin bietet einen enormen Spaß-Faktor und ein klangliches Repertoire, das seinesgleichen sucht. Dabei bietet es ein gutes Spielgefühl und einen authentischen Sound, der Produktionen einen polierten Touch gibt.

Was das Spielgefühl angeht, so haben meiner Ansicht nach Kemper und Axe Fx, aber auch die neueren Gitarren-Amps von Universal Audio die Nase noch leicht vor. Allerdings musst Du für das Plus an Spielgefühl auch entsprechend zahlen.

Obwohl hier und da kleinere Bugs im Test aufgetaucht sind und der Preset-Manager nicht optimal auf einem 5K-Bildschirm läuft, möchte ich diese Software empfehlen. Insbesondere die hier getestete Elite-Version hat ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis und ist (ich weiß, ich wiederhole mich) ein Quell der Inspiration. Für mich ist das eines der wichtigsten Kriterien, wenn nicht das wichtigste. Es war viel zu einfach, sich in den Sounds dieser Gitarrensoftware zu verlieren und eine Songidee nach der anderen abzuspeichern.

Alles in allem handelt es sich hier um ein sehr gutes Angebot, insofern gebe ich gerne viereinhalb von fünf möglichen Punkten im Positive Grid Bias FX 2 Test.

Inhaltsverzeichnis // Positive Grid Bias FX 2 Test

  1. Was erwartet dich?
  2. Review
  3. Pro & Contra
  4. Fazit
  5. Wertung

SEHR GUT

Positive Grid Bias FX 2 am 16.05.2019

Produkt:      Positive Grid Bias FX 2
Hersteller:  Positive Grid

Preis:  99,00-299,00 Euro
UVP:    99,00-299,00 Euro

Kurzfazit

Die flexibelste Gitarrensoftware für den Audiorechner mit einer wahnsinnigen Bandbreite an Sounds. Das Angebot von Positive Grid Bias FX 2 scheint schier unendlich, wenn Du die Elite-Version kaufst. Du findest hier die wichtigsten Gitarrenverstärker und Pedal-Effekte in sehr guter Qualtität simuliert. Aktuell die vermutlich beste Gitarrensoftware für den Audiorechner.

Für wen

Gitarristen (fast) aller Musikgenres & Bassisten

Wichtige Merkmale
  • Gitarrensoftware mit Standalone Applikation
  • Nutzung als Audio Plugin für AU, AAX und VST
  • 100 Verstärker (Elite)
  • 100 Effekte (Elite)
  • 200 Presets (Elite)
  • 8 HD Racks
  • Guitar Match (emuliert 18 Gitarrenmodelle)
  • Dedizierter IR Loader
  • MIDI/Automation
  • Dualer Signalweg mit mehreren Splittern
  • Looper

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