Nowsonic Maxximizer Plus Test: Booster für dynamische Mikrofone

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Nowsonic Maxximizer Plus

Im Nowsonic Maxximizer Plus Review lernst Du ein praktisches Helferlein zum Boosten und Klangformen der Signale von pegelschwachen dynamischen Mikrofonen kennen ...

Was ist es?

Der Nowsonic Maxximizer ist ein Utensil für Toningenieure, die einem pegelschwachen Mikrofon (meistens ein dynamisches Mikrofon) auf die Sprünge helfen wollen. Mit dem in Aluminium gekleideten Mikrofonvorverstärker, der kaum größer und schwerer als ein 250-Gramm-Stück Butter ist, kannst Du das Signal um bis zu +25 dB Gain boosten. Verantwortlich dafür zeichnet eine JFET-Schaltung, die transparenten Sound verspricht. Ebenso spannend sind die Extrafunktionen. Die Übersicht:

Nowsonic Maxximizer Plus: Features

  • Mikrofonvorverstärker für Gain bis maximal +25 dB
  • Boost für (alte) Bändchenmikrofone & dynamische Mikrofone schaltbar
  • Ausgleich des Pegelverlusts bei langen Kabelstrecken
  • JFET-Schaltung für weitgehend transparente, neutrale Vorverstärkung
  • Wird mit Phantomspeisung (+48V) betrieben
  • Lastimpedanz regelbar von 150 Ω bis 15 kΩ
  • Hochpassfilter schaltbar
  • Aluminiumgehäuse
  • Eingang: XLR (3-polig), symmetrisch
  • Ausgang: XLR (3-polig), symmetrisch
  • Maße: 100 x 90 x 38 mm

Video über den Nowsonic Maxximizer Plus & Co.


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Nowsonic Maxximizer Plus Testbericht

Wofür brauchst Du das?

Mit der Grundfunktionalität – dem Boost – kannst Du nicht nur pegelschwache Mikrofone verstärken, sondern generell lange Kabelstrecken überbrücken oder den »eigentlichen« Mikrofonvorverstärker später in der Signalkette unterstützen.

Die variable Lastimpedanz ist nützlich zur klanglichen Nuancierung (abhängig vom Mikrofon). Schließlich dient das Hochpassfilter zur Dämpfung von Tritt- oder anderem Körperschall oder zum Kontern allzu starker Bässe beim Nahbesprechungseffekt.

Vorderseite des Nowsonic Maxximizer Plus mit Regler für die Lastimpedanz

An der Eingangsseite des Nowsonic Maxximizer Plus findest Du den Regler für die Lastimpedanz (Kommentar siehe unten)

Das Gerät funktioniert mit Phantomspeisung

Es bezieht seinen Strom vom angeschlossenen Mischpult/eigenständigen Mikrofonvorverstärker/Audio Interface – der entsprechende XLR-Eingang muss Phantomspeisung (+48 Volt) an das Gerät zurückliefern können.

Weiterer Strom ist für den Betrieb des Nowsonic Maxximizer Plus nicht nötig. Das betrifft auch die anderen Serienmodelle:

  • Maxximizer – 1 Kanal, nur mit fixem Boost
  • Maxximizer Stereo – 2 Kanäle, nur mit fixem Boost

Konstruktion

In Anbetracht seiner Funktionalität ist der Nowsonic Maxximizer Plus kompakt genug. Gleichzeitig ist rings um die Schalter und den Impedanzregler genug Platz, um diese gut bedienen zu können. Das Gewicht beträgt lediglich rund 250 Gramm, wofür hauptsächlich das Aluminiumgehäuse verantwortlich zeichnet.

Stahl hätte ich zwecks mehr Robustheit auf der Bühne noch lieber gesehen, doch das wäre vielleicht nicht ganz so günstig und vor allem deutlich schwerer gewesen. Bei nur halbwegs sorgsamer Behandlung sollte das Gerät auch so ein ganzes Tontechnikerleben überstehen.

Anschlüsse

Schön, dass der XLR-Eingang verriegelbar ist. Damit wird garantiert, dass das Signal nie unterbrochen wird, zumindest was die Verbindung zwischen dem Mikrofon und unserem Testkandidaten angeht. Sowohl die Ein- als auch die Ausgangsbuchse ist doppelt verschraubt. Die Schalter machen einen vernünftigen Eindruck und vor allem der Impedanzregler ist in puncto Verarbeitung und Haptik erste Sahne.

Mikrofon-Boost in der Praxis

Der Nowsonic Maxximizer Plus liefert eine erstklassig transparente, sehr klangtreue Verstärkung. Ich habe mich an die Regeln gehalten, die für jeden Mikrofonvergleich gelten sollten: Verglichen wird ein und derselbe Take. Dementsprechend habe ich einen Splitter genutzt, um das Signal sowohl an den Nowsonic Maxximizer Plus (und erst dann an mein Audio Interface) als auch direkt an einen zweiten Eingang des Interfaces zu senden.

Klangbeispiele: Nowsonic Maxximizer Plus vs. Direktsignal

Direktsignal

Signal via Nowsonic Maxximizer Plus

Die Unterschiede in der Klangfärbung sind so geringfügig, dass ich sie praktisch komplett dem deutlich stärkeren Gain des Direktsignals zuschreibe … typisch für ein dynamisches Mikrofon, musste ich den Gain-Regler am Audio Interface bis zum Maximum von +60 dB aufdrehen. Alles in allem lässt sich sagen, dass die Mission einer »sauberen«, praktisch färbungsfreien Vorverstärkung erfüllt wurde.

Damit ist der Weg frei, um a) dynamischen Klassikern wie dem Shure SM7B [Test] oder natürlich auch dem von uns verwendeten Sennheiser MD 421-II [Test] eine perfekte »Starthilfe« zu geben. Denn womöglich gefällt dir der Sound deines Preamps bei so hohem Gain nicht oder – und das ist wohl noch häufiger der Fall – er liefert erst gar nicht genug Gain für ein ausreichend kräftiges Nutzsignal.

Impedanzregler

Was den Nowsonic Maxximizer Plus endgültig zu einem Schweizer Taschenmesser in Mikrofonfragen macht, sind der Impedanzregler und das zuschaltbare Hochpassfilter.

Die Lastimpedanz zu regeln, hat oft nur geringe Auswirkungen auf die Klangfarbe. Bei manchen Mikrofonen lassen sich damit jedoch schöne Nuancen und DER Sound schlechthin herauskitzeln. Preamps ohne regelbare Lastimpedanz sind hingegen von vornherein auf einen einzigen Sound von Mikrofon X festgenagelt.

Dass das Ganze hier sogar stufenlos (im Gegensatz zu den sonst eher üblichen 2-Wege-Schaltern) und von 150 bis 15.000 Ohm funktioniert, lässt viel Spielraum.

Rückseite des Nowsonic Maxximizer mit schaltbarem Boost-Level und Hochpassfilter

Dank Schaltern für Output-Pegel und Low-Cut ist der Nowsonic Maxximizer Plus mehr als »nur« ein Booster

Hochpassfilter

Abschließend sei noch auf den Hochpassfilter hingewiesen. Der kann sehr hilfreich sein, wenn dein eigentlicher Vorverstärker bzw. dein Mikrofon keinen Hochpassfilter an Bord hat, um überbordende Bässe durch den Nahbesprechungseffekt und/oder Körperschall abzumildern.

Übersicht Nowsonic Maxximizer Plus Review

PRO

  • Praktisch färbungsfreie Verstärkung um beträchtliche +25 dB
  • Hochpassfilter gegen Körperschall bzw. für Klangformung nach Gusto
  • Stufenlose Anpassung der Lastimpedanz zur klanglichen Nuancierung
  • Sehr leicht dank Aluminiumgehäuse
  • Viel günstiger als der funktional grundsätzlich identische Mitbewerber

CONTRA

  • Könnte standfester und noch einen Tick robuster sein

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Fazit zum Nowsonic Maxximizer Plus Test

Der Nowsonic Maxximizer Plus ist schon durch den schaltbaren Boost dynamischer Mikrofone per Phantomspeisung ein willkommener Neuankömmling in einer sehr spärlich besetzten Lücke. Es gibt laut meiner Kenntnis mit den Geräten der Serie »Cloudlifter« von Cloud Microphones nur eine einzige vergleichbare Preamp-Serie in den Katalogen der einschlägigen Musikalienhändler. Ich kann mir nicht vorstellen, dass deren gepfefferte Preise jetzt noch gerechtfertigt sind.

25 dB Boost in einer solch makellosen Qualität können Gold wert sein. Und sei es nur zur Aufholverstärkung eines Signals im Live-Umfeld, das über eine sehr lange Kabelstrecke geschickt werden soll.

Ebenso attraktiv sind die Zusatzfunktionen des Geräts, dank denen sich Setups mit spartanisch ausgestatteten Mics oder Preamps pimpen lassen. Der Hochpassfilter ist ein Klassiker für schnelle Eingriffe in den Tieftongehalt (ob nun zur klanglichen Ästhetik oder zum besseren Kontern von Trittschall). Mit dem Impedanzregler schießt Nowsonic den Vogel ab – gewisse Klangfarben einiger Mics treten eben nur bei Impedanz X zutage und hier gibt es sogar die Möglichkeit einer stufenlosen Regelung mit großzügigen Mini- und Maxima.

Die leichte und kompakte Aluminiumkonstruktion überzeugt. Auch die Bedienelemente sind haptisch gut gelungen.

Angesichts der genannten Qualitäten empfinde ich den Preis als gerechtfertigt. Die Zusatzfunktionen sind für mich von einem sehr vergleichbaren Wert mit dem des zweiten Kanals bei der Stereoversion und so erhält unser Proband im Nowsonic Maxximizer Plus Test die gleiche Wertung – Sehr gut. Für Minimalisten, die nur den Boost brauchen, gibt es eine dritte Version des Geräts, die einfach nur »Maxximizer« heißt und von mir ebenfalls wärmstens empfohlen sei.

Inhaltsverzeichnis // Nowsonic Maxximizer Plus Test

  1. Was erwartet dich?
  2. Review
  3. Pro & Contra
  4. Fazit
  5. Wertung

Mehr zum Thema:
        

SEHR GUT

Nowsonic Maxximizer Plus Testbericht am 19.09.2017

Produkt:      Nowsonic Maxximizer Plus
Hersteller:    

Preis:  79,00 Euro
UVP:    94,00 Euro

Kurzfazit

Phantomgespeister Mikrofonvorverstärker für ein dynamisches Mikrofon mit regelbarer Impedanz und Low Cut. Clever! Wer einen Kanal mit zuschaltbarer Phantomspeisung frei hat und das schwache Signal eines dynamischen Mikrofons boosten will, kann bedenkenlos zu diesem Gerät greifen. Die Verstärkung via JFET-Schaltung ist vorbildlich sauber, 25 Dezibel sind stark und bei Bedarf schaltest Du den Boost ab … denn hier gibt's mit stufenlos variabler Lastimpedanz und Hochpassfilter noch zwei spannende Extrafeatures. Verarbeitung und Handlung überzeugen. Kurzum: Alles in Butter bei diesem feinen Helferlein für Tontechniker.

Für wen

Toningenieure, die einfach und schnell ein pegelschwaches dynamisches Mikrofon boosten und klanglich feinabstimmen wollen verstärken überbrücken wollen.

Wichtige Merkmale
  • Mikrofonvorverstärker mit Gain von +25 dB
  • Boost für dynamische Mikrofone (Tauchspulen- und (alte) Bändchenmikrofone)
  • Ausgleich des Pegelverlusts bei langen Kabelstrecken
  • JFET-Schaltung für neutrale Vorverstärkung
  • Wird mit Phantomspeisung (+48 Volt) betrieben
  • Eingang: 1 x XLR (3-polig, female)
  • Ausgang: 1 x XLR (3-polig, male)
  • Lastimpedanz regelbar von 150 Ω bis 15.000 Ω
  • Hochpassfilter zuschaltbar
  • Ausgangspegelverstärkung von +25 zuschaltbar
  • Aluminiumgehäuse
  • Maße: 100 x 90 x 38 mm
  • Gewicht: ~250 g

 

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