Neumann TLM 102 Testbericht: Großmembran im Kleinformat

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Neumann TLM 102 Testbericht

Neumann TLM 102 Testbericht

Was ist es?

Beim Neumann TLM 102 handelt es sich um ein Kondensatormikrofon mit Großmembran des Traditionsherstellers aus Berlin, das im Paket mit der elastischen Aufhängung EA4 für knapp 600 Euro im Fachhandel erworben werden kann. Wer lediglich das Mikrofon erwerben möchte, ist bereits mit 547,- Euro dabei, die Spinne liegt bei 98,- Euro.

Zu den Merkmalen des Mikrofons gehören die kompakten Abmessungen sowie die Richtcharakteristik Niere. Durch den Schalldruckpegel von 144 dB SPL, den es maximal verarbeiten kann, ist dieses Mikrofon nicht nur für die Aufnahme von Sprache oder Vocals geeignet, sondern kann bedenkenlos selbst vor laute Gitarrenverstärker oder ein Schlagzeug gestellt werden.

Neumann TLM 102 Testbericht

Das Duo im Neumann TLM 102 Testbericht


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Neumann TLM 102 Testbericht

Erster Eindruck

Die Liste legendärer Mikrofone aus dem Hause Neumann ist lang und reicht – zumindest für ein Technologieprodukt gesprochen – eine ganze Ewigkeit zurück. Der Markenname steht für einen guten Sound bei bester Verarbeitung aus Deutschland. Mit dem Neumann TLM 102 möchte sich der Hersteller einen Teil des Massenmarktes, bestehend aus dem Bereich Homerecording und ambitionierten Tonstudios, sichern. Wie gut das gelungen ist, interessiert mich gerade bei diesem Unternehmen, dessen Sound ich so gerne selbst verwende.

Und so packe ich das günstigste Mikrofon des Herstellers voller Spannung aus. Zugleich ist es das kleinste Mikrofon, das vom Hersteller aus Berlin entwickelt wurde und sieht ein bisschen wie der kleine Bruder des TLM 103 aus. Genau wie alle anderen auch, wird das mir zum Test vorliegende Modell in Deutschland.

Schon die durchdachte Verpackung unterstreicht – obwohl auch nur aus bedrucktem Karton und Schaumstoff bestehend – den Anspruch des deutschen Herstellers, sich von den vielen Mitbewerben aus Fernost zu unterscheiden. Beim Öffnen der Special Edition präsentieren sich das Neumann TLM 102 sowie die elastische Aufhängung (Mikrofonspinne) EA 4, die beide in der herstellertypischen Farbe Nickel gehalten sind, auf schicke Art und Weise. Im Fachhandel ist zudem eine schwarze Variante erhältlich.

 

Verarbeitung

Was die Verarbeitung angeht, lässt der Berliner Hersteller nichts anbrennen – auf Anhieb ist klar, dass es sich um ein echtes Neumann handelt. Das Gehäuse ist gänzlich aus Metall gefertigt und das rote Herstellerlogo wurde auf der Vorderseite angebracht. Am unteren Ende ist der schwarze Ring zu finden, auf dem die Typenbezeichnung sowie das Label »Made in Germany« stehen, ganz wie bei den anderen Modellen des Unternehmens.

Der Mikrofonkorb weist die für den Hersteller typische Form sowie die abgeschrägten Seiten auf, um stehende Wellen im Inneren zu vermeiden. Auffällig ist, dass das Geflecht des Mikrofonkorbs zweilagig mit unterschiedlich großen Gittern ausfällt. Hinter diesen beiden Lagen befindet sich zudem ein schwarzes Material, das die Sicht auf die Mikrofonkapsel blockiert und voraussichtlich als Schutz gegen Plosivlaute (Poppschutz) dienen soll.

Neumann TLM 102 Testbericht

Hier ist die mitgelieferte Mikrofonspinne im Bild

Die elastische Aufhängung EA 4 ist im Fachhandel auch einzeln für knapp 100 Euro erhältlich, in unserem Fall gehört sie zum Lieferumfang dazu. Sie ist weitestgehend ebenfalls aus Metall gefertigt, allein das Verbindungsteil zum Mikrofonständer besteht aus Kunststoff. Bis auf den einen oder anderen Aufdruck erinnert die Aufhängung sehr stark an die des Sennheiser MK 4, das aus dem Mutterkonzern stammt. Allerdings konnten wir eine Doppelnutzung nicht für diesen Artikel überprüfen.


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Details

Das Neumann TLM 102 kommt mit der Richtcharakteristik Niere und einer für dieses Mikrofon eigens entwickelten Kapsel mit dem Namen K102 daher. Der Übertragungsbereich wird vom Hersteller mit 20 Hz bis 20 kHz angegeben, das Mikrofon kann maximal mit einem Schalldruckpegel von 144 dB SPL umgehen. Das ist wesentlich lauter, als es in einem normalen Tonstudio-Betrieb notwendig sein wird und erlaubt auch das Aufnehmen von Schlagzeug oder brutal lauten Gitarrenverstärkern.

Der Schaltungsaufbau ist bei diesem Mikrofon ohne Transformator gelöst, im Übrigen wie bei allen Modellen des Herstellers mit dem Kürzel »TLM« im Namen. Wie schnell in Erfahrung zu bringen war, hat das Berliner Unternehmen beim Aufbau insbesondere auf maximale Transparenz und größte Dynamik Wert gelegt. Und so verwundert es kaum, dass das Rauschen in einer normalen Tonstudioumgebung nicht zu vernehmen ist. Vielleicht gehört das Neumann TLM 102 nicht zu den Klassenbesten in der Preisregion, aber die Nebengeräusche im Aufnahmeraum dürften lauter als das Eigenrauschen sein.

Neumann TLM 102 Testbericht

 

In der Praxis

Da der Mikrofonkorb zweilagig und mit einem eigenen Poppschutz ausgelegt wurde, habe ich gleich zu Beginn einige Aufnahmen ohne zusätzlichen Poppschutz gemacht. Es ist richtig, dass dieses Modell weitaus gelassener mit Plosivlauten als die meisten anderen Mikrofone umgeht. Doch der Betrieb ohne zusätzlichen Poppschutz ist nur für sehr erfahrene Sänger und Sprecher empfehlenswert. In den Klangbeispielen 2 & 3 habe ich das Mikrofon aus 10, respektive 20 Zentimetern ohne zusätzlichen Schutz besprochen.

Generell klingt das Neumann TLM 102 relativ neutral und modern. Es bietet eine gute Sprachverständlichkeit durch seine gemäßigte Anhebung oberhalb der 6 kHz im Bereich der Präsenz. Die Transienten in Gesang und Sprache werden gut aufgelöst, bei der Aufnahme einer akustischen Gitarre sind die Anschläge sehr gut zu vernehmen, was oftmals gewünscht wird. So gut das kleine Kondensatormikrofon klingt, im direkten (und unfairen) Vergleich mit einem U87Ai, das vier Mal so viel kostet, werden die Unterschiede in der Linearität dann doch klar (vergleiche Aufnahmen 4 & 5).

Auffällig ist auch, dass Klangverfärbungen beim seitlichen Abweichen von der Mittelachse weniger deutlich als bei anderen Mikrofonen der Preisklasse auffallen. Das kann sich gerade bei der Nahbesprechung als sehr positiv erweisen, wo leichte Veränderungen der Position vom Mund zur Mikrofonkapsel schneller auffallen (zum Beispiel weil die Sängerin bei der Aufnahme tänzelt). Ebenso praktisch ist das geringe Gewicht von 522 Gramm inklusive Mikrofonspinne, das selbst auf jedem noch so leichten Mikrofonstativ stabil Platz findet. Auch die Größe (etwa 12x5x4 cm) ist ein Faktor, der für dieses Modell sprechen kann, denn es gibt den Blick auf ein dahinter aufgehängtes Noten- oder Textblatt frei.

Insgesamt kann der Klang des Neumann TLM 102 als relativ fertig beschrieben werden. Sprachaufnahmen können fast schon unbearbeitet in Produktionen genutzt werden und es klingt mit einer Vielzahl von Schallquellen gut in Anbetracht des geforderten Preises.

 

Klangbeispiele

Neumann TLM 102 (hier) vs. U87ai

Neumann TLM 102 vs. U87ai (hier)

Übersicht Neumann TLM 102 Review

PRO

  • Neutraler, moderner Klang
  • Verarbeitung
  • Gewicht

CONTRA

  • Kein Pad-Schalter

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Fazit zum Neumann TLM 102 Test

Für einen Straßenpreis von knapp 600 Euro kann derzeit die Special Edition im Fachhandel erworben werden, in der sich ein Neumann TLM 102 sowie die elastischen Aufhängung EA4 befinden. Für diesen Preis erhält der Käufer ein sauber verarbeitetes, hochwertig aussehendes Kondensatormikrofon mit Großmembran im Metallgehäuse, das vom Herstellerlogo des Berliner Unternehmens geziert wird. Neumann ist sich und den eigenen Qualitätsansprüchen mit diesem Modell durchaus treu geblieben und bietet den Mitbewerbern aus Fernost mit diesem Modell gehörig Paroli.

Klanglich gefällt mir das Neumann TLM 102 definitiv besser als die meisten anderen aus dem Preissegment. Es kann mit einer guten Auflösung und Sprachverständlichkeit punkten, der Sound der Gesangsaufnahmen lässt sich gut in den Mix integrieren. Nicht zuletzt auch deswegen, weil die Anhebung des Präsenzbereiches oberhalb von 6 kHz vergleichsweise gemäßigt ausgefallen ist und damit in der Nachbearbeitung der Klang noch sinnvoll geformt werden kann.

Dieses Studiomikrofon dürfte sich nicht nur besonders gut für ambitionierte Tonstudios mit kleinem Budget eignen, sondern vor allem auch für alle, die Hörspiele produzieren oder sonstige Sprachaufnahmen machen. Letztere profitieren auch von den handlichen Ausmaßen, die die Sicht auf das Textblatt frei halten und dem geringen Gewicht, das keine großen Ansprüche an ein Mikrofonstativ stellen.

Das Fehlen eines Pad-Schalters ist zwar kein Problem für das Mikrofon selbst, da dieses große Lautstärken bis zu einem Schalldruckpegel von 144 dB SPL ohne Verzerrung aufnehmen kann. In Verbindung mit einigen Vorverstärkern wäre eine Dämpfung aber dennoch wünschenswert gewesen.

Von meiner Seite aus gibt es sehr gute viereinhalb von fünf möglichen Punkten im Neumann TLM 102 Testbericht. Gefällt mir!

Inhaltsverzeichnis // Neumann TLM 102 Test

  1. Was erwartet dich?
  2. Review
  3. Pro & Contra
  4. Fazit
  5. Wertung

Mehr zum Thema:
    

SEHR GUT

Neumann TLM 102 Testbericht am 24.10.2012

Produkt:      Neumann TLM 102
Hersteller:  

Preis:  595,00 Euro
UVP:    645,00 Euro

Kurzfazit

Großmembran im Kleinformat. Dieses Großmembranmikrofon eignet sich für Vocals und laute Schallquellen.

Für wen

Sprecher und ambitionierte Einsteiger oder Fortgeschrittene im Recording.

Wichtige Merkmale
  • Kondensatormikrofon
  • Richtcharakteristik: Niere
  • 20 Hz – 20 kHz
  • Neumann EA 4 N Spinne
  • Nickel/Schwarz

 


Lesermeinungen (16)

zu 'Neumann TLM 102 Testbericht: Großmembran im Kleinformat'

  • audiobus   24. Okt 2012   13:21 UhrAntworten

    Habe das Teil auch zu Hause testen dürfen. Muss Carlos zustimmen, top verarbeitet und ein Neumann durch und durch. Zwei Einschränkungen würde ich doch unterstreichen:
    1. Es ist etwas anfällig für hohe Sibilanten
    2. Durch seine hohe Auflösung würde ich es wirklich nur in einer optimalen Recording-Umgebung anwenden, wenn es um die Aufnahme von Vocals geht. Das Homerecording übliche Wohnzimmer hat man nämlich mit all seinen Nebengeräuschen und Halleffekten in der Aufnahme drin und deshalb ist es imho für eine Gesangskabine oder ein optimiertes Studio geeignet.

  • Metaphor   24. Okt 2012   16:26 UhrAntworten

    Ich kann mich dem Post von audiobus hinsichtlich der Zischlaute anschließen.

    Ich war auf der Suche nach einem Mic für Rap-Aufnahmen in der Preisklasse bis 600€ und habe das TLM 102 in einem Shootout gegen:

    - Audio Technica AT4040
    - Mojave Audio MA-201 FET

    getestet. Das AT 4040 war für mich der klare Sieger und sogar das Günstigste aller 3 Mics.

    Da zischelt nichts, man kann in der Nachbearbeitung noch mit dem EQ im Höhenbereich anheben wenn man das möchte und es klingt immer noch alles sehr sauber! Habe das Mikro bereits auf diversen Stimmen eingesetzt. Das TLM klang auch sehr blechern und "seelenlos". Für Instrumente oder Percussions ist es sicherlich mit seinem nüchternen Klang gut einzusetzen, bei Sprache oder Gesang würde ich aber defintiv zu einem anderen Mic greifen.

  • Marcel   25. Okt 2012   07:29 UhrAntworten

    Moin moin,
    ich habe neben Delamar auch auf anderen Seiten mir das Mirkfon angesehen und angehört.
    Ich finde es keineswegs unbrauchbar für Vocals. Gerade die Sprachverstndlichkeit und die Tranzparens die dieses Mirkofon bietet ist, zumindest für mich im Mix nachher ausschlaggebend.
    Ich finde sogar es hat etwas crispes, was in Verbindung mit einem schönen Röhrenpreamp zu einem guten Ergebniss führen kann.
    Ich selber bin zwar auch nicht der High Ender, dennoch habe ich für mich das "billig kaufen, zwei mal kaufen" Prinzip, häufig (tatsächlich aber aus Geld Gründen) oft genug durch. Ich weiß das man auch mit nicht so teurem Equipent zu brauchbaren Ergebnissen kommt, aber man merkt beim Arbeiten einfach doch immer wieder einen unterschied, was sowohl Tranzparens als auch Impulsverhalten preislich höheren Mikrofone angeht.
    Gerade deshalb habe ich es vor ein paar Tagen auch bestellt alim Special Paket :-).

    Ich freue mich schon auf die Lieferung vom Händler mit dem T.
    Und bin vor allem auf die ersten Aufnahmen und Mischungen mit diesem schönen Mikrofon gespannt.

  • Oliver   25. Okt 2012   11:20 UhrAntworten

    Warum Neumann sinnvollerweise auf einen Pad-Schalter verzichtet, sollte nach dem Ansehen dieses Videos klar sein.

    youtube.com/watch?v=BDSoX6oVPkY

    Das Ganze ist Teil einer Reihe von Videos, die man sehr enpfehlen kann.
    Wenn man dann noch auf die Idee kommt, den Frequenz und Phasengang auf der Internetseite des Herstellers anzusehen, dann wird man verstehen, warum "audiobus" meint, dass zuviel Raum in die Aufnahme reinkommt. Bei 4 und 8 kHz beträgt die Dämpfung für rückwärtigen Schalleinfall (180°) nur -10 dB und nicht wie bei 1 kHz -unendlich. Oder anders gesagt, es wird in diesem Frequenzbereich aus der Niere eine Superniere. Demzufolge werden auch die gut hörbaren Höhen des Raumklangs (Reflexionen von Sibilanzen) lauter mit eingefangen.

  • audiobus   25. Okt 2012   14:59 UhrAntworten

    @ Marcel: Es hat ja keiner gesagt, dass das TLM "unbrauchbar" für Vocals ist! Lediglich, dass es drauf ankommt, in welcher Umgebung man es einsetzt. Ich habe das Neumann in einer typischen Homerecording Umgebung (Wohnzimmer) getestet, einer Umgebung, die vom TLM de facto mit aufgezeichnet wird. Und ja, ich könnte auch Lowpass-Filter, Limiter und Furz und Feuerstein davor schalten, damit korrumpiere ich aber den eigentlichen Zweck eines Mikros, nämlich ein natürliches unverfälschtes Signal zu erhalten.
    Für eine gute Recording Umgebung (Gesangskabine oder optimiertes Studio) sehe ich keine Probleme, was das Neumann betrifft und auf jeden Fall kann man den Klang durch das Vorschalten eines entsprechenden Vorverstärkers in die ein oder andere Richtung beeinflussen.
    Und ich finde Olivers Einwurf sehr gut, denn er erklärt das "Sibilanten-Problem" und dieses tritt eben genau dann auf, wenn es in der Recording Umgebung zu Reflektionen im Höhenbereich kommt.
    Ich bin der Letzte, der seine Kaufentscheidung nach dem Motto "Billiger ist besser" trifft. Aber wenn ich diverse Mikros in der Umgebung teste, in der ich aufnehmen will, dann zählt am Ende das hörbare Ergebnis. Hätte ich den Platz, würde ich mir eine Gesangskabine bauen und auch einen entsprechenden Mikrofonvorverstärker dazu holen, denn dann könnte ich das TLM optimal nutzen. Da dem nicht so ist, bekomme ich faktisch bessere Ergebnisse mit einem Rode NT2-A oder einem SE2200a II.
    Noch einmal: Meiner Meinung nach sollte man ein Mikro immer in der Umgebung testen, in der man es verwenden will, bevor man sich zum Kauf entscheidet. Dann zählt das Ergebnis unabhängig von Markennname, Preis und Design.

  • Metaphor   25. Okt 2012   16:34 UhrAntworten

    Ich denke, man muss bei Sprachaufnahmen auch noch mal hinsichtlich der Anwendung unterscheiden:

    Für Rap-Vocals (und das ist eben das Genre, wo ich zu Hause bin) finde ich es zu dünn und zu harsch im Sound. Bei Sprecher-Sachen kann das ganze schon wieder anders aussehen, weil das Mikro sich in diesem Fall i. d. R. nicht durch einen großen Teppich annderer Instrumenten/Sounds durchsetzen muss. Beim Gesang wäre es sicherlich auch gut auf Backing-Vocals anzuwenden, weil man diese ja tendenziell (passend zum Namen ;)!!!) in den Hinetrgrund mischt.

    Darüber hinaus kommt es ja auch immer auf die jeweilige Stimme an. Was bei dem einen zu "slibiant" klingt geht bei einer anderen Person vielleicht schon wieder in Ordnung. Und die Komponenten, Raum, Preamp, Gesangskabine vs. Aufnahme im akustisch wenig bis gar nicht optimierten Raum spielen natürlich auch immer eine Rolle.

    Super viele Künstler, darunter auch Rapper verwenden zum Beispiel auch das TLM103. Das sagt mir vom Sound her auch nicht zu. Für diesen Preis würde ich auch zu etwas anderem greifen.

  • Oliver   26. Okt 2012   08:29 UhrAntworten

    Audiobus bringt es auf den Punkt. Es ist sinnlos ein Mikrofon zu kaufen, welches in meinem Aufnahmeraum zu schlecht klingenden Aufnahmen führt. Schließlich sind alle einzusehenden Messungen im schalltoten Raum durchgeführt worden und somit ist das Diffusschallfeld des Raumes nicht berücksichtigt.

    Ich würde Metaphor sogar noch konkretisieren. "Und die Komponenten, Raum, Preamp, Gesangskabine vs. Aufnahme im akustisch wenig bis gar nicht optimierten Raum spielen natürlich auch immer eine Rolle." "Auch" ist viel zu wenig. Ein guter Raum spielt eine entscheidende Rolle. Da kann das Mikrophon teuer sein wie es will. Wenn der Raum schlecht klingt, dann überträgt das vielleicht excellente Mikrophon einen Sänger/Rapper in einem schlecht klingenden Raum und sonst nix weiter.
    Andersherum betrachtet kann man aber auch sagen, in einem gut klingenden Raum der (auch im Homerecording) oft wesentlich weniger kosten muss als ein teures Mikrophon, wird man aus fast jedem halbwegs vernünftigen Mikrophon was Ordentliches rausholen. Dazu verweise ich auf folgende Internetseite, wo man nach kurzem Schauen schon viele Ansätze finden kann und schnell zu dem Schluss kommt, dass gute Raumakustik kein Hexenwerk ist: sengpielaudio.com

    Was ich nicht verstehe ist, warum sich ein Mikrophon gegen einen Klangteppich durchsetzen muss. Und wenn ein Sänger sich nicht durchsetzt im Mix, möchte ich behaupten, dass wenn er nicht selbst das Problem ist, es mit einem EQ, Kompressor und etwas Ahnung schnell zu beheben ist. Oder man schaut mal die Frequenzen im "Klangteppich" an, die vielleicht verhindern, dass der Sänger durchkommt. Da liegt das Problem wohl eher im Mix als bei der Aufnahme. Ich mach Aufnahmen auch gerne mal nur mit einem SM58 (z.B. wenn der Raum nicht so pralle klingt, dann hab ich ihn nämlich gar nicht erst großartig mit drauf) )und hab auch damit bisher jede Stimme durchsetzungsfähig hinbekommen.

    Ich glaube, da wird erstaunlicherweise zu oft am falschen Ende gesucht und gespart. Leider. Aber so kann man ja leichter teure Mikrophone verkaufen. Ich stehe da ein wenig auf der Seite des ergrauten Herrn im vorherigen Video der sagt: Ein gutes Mikrophon kann alles, was gut klingt, gut übertragen.

  • Marcel   26. Okt 2012   17:25 UhrAntworten

    Hey ho liebe Freunde,
    ich finde es gut das hier so derart über das für und wider eines Mikrofons gesprochen wird. Ich habe mir auch schon fast alle Videos der Vorlesung angesehen und natürlich auch gehört.
    Da ich nicht vor hatte das Mikro in einem Wohnzimmer zu nutzen sondern in meinem "kleinen" Projektstudio, welches ich auch Akustisch behandelt habe, denke ich entfällt "hoffentlich" auch der Punkt bei mir und ich kann die gute Qualität entsprechend auch nutzen.

    Mir persönlich ging es nicht um "Neumann", sondern um ein entsprechend gut einsetzbares Mikrofon. Da wiederum aber auch bei Neumann immer eine gute Qualität dahinter steht, habe ich mir eben dieses zu gelegt. Wie ich auf Deleamar auch schon einmal erwähnt hatte, kommt es eh auf mehr Faktoren an als das Mirko.
    Raum-> Musiker-> Mikrofon-> Preamp-> Wandler-> Abhöre-> und wieder Raum :-). Und neben all den Faktoren steht der Tonmensch der sich hoffentlich sowohl nen Kopf zur Akustik gemacht hat, am besten Therapeut ist um den Musiker zu Hochleistungen zu verhelfen und ganz neben bei auch noch die Technik beherrscht.

    Es gibt auch immer wieder Leute die statt mit nem SM57 einen Amp mit etwas völlig anderem mikrofonieren und trotzdem zu super Ergebnissen kommen.

    Von daher stay tuned.

  • audiobus   26. Okt 2012   21:52 UhrAntworten

    @Marcel: Word!!!

  • Shawn   27. Okt 2012   23:23 UhrAntworten

    also ich hab das TLM 102 und ich kann manchen nur teilweise zustimmen. die zischlaute sind wirklich auffallend, allerdings finde ich sie im gegensatz zum zb erwähnten nt2-a nicht so schlimm. beim nt2-a sind sie wirklich ätzend. ich EQ sogar noch etwas in den höhen und setz n de-esser drauf und es klingt sehr gut für rap zb.
    das mit dem raum, da stimme ich zu 100% zu - ich glaube in einer akustisch guten umgebung ist das ding sehr, sehr gut. für sprachverständlichkeit dagegen braucht es nicht mal einen raum wenn man so will. also ich kann es nur empfehlen.

    • Carlos San Segundo (delamar)   28. Okt 2012   15:19 UhrAntworten

      Also in dem Punkt mit den Zischlauten muss ich dir widersprechen. Ich hatte gerade gestern beide angeschlossen und Aufnahmen gemacht, das Neumann TLM102 ist da definitiv aggressiver und braucht mehr De-Essing.

  • Shawn   30. Okt 2012   21:52 UhrAntworten

    hm also ich finde es genau anders herum. vielleicht liegt es ja an meiner stimme, aber mit dem rode bin ich wegen den zischlauten fast verrückt geworden. da find ich das tlm 102 viel weicher.

  • Prince Jáson   08. Dez 2013   05:50 UhrAntworten

    Es kommt auf die Stimmen Tiefe oder Höhe an. Jeder hat eine andere stimme.

    Ich komme mit dem Tlm 102 sehr gut zurecht und bin sehr zufrieden.
    Habe eine dunklere stimme und da muss ich auch nicht extrem den D-esser hochschalten.

  • CHA   27. Apr 2014   14:46 UhrAntworten

    Wir besitzen das Neumann TLM 102 jetzt seit ca. einem Jahr und ich bin leider nicht wirklich begeistert.
    In erster Linie nutzen wir das Mikro für Rap und Gesang.
    Zuvor nutzte ich ein Rode NT2 der ersten Generation, welches leider nach 10 Jahren Dauerbetrieb seinen Geist aufgab.

    Das Neumann ist wesentlich anfälliger für Zisch- und S-Laute, sodass bei der Nachbearbeitung wesentlich gründlicher mit dem EQ gesweept und abgesenkt werden muss, als es beim Rode der Fall war. Auch beim zusätzlichen Deessing muss entschiedener und genauer gearbeitet werden.

    Das Rode verstand sich als absoluter Allrounder für Stimmen und so war es bei keiner der hunderten Recording-Sessions unpassend oder deplaziert.

    Beim Neumann TLM 102 habe ich bei vielen Stimmen den Eindruck es passe nicht so richtig.
    Für einige Rap-Stimmen scheint es mir nicht geeignet, da es, wie bereits oben beschrieben, sehr zickig mit Sibilianten umgeht. Gerade bei dünneren Stimmen mit markanter Betonung dieser "P-S-SSSCH-Laute" liegen seine eindeutigen Schwächen.

    Auch mein SPL GoldMike und insbesondere seine hochfrequenzboostende "Flair-Schaltung" harmonierte wesentlich besser mit dem alten Rode NT2. Wo ich früher die erwünschte Offenheit und Klarheit per Knopfdruck generieren konnte, nutze ich diese Funktion mit dem Neumann heute nicht mehr und verlasse mich lieber auf gründliches EQ´ing.

    Bei kräftigen Frauenstimmen (Gesang) gefällt mir das Neumann wiederum außerordentlich gut und auch bei der Abnahme von akustischen Gitarren nutzte ich es aufgrund seines neutralen Klangs und seiner hochauflösenden Eigenschaften, sehr gerne.

    Wir haben das TLM 102 im Vorfeld einfach zu wenig angetestet (Selbst schuld! :)

    Ich will das Neumann TLM 102 keinesfalls schlecht machen, denn es ist ein sehr hochwertig verarbeitetes Mikrofon, dessen Komponenten in Deutschland hergestellt und gefertigt werden und sobald es zu einer Stimme passt ist es sicher die beste Wahl.
    Irritierender Weise wird es aber überall als eine Art "Alleskönner" angepriesen, und das ist es leider gar nicht.

    Grüße

  • pete largo   21. Apr 2016   16:06 UhrAntworten

    Ich habe m ir vor einigen Wochen das TLM 102 zugelegt und in meinem Studio damit aufgenommen. Die erste Aufnahme war mit einem Sazspieler, der auch sang. Die Aufnahme der saz geschah separat vom Gesang. Die Klarheit der Aufnahmen für akustische Instrumente, sowie für die Stimme ist brilliant. Um die angesprochenen Zischlaute von vorneherein zu minimieren habe ich die 2 / 2.5 K Frequenz vor der Aufnahme etwas gesenkt. Für meine Stimme nutze ich es selbstredend auch und bin sehr angetan vom Klang. Ganz klar, das TLM 102 ist ein sehr gutes Mikrofon, welches dem Namen Neumann gerecht wird und was das Preis/ Leistungsverhältnis angeht ist es wohl kaum zu übertreffen, denke ich...

  • Peter B.   08. Dez 2016   20:37 UhrAntworten

    Beim anhören der Klangbeispiele wunderte ich mich über das - für meine Ohren - extrem übertriebene Sprecher Sing-Sang des Testers. Wo lernt man das bloß, so übertriebene Sprachmelodien zu gebrauchen? Tja, als Auslandsdeutscher muß ich hier oft grinsen, wenn die ganze Zunft der professionellen Sprecher sich in derartige Manieriertheiten verrennt - weniger übertrieben würde auch eine Beurteilung des Mikrofons besser ermöglichen. Früher kannte man das nur vom Jahrmarkt, oder von Dieter Thomas Heck und nannte das "Dampfplauderei", heute tun das alle....

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