Native Instruments Komplete 8 Ultimate Testbericht: Alles und noch viel mehr

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Native Instruments Komplete 8 Ultimate Testbericht

Darf's ein bisserl mehr sein? Native Instruments Komplete 8 Ultimate Testbericht

Was ist es?

Native Instruments Komplete 8 Ultimate umfasst bis auf »Maschine« sämtliche Software des Berliner Unternehmens, die bis dato erschienen ist – mehr als 50 virtuelle Instrumente und Effekte mit 240 GB an Sample-Material. Das umfangreiche Paket für professionelle Musiker, Produzenten und Sound-Designer liefert Sampler, Synthesizer, authentisch gesampelte Instrumente verschiedenster Art und zahlreiche neue Effekte.

Darunter sind etwa der populäre Sampler Kontakt 5 und die Gitarreneffekt-Suite Guitar Rig 5 Pro sowie die Synthesizer FM8, Absynth und Massive. Gegenüber der Summe aller Einzelprodukte bietet Komplete 8 Ultimate eine üppige Ersparnis.

Die Installation erfolgt über eine im Lieferumfang enthaltene externe USB-Festplatte, auf der alle Daten gespeichert sind.


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Native Instruments Komplete 8 Ultimate Testbericht

Vorbemerkung

Da es unmöglich ist, alle Komponenten und Klangbibliotheken dieses riesigen Pakets in einem einzigen Testbericht angemessen ausführlich zu bewerten, setze ich hier den Fokus hauptsächlich auf die Neuerungen, die in den einzelnen Komponenten von Komplete 8 Ultimate Einzug gehalten haben.

Native Instruments Komplete 8 Ultimate Testbericht

Darf's ein bisserl mehr sein? Unser Native Instruments Komplete 8 Ultimate Testbericht.

Kontakt 5

Bei der Benutzeroberfläche gibt es keine Änderungen in Version 5. Dafür stehen zahlreiche neue Effekte zur Verfügung:

Der »Solid G-EQ«, ein 4-Band-Equalizer, ist eine Nachbildung eines klassischen Studioeffektgeräts und bietet voll parametrische Mittenbänder sowie umschaltbare Filtertypen für das höchste und tiefste Frequenzband (Kuhschwanz <> Glockenfilter). Solide.

Mit dem »Solid Bus Comp«, der wie der Solid G-EQ auch als eigenständiger Effekt zu haben ist, gibt es die Nachbildung des berüchtigten Bus-Kompressors von SSL. Damit kannst Du den Sound brauchbar zusammenkitten, was gerade bei den mitgelieferten Drums recht gut klingt.

Dank des »Transient Master« lassen sich die perkussiven Anschläge der Sounds umformen und das Ausklangverhalten voluminöser gestalten, was wiederum vor allem für Drums gut geeignet ist. Hier wurde die Bedienung sehr einfach gehalten – nur zwei Regler für die prozentualen Lautstärkeanteile von Attack und Release stehen zur Verfügung, wobei die Zeitwerte abhängig von den Hüllkurven der analysierten Sounds automatisch berechnet werden. Das klappt in den meisten Fällen recht gut, allerdings offenbart sich in manchen Situationen eine Schwäche bei der musikalisch sinnvollen Regulierung des Einschwingverhaltens.

Mit dem »Tape Saturator« kannst Du die Sättigungs- und Kompressionseffekte von Bandmaschinen nachstellen, um dem Sound etwas mehr Wärme zu verpassen. Bei höheren Einstellungen kommt Verzerrung in’s Spiel. Klingt prima.

37 neue Filter, ersonnen von den Entwicklern des »Massive«, machen die Klanggestaltung deutlich variabler. Von klassischen Tiefpassfiltern bis hin zu avantgardistischen Formantfiltereffekten ist alles dabei. Bei jeweils drei Typen der Tief-, Band- und Hochpassfilter kommt die neue Technologie der adaptiven Resonanz zum Einsatz. Dabei wird die Resonanz entsprechend der Amplitude des Eingangssignals reguliert (bei hohen Pegeln wird sie reduziert). So werden unangenehme Peaks vermieden. Feine Angelegenheit.

Mit den Vintage-Sampling-Modi kannst Du den Klangcharakter der MPC60 und der SP1200 von Akai nachempfinden.

Der neue Effekt Time Machine Pro für das Source-Modul von KONTAKT 5 liefert eine verbesserte Klangqualität bei Time Stretching der Samples. Das kommt nicht von ungefähr, schließlich zeichnet zPlane für die Entwicklung verantwortlich.

Das Beste kommt noch: Mit dem neuen 16-kanaligen Bussystem und seinen integrierten Insert- & Send-Effektsektionen stehen dir neue Routing-Möglichkeiten zur Verfügung, wobei Du innerhalb eines Instruments verschiedene Effektketten nutzen kannst. So bist Du beispielsweise in der Lage, der Bassdrum, der Snare und der Tom eines virtuellen Drum-Kits jeweils eigene Effekte zuzuweisen. Am Ende versammelt sich wieder alles am Stereo-Masterkanal.

Native Instruments Komplete 8 Ultimate Testbericht

Die neuen Effektbusse in Kontakt

Der MIDI-File-Player öffnet MIDI-Dateien, um komplette Grooves und Patterns abzuspielen. So bist Du schneller startklar, ohne dass Du deine eigenen MIDI-Noten setzen musst. Im Zuge des in Komplete 8 Ultimate enthaltenen Studio Drummer (siehe weiter unten) erhältst Du beispielsweise 3.500 Beats und Fills in Form von MIDI-Dateien, die Du mit dieser neuen Funktion in Kontakt einsetzen kannst.

Vor allem das neue Times Stretching und das Bussystem sind tolle Neuheiten, die die Vormachtstellung von Kontakt im Bereich der Software-Sampler festigen.

 

Guitar Rig 5 Pro

Beim Guitar Rig, der Sammlung von virtuellen Gitarrenverstärkern und Effekten, sind in Version 5 Pro zwei neue virtuelle Verstärker hinzugefügt worden: »Van51« (wahrscheinlich in Anlehnung an Van Halen’s Platte „5150“) ist besonders für tiefergestimmte Gitarren geeignet, während »Hot Solo+« einen handverdrahteten Klassiker emuliert.

Die »Container«-Funktion macht das Erstellen eigener Multieffekte einfacher. Hier kannst Du die wichtigsten Parameter auf acht Makro-Regler legen. Das funktioniert prima und ist, wie der Hersteller selbst schon richtig sagt, vor allem für Live-Auftritte praktisch.

Guitar Rig 5 Pro hat sechs neue Effekte zu bieten. »Fast Comp« ist ein Vintage-Kompressor, der besonders gut auf cleane Sounds gestülpt werden kann. »Vintage Verb« vereint acht klassische Halleffekte, ob Federhall oder Plattenhall. Der »Little Reflektor« ist ein Faltungshall mit immerhin acht Impulsantworten nebst Reglern für die Ausklangzeit und einen Hochpassfilter. »Stereo Tune« lässt dich das Stereopanorama erweitern und verstimmen. Ein 8-Band-Filter sorgt für starke Verfremdungen und Resochord generiert Akkorde aus einzelnen Noten. Alle Effekte sind durchaus sinnvolle Ergänzungen und stellen eine willkommene Erweiterung der klanglichen Ausdrucksmöglichkeiten dar.

Native Instruments Komplete 8 Ultimate Testbericht

Einer der neuen Verstärker nebst passendem Cabinet in Guitar Rig

Beachtliche 130 neue Presets stehen bereit. Auch der »Control Room Pro« wurde deutlich aufgebohrt: Nun gibt es acht verschiedene, beliebig modifizierbare Setups auf einmal. Jede Spur des 8-Kanal-Mixers beherbergt separate Einstellungen für Cabinet und Mikrofon. Zur Verfügung stehen 27 Cabinets und 16 Mikrofone (auch Raummikros) in ein bis drei verschiedenen Positionen. Overkill – in der Theorie klingt das gut und schön, aber komplett ausreizen wird das wohl niemand.

Interessant ist die Erweiterung der Modifier und Kompressoren um einen Sidechain-Eingang. Erwähnenswert: Die Hardware »Rig Control« ist nicht im Lieferumfang von Komplete 8 Ultimate enthalten, sondern separat erhältlich.

 

Reaktor 5.6

Bei Reaktor 5.6 wurde an der Programmarchitektur gearbeitet, so dass die Software jetzt mit 64-Bit-Unterstützung aufwarten kann, sowohl für Windows als auch Mac OS X. Sehr schön.

Das Handling der sogenannten Snapshots wurde vereinfacht. Mit den Snapshots kannst Du die Sounds eines Instruments speichern und laden. Die Navigation konnte verbessert werden – es ist nun einfacher, sich innerhalb der Oberflächenstruktur zu bewegen.

Die sogenannte Breadcrumb-Navigation ermöglicht das direkte Springen zu den einzelnen Hierarchieebenen. Die Strukturansicht und die Audio-Engine wurden verbessert.

Neue Module für additive und modale (nicht modulare) Synthese stehen zur Verfügung. Diese kommen bereits in den neuen Reaktor-Instrumenten »Lazerbass« und »Prism« zum Einsatz. Die Sammlungen klassischer Reaktor-Instrumente »Electronic Instruments 1 & 2« (17 Synthesizer, Drum Machines und Effekte) sind nun standardmäßig implementiert.

Neben »Prism« und »Razor« sind noch drei weitere Instrumente bzw. Effekte an Bord – der Synthesizer »Spark«, der per Audiosignal gesteuerte Synthesizer/Effekt »The Mouth« und der Multieffekt »The Finger«.

Der »Spark« ist ein ziemlich seltsamer Synthesizer – so ist etwa eine Cabinet-Simulation eingebaut – der mit zahlreichen Modulationsoptionen, einem Waveshaper sowie einem Reverb aufwartet und böse grummelnde Sounds erzeugt.

»The Finger« ist ein unorthodoxer Effekt, der sich prima für Live-Performances und Remixe eignet. Mit deinem MIDI-Keyboard kannst Du Effekte triggern, wobei sich sechs Klangbearbeiter live verketten lassen. Summa summarum gibt es in The Finger 40 Effekte – Echtzeit-Sampler/Bearbeiter (Looping, Reverse, Neu Neuarrangement, »Scratchen«, granulare Effekte und mehr), Ringmodulation, Gate, Filter, Hall, Delay, Verzerrung, Waveshaping und und und. Dabei lassen sich meist jeweils zwei Parameter via Anschlaghärte oder Modulationsrad beeinflussen. Natürlich kannst Du diese Effekte auch mit dem Tempo deiner Host-Software synchronisieren. Das Ganze ist ein bisschen viel für meine Nerven, aber durchaus spaßig bei Live-Sessions.

Native Instruments Komplete 8 Ultimate Testbericht

Der quirlige Multieffekt »The Finger« für Reaktor

Bei »The Mouth« kannst Du aus beliebigem Audiomaterial in Echtzeit Harmonien erzeugen. Schicke einen Drum Loop oder Vocals hinein und hinaus kommt ein Synthie-, Bass- oder Vocoder-Sound. Dank der eingebauten Autotuning-Funktion wird die Tonhöhe automatisch hingebogen. Schön, um trashige Vokaleinlagen oder Karaoke der etwas anderen Art zu veranstalten.

Uff: Das Benutzerhandbuch umfasst nun stolze 800 Seiten. Mehr als genug Lesestoff für Klangbastler.


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Effekte

Mit »Traktor’s 12« erhältst Du zwölf kleine Effekte, die aus der DJ-Software Traktor entnommen wurden und jetzt in deiner DAW-Software eingebunden werden können. Enthalten sind Effekte der Kategorien Delay, Distortion, Filter, Pitch und Special FX.

»Reflektor« ist ein Faltungshall mit mehr als 300 Impulsantworten diverser Räume. Ein Reverse-Modus zum Umkehren der Hallfahne und eine Synchronisationfunktion für Decay und Pre-Delay stehen zur Verfügung.

Die in Zusammenarbeit mit Softube entwickelten »Vintage Compressors« VC 2A, VC 76 und VC 160 (offenkundig Emulationen des LA2A, des LN1176 und des DBX160) bieten einen Sidechaining-Eingang (mit Hochpassfilter beim VC 160 und VC 2A) und die Möglichkeit zur parallelen Kompression per Dry/Wet-Regler. Klar, »Me too«-Produkte, aber passabel umgesetzt.

Den Bus-Kompressor und den 4-Band-EQ der »Solid Mix Series« und den »Transient Master« – allesamt in Guitar Rig, Studio Drummer bzw. mit einem minimalistischen Interface auch in Kontakt implementiert – sowie die die Reaktor-Instrumente »The Finger« und »The Mouth« habe ich bereits im Kapitel zum Reaktor beschrieben.

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Die drei neuen Effekte der »Solid Mix Series«

Der dritte Effekt im Bunde der »Solid Mix Series« ist »Solid Dynamics«, eine Kombination aus Kompressor mit verstellbarem »Knie«, Gate und Expander. Sidechaining, die Verlinkung des linken und rechten Kanals sowie die separate Regelung der trockenen und effektbeladenen Signalanteile sind möglich. Alles in allem ein ordentlicher Channel Strip, der seinen Zweck gut erfüllt.

 

Streichinstrumente

»Evolve Mutations 1 & 2« stellt eine große Auswahl an ungewöhnlichen Klanglandschaften, Spezialeffekten und Rhythmen bereit, welche besonders für die Film-, Fernseh- und Computerspielbranche geeignet sind.

Das Instrument »Session Strings Pro« liefert modernen Streichersounds eines elfköpfigen Ensembles. Hierfür gibt es separate Instrumentengruppen, 29 Artikulationen und einem programmierbaren Animator, wodurch das Einspielen lebendiger, natürlich anmutender Streichinstrumente im Handumdrehen gelingt.

 

Exotisches

Auch exotischere Klänge werden in Komplete 8 Ultimate bedient. »Balinese Gamelan« umfasst indonesische Instrumente, die von den Inseln Java oder Bali stammen – Metallophone, Xylophone, Trommeln und Gongs, Bambusflöten, gezupfte oder gestrichene Streicheinstrumente. Die Gamelans sind je nach Ensemble unterschiedlich gebaut und können daher sehr verschieden klingen.

»West Africa« beinhaltet Perkussionsinstrumente wie Djembe, Dunun und Glocken. Als Soloinstrumente gibt es etwa Krin und Kalebasse (ausgetrockneter Kürbis). Bei den in der Tonhöhe verstellbaren Instrumenten finden sich Bolon, Balafon, Kora, Ngoni und die Fula-Flöte. Cool: Ein Sequenzer für die polyrythmische Natur westafrikanischer Musik ist ebenfalls mit dabei, 74 vorprogrammierte Patterns werden gleich mitgeliefert.

Drums

Die Serie »Abbey Road« wurde in den berühmten Londoner Tonstudios gleichen Namens erstellt und umfasst Drumkits der 60er, 70er und 80er Jahre. Um die Illusion perfekt zu machen, verwendete man zur Aufnahme hochwertiges Equipment aus dem jeweiligen Jahrzehnt und zog die Expertise der ansässigen Toningenieure heran. Alleine »Abbey Road Modern Drums« besteht aus mehr als 40.000 einzelnen Samples mit bis zu 27 Abstufungen der Anschlaghärte per Trommel.

»Studio Drummer« ist ein virtuelles Schlagzeug, das aus drei Drumkits besteht und für den schnellen Einstieg und zur Inspiration 3.500 Grooves diverser Stile mitbringt – einfach den Rhythmus wählen, dazu ein paar passende Fills und Variationen und fertig ist die Laube. Prima: Diese Patterns können zur Weiterbearbeitung per Drag & Drop in eine MIDI-Spure deiner DAW-Software gezogen werden.

Native Instruments Komplete 8 Ultimate Testbericht

Das neue virtuelle Schlagzeug mit 3.500 Grooves: »Studio Drummer«

Mit der »Maschine Drum Collection« bekommst Du ist 20 Drumkits à 16 Sounds der Groovebox »Maschine« von Native Instruments. Hier werden hauptsächlich moderne Sounds elektronischer Prägung geboten. Auch ein Step-Sequenzer ist mit an Bord.

 

Gitarre & Bass

»Rammfire« wurde nach dem Vorbild des Mesa/Boogie Dual Rectifier Pre 500 Dual und dem Aufnahme-Setup von Rammsteins Richard Z. Kruspe modelliert – hier finden sich die gleichen Kanalzüge wie in Richards Studio-Setup, eine Mischung aus verschiedenen Mikrofonen, Cabinets und Preamp-Einstellungen ist möglich.

Die Reihe »Scarbee-Bass« besteht aus einem 70er-Jazz-Bass, einen Fender Precision Bass und dem Scarbee Black Bass des etablierten Bassisten Thomas Hansen Skarbye. Hier werden sämtliche Spielweisen wie Slapping, Mutes, Flageoletts, Hammer-Ons, Pull-Offs und dergleichen originalgetreu nachgebildet. In der »Amped«-Version wurden diese Instrumente noch durch vier verschiedene Amps geschickt, wobei die klanglichen Grundcharaktere von für Pop, Rock, Heavy und R´n´B geeignet sind.

»Scarbee Funk Guitarist« produziert Funk-Grooves auf Tastendruck, wobei Du die Kontrolle über den Sound, die Harmonien und den Rhythmus mit Fills und Variationen hast.

 

Piano, E-Piano & Orgel

»Alicia´s Keys« wurde auf dem speziell für die Künstlerin angefertigten Konzertflügel Yamaha C3 Neo eingespielt. Die Mechanikgeräusche der Pedalen und Tasten sowie das subtile Geräusch der Finger beim Anschlag der Tasten wurden aufgezeichnet, diese lassen sich gezielt regulieren. Ein sehr lebendiges Piano – fein für Soul und gefühlvolle Musik aller Art.

Mit den »George Duke Soul Treasures« bekommst Du eine Sammlung von über 500 souligen Keyboard-Loops, eingespielt von George Duke mit Wurlitzer-, Rhodes- und Clavinet-E-Pianos sowie einem Konzertflügel. Dabei wurde jede Phrase gesliced, wodurch zahllose Variationen möglich sind. Eine »saubere« und eine per Röhren-Limiter & Bandmaschine aufgenommene Version steht zur Verfügung.

»Vintage Organs« liefert die Orgelklänge der Hammond B-3, C-3 und M-3, der Vox Continental II und der Farfisa Compact. Die Bedienoberfläche ermöglicht die Klangkontrolle per Zugriegel, Percussion, Chorus/Vibrato, Overdrive, Rotor, Hüllkurven, EQ und Reverb. Die Scarbee-Instrumente »Clavinet/Pianet«, »Mark I« und »A 200« sind Emulationen ihrer namensgebenden Pendants, wobei pro Instrument bis zu 12.300 Einzelsamples eingefangen wurden. Wow!

Die »Classic Piano Collection« besteht aus drei Flügeln und einem Klavier (»New York Concert Grand«, »Vienna Concert Grand«, »Berlin Concert Grand« und »Upright Piano«). Auch hier kannst Du feine Sounds erwarten, die dank mit stufenlosen Übergängen zwischen den unterschiedlichen Anschlagsstärken überzeugen können.

Synthesizer

Für die Synthesizer Absynth 5, FM8 und Massive gibt es mehr als 1.300 neue Presets. Neu hinzugekommen: Retro Machines MK2 präsentiert sich als Synthesizer-Library für Kontakt, mit der wieder einmal klassische analoge Geräte nachempfunden werden sollen.

 

Streichinstrumente

»Evolve Mutations 1 & 2« stellt eine große Auswahl an ungewöhnlichen Klanglandschaften, Spezialeffekten und Rhythmen bereit, welche besonders für die Film-, Fernseh- und Computerspielbranche geeignet sind.

Das Instrument »Session Strings Pro« liefert modernen Streichersounds eines elfköpfigen Ensembles. Hierfür gibt es separate Instrumentengruppen, 29 Artikulationen und einem programmierbaren Animator, wodurch das Einspielen lebendiger, natürlich anmutender Streichinstrumente im Handumdrehen gelingt.

 

Exotisches

Auch exotischere Klänge werden in Komplete 8 Ultimate bedient. »Balinese Gamelan« umfasst indonesische Instrumente, die von den Inseln Java oder Bali stammen – Metallophone, Xylophone, Trommeln und Gongs, Bambusflöten, gezupfte oder gestrichene Streicheinstrumente. Die Gamelans sind je nach Ensemble unterschiedlich gebaut und können daher sehr verschieden klingen.

»West Africa« beinhaltet Perkussionsinstrumente wie Djembe, Dunun und Glocken. Als Soloinstrumente gibt es etwa Krin und Kalebasse (ausgetrockneter Kürbis). Bei den in der Tonhöhe verstellbaren Instrumenten finden sich Bolon, Balafon, Kora, Ngoni und die Fula-Flöte. Cool: Ein Sequenzer für die polyrythmische Natur westafrikanischer Musik ist ebenfalls mit dabei, 74 vorprogrammierte Patterns werden gleich mitgeliefert.

 

Integration in Maschine

Alle Instrumente und Effekte und deren Presets wurden für Maschine (hier: Native Instruments Maschine Testbericht) aufbereitet – dort kannst Du sie im Browser suchen, finden und laden. Zudem wurden Mappings erstellt, wobei den Drehknöpfen die jeweils passenden Parameter zugewiesen wurden. Integration vom Feinsten.

Übersicht Native Instruments Komplete 8 Ultimate Review

PRO

  • Alle Instrumente und Effekte in guter Qualität
  • Sämtliche Genres werden ausgiebig bedient
  • Auch exotische Klänge an Bord
  • Kontakt 5.6 mit tollen Neuerungen
  • Überragendes Preis-Leistungsverhältnis

CONTRA

  • Manchmal etwas sterile Sounds
  • Zuweilen hohe Anforderungen an die Ressourcen

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Fazit zum Native Instruments Komplete 8 Ultimate Test

Es sollte längst klar sein, dass das Berliner Unternehmen auf dem Weg zur Weltherrschaft ist. Es fehlt nur noch eine hauseigene DAW-Software. Mit Native Instruments Komplete 8 Ultimate steht ein konkurrenzlos umfangreiches Paket aus Instrumenten, Effekten und Klangbibliotheken für praktisch alle Stilrichtungen zur Verfügung.

Und das zu einem tollen Preis – alleine für Kontakt 5 mit seinen vielfältigen Libraries wären die knapp eintausend Euro nicht vermessen. Auch die normale Version von Komplete 8 für attraktive 499,- Euro (UVP) stellt einen sehr guten Deal dar.

Da das Paket auf einer Festplatte ausgeliefert wird, hält sich die Installationszeit noch in erträglichen Grenzen. Außerdem ist es einfach praktisch, alles auf einer so kleinen Box zu haben.

Bei einigen Libraries und Presets hatte ich das Gefühl, dass die Sounds etwas zu souverän und humorlos klingen. Das ist eine persönliche Einschätzung, die ich vor allem im Vergleich zu meinen Lieblingssynthesizern anderer Entwickler (GForce, Admiral Quality & Co.) treffe. Die neuen Effekte der Solid Mix Series und die Vintage Compressors sind gut, aber nicht überragend. Auch im Bereich der virtuellen Orchester gibt es starke Konkurrenz, die stellenweise die Nase vorn hat. Andererseits sind richtige Perlen dabei, allen voran »Alicia’s Keys«.

Auch die Ressourcenbelastung ist stellenweise recht happig. Allzu verständlich bei der gebotenen Komplexität, dennoch muss es erwähnt werden.

Abgesehen davon erwartet dich ein äußerst umfangreiches, vielseitiges Paket mit sinnvollen Neuerungen bei Kontakt, Reaktor und Guitar Rig, an dem Du über Jahre hinweg Spaß haben kannst. Nicht zuletzt aufgrund der regelmäßigen Updates und Erweiterungen. Insbesondere als Fundus für Brot- und Butter-Sounds der gehobenen Art in der Film- und Fernsehproduktion oder bei der Komposition für Computerspiele macht dieses Bundle eine ausgezeichnete Figur.

Die Qualität der Libraries und das schlichtweg überragende Preis-Leistungsverhältnis rechtfertigen im Native Instruments Komplete 8 Ultimate Testbericht viereinhalb von fünf Punkten.

Inhaltsverzeichnis // Native Instruments Komplete 8 Ultimate Test

  1. Was erwartet dich?
  2. Review
  3. Pro & Contra
  4. Fazit
  5. Wertung

Mehr zum Thema:
    

SEHR GUT

Native Instruments Komplete 8 Ultimate Testbericht am 31.01.2012

Produkt:      Native Instruments Komplete 8 Ultimate
Hersteller:  

Preis:  965,00 Euro
UVP:    999,00 Euro

Kurzfazit

Eine riesige Kollektion. Was der Hersteller hier an Instrumenten und Effekten bietet, ist erstaunlich und für den Preis einmalig.

Für wen

Vielbeschäftigte Produzenten und Komponisten.

Wichtige Merkmale
  • 50 Instrumente, Effekte & Libraries
  • Standalone oder Plugin-Betrieb
  • 240 GB Klangmaterial
  • Auslieferung auf USB-Festplatte

 


Lesermeinungen (6)

zu 'Native Instruments Komplete 8 Ultimate Testbericht: Alles und noch viel mehr'

  • Jürgen   02. Feb 2012   10:27 UhrAntworten

    ... und wo ist jetzt der Testbericht?
    Das hier ist lediglich eine Aufzählung der Features, die man auch auf der NI-Homepage nachlesen kann.
    Habe Komplete 8 seit Dezember 11 auf einem iMac 2,7 Quad-Core, also einem halbwegs aktuellen und leistungsfähigen Rechner.
    Von stellenweisem hohen Resourcen-Hunger habe ich bis dato noch nix bemerkt.
    Das hier ist eine professionelle Software, die auch adäquate Hardware verlangt, das sollte man nicht ausser Acht lassen.

    • Carlos San Segundo (delamar)   02. Feb 2012   11:37 UhrAntworten

      Hallo Jürgen, vielen Dank für dein Feedback. Da wir das Paket Komplete 8 Ultimate erstmalig bei delamar getestet haben, wollten wir einen Rundumschlag der wichtigsten Features/Neuerungen. Das ist dem Redakteur gelungen, wie ich finde.

  • Jürgen   03. Feb 2012   07:01 UhrAntworten

    Das stellt ja auch gar keiner in Abrede!
    Aber dann isses kein Test, sondern eine Produktvorstellung und sollte bitte als sloche bezeichnet werden. So hangelt man sich durch 4Seiten und wartet auf den Test. Vertane Zeit für Leute, die ein wenig mehr wissen wollen als das, was auch auf der NI-Homepage steht.

    • Carlos San Segundo (delamar)   03. Feb 2012   09:45 UhrAntworten

      Hallo Jürgen, ich kann dich verstehen. Eine Produktvorstellung (News) bei delamar hätte kein Fazit und keine Einschätzung, ob sich der Kauf für die Leser lohnt. Und dann hätte der Autor auch nicht immer wieder seine Einschätzung zu bestimmten Programmteilen gegeben. Ich weiss auch, dass das nicht dein Bier ist, sondern eine Frage, die sich nur uns stellt: Aber bei 50+ Effekten, virtuellen Instrumenten und Co. kannst Du nicht alles im Detail besprechen, ohne ein Buch darüber zu schreiben. Und welche pickst Du dir dann heraus?

      • harmagod   09. Feb 2012   20:52 Uhr

        da viele der produkte schon einige zeit am markt sind und dafür reichlich testberichte vorhanden sind, genügten wohl die entsprechenden neuen produkte.

        ansonsten nenne ich es eben nicht testbericht, oder feile VORHER ein bischen an der konzeption des artikels.

  • carlos cavaco   10. Jul 2014   12:10 UhrAntworten

    Also.... ich finde es ok !!!
    hab mir bei ebay nur das product ohne sereal gekauft ,
    und kann dan langsam eine nach den andere kaufen !!!
    je nach den was ich haben möchte , ohne das ganze von der Homepage zu herunterzuladen !!!

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