Motu Digital Performer 10 Test: Umfangreiche DAW für Windows und Mac

Motu Digital Performer 10

Motu Digital Performer 10 - neben VCA-Fadern und VST3-Unterstützung gibt es noch viele weitere Neuerungen.

Was ist es?

Motu Digital Performer 10 ist eine umfangreiche DAW, die genau wie Apple Logic und Steinberg Cubase schon seit über 30 Jahren auf dem Markt ist. Seit jeher kannst Du mit dieser Digital Audio Workstation Audiosignale aufzeichnen, MIDI-Instrumente ansteuern und Projekte abmischen.
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In der aktuellen Version wurden nicht nur Workflow-Verbesserungen integriert, sondern auch die populäre Clip-Ansicht, wie Du sie vielleicht aus Ableton Live kennst, adaptiert. Auch der Umgang mit Loops wurde weiter verbessert, da das Timestretching und die Beatdetection ein Update erhielten.


Passend dazu


Die wichtigsten Features von Motu Digital Performer 10

  • Digital Audio Workstation für Windows und Mac
  • VST3 Unterstützung
  • Clip-Fenster
  • 5,5 GB Motu Instruments
  • VCA-Tracks

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Motu Digital Performer 10 Testbericht

Clip-Fenster

Die wohl größte Neuerung im Motu Digital Performer 10 Test heißt Clip-Fenster, denn diese Ansicht ermöglicht dir einen gänzlich neuen und verbesserten Workflow. Schon auf den ersten Blick wird klar, welche DAW da also Vorlage genommen wurde: Ableton Live.

Genau wie bei der Berliner DAW, kann man jetzt MIDI- und Audio-Dateien in eine Clip-Matrix legen und damit improvisieren. Während die einzelnen Instrumenten-Clips spaltenweise organisiert sind, kannst Du zeilenweise unterschiedliche Szenen aktivieren.

Clip-Fenster in Motu Digital Performer 10

Für kreative und effiziente Workflows: Das Clip-Fenster in Digital Performer 10

Der Vorteil der Clip-basierten Wiedergabe liegt darin, dass Du nicht an einen linearen Sequenzer gebunden bist und dadurch besser improvisieren und kombinieren kannst. So ist es umso erfreulicher, dass Du jetzt eben beide Welten in DP10 zur Verfügung hast.

Natürlich ist es möglich, eine Improvisation mit Clips auch im Sequenzer aufzuzeichnen und über Warteschlangen die Session ein wenig zu strukturieren.

Timestretch

Wenn Du im Clip-Fenster unterwegs bist, wirst Du in puncto Audio-Wiedergabe oftmals mit Loops arbeiten. Dementsprechend ist es nur folgerichtig, dass Motu Digital Performer 10 um einen mächtigen Timestretch-Algorithmus erweitert wurde.

Sobald Du Audiomaterial in den Sequenzer oder das Clip-Fenster importierst, kannst Du über die Stretch-Ansicht das Material verkürzen oder verlängern, ohne dass dabei die Tonhöhe mitzieht. Ab dann folgt der Audioloop dem Host-Tempo.

Spätestens seit dem Erfolg von Ableton Live ziehen sämtliche DAWs entsprechend mit und bestücken ihre DAW um einen soliden Timestretch-Algorithmus. Natürlich unterscheiden sich diese hinsichtlich ihrer Qualität. Beispielsweise war die erste Timestretch-Version in Bitwig Studio 1.0 kaum zu gebrauchen, erst mit 2.0 wurde dieser Makel ausgeräumt.

Timestretch-Option in Motu Digital Performer 10

Timestretch-Option in Motu Digital Performer 10

Motu Digital Performer 10 braucht sich in puncto Timestretch-Qualität jedoch nicht verstecken, denn dieser ist ganz einfach aller erste Sahne!

Die hierfür verwendete Technologie stammt von Zynaptiq und wurde entsprechend lizensiert.

In der Praxis kann ich das Clip-Fenster mit allerhand Loops bestücken und das Host-Tempo locker um 30 Prozent verändern. Gerade im Bereich Remixing ist das Zusammenspiel aus Clip-Fenster und solidem Timestretch-Algorithmus Gold wert, da man Audiomaterial wie Knetgummi verbiegen kann.

Besserer Workflow im Motu Digital Performer 10 Test

Mit dem Update sind auch etliche kleinere Verbesserungen hinzugekommen, die den Alltag in der Musikproduktion einfach ein Stück weit angenehmer machen.

Das Sekundär-Tool ist so eine Geschichte, die einfach, aber effektiv ist. Mit dieser kannst Du dir neben dem primären Werkzeug ein weiteres aussuchen, welches Du dann über eine definierbare (gedrückte) Taste aktivieren kannst.

Besonders hilfreich ist die skalierbare Oberfläche, da Du einfach und schnell die gesamte Oberfläche verkleinern oder vergrößern kannst. Wenn Du also mit einem großen Monitor arbeitest, wirst Du dieses Feature zu schätzen wissen.

Auch die VCA-Fader sind ein Zeitsparer, da Du über diese die Lautstärke mehrerer Spuren relativ verändern kannst. Das ist nützlich, wenn Du beispielsweise die Einzelinstrumente deiner Drum-Gruppe auf einen Schlag leiser machen willst. Hier wurde das Rad zwar nicht neu erfunden, aber eben wieder ein bisschen an der Zeitschraube gedreht.

Instrument Soundbank in Digital Performer 10

Während Presonus Studio One, Apple Logic, Steinberg Cubase und Ableton Live mit richtig großen Klang-Bibliotheken daherkommen, fehlte dies bislang bei Digital Perfomer. Doch mit Version 10 hast Du endlich auch den Zugriff auf gewohnte Brot-und-Butter-Sounds.

Sobald Du eine DP10-Lizenz erworben hast, darfst Du 5,5 GB Content (Motu Instruments) und 6 GB Loops und Samples herunterladen. Bei den Motu Instruments handelt es sich um Sample-basierte Instrumente, die über die kostenlose UVI Engine eingebunden und gespielt werden.

Motu Instruments in DP10

5,5 GB Motu Instruments in DP10

In der Praxis ist das zunächst etwas umständlich, da Du ein paar Registrierungs- und Download-Prozesse absolvieren musst, um an den Inhalt zu kommen. Allerdings ist die deutsche (Vertriebs-)Website von Digital Performer (Klemm-Music.de) so gut strukturiert, dass eigentlich keine Fragen offen bleiben.

Nach der Installation des Contents hast Du dann auch Zugriff auf klassische Instrumente, wie beispielsweise Piano, E-Piano, Orchester Strings, Chöre und so weiter. Diese Instrumente klingen beim Spielen richtig gut, obwohl der Content lediglich 5,5 GB groß ist. Wenn man das mal mit Bibliotheken von Native Instruments vergleicht, wo ein Instrument gerne mal 5 GB schluckt, ist das absolut als Pluspunkt hervorzuheben.

Die 6 GB Loops und Samples hatten bei mir weniger den „Wow“-Effekt ausgelöst, sind aber einfach praktisch, wenn man Skizzen erstellen will, eine Begleitung braucht.

Übersicht Motu Digital Performer 10 Review

PRO

  • Clip-Fenster ist intuitiv und inspirierend
  • beeindruckende Timestretch-Qualität
  • Bibliothek mit guter Qualität
  • sinnvolle Workflow-Optimierungen
  • VST3-Unterstützung

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Fazit zum Motu Digital Performer 10 Test

Motu Digital Performer 10 überzeugt mit vielen Workflow-Verbesserungen, die das Arbeiten angenehm effizient machen. Während man beim Abmischen die VCA-Fader nicht mehr missen möchte, punkten die vielen Optimierungen in der Summe.

Sehr überzeugend sind der Timestretch-Algorithmus und das Clip-Fenster, da diese Kombination die DAW in die Moderne katapultiert. In diesem Kontext ist auch die VST3-Unterstützung begrüßenswert, damit die Software aktuell bleibt.

Der Zugang zu der großen Klang-Bibliothek wird Anwender wohl kaum zum Update verleiten, ist aber dennoch eine willkommene Zugabe. Da die einzelnen Sounds wirklich gut klingen, kann man sich den Griff zum Drittanbieter-Content gegebenenfalls sparen.

Aus diesem Grund vergeben ich die Note „sehr gut“ in diesem Motu Digital Performer 10 Test.

Inhaltsverzeichnis // Motu Digital Performer 10 Test

  1. Was erwartet dich?
  2. Review
  3. Pro & Contra
  4. Fazit
  5. Wertung

SEHR GUT

Motu Digital Performer 10 am 03.12.2019

Produkt:      Motu Digital Performer 10
Hersteller:    

Preis:  499,00 Euro
UVP:    499,00 Euro

Kurzfazit

Umfangreiche DAW für kreativen und effizienten Workflow. Endlich ist die Oberfläche skalierbar und der Workflow im Allgemeinen verbessert worden. Auch der Timestretch-Algorithmus und das Clip-Fenster können begeistern.

Für wen

Musiker und Produzenten, die eine umfangreiche DAW suchen.

Wichtige Merkmale
  • DAW für Windows und Mac
  • VST3-Unterstützung
  • Clip-Fenster
  • VCA-Fader
  • Instrument Soundbank mit 5,5 GB Inhalt
  • Beat Detection Engine 2.0
  • Benutzeroberfläche skalierbar
  • Viele Workflow-Verbesserungen

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