MixVibes Cross Testbericht: DJ-Software mit Timecode-Unterstützung

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Mixvibes Cross Testbericht

Ein Screenshot der Programmoberfläche für unseren Mixvibes Cross Testbericht

Was ist es?

MixVibes Cross ist eine voll ausgestattete DJ-Software für Windows und Mac OS X inklusive Timecode-Unterstützung für Vinyl und CDs. Zwei Decks lassen sich steuern, dazu kommen zwei Sample-Decks mit je acht Slots. In die Library lassen sich Daten anderer DJ-Software importieren, zudem kannst Du iTunes einbinden.

Die Software gibt es auch im Paket mit einem Audio Interface plus Timecode-CDs und -Schallplatten, zudem gibt es ein Angebot im Bundle mit dem DJ Controller MixVibes U-Mix Control Pro. Wenn Du auf die Timecode-Unterstützung verzichten kannst, steht dir die um diese Funktion reduzierte, aber ansonsten identisch ausgestattete Variante MixVibes CrossDJ zur Verfügung.

Mixvibes Cross Testbericht

Ein Screenshot der Programmoberfläche für unseren Mixvibes Cross Testbericht


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MixVibes Cross Testbericht

Erster Eindruck

Beim Download der zum Redaktionsschluss aktuellen Version 2.0.1 gab es einen Stolperstein: Es ist nötig, einen Account auf der Website von MixVibes anzulegen UND im Benutzerprofil die Seriennummer (steht auf einem Sticker, der auf die papiernen Hülle für die Installations-CD klebt) einzugeben, damit im Forum der Link angezeigt wird. Andernfalls würdest Du in der Downloadsektion nur eine leere Tabelle sehen – Verwirrung ist vorprogrammiert. Bitte mehr Wegweiser aufstellen, lieber Hersteller, auch in der Kurzanleitung steht nichts über die Prozedur.

Schön, dass die Kurzanleitung in dem mitgelieferten Büchlein nicht nur in englischer und französischer, sondern auch in deutscher Sprache vorliegt. Ein ausführliches deutsches PDF-Handbuch findest Du auf der Webseite des Herstellers. Leider ist dieses noch nicht auf dem Stand der neuesten Version, hoffentlich liefert der Hersteller hier bald nach.

Die Installation war nach etwa zwei Minuten erledigt und gleich nach dem ersten Start des Programms wird noch einmal der Lizenzschlüssel abgefragt. Das Programm wird automatisch in deutscher Sprache ausgeführt, prima.

MixVibes Cross bringt über 60 Mappings für diverse Controller mit, es besteht also eine sehr hohe Chance, dass auch dein Gerät out-of-the-box unterstützt wird. Ansonsten besteht noch die Möglichkeit, selbst ein Mapping zu erstellen, was sich als ausreichend komfortabel herausstellte.

Im Konfigurationsdialog für die Einstellungen deines Audio Interface werden die Routings zwischen Ein- und Ausgangskanälen mit Pixelkabeln visualisiert, keine schlechte Idee.

 

Decks

Die Trennung der Decks ist strikt: A und B für Tracks oder Line/Mikrofon-Input, C und D für Samples. Die Wellenformdarstellung wird durch kleine Kennstriche (wie bei einem Lineal) für das die Taktschritte des Beats ergänzt – hilfreich, ohne visuell zu unruhig zu wirken. Löblich, dass es wie in Virtual DJ eine durchlaufende Anzeige mit den zwei übereinandergelegten Wellenformen gibt, die das Angleichen der Beats potentiell erleichtert. Die Option zum schnellen, beat-synchronisierten Springen um 1, 2, 4 oder 8 oder 16 Beats nach vorn oder zurück passt mir gut in den Kram. Ansonsten ist alles dran, was Du brauchen wirst, inklusive Loop-Kontrollen, Marker für Cue-Punkte und Co.

Das Time-Stretching (Geschwindigkeitsänderung ohne Tonhöhenänderung) klingt richtig fein, wenn Du es nicht gerade auf (unrealistische) Werte von unter -25% knüppelst. Sehr interessant und förderlich für eine möglichst hohe Audioqualität ist die Option »Hybrid«, mit der es einen »toten« Bereich von ±33% gibt, in dem NUR Geschwindigkeitsänderungen passieren, während alle Werte jenseits davon sowohl Geschwindigkeit als auch Tonhöhe beeinflussen.

Die Samples in den zwei dafür vorgesehenen Decks C und D können geloopt (in beat-synchronisierten Zyklen von 1/32 bis 32 oder ohne Begrenzung) oder als One-Shot abgespielt werden. Außerdem gibt es einen Modus, bei dem die Wiedergabe gestoppt wird, sobald Du den entsprechenden Knopf bzw. das entsprechende Pad auf deinem Controller loslässt. Eine Quantisierung Aus den Decks A & B kannst Du Samples aufzeichnen. Einige Sounds für den schnellen Einstieg werden sogar mitgeliefert. Insgesamt ist die Sample-Funktionalität nicht auf dem Stand von Traktor 2.5, aber mehr als brauchbar und gut zu bedienen.

 

Effekte

Die Effekte sind seit der Version 1.5 etwas verbessert worden, keine Frage. Flanger, Phaser, zwei Delays, ein Bitcrusher sowie Hoch- und Tiefpassfilter zählen zu den Brot- und Butter-Features, dazu kommen unter anderem ein paar Stottereffekte. Sie klingen ordentlich, hauen mich aber auch nicht aus den Socken.

Hier gibt es lediglich zwei Kontrollregler – einen für die Intensität und einen flexiblen, je nach Effekttyp wechselnden Parameter. Man könnte argumentieren, dass Einfachheit Trumpf ist, doch ich tendiere eher dazu, mehr Gestaltungsmöglichkeiten in der Hand zu haben, wie es besonders bei Traktor der Fall ist. Gerade angesichts der wachsenden Anzahl an guten DJ-Controllern mit einer umfangreichen Regler- und Knopfansammlung, die für die Effektkontrolle prädestiniert ist.


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Beat Grid

In diesem Bereich glänzt MixVibes Cross wie frisch poliertes Aztekengold. Beat Grids kannst Du direkt in der Wellenformdarstellung bearbeiten, die Kontrollen dafür werden als putzige Icons eingeblendet.

Das Schöne ist, dass die Software mit der nötigen Vorbereitung eben nicht nur mit 4/4-Beats, sondern auch mit kruden Rhythmen aller Art klarkommt. Dazu ist es nötig, dass Du benutzerdefinierte Grids über das Standard-Grid legst. Mit diesen verdeutlichst Du dem Programm, wie der Hase läuft.

Mixvibes Cross Testbericht

Die Optionen für das Beat Grid sind überragend

Ganz klar ein Killer-Feature, das Cross von allen anderen Programmen abhebt. Wer gerne mit komplexen Beats jongliert und dabei die volle Kontrolle behalten will, wird es schwer haben, an Cross vorbeizusteuern.

Auch die Sync-Anzeigen sind eine Erwähnung wert. Es gibt einerseits die Snap- (Sync in Schritten von 1/8 bis 1), andererseits die großflächiger angelegte Quantisierungsfunktion (Sync in Schritten von 1/8 bis 16). Zwei kleine, farblich passend rote und gelbe Balken laufen im Uhrzeigersinn verdeutlichen die Synchronisation.

Mixvibes Cross Testbericht

Sync & Quantisierung

 

Timecode

Bei meinem Test der Timecode-Implementierung nutzte ich die mitgelieferte Vinylscheibe und den MixVibes U-Mix Control Pro, der als Empfänger der Steuersignale fungierte, die ich über unseren 1210er von Technics schickte. Die Latenz stellte sich als vernachlässigbar heraus und die Umsetzung der Signale, als sie in den Decks von Cross angelangten, war sehr akkurat. Zu keiner Zeit hatte ich Schwierigkeiten mit Scratching, Backspins und sonstigen Plattenbewegungen. Fein.

 

Library

Wie bei den meisten DJ-Programmen gibt es einen kleinen, Browser zum Durchwühlen deiner Festplatte und die Metakategorie namens »Collection«, in die Du Titel bei Bedarf aufnehmen kannst. Du kannst sogar mehrere, komplett getrennte Collections (gut für komplett unterschiedliche Musikstile) anlegen. Cross ist auch in der Lage, deine iTunes-Datenbank abzugreifen und zum Abspielen bereitzustellen. Weiterhin gibt es Import-Optionen für iTunes-Listen sowie Playlists aus Virtual DJ, Pioneer Rekordbox und Traktor (inklusive einiger derer benutzerdefinierten Daten).

Schließlich gibt es noch sogenannte Smartlisten, die automatisch nach bestimmten Kriterien kompiliert werden. Da wären etwa solche für Stücke mit gut tanzbaren 115-135 BPM, solche ohne Coverbild (damit Du diese nach guter archivarischer Tradition noch vervollständigen kannst) oder die Top 50 der bestbewerteten bzw. am häufigsten gespielten Tracks. Nett.

Die Navigation klappt gut, das Kontextmenü ist gut strukturiert und die gesamte Sektion ist trotz Feature-Vielfalt nicht zu unübersichtlich, Daumen hoch.

 

Sonstiges über MixVibes Cross

Während des Testzeitraums brauchte ich keinerlei Bugs beklagen, alles lief stabil und performant. Die Oberfläche ist so klar gestaltet, wie sie mit ihren zig Funktionen nur sein kann und ich hatte an keiner Stelle Schwierigkeiten mit der Bedienung.

Für iPhone und iPad stehen Apps zur Fernsteuerung der Software zur Verfügung. Ich selbst habe sie nicht getestet, doch ich habe schon von einigen befreundeten DJs und Kollegen positive Eindrücke vernehmen können, was die Einrichtung des drahtlosen Netzwerks sowie der Stabilität und Nutzerfreundlichkeit der Apps angeht.

Übersicht MixVibes Cross Review

PRO

  • Voll ausgestattete DJ Software mit Feinschliff
  • Timecode-Steuerung funktioniert einwandfrei
  • Zwei Timecode-Vinyls (7″) und ein Timecode-CD enthalten
  • Einzigartige Optionen für Beat Grids & Synchronisation
  • Ausgefeilte Library mit Import anderer Formate

CONTRA

  • Nur zwei echte Decks
  • Schlichte Effektsektion

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Fazit zum MixVibes Cross Test

Was sich schon in der Vorgängerversion angedeutet hat, wird jetzt endgültig klar: MixVibes Cross ist eine sehr gut ausgestattete DJ-Software, die auf einem Level mit Traktor, Serato und Virtual DJ liegt, nur in einigen Punkten zurückstecken muss, aber in ein paar anderen wiederum Trümpfe in der Hand.

Die Timecode-Unterstützung funktioniert reibungslos, auch weil die Latenz zwischen dem Tellerdrehen und der Umsetzung des Steuersignals in der Software vernachlässigbar ist.
Schön, dass auch in der Minimalversion gleich drei Timecode-Medien – eine CD und zwei 7-Zoll-Vinyls – mitgeliefert werden.

Hervorragend gelungen und in dieser Form einzigartig sind die Optionen für das Beat Grid. Durch die Möglichkeit, direkt in der Wellenformdarstellung nach Belieben daran zu basteln, können auch die seltsamsten Rhythmen beherrscht werden. Da sehen die Mitbewerber nur die Rücklichter. Auch die Library konnte überzeugen. Sie bietet unter anderem Importfunktionen für die Track-Kollektionen in den Formaten von Traktor, außerdem kannst Du deine iTunes Library einbinden.

Für manchen könnte es eine herbe Einschränkung sein, dass lediglich zwei Decks (abgesehen von den Sample-Decks) zur Verfügung stehen. Außerdem sind die Effekte im Vergleich zu Traktor als rudimentär zu bezeichnen, sie eröffnen keinen wirklich großen kreativen Spielraum.

Den MixVibes Cross Testbericht auf delamar beschließe ich mit der sehr guten Wertung – knappe viereinhalb von fünf Punkten hat sich die DJ-Software nach Abwägung der Vor- und Nachteile verdient.

Inhaltsverzeichnis // MixVibes Cross Test

  1. Was erwartet dich?
  2. Review
  3. Pro & Contra
  4. Fazit
  5. Wertung

Mehr zum Thema:
  

SEHR GUT

MixVibes Cross Testbericht am 07.10.2012

Produkt:      MixVibes Cross
Hersteller:  MixVibes

Preis:  79,00 Euro
UVP:    79,00 Euro

Kurzfazit

Komplettlösung in Sachen DJ-Software. Ein paar kleine Macken täuschen nicht darüber hinweg, dass diese fein ausgestattete DJ-Software ein großer Wurf ist.

Für wen

Alle DJs, die mit zwei Decks auskommen und mit Timecode-Medien auflegen.

Wichtige Merkmale
  • DJ-Software für Windows & Mac OS X
  • Zwei Decks + 2 Sample-Decks
  • Timecode-Unterstützung
  • CD und 7″-Vinyl mitgeliefert
  • Import von Libraries anderer DJ-Software + Einbindung von iTunes

 


Lesermeinungen (1)

zu 'MixVibes Cross Testbericht: DJ-Software mit Timecode-Unterstützung'

  • Christian Höfl   22. Apr 2014   06:45 UhrAntworten

    Hallo, vielen Dank für den Test. Dieser ist eigentlich ganz gut gelungen, jedoch fehlt nach meiner Meinung der wichtigste Punkt:

    - Cross arbeitet mit jedem ASIO Interface zusammen, also auch mit den NI und RANE Interfaces. Man wird also nicht mit 'quasi'-Dongles gegängelt, sondern ist hier maximal flexibel.

    - Auch der (für mich) zweitwichtigste Punkt fehlt im Test-Fazit: Der Rekordbox-Sync. In nahezu jedem Club stehen Player mit Rekordbox-USB-Interface. Diese kann man als Backup-System oder auch parallel mit seinem eigenen Controller benutzen und muss hierzu keine 2. Software pflegen, nur synchronisieren und in Rekordbox den/die Sticks laden.

    Ich denke diese Punkte sind sehr wichtig, denn diese unterscheiden sich einfach grundlegend von den anderen Produkten!

    Danke und viele Grüße, Chris

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