Korg Kross 2-61 Test: Kompakte Synthesizer-Workstation

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Korg Kross 2

Im Review: Korg Kross 2, genauer gesagt der Korg Kross 2-61 ... eine leichte, bei Bedarf batteriebetriebene, Sample-basierte Synthesizer-Workstation mit 61 Tasten

Was ist es?

Der Korg Kross 2 ist eine Synthesizer Workstation mit 120 Stimmen, deren samplebasierte Klangerzeugung auf einen 128 MB großen Speicher mit 496 Multisamples und 1.014 Drum Samples zurückgreift. Ein polyphoner Arpeggiator dient in Verbindung mit dem eingebauten Drum Player und dem Stepsequenzer als moderne Begleitautomatik.

KORG KROSS 2-61-RDM (»red marble«) in limitierter Edition

Nur solange der Vorrat reicht: Den Korg Kross 2 gibt’s auch im feschen Finish »Red Marble«

MIDI-Daten werden in den 16-Spur-Sequenzer mit bis zu 128 Songs aufgenommen, für Audioaufnahmen steht ein SD-Card-Recorder zur Verfügung. Der neue Pad-Sampler sowie das USB Audio/MIDI-Interface vervollständigen den Allrounder-Anspruch.

Der Korg Kross 2 ist mit 61 sowie 88 Tasten im Fachhandel erhältlich.

Korg Kross 2-61: Features

  • Synthesizer Workstation mit 61 Tasten
  • Polyphonie: 120 Stimmen
  • Effekte, Step-Sequenzer & Arpeggiator
  • Aufnahme auf SD-Karte möglich
  • Stromversorgung über 6 AA-Batterien oder Netzteil (mitgeliefert)

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Korg Kross 2 Testbericht

Erster Eindruck

Der erste Eindruck nach dem Auspacken ist sehr gut: Ein schicker Kompakt-Synthesizer, der sich dank leicht gummierter Oberfläche ebenso gut anfühlt. Mit seinen Abmessungen von 935 mm × 269 mm x 88 mm und einem Gewicht von gerade einmal 3,8 kg ist der Korg Kross 2 noch ein bisschen kleiner und leichter ausgefallen als sein Vorgänger – schon dieser zählte zu den kompaktesten Vertretern seiner Zunft.

Das Leichtgewicht Kross 2 vermittelt einen soliden und (bedingt) roadtauglichen Eindruck. Optisch weiß der Synth mit seiner mattschwarzen Oberflächen, den gerundeten und abgeschrägten Oberflächen sowie dem dezent leuchtenden Logo auf der Rückseite zu gefallen, und die Haptik stimmt ebenfalls.

Ordentliche Tastatur

Der Korg Kross 2 in unserem Test besitzt eine leicht gewichtete Synthesizer-Tastatur mit 61 Tasten (= 5 Oktaven). Die Tastatur lässt sich angenehm spielen, klappert nicht übermäßig und ist flexibel genug, um sowohl Synthesizer-Sounds als auch akustische Instrumente überzeugend zu spielen.

Sie ist anschlagdynamisch, verarbeitet aber leider kein Aftertouch. Wie beim Vorgänger gibt es auch eine Variante mit gewichteter 88er-Klaviertastatur für die Pianisten. Pitchbend und Modulationsrad sind aus Platzgründen oberhalb der Tastatur platziert und relativ klein ausgefallen.

Schnelle Soundanpassung beim Korg Kross 2

Rechts neben den beiden Rädern befindet sich die neue Sektion zur Echtzeitkontrolle. Zwei Regler und ein Taster können über eine Matrix diverse Parameter wie Frequenz und Resonanz des Filters oder Attack und Release der Hüllkurve steuern. Der große Regler zur Wahl der Soundkategorie ist mittlerweile Standard in dieser Gerätekategorie.

Das zentral angeordnete beleuchtete monochrome Display hat wie beim Vorgänger eine Auflösung von 240 x 64 Pixeln, auf eine Touch-Funktion muss weiterhin verzichtet werden. Rechtsseitig sind die 16 neuen hintergrundbeleuchteten Pads angeordnet, mit denen sich Drums und Loops triggern lassen und die auch als Lauflichtanzeige des Stepsequenzers dienen.

Anschlüsse USB & MIDI

Sämtliche Anschlüsse findest Du auf der Rückseite. Der Kross 2 bietet drei Pedalanschlüsse, ein MIDI-Pärchen, SD-Card-Slot und USB-Anschluss. Dazu gesellen sich die Ein- und Ausgänge für Audio (inklusive Mikrofonanschluss und Kopfhörerausgang).

Rückseite des Korg Kross 2

An der Rückseite des Korg Kross 2 sind sämtliche Anschlüsse zu finden

Die Stromversorgung erfolgt über das mitgelieferte externe Steckernetzteil, es ist aber auch Batteriebetrieb möglich – praktisch.

Schließt Du einen Audio Computer über den USB-Port an, kannst Du dir weitere Kabel sparen. Denn über das USB-Kabel überträgt der Kross 2 neben MIDI-Befehlen auch Audio. Du kannst den Synthesizer also direkt in der Software aufnehmen und benötigst keine zusätzliche Soundkarte.

Allerdings stellt Korg derzeit nur einen speziellen MIDI-Treiber zur Verfügung, für Audio ist der Standard-Treiber des Betriebssystems zuständig. Mit Hilfe der Freeware Asio4All können Windows-Nutzer aber ASIO-Funktionalität auch ohne passenden Treiber nachrüsten.

Flexible Klangerzeugung

Wie auch die anderen beiden Platzhirsche setzt Korg bei der Klangerzeugung auf Bewährtes und bereits aus früheren Modellen Bekanntes. Bei Korg bedeutet dies, dass der Kern der Klangerzeugung eine EDS-i (Enhanced Definition Synthesis-integrated) Sound Engine ist, wie sie bereits im Korg X50 und auch dem Kross 1 verbaut wurde.

Ein Programm besteht aus bis zu 2 Oszillatoren, die mit verschiedenen Samples aus dem Speicher bestückt werden können. Vier Velocity-Stufen sowie Switching/Crossfading/Layering sind pro Oszillator möglich.

Es gibt zwei Multimode-Filter pro Stimme (Low Pass, High Pass, Band Pass, Band Reject), die flexibel geroutet werden können (single, serial, parallel, 24 dB). Pro Stimme stehen zudem zwei Hüllkurvengeneratoren für Filter und Verstärker und zwei LFO zur Verfügung, hinzu global eine Tonhöhen-Hüllkurve und ein weiterer LFO.

Zur Klangveredelung gibt es fünf Insert- und 2 Mastereffekte, die aus einem Arsenal aller gängigen Effekte von Hall bis Verzerrer bestückt werden. Nicht weniger als 134 verschiedene Effekte stehen zur Auswahl. Sogar eine Sidechain-Funktion zum Füttern von Vocoder, Gate und Limiter ist an Bord.

Jede Menge kategorisierte Presets

Es gibt jede Menge Möglichkeiten für Klangtüftler, eigene Sounds zu erstellen. Allerdings ist das Ganze am Gerät selbst doch etwas fummelig, weshalb sich die meisten Nutzer wohl mit den mitgelieferten Presets und kleineren Anpassungen begnügen werden (zumindest bis Korg einen Software-Editor auf den Markt bringt).

Bei 768 mitgelieferten Klängen sollte meist etwas Passendes dabei sein. In Combinations lassen sich bis zu 16 Sounds kombinieren, Splits und Layers sind hier in mannigfaltiger Weise inklusive Crossfades möglich. Eine Favoriten-Funktion ermöglicht den schnellen Zugriff auf die Lieblingssounds.

Moderne Begleitautomatik

Für mehr Leben bei gedrückten Noten sorgen Arpeggiator, DrumTrack und Stepsequenzer. Die über 1.000 mitgelieferten Arpeggios brechen nicht einfach nur gespielte Akkorde auf, vielmehr handelt es sich meist um komplexe Rhythmen und Simulation typischer Spielweisen wie Strumming von Gitarren. Also quasi schon eine Begleitautomatik, die dank programmierbarer Arpeggios auch beliebig anpassbar ist. Letzteres ist am Gerät aber etwas fummelig.

Tastatur, Pads & Co. beim Korg Kross 2

Die Performance wird unter anderem durch den gut bestückten Arpeggiator und Begleitrhythmen unterstützt

DrumTrack spielt auf Knopfdruck passende Drum-Pattern zur Begleitung, hier gibt es knapp 800 vorgefertigte Rhythmen der verschiedensten Stile. Ein weiteres Drum Kit kann parallel mit dem Stepsequenzer angetriggert werden. Die Programmierung funktioniert hierbei in klassischer TR-X0X-Manier: Drumsound anwählen und mit den 16 Pads die Steps auswählen, an denen er getriggert werden soll.

MIDI-Sequenzer mit 16 Spuren

Als waschechte Workstation hat der Korg Kross 2 auch einen konventionellen Sequenzer an Bord, der keine großen Veränderungen im Vergleich zum Kross 1 aufweist. Er bietet 16 Midi-Spuren, die wahlweise die interne Klangerzeugung oder externe Hardware steuern können und auch Automationen aufnehmen.

Bis zu 128 Songs passen in den Speicher des Kross 2. Praktisch sind die speicherbaren Templates, die bis zu 16 Instrumente nebst Effekte, Routing- und Mischeinstellungen enthalten und so einen schnellen Startpunkt zum Festhalten spontaner Ideen bieten.

Audiospur und Pad-Sampler für eigene Aufnahmen

Für Audiosignale steht ebenfalls eine Aufnahmefunktion zur Verfügung. Der eingebaute Audio Recorder nimmt sowohl interne als auch externe Signale in 16bit bei 48 kHz direkt auf SD-Karte auf.

Neu hinzugekommen ist der Pad-Sampler. Jedes der 16 Pads kann mit einem bis zu 14 Sekunden langen Sample bestückt werden, das beim Triggern entweder als Loop oder One-Shot abgespielt wird. Auch der Pad-Sampler kann die interne Klangerzeugung oder externe Quellen aufnehmen, zudem ist ein Import von WAV-Dateien via SD-Karte möglich.

Gut gelöst sind die Editiermöglichkeiten der aufgenommenen Samples wie z.B. passendes Zuschneiden. Dies geht dank zoombarer Wellenformanzeige auch ohne externen Editor recht flott und intuitiv.

Praxis mit dem Korg Kross 2

In der Praxis zeigt sich der Korg Kross 2 als solider Allrounder, der sich damit und seinen kompakten Abmessungen bestens für Band-Keyboarder anbietet. Dank Regler zur Anwahl der Kategorie und dem großen Display ist der passende Sound schnell gefunden, kleinere Anpassungen und Layer/Splits sind unkompliziert erstellt.

Bedienelemente des Korg Kross 2-61

Die Auswahl von Klängen und Effekten erfolgt über einige wenige, übersichtliche Bedienelemente

Es werden alle Butter-und-Brot-Klänge in einer Qualität angeboten, die für Bühne und Proberaum gut ist. Von den bekannten durchsetzungsfähigen Korg-Pianos über Strings und Brass bis hin zu jeder Menge klassischer Synth-Sounds und vielfältiger Drums ist alles sauber kategorisiert vorhanden.

Die EDS-i-Klangerzeugung erlaubt in Verbindung mit den Multieffekten eine tiefgreifende Programmierung für alle, die sich damit auseinandersetzen möchten. Aufgrund der Komplexität kann das am Gerät selbst allerdings etwas aufwendig werden. Allerdings hört man der Sound-Engine an, dass sie schon einige Jahre auf dem Buckel hat.

Klang

Keys to the Kingdom

Magna Carta

The Far East

Aus meiner Sicht fehlt es dem Klang aber insgesamt ein wenig an Frische. Sowohl bei der Hardware-Konkurrenz als auch Plugins hat sich da in den letzten Jahren doch einiges getan, vieles klingt im direkten Vergleich einfach runder im Bass und detaillierter in den Höhen. Dem eher mittigen Sound des Korg Kross 2 fehlt ein wenig das Edle und Teure, um ihn auch als Soundschleuder für das Studio empfehlen zu können.

Auch Filter und Effekte klingen neutral und erfüllen ihren Zweck, lösen aber keinen Aha-Effekt aus. Mithilfe des neuen Pad-Samplers lassen sich auch modernere und speziellere Signature-Sounds per SD-Karte importieren.

Übersicht Korg Kross 2 Review

PRO

  • Kompakt und leicht
  • Regler für Echtzeitkontrolle
  • Step-Sequenzer mit Lauflicht
  • Pad-Sampler
  • USB Audio Interface
  • Batteriebetrieb
  • Gutes Preisl-Leistungs-Verhältnis

CONTRA

  • Leicht angestaubter Klang

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Fazit zum Korg Kross 2 Test

Der Korg Kross 2 bietet hunderte solider und brauchbarer Presets gepaart mit einem MIDI-Sequenzer, Audiospur, Pad-Sampler und Lauflichtprogrammierung im kompakten und extrem leichten Gehäuse. Klingt nach eierlegender Wollmilchsau zum Kampfpreis? Tatsächlich deckt der Korg Kross 2 alle wichtigen Bereiche sowohl für Synthesizer-Einsteiger als auch Live-Keyboarder ab und zeigt sich vor allem aufgrund des komplexen Arpeggiators, des Stepsequenzers und des eingebauten USB-Audio/MIDI-Interface auch im Heimstudio als nützlicher und kreativitätsfördernder Partner.

Auf der Haben-Seite punktet ohne Frage der neu hinzugekommene unkomplizierte Zugriff auf die wichtigsten Parameter der Klangerzeugung, die Vielzahl brauchbarer Presets, der Pad-Sampler zum Einfliegen eigener Drums, Loops, Licks und Effekte sowie der polyphone Arpeggiator und der Stepsequenzer. Auf der Bühne und im Proberaum bietet die Workstation jede Menge gut spielbarer Klänge aus allen Bereichen, die sich mit wenig aufdringlichen Sound gut in den Bandkontext einfügen.

Leichte Abstriche müssen bei der Klangauswahl gemacht werden, denn die überwiegend auf konventionelle Keyboarder ausgelegten Sounds klingen oftmals etwas angestaubt. Der Klangerzeugung fehlt es für meinen Geschmack ein wenig an moderner Frische in den Höhen sowie sattem Punch.

Nimmt man die gute Haptik, die ordentliche Tastatur und das äußerst transportfreundliche Gehäuse hinzu, stellt der Korg Kross 2 für Anfänger einen guten Einstieg und für Live-Keyboarder eine kompakte Ergänzung des Setups dar, wobei der Preis für das Gebotene mehr als fair ist. Daher vergebe ich in unserem Korg Kross 2 Testbericht gute 4 von 5 Punkten.

Inhaltsverzeichnis // Korg Kross 2 Test

  1. Was erwartet dich?
  2. Review
  3. Pro & Contra
  4. Fazit
  5. Wertung

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GUT

Korg Kross 2 Testbericht am 07.12.2017

Produkt:      Korg Kross 2
Hersteller:    

Preis:  779,00 Euro
UVP:    779,00 Euro

Kurzfazit

Der Korg Kross 2 ist eine kompakte Workstation und kombiniert Synthesizer, Sampler und Sequenzer. In der Neuauflage erweitert der Hersteller das bewährte Konzept des Vorgängers um Regler für den Echtzeitzugriff auf die Klangerzeugung sowie 16 Pads für Drums und Samples. Unter der Haube wurden de, Korg Kross 2 mehr Stimmen, mehr Presets und mehr Sample-Speicher spendiert. Dank Arpeggiator, Stepsequenzer, Pad-Sampler und flexibler Klangerzeugung ist der Synthesizer aber auch im Studio eine Bereicherung.

Für wen

Einsteiger in die elektronische Klangerzeugung als auch Bandmusiker.

Wichtige Merkmale
  • 120-stimmig polyphon
  • Integrierte Effekte
  • Polyphoner Arpeggiator
  • Step Sequencer
  • 16-Spur MIDI Sequenzer mit max. 128 Songs
  • Eingebauter SD-Card Audio Recorder 16-Bit mit 44.1/48 kHz WAV
  • Stromversorgung über 6 AA-Batterien oder 9 V-Netzteil (enthalten)
  • Abmessungen: 935 × 269 × 88 mm (B x H x T)
  • Gewicht: 3,8 kg

 

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