KMA Fuzzly Bear Test: Die Fizzel-Bestie fĂŒr Gitarristen

18
SHARES
KMA Fuzzly Bear

Das KMA Fuzzly Bear Review fĂŒr dich - der Silizium-Fuzz aus einer aufstrebenden Berliner Effektwerkstatt lĂ€sst vielleicht auch bald deine Hosenbeine zĂŒnftig flattern ...

Was ist es?

Das KMA Fuzzly Bear stammt aus Berlin und ist ein Effektpedal in typischer GrĂ¶ĂŸe fĂŒr das Pedalboard. Es kommt mit drei Reglern, zwei LEDs und einem Switch. Ein- und Ausgang befinden sich an den Seiten, ein optionales Netzteil kann oben angeschlossen werden. Ein Batteriebetrieb ist ĂŒbrigens nicht vorgesehen.

Drei Regler fĂŒr Volumen, Gain und Bias sind an Bord. Mit einem Preis von knapp 180 Euro handelt es sich bei diesem Effektpedal klar um einen Boutique-Effekt.


anzeige


 

KMA Fuzzly Bear Testbericht

Hintergrund

Die Schaltung des Fuzz-Bodeneffekts basiert auf dem Jordan Bosstone, einem Fuzz-Pedal aus den 1970ern Jahren, das in den BÀssen schwÀchelte. Die Berliner Klangschmiede hat sich der Problematik angenommen und einige Tweaks eingebaut, so dass der Bassbereich nun bestens klingt.

Wir haben quasi einen Klassiker mit moderner Attitude vor uns liegen.

Erster Eindruck

Beim Auspacken des Pedals fĂ€llt auf, dass bei der Verarbeitung auf Nachhaltigkeit gesetzt wurde. Keine sinnlosen Kunststofffolien, keine Knallfolie. Schon die Verpackung besteht aus Pappe und Holzwolle. Gut fĂŒr die Umwelt.

Das Pedal selbst fĂŒhlt sich sehr hochwertig an, und es macht optisch richtig was her. Der KMA Fuzzly Bear kommt in einem pulverbeschichtetem, schwarzen und road-tauglichen GehĂ€use daher. Alles bestens hier.

Aufgeschraubt

Ich bin grundsĂ€tzlich neugierig – also Schraubendreher in die Hand und reingeschaut. Das Innenleben unterstreicht den hochwertigen Eindruck, den ich bisher von diesem GerĂ€t habe. Hier wurde eine handwerklich einwandfreie Arbeit abgeliefert. Keine Frage.

Unter der Haube werkelt eine Siliziumdiode und sorgt fĂŒr ausreichend Schub. Und dann geht es auch schon zur Sache.

Leuchtende Augen

KMA Fuzzly Bear Review - BedienoberflÀche

Die Idee mit dem BĂ€ren wird konsequent nicht nur optisch in der Lackierung, sondern auch beim Einschalten fortgesetzt. Die beiden Augen (LEDs) auf dem Pedal fangen an zu leuchten, sobald der Fußschalter betĂ€tigt ist und der Bodeneffekt arbeitet. Sie leuchten ĂŒbrigens rötlich.

Bedienelemente

Der KMA Fuzzly Bear hat drei Regler auf der Oberseite. Mit Volume wird die AusgangslautstÀrke des gesamten Effekts geregelt. Mit dem Regler Gain wird der Grad des Gains geregelt, ist ja praktisch selbsterklÀrend.

In der Mitte findet sich dann der dritte Regler mit der Beschriftung Skin/Meat – also Haut und Fleisch. Dieser regelt den Bias der Fuzz-Schaltung, also wieviel Saft die verbaute Elektronik erhĂ€lt. Das ist auch der Regler, der den Sound maßgeblich verĂ€ndert. Mit ihm lĂ€sst sich die Fuzz-Charakteristik von einem scharfen Ton zu einem richtig satten, Wall Of Sound-artigem Ton einstellen.

Experimente mit Gain & Volume

Allein mit den beiden Reglern Gain und Volume lassen sich schon hervorragend tolle Sounds einstellen. Diese rangieren zwischen dezentem Overdrive und Fuzz, so á la White Stripes. Da macht das Experimentieren eine Menge Spaß.

Ist der Gain-Regler ganz rechts, bekommst Du einen richtig geilen Fuzz-Sound hin, der nicht mehr sanft ausklingt, sondern bei Pegelunterschreitung einfach aufhört. Das nennt sich auch Starving (Verhungern) – der Ton stirbt quasi ab.

In der Praxis

Weiter unten findest Du einige Klangbeispiele, die ich fĂŒr dich aufgenommen habe. Was leider nicht einzufangen war, ist mein Grinsen und das Hosenbeinflattern bei halb aufgerissenem Amp. Dieser und das Effektpedal waren auf 12 Uhr eingestellt. Etwa zwei Minuten spĂ€ter kamen aus dem Proberaum drei TĂŒren weiter einige Neugierige, die dachten, die Apokalypse finge an.

Der Fuzz liefert ab.

Klang des KMA Fuzzly Bear

Der Schub in den unteren Mitten und im Bassbereich ist beeindruckend. Es matscht nicht und der Sound bleibt gut definiert. Die FlexibilitĂ€t ĂŒber die drei Regler ist grĂ¶ĂŸer, als ich zunĂ€chst gedacht hatte. Hier gibt es nichts zu meckern.

Insgesamt lÀsst sich der Grundsound als satt und richtig fett bezeichnen. Ganz wie der Hersteller sagt, ist der Bassbereich hier ganz anders als noch bei dem Fuzz-Pedal aus den 70ern.

Stellst Du den Regler Skin/Meat auf Links, so klingt es relative Vintage. Drehst Du ihn nach rechts, verleitet der Effekt dazu, schwere Riffs im Drop D Tuning zu spielen. In dieser Stellung ist auch der Bassbereich sehr betont, so dass ich einen Equalizer nachschalten wĂŒrde.

Mir gefĂ€llt, dass der Klangcharakter der Gitarre und der Tonabnehmer ĂŒber weite Strecken sehr gut erhalten bleibt, gerade wenn der Bias mehr in Richtung Skin ragt.

Klangbeispiele mit dem KMA Fuzzly Bear

Ohne Effekt

Mehr Meat

Mehr Skin

Dominante Mitten

Weniger Gain, mehr Volume

KMA Minos [Test] links & KMA Fuzzly Bear rechts

Übersicht KMA Fuzzly Bear Review

PRO

  • Fetter Fuzz-Klang
  • Flexibel einsetzbar
  • EigenstĂ€ndiger Sound
  • Keine Verluste im Bassbereich

CONTRA

  • Kein Batteriebetrieb

anzeige


Fazit zum KMA Fuzzly Bear Test

Vorneweg: Der Sound hat Eier. Zwar bedient das KMA Fuzzly Bear sicher nicht alle Gitarrenfraktionen. Gerade wer einen Sound ĂĄ la Big Muff erwartet, sollte sich besser woanders umschauen. DafĂŒr gibt es satt Punkte, weil es sich durch seinen eigenen Klangcharakter eben von der Masse abhebt. Und auch die Optik unterstreicht das.

KMA Fuzzly Bear

Der KMA Fuzzly Bear ist ein echtes Raubein … ein Boutique-Fuzz-Pedal vom Feinsten

Das Fuzz-Pedal belohnt dich mit einem straffen Sound in den unteren Mitten sowie Bassbereich. Hier kommt richtig Schub, gerade in Verbindung mit einem RöhrenverstÀrker. Sehr positiv bleibt zu erwÀhnen, dass der BÀr nicht matscht. Im High Gain wird der Sound satt und richtig fett. Wer es etwas weniger verzerrt mag, findet hier auch reichlich klassische Sounds.

Nach intensiven Tests im Studio und im Proberaum (auch unter Protest diverser Bandmitglieder und Nachbarn) muss ich sagen, dass ich sehr begeistert bin. Von der Idee ĂŒber die Verarbeitung bis zum Klang hat die Berliner Klangschmiede praktisch alles richtiggemacht.

FĂŒr den ein oder anderen könnte der fehlende Batteriebetrieb ein Hinderungsgrund sein, sich dieses Effektpedal zuzulegen. Andererseits ist der Bodentreter klar den Boutique-Pedalen zuzuordnen. Und in dieser Liga werden die meisten Interessenten sich ohnehin nicht auf eine Batterie verlassen wollen.

Alles in allem gibt es von meiner Seite aus eine exzellente Wertung mit fĂŒnf von fĂŒnf möglichen Punkten im KMA Fuzzly Bear Test. Well done.

Interview: Enrico Preuß von KMA Audio Machines

Inhaltsverzeichnis // KMA Fuzzly Bear Test

  1. Was erwartet dich?
  2. Review
  3. Pro & Contra
  4. Fazit
  5. Wertung

Mehr zum Thema:
        

EXZELLENT

KMA Fuzzly Bear Testbericht am 08.06.2017

Produkt:      KMA Fuzzly Bear
Hersteller:  KMA Audio Machines

Preis:  179,00 Euro
UVP:    179,00 Euro

Kurzfazit

Ein Boutique Fuzz-Effektpedal aus Berlin. Wer die Bestie im Proberaum und auf der BĂŒhne entfesseln möchte, findet mit dem KMA Fuzzly Bear das richtige Effektpedal hierfĂŒr. Ein flexibles Fuzz, das sich zwar an bekannten Originalen aus den 70ern orientiert, gleichzeitig aber nicht nach den gebrĂ€uchlichen Pedalen am Markt klingt. Von ultrabrachial bis zum harmonischen Fuzz ist hier alle, was der geneigte Gitarrist an Fizzel möchte.

FĂŒr wen

Gitarristen auf der Suche nach dem gewissen Etwas.

Wichtige Merkmale
  • Fuzz-Pedal fĂŒr E-Gitarre
  • Orientiert sich an Jordan Bosstone
  • Auf Silizium basierend
  • EigenstĂ€ndiger Klang
  • Keine Verluste im Bassbereich
  • Volumen
  • Gain
  • Bias-Regler (Skin/Meat)

 

Sag uns deine Meinung!

Empfehlungen