Ibanez RG 3550ZDX Testbericht
Superstrat?

Ibanez RG 3550ZDX Testbericht

Der Ibanez RG 3550ZDX Testbericht zeigt, ob man hier wahrlich von einer Superstrat sprechen kann

Was ist es?

Wie alle RG-Modelle besitzt auch die Ibanez RG 3550ZDX eine sehr ergonomisch gestaltete Form mit spitzen, weit ausgeschnittenen Cutaways und für den Körper bequemen Fräsungen auf der Vorder- und Rückseite. Kaum zu glauben, dass dieses Design mittlerweile schon fast dreißig Jahre existiert, denn auch heute wirken die RGs, als kämen sie taufrisch aus der Entwicklungsabteilung.

Als Material für den zweiteiligen Body wurde Linde gewählt, eine schwarze Lackschicht überzieht den gesamten Korpus. Ein cremefarbenes Binding umrandet die Decke, die zu gut drei Vierteln von einem dreischichtigen Perlmutt-Pickguard bedeckt wird. Dieses trägt auch die drei DiMarzio-Pickups nebst Fünf-Wege-Schalter und den zwei Potis für Lautstärke und Ton.

Ibanez setzt also wie gewohnt auf die Dienste des Dauerpartners DiMarzio und spendiert der Gitarre in der Stegposition einen ToneZone Humbucker, in der Mittenposition einen True Velvet Singlecoil und am Hals den Air Norton, ebenfalls ein Doppelspuler.

Zusammen mit dem Fünfwegschalter lassen sich die Tonabnehmer also sehr flexibel anwählen und das vermutlich über lange Zeit, denn der Schalter vermittelt einen sehr soliden Eindruck und rastet satt in seinen fünf Positionen ein. Ein Punkt, auf dem man bei der Inspektion einer Gitarre gut achten sollte, denn kaum ein Teil an einer elektrischen Gitarre (abgesehen von den Saiten) unterliegt einem höheren Verschleiß als der Pickup-Schalter!


Passend dazu


Nicht weniger robust zeigen sich die beiden Potis für Lautstärke und Ton, die zum einen durch Gummiringe auf ihren Metallknöpfen auch mit verschwitzten Händen gut zu greifen sind und zum anderen wunderbar leichtgängig auf ihren Achsen laufen.

Hinsichtlich der Verarbeitung und der verwendeten Komponenten gibt die Ibanez RG 3550ZDX das erwartet starke Bild eines Instruments aus der Prestige-Baureihe ab. Zu erwähnen bleibt, dass die Gitarre in einem hochwertigen Formcase inklusive eines Multi-Werkzeugschlüssels ausgeliefert wird.

Hals & Griffbrett

Der fünfteilige, eingeschraubte Wizard-Hals besitzt eine Titaniumeinlage zur Verstärkung und zeigt sich sonst als typischer Vertreter der »Flachbrettfraktion«: Entweder man mag es oder eben nicht. Tatsache ist, dass der Hals mitsamt seinem Palisandergriffbrett genauso hervorragend verarbeitet ist wie der Rest des Instruments. Das betrifft insbesondere auch die 24 Jumbo-Bünde, die perfekt eingesetzt und an den Kanten unspürbar abgerichtet wurden.

Als Griffbrettmarkierungen wurden schlichte Dots verwendet, die sich erst auf den zweiten Blick als hochwertiges Perlmutt entpuppen. Die an der Kopfplatte angebrachten Mechaniken bekommen ja wegen des Toplock-Sattels nicht wirklich viel zu tun, dennoch ist es gut zu wissen, dass auch hier hochwertige Hardware verbaut wurde.

Vibrato

Als Vibrato sorgt ein Edge Zero ZPS3 für eine gnadenlose Performance bei absoluter Stimmstabilität. Durch die Möglichkeit, mittels einer Rändelschraube auf der Rückseite des Korpus die Federspannung der jeweils verwendeten Saitenstärke anzupassen, bist Du mit diesem System auch für die beliebten Drop-Tunings bestens gerüstet. Der Vibratoblock erstrahlt wie auch die übrige Hardware in schwarzem Chrom und durch die recht weit hinten angebrachten Feinstimmer findet die rechte Hand eine bequeme, ausreichend große Auflagefläche. Gut durchdacht und noch besser gemacht.

Ibanez RG 3550ZDX Testbericht

Die Federkammer für das Vibrato des Ibanez RG 3550ZDX


anzeige


 

Ibanez RG 3550ZDX Testbericht

Praxis & Grundsound der Ibanez RG 3550ZDX

Schon beim Herausnehmen aus dem Koffer fällt das recht hohe Gewicht der Ibanez RG 3550ZDX auf. Nun gut, das trockenste Stück Linde wurde hier wohl nicht für den Korpus verwendet, zudem wiegt die Hardware (und hier vor allem der Vibratoblock) ein gutes Stück. Dafür hängt das Instrument gut ausbalanciert am Gurt und schmiegt sich dank der rückseitigen Korpusfräsung perfekt an.

Der akustische Grundsound ist recht ausgewogen, das Sustain für eine derart dünne Konstruktion von Hals und Body dabei überraschend gut. Die Bespielbarkeit ab Werk ist schon ganz ordentlich, manch einer wünscht sich aber vielleicht eine noch flachere Saitenlage. Etwas, was im Heavy-Bereich durch das Spielen anspruchsvoller Techniken wie Sweeping oder Tapping ein wichtiges Kriterium darstellt.

Die hochwertige und passgenaue Verarbeitung erlaubt gerade bei den hochpreisigen Prestige-Modellen eine äußerst flache und dabei schnarrfreie Saitenlage und so dürfte es kein Problem sein, die Saiten mit dem Multi-Tool in die gewünschte Position zu bringen.

Tonabnehmer

Die fünf schaltbaren Konfigurationen der Tonabnehmer erlauben eine enorm breite Soundpalette. Von sehr sauberen, glasklaren Sounds der Single-Coil-Schaltungen bis hin zum heftigen Metal-Sound der Humbucker an Steg- und Halsposition. Auffällig ist, dass selbst bei hohen Verzerrungen der Klang immer noch frei von Matschen ist und sich auch sonst mit Nebengeräuschen sehr bedeckt hält.

Ibanez RG 3550ZDX Testbericht

Die Ibanez RG 3550ZDX tönt sehr flexibel dank der Pickups + Wahlschalter

Nicht so schön ist allerdings der Lautstärkeunterschied, der entsteht, wenn man die Humbucker zusammen mit dem Single Coil anwählt. Ein Problem, das schon seit Generationen bei dieser ansonsten sehr flexiblen Schaltung existiert. Somit hilft hier nur, den Clean-Channel am Verstärker entsprechend in der Lautstärke anzugleichen.

Ansonsten bist Du mit dieser Pickup-Konfiguration für so ziemliche alle Stilistiken bestens gerüstet, obwohl sich ein Blueser oder Jazzspieler schon rein optisch sicher nicht für eine Ibanez RG entscheiden würde. Aber die DiMarzios liefern ohne Zweifel schon ein ordentliches Pfund für dicke Linien, sei es nun für Blues, Jazz oder alle anderen Arten populärer Musik.

Unterstütze unsere Arbeit mit einem Kauf bei Thomann*

* Affiliate Link: Du bezahlst den normalen Preis und wir erhalten eine Provision, wenn Du etwas kaufst. Danke!

Fazit zum Ibanez RG 3550ZDX Test

Das Testergebnis überrascht nicht wirklich, denn schon sehr lange genießen die Instrumente der Ibanez Prestige-Baureihe einen sehr guten Ruf. Da macht auch die Ibanez RG 3550ZDX keine Ausnahme und präsentiert sich im Test als ein perfekt gefertigtes und vielseitig klingendes Instrument mit einer sehr guten Ausstattung. Etwa mit den DiMarzio-Pickups oder dem Vibrato vom Typ Edge Zero ZPS3 mit seinem leicht einstellbaren Federsystem.

Ibanez RG 3550ZDX Testbericht

Die Ibanez RG 3550ZDX ist sehr nuanciert spielbar – mit dem dicken Hals hoffentlich auch von dir …

Nach wie vor gewöhnungsbedürftig dürfte für viele Spieler das Profil des Wizard-Halses sein, dessen Profil dem Namen »Flachbrett« alle Ehre macht. Musiker im Heavy-Bereich lecken sich nach diesem Halsprofil die Finger, für viele andere dürfte es allerdings etwas mehr »Fleisch« sein. Aber das ist natürlich ganz individuell zu betrachten, auf jeden Fall bietet dieses Profil beste Voraussetzungen für alle modernen Spieltechniken, das steht mal fest!

Insofern kommen wir locker auf gute vier von fünf Punkten im Ibanez RG 3550ZDX Testbericht auf delamar – wer eine Strat sucht und so viel Geld übrig hat, sollte das gute Stück definitiv mal probieren.

Ibanez RG 3550ZDX Features

  • E-Gitarre nach Art einer Stratocaster
  • Korpus: Linde
  • Hals: Ahorn/Walnuss, geschraubt
  • Griffbrett: Palisander
  • Mensur: 648 mm
  • Bünde: 24
  • Konfiguration: HSH
  • Pickup Hals: DiMarzio Air Norton
  • Pickup Korpus: DiMarzio True Velvet
  • Pickup Steg: DiMarzio The Tone Zone
  • Tremolo: Edge Zero ZPS3
  • Regler: Volume, Tone, Pickups
Hersteller:   
Produkt:

Ibanez RG 3550ZDX Test

Sag uns deine Meinung!

Empfehlung