Genelec 8361A Test
Studiomonitor für Profis

Genelec 8361A Test

Genelec 8361A: Test eines 3-Wege-Systems für das Midfield im professionellen Umfeld

Was ist es?

Die Genelec 8361A sind koaxiale 3-Wege-Studiomonitore, die für den Einsatz im Midfield, also für größere Tonstudios gedacht sind. Pro Box sind zwei Tieftöner mit je 10 Zoll verbaut, dazu kommt ein 5″ großer Mitteltöner sowie ein Kalotten-Hochtöner mit 1 Zoll Durchmesser.

Das aktuelle Modell des finnischen Herstellers kommt mit seinen neuen ACW-Designs (Acoustically Concealed Woofer), die mit dem DCW (Directivity Control Waveguide) gepaart werden. Dieses Modell unterstützt zudem die Smart Active Monitor-Technologie, mit der Du die 8361A Studiomonitore automatisch auf deinen Kontrollraum- und deine Lautsprecherkonfiguration kalibrieren kannst.


Passend dazu


Das hier getestete Modell stammt aus der Serie „The Ones“ von aktiven Studiomonitoren des Herstellers. Es gibt weitere Größen (kleinere) sowie ein Modell in weißer Farbe.

Genelec 8361A Features

  • 3-Wege-System
  • koaxiale Punktstrahler
  • 2x ovale Tieftöner 10 Zoll
  • 1x Mitteltöner 5 Zoll
  • 1x Hochtöner 1 Zoll
  • SAM-fähig

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Genelec 8361A Testbericht

Erster Eindruck

Wie jedes Modell, das ich vom finnischen Hersteller testen und ausprobieren durfte, sind auch die Genelec 8361A exzellent verbaut. Das abgerundete Aluminiumgehäuse soll Reflektionen im Abstrahlverhalten minimieren und durch die koaxiale Bauweise kann dieser Lautsprecher wie eine Punktschallquelle arbeiten.

Interessanterweise handelt es sich bei diesem Modell um ein 3-Wege-System, auch wenn es auf den ersten Blick eher so aussieht, als wäre nur ein Chassis zentral verbaut. Tatsächlich befindet sich der Hochtöner aber im Mitteltöner eingefasst und hinter der Front findet sich dann auch gleich der dritte Weg: zwei ovale Woofer mit 263 x 137 mm. Diese kannst Du von oben oder unten betrachtet durch die Öffnung sehen.

Genelec 8361A Test

Die Abmessungen des Genelec 8361A sind gut im Vergleich zum dahinter stehenden 27″ Bildschirm einzuschätzen.

Anschlüsse am Genelec 8361A

Die professionelle Ausrichtung findet sich auch bei den Anschlüssen wieder, die analoge und digitale Eingänge in Form von XLR bietet. Analog geht es mit einem symmetrischen Kabel, digital steht AES/EBU zur Verfügung.

Spannend ist, dass das digitale Audiosignal zur anderen Box durchgeschleift werden kann. Dazu steht ein eigener Ausgang zur Verfügung.

Die beiden RJ45-Buchsen (Ethernet) werden genutzt, um die Einmessung mit GLM durchzuführen und die Lautsprecher zu kalibrieren (gleich mehr dazu) oder um den Pegel der Lautsprecher über das Netzwerk zu steuern. Wer den Pegel auf die herkömmliche Art ändern möchte, findet rückseitig einen eingelassenen Poti, der mit einem Schraubendreher bedient werden kann.

Genelec 8361A Test

An der Rückseite befinden sich alle Anschlüsse.

Digitale Entzerrung bei den Genelec 8361A

Ein großartiges Feature, das wir schon von anderen Modellen des Herstellers kennen, ist das Smart Active Monitoring oder kurz „SAM“. Dabei handelt es sich um eingebaute DPSs (digitale Signalprozessoren), mit denen diese Studiomonitore an den eigenen Regieraum angepasst werden können.

Die Kalibrierung dieser aktiven Lautsprecher erfolgt mithilfe einer gratis erhältlichen Software des Herstellers (GLM) und dem optional erhältlichen Loudspeaker Manager User Kit. Dieses besteht aus einem Messmikrofon und einem Adapter für das Mikrofon.

Die Lautsprecher werden über Netzwerkkabel an den Adapter angeschlossen, an dem bereits das Mikrofon verbunden wurde. Das Mikrofon wird in der Abhörposition aufgestellt und dann kannst Du mithilfe der GLM-Software den Raum einmessen – und die Lautsprecher entsprechend anpassen.

Die Einstellungen aus der GLM-Software werden zum Schluss via Netzwerk übertragen und gespeichert.

In der Praxis

Es wird schnell klar, dass diese Studiomonitore für das delamar Studio eigentlich überdimensioniert sind. Einen Subwoofer brauchen wir mit dieser Abhöre und den insgesamt 4x 10 Zoll Woofern sicherlich nicht mehr. Zumal jeder dieser Studiomonitore auf stolze 1.000 Watt Leistung kommt (700W+150W+150W).

Mit den DIP-Schaltern auf der Rückseite kannst Du dir den Klang auch ohne die Software einstellen und an deinen Raum anpassen. Bei einer Aufstellung auf der Bridge einer Mixing Console kannst Du bei 160 Hz eine Absenkung nutzen oder (wie in meinem Fall) einfach die Bassabsenkung nutzen. Interessant sind auch die Tilt-Filter für Bass und Höhen, die ich so noch nicht bei anderen Modellen gesehen habe.

Bei knapp 32 Kilogramm Gewicht würde ich allerdings die Variante mit der digitalen Einmessung vorziehen.

Genelec 8361A Klang

Und wie klingen die Genelec 8361A? Nun, sehr gut und überaus ehrlich. Die Auflösung dieser Studiomonitore ist beachtlich und lässt keinen Zweifel daran, dass sie für den professionellen Einsatz gedacht sind. Der Sweetspot fällt größer aus, als ich es von anderen Midfields, geschweige denn den Nahfeldmonitoren gewöhnt bin. Natürlich, dieses Modell ist klar für größere Hörentfernungen ausgelegt und da muss das so gelöst werden.

Die Stereoabbildung ist vorbildich, der virtuelle Klangraum ist schön breit angelegt und alle Instrumente sind wunderbar zu lokalisieren. Auch in Sachen Impulstreue können die Genelec 8361A viele Punkte holen, sie lassen nichts zu wünschen übrig und können über den gesamten Frequenzbereich sehr schnell und trocken arbeiten.

Es geht sehr tief nach unten. Wie weiter oben schon geschrieben, einen Subwoofer vermisse ich hier nicht. Wer sich aber dennoch dafür interessiert, findet gleich zwei unterschiedliche Modelle, die das 3-Wege-System ergänzen.

Bildstrecke

Fazit zum Genelec 8361A Test

Die Genelec 8361A sind klar als professionelles Werkzeug einzustufen, sie bieten eine neutrale und schön lineare Klangwiedergabe. Zusammen mit dem SAM-Kit lassen sie sich zudem noch auf den eigenen Regieraum einmessen und können dann gerade im Bassbereich noch eine Schippe an Qualität drauflegen.

Die Impulswiedergabe ist auf einem fantastischen Niveau gelungen, und das über das gesamte Frequenzspektrum. Die Mitteltöner arbeiten präzise und offenbaren schnell, wenn etwas in diesem Frequenzbereich nicht stimmen sollte.

Der Hochtöner arbeitet ebenfalls sehr sauber und kann Hihats sehr genau mikrodynamisch nachzeichnen. Natürlich ist die finnische Verwandtschaft bei diesem nicht zu leugnen, doch das Konzept dieses Studiomonitors ist gelungen vom Bass bis in die Höhen.

Selbst wer eine entsprechend große Regie besitzt, wird seine Kunden mit den Leistungsreserven der Genelec 8361A mächtig beeindrucken können. Der Bass reicht tief hinab und in Sachen Schalldruckpegel kann dieser Lautsprecher mehr, als ich zu testen gewagt habe (zugunsten der Ohren aller Anwesenden).

Bei einem (fast) fünfstelligen Preis für ein Pärchen hätte ich mir gewünscht, dass der Hersteller das Kit zur Einmessung einfach beilegt. Dieses muss aber separat erworben werden.

Alles in allem handelt es sich hier um einen fantastischen Lautsprecher, den niemand mehr austauschen wird müssen, der sich erst einmal an seine Wiedergabe gewöhnt hat. Von meiner Seite aus gibt es einen dicken Daumen hoch im Genelec 8361A Test.

Genelec 8361A Features

  • koaxialer Studiomonitor
  • 3-Wege-System
  • Aluminiumgehäuse
  • Bassreflexöffnung auf der Rückseite
  • DSP-Filter
  • Übertragungsbereich: 30–43.000 Hz (-6 dB)
  • Linearer Frequenzgang: ± 1.5 dB (36–20.000 Hz)
  • Maximaler Schalldruck: 118 dB
  • Lautsprecher: 2 ovale Tieftöner (264 x 137 mm), 5" Mittel- und 1" Hochtöner als Koax
  • Endstufe Tieftöner: 700 Watt Class-D
  • Endstufe Mitteltöner: 150 Watt Class-D
  • Endstufe Hochtöner: 150 Watt Class-D
  • Anschlüsse: 1x XLR In analog, 1x XLR In digital, 1x XLR Out digital, 2x RJ45
  • Maße: 593 x 357 x 347 mm (HxBxT) mit Iso-Pod
  • Gewicht: 31,9 kg
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Genelec 8361A Test

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