FabFilter Pro-L Test: Flexibler Brickwall-Limiter mit Perspektive

FabFilter Pro-L

Im FabFilter Pro-L Review: Der Erfahrungsbericht mit allen Details über ein modernes Limiter-Plugin mit allen Schikanen zum Abschmecken der Dynamik nach diversen Standards

Was ist es?

Der FabFilter Pro-L ist ein Brickwall-Limiter für Mac & PC (VST2/3, AU, AAX und Audio Suite 32&64 Bit, RTAS nur 32 Bit) mit vier Algorithmen und kostet bei Thomann/Music Store aktuell 169,00 Euro. Zum Testen stellt FabFilter eine 30-Tage-Demo zur Verfügung.

Ein Brickwall-Limiter soll Pegel-Spitzen unauffällig reduzieren und auf diese Weise ein Anheben der Gesamt-Lautstärke ermöglichen. Viele Mitbewerber spezialisieren sich auf ein Genre – der FabFilter Pro-L möchte universell einsetzbar sein. Augenmerk liegt bei Plugins dieses Typs auf dem Klang der Transienten und auf Verzerrungen. Transienten sind grob vereinfacht gesagt die ersten 5–10 ms eines Klangs.


Passend dazu



anzeige


 

FabFilter Pro-L Testbericht

Wie haben wir getestet?

Um den Klang-Eigenschaften auf die Spur zu kommen, haben wir über die Meterplugs Perception-Plugins abgehört: diese ermöglichen ein lautheits- und timing-korrigiertes Abhören vor und nach einem Plugin. So haben wir das »Lauter klingt besser«-Phänomen umgangen und konnten präzise hören, ob und wie der Pro-L den Klang verändert.

In der Praxis

Wir testeten den FabFilter Pro-L sowohl für Mastering-Aufgaben als auch als Mix-Tool: Bereits mit den Default-Werten und Presets erzielst Du sehr gute Ergebnisse ohne viel Schrauben: Du wählst ein passendes Preset, ziehst den Gain-Slider hoch bis Du die gewünschte Gain-Reduction (GR) erreichst, passt den Output-Level an – fertig.

Auffällig war schon an dieser Stelle, dass alle Regler hervorragend mit der Maus bedienbar sind: zügig und präzise erreichst Du sowohl große als auch kleine Wert-Veränderungen.

Optisch unterstützt dich das LED-GR-Meter und das große Level-Display, welches dir die Lautstärke in verschiedenfarbigen Kurven anzeigt: Anhand der roten Kurve siehst du, wo und wie stark das Plugin die Lautstärke runterregelt. Die hellblaue Kurve zeigt dir das Eingangs-, die dunkelblaue das Ausgangs-Signal.

Kompakte Ansicht von FabFilter Pro-L

Prima: Der FabFilter Pro-L lässt sich auch in einem kompakten Modus ohne Historiendarstellung betreiben

Bei einem gut vorbereiteten Mix nehmen viele Produzenten mit einem Brickwall-Limiter üblicherweise maximal noch 3-4 dB Gain weg. Mit dem FabFilter Pro-L kannst Du ohne viel einzustellen meist bis mindestens 6-7 dB GR erreichen, ohne dass Du Klangeinbußen hörst. Oft ging da sogar noch mehr …

Willst Du noch stärkeres Limiting oder feiner zu Werke gehen, kannst Du den Pro-L auch genauer einstellen.

Stärke: Flexibilität

Im Advanced-Tab stimmst Du den FabFilter Pro-L detailliert auf das Material ab: hier bietet es sich an, erstmal die Algorithmen (Styles) auszuchecken.
Allround ist ausgelegt für viel Gain-Reduction (GR) bei minimierter Verzerrung. Willst Du das Signal möglichst wenig färben und Pumpen verhindern, erreichst Du dies mit dem Transparent Style. Beim Mastern von Pop-und Rock-Musik bis Du hier oft richtig.

Auch beim Mischen hilft der Pro-L: Für Einzelkanäle wie Vocals, Bass oder Gitarren empfiehlt sich der Punchy-Algorithmus. Fährst Du ihn bei Beat-orientierter Musik hart an, beginnt er schön zu pumpen. So kannst Du den Groove unterstützen.

Dynamic verstärkt Transienten vor dem Limiting, was trotz erhöhter Lautheit die Dynamik erhält – gerade in Rocksongs ein gefragtes Verhalten. Dieser Algorithmus verbraucht die meisten CPU-Ressourcen – insgesamt geht der Testkandidat eher moderat mit der CPU um.

Filigrane Zeit-Parameter

Wichtig für die richtige Bedienung ist der Unterschied zwischen Look-Ahead und Attack: Look-Ahead ist für die schnellen Transienten zuständig. Je kleiner der Wert, desto lauter und transientenreicher wirkt das Signal, dafür zerrt es schneller.

Durch längere Look-Ahead-Zeiten kannst Du spitze Tonanfänge zähmen, die Transienten »abschleifen« – und das ohne Druckverlust, klasse! Das funktionierte im Test bei einem alten, zu spitz geratenem Mix ebenso wie bei percussiven Einzelsignalen: sie rücken auf diese Weise mehr in den Hintergrund deines Mixes. So kann der Pro-L sogar etwas bei der Tiefenstaffelung helfen.

Attack und Release kümmern sich um den Bereich hinter den Transienten, reagieren auf die Dynamik innerhalb eines Sounds. Eine lange Attack- und kurze Release-Zeiten sorgen hier für den größten Lautheits-Gewinn. Auch hier solltest Du Vorsicht walten lassen: Kurze Release-Zeiten induzieren leicht Verzerrungen.

Nützliche »Kleinigkeiten«

Bei höheren GR-Werten kommt es leicht zu Inter-Sample-Peaks (ISPs). Der FabFilter Pro-L zeigt sie dir an, wenn Du den ISP-Button aktivierst. Vermeiden kannst Du diese, indem Du das Oversampling (2x oder 4x) des Plugins aktivierst. Aliasing-Artefakte vermeidest Du auf diese Weise ebenfalls. Diese treten besonders leicht bei sehr schnellen Regelzeiten auf.

Ein weiteres praktisches Detail: Durch Klick auf das Schloss fixierst Du die wichtigsten Parameter wie Gain und Ausgangs-Lautstärke beim Durchzappen der Presets: So kannst Du dich komplett auf etwaige Klang-Veränderungen konzentrieren. Auch an einen Nur-Ohren-Knopf hat das französische Unternehmen gedacht: Du kannst die Pegelanzeigen ausschalten, sodass Du komplett nach Gehör arbeiten kannst.

Selbstverständlich bietet der FabFilter Pro-L auch Dithering: drei Noise-Shaping-Algorithmen sorgen beim Herunter-Rechnen der Bit-Rate dafür, dass auch leiseste Stellen nicht digital verzerrt klingen.

Übersicht FabFilter Pro-L Review

PRO

  • Klang
  • Flexibilität
  • Bedienung

CONTRA


anzeige


Fazit zum FabFilter Pro-L Test

In unserem kompakten FabFilter Pro-L Test finden wir einen Brickwall-Limiter vor, mit dem Du gerne arbeiten wirst. Er ist für Anfänger einfach zu bedienen und wächst mit dir: Je erfahrener Du wirst, desto mehr wirst Du die Möglichkeiten und Feinheiten des Plugins zu schätzen und einzusetzen wissen.

Der Preis von 169,00 Euro ist nicht ganz günstig, relativiert sich aber angesichts seiner klanglichen Flexibilität: er kann wie vom Hersteller versprochen in jedem Genre überzeugen, sodass der Kauf von genre-spezifischen Mitbewerbern zumindest erstmal herausgeschoben werden kann. Auch seine professionelle Ausstattung überzeugt. Empfehlen würde ich ihn zuerst fortgeschrittenen Anwendern. Aber auch Anfänger, die einen „mitwachsenden“ Brickwall-Limiter suchen, werden mit dem FabFilter Pro-L absolut glücklich werden.

Im FabFilter Pro-L Test vergebe ich daher exzellente fünf von fünf Punkten.

Inhaltsverzeichnis // FabFilter Pro-L Test

  1. Was erwartet dich?
  2. Review
  3. Pro & Contra
  4. Fazit
  5. Wertung

EXZELLENT

FabFilter Pro-L am 13.12.2017

Produkt:      FabFilter Pro-L
Hersteller:  FabFilter

Preis:  169,00 Euro
UVP:    169,00 Euro

Kurzfazit

Limiter für Mix- und Mastering-Aufgaben. Der Fabfilter-Pro-L ist ein sehr flexibler, bedienfreundlicher und hervorragend klingender Brickwall-Limiter. Er macht deine Tracks ordentlich laut und erleichtert es, unangenehme Nebeneffekte zu vermeiden.

Für wen

Für ambitionierte Einsteiger, Fortgeschrittene und Profis jeden Genres.

Wichtige Merkmale
  • Limiter
  • Audio Plugin für Windows & Mac OS
  • 4 Algorithmen
  • Oversampling
  • Gain-Reduction-Display
  • Dithering
Lesermeinungen (5)

zu 'FabFilter Pro-L Test: Flexibler Brickwall-Limiter mit Perspektive'

  • Mari   13. Dez 2017   13:37 UhrAntworten

    Wieso "jetzt" ein Test vom Pro-L, wenn doch seit einer Woche der "Pro-L2" draussen ist und dieser noch mehr Funktionen besitzt ?

    • Carlos San Segundo (delamar)   13. Dez 2017   14:05 UhrAntworten

      Wir haben vor einem Monat den Pro-L zum Test angefordert. Leider hat uns der Hersteller nicht informiert, dass eine Version 2 auf dem Weg ist.

      • Mari   13. Dez 2017   14:14 Uhr

        Gibt es dann noch ein "Update" in nächster Zeit von Euch dazu ?

      • Carlos San Segundo (delamar)   13. Dez 2017   15:13 Uhr

        Anfang nächstes Jahr sollte das möglich sein.
        Wir sind natürlich selbst etwas verwundert gewesen darüber :(

  • DelamarFan   13. Dez 2017   19:28 UhrAntworten

    Der Test kommt wie gerufen :) Erstmal dicken Dank dafür. - Ein Auto-Release scheint wohl beim Fabfilter nicht dabei zu sein, was sehr schade ist. Denn dafür die richtige Zeit einzustellen ist bekanntlich ziemlich schwierig.

Sag uns deine Meinung!

Empfehlungen