Dynaudio DBM50 Testbericht: Studiomonitore für das Homestudio

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Dynaudio DBM50 Testbericht

Dynaudio DBM50 Testbericht

Was ist es?

Beim Dynaudio DBM50 handelt es sich um einen aktiven Studiomonitor für das Nahfeld, dessen auffälligstes Merkmal die angewinkelte Front ist. Dadurch möchte der Lautsprecher besonders für den Einsatz auf dem Schreibtisch geeignet sein – passend für das Homerecording also, was sich auch im noch relativ gemäßigten Preis von 399,- Euro pro Stück niederschlägt. Ein Woofer (Tieftöner) mit einem Durchmesser von 7,5 Zoll und ein Tweeter (Hochtöner) mit 1 Zoll wurden hier verbaut.

Der Frequenzgang wird vom Hersteller mit 46 Hz bis 21 kHz angegeben, der maximale Schalldruck liegt bei 117 dB (Peak). Zur Anpassung an die Raumakustik stehen drei Filter mit je drei Einstellungen für die Anhebung/Absenkung in den Bässen, Mitten und Höhen zur Verfügung, dazu kommt noch ein separater Hochpassfilter mit drei möglichen Einstellungen. Außerdem gibt es einen Schalter zum Anpassen an den Eingangspegel mit -10, ±0 und +4 dB.

In puncto Konnektivität stehen ein symmetrischer XLR- und ein unsymmetrischer Cinch-Eingang zur Verfügung. Ein Anschluss für einen optional erhältlichen Lautstärkeregler ist vorhanden. Bei aktivierter Auto-Standby-Funktion schaltet sich der Lautsprecher nach 20 Minuten, in denen nichts abgespielt wird, automatisch aus.

Dynaudio DBM50 Testbericht

Schauen zu dir auf: Die Studiomonitore im Dynaudio DBM50 Testbericht


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Dynaudio DBM50 Testbericht

Erster Eindruck und Verarbeitung

Beim Auspacken entdecke ich je vier kleine Gummischeibchen (knapp 1,5 cm Durchmesser), die an die Unterseite der Boxen geklebt werden können. Gut zum Schutz der Schreibtischoberfläche und den besseren Halt der Lautsprecher darauf; zur akustischen Entkopplung sind diese Sticker freilich nicht geeignet.

Das Design ist nüchtern genug, um sich in die meisten Studioumgebungen einzupassen. Mit einem Gewicht von 7,2 kg hebst Du dir noch keinen Ast beim Transport, außerdem dürfte so ziemlich jedes halbwegs ordentliche Lautsprecherstativ stabil genug sein, den Dynaudio DBM50 zu schultern. Die Verarbeitung erscheint mir sehr gut, wobei auch die kleinen Schalter für die eingangs beschriebenen Filter und sonstigen Funktionen festsitzen und angenehm schwergängig sind.

Dynaudio DBM50 TestberichtDer Dynaudio DBM50 kann mit der angewinkelten Gehäusefront und den entsprechend ausgerichteten Hoch- und Tieftönern auf sich aufmerksam machen. Vom Bezugspunkt der gewöhnlichen, senkrechten Bauweise aus gesehen ist die Vorderseite unseres Testkandidaten um 19% nach hinten geneigt. Das erweist sich als ausgewogen gewählt – mit normaler Bestuhlung und einer typischen Tischhöhe von ca. 90 cm eignet sich das Lautsprecherduo gut, um aus einem vernünftigen Nahfeldabstand von 1 bis 1,50 Metern im Sweet Spot zu hocken, ohne die natürliche Sitzposition verlassen zu müssen. Und das eben ohne Hilfsmittel wie Winkelstücke oder schräge Absorberplatten à la Adam Hall SPAD ECO2 und ähnliche Vorrichtungen.


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Klangregler und sonstige Schalter

Für den Hochpassfilter gibt es gleich drei Einstellungen – Du entscheidest, ob der Bass bei 25, 60 oder schon bei 80 Hz abgeschwächt werden soll. Da die Bassreflexöffnungen an der Rückseite zu finden sind, kommen diese Filtermöglichkeiten gelegen. Denn wenn Du gezwungen bist, den Dynaudio DBM50 relativ nah an die Zimmerwand zu stellen, kann es schnell passieren, dass der Bass im Flat-Modus bei 25 Hz übergebührlich stark ausfällt. Kurzerhand auf 60 oder gar 80 gestellt, solltest Du das zumindest etwas ausgleichen können.

Dynaudio DBM50 Testbericht

Flexible Filter zur Raumanpassung

Der Spielraum bei den restlichen drei Filtern ist im Gegensatz zu manch anderem Studiomonitor in dieser Preisregion etwas niedriger. So können die Filter des Adam A7X um ±6 dB verstellt werden, sogar stufenlos. Beim DBM50 gibt es hingegen jeweils drei feste Einstellungen, die auch in ihren Maxima eher subtil wirken. Das sollte jedoch ausreichen, um sich den raumakustischen Gegebenheiten anzupassen. Sehr zu begrüßen sind die differenzierten Möglichkeiten, den Klang zu regeln – zusätzlich zum oben erwähnten Tiefpassfilter gibt es Filter bei 150 Hz (±2 dB), 450 Hz (0, -2, -4 dB) und 1.500 Hz (±1 dB).

Der automatische Standby-Modus ist ein sehr willkommener Bonus, wobei der Timer von 20 Minuten vor dem Ausschalten auch alles andere als hektisch eingestellt ist. Da gibt es wesentlich ungeduldigere Kandidaten, beispielsweise den ansonsten gelungenen Nubert nuPro A-20.

Falls Du kein Fan dieses automatischen Schlummerzustands bist, könnte sich ein Aspekt im täglichen Betrieb als etwas umständlich erweisen: der An/Aus-Schalter ist, wie sämtliche Bedienelemente, an der Rückseite angebracht.

Dynaudio DBM50 Testbericht

Sämtliche Bedienelemente sind rückseitig untergebracht

Klang

Die Separation einzelner Schallereignisse ist dank des Zusammenspiels aus der differenzierten Tiefenstaffelung, der Stereoausdehnung und der hohen Impulstreue erstaunlich gut. Bei Aufnahmen eines akustischen Ensembles ist also die Verteilung der einzelnen Instrumente im Raum mühelos auszumachen, zudem kommen die Anschläge schön knackig und »verschwimmen« kaum, stellenweise sogar besser als beim direkten Mitbewerber von Adam Audio.

Beim einen oder anderen unserer Referenzmusikstücke blieben die Lead-Vocals etwas schüchtern und weniger greifbar als beim A7X, da die Monomitte etwas unterrepräsentiert ist. Mit etwas Gewöhnung und Adaption beim Abmischen ist das jedoch bald problemlos auszubügeln.

Um noch einmal zum Sweet Spot zurückzukehren – der Bereich, in dem der Klang optimal zur Geltung kommt, ist zumindest so groß, dass Du beim Abmischen gut und gerne mal wild mit dem Kopf nicken kannst, ohne Einbußen in der Klangqualität hinnehmen zu müssen.

Beim Frequenzgang ist eine weitgehend ausgewogene Kurve zu verzeichnen, die in der Standardeinstellung des HF-Filters bei der Crossover-Frequenz zwischen Tweeter und Woofer (ca. 1,5 kHz) leicht überpräsent ertönt. Das Klangbild ist daher manchmal ziemlich direkt und deutlich konturiert – gut für den Broadcast-Bereich und generell überall da, wo es auf die genaue Überwachung von Stimmaufnahmen geht.

Die Bässe sind als moderat bis gut repräsentiert zu bezeichnen. Bei Hip Hop, Dubstep und Techno fehlt es dem Dynaudio DBM50 für meinen Geschmack manchmal etwas an »Bauch« im direkten Vergleich mit den Adam A7X, der mit tiefen Frequenzen wiederum etwas zu dick aufträgt. Insgesamt erscheint mir der DBM50 näher an der Linearität, wenn wir bei beiden Kontrahenten die Filter in ihrer Standardeinstellung belassen.

Übersicht Dynaudio DBM50 Review

PRO

  • Winkelung praktisch für Homerecording
  • Souveränes Klangbild, weitgehend neutral tönend
  • Zahlreiche Filter zur Raumanpassung
  • Automatisches Standby
  • Hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis

CONTRA

  • Sämtliche Schalter an der Rückseite
  • Monomitte leicht unterrepräsentiert

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Fazit zum Dynaudio DBM50 Test

Die Dynaudio DBM50 sind durch die schlichte Idee des schrägen Abstrahlwinkels für das bequeme Aufstellen auf dem Schreibtisch sehr praktisch, wenn Du dein Portemonnaie nicht auch noch für zwei Lautsprecherstative schröpfen willst. In dieser Beziehung stellen sie eine sehr gute Wahl für das Homerecording dar.

Das klangqualitative Vermögen ist sehr gut gelungen, gerade wenn der geforderte Preis in Betracht gezogen wird. Das Raumabbild, die Separation der Instrumente und die Impulstreue sind vorbildlich in dieser Preisklasse. Auch der Frequenzgang weist an keiner Stelle einen großen Ausreißer nach unten oder oben auf. Und wer klangliche Anpassungen aufgrund der Beschaffenheit der Abhörumgebung vornehmen muss oder den Klang ganz einfach seinen Vorlieben anpassen möchte, erhält insgesamt vier Filter mit je drei Einstellungen. Alle Achtung. Nur die leicht unterrepräsentierte Monomitte trübt das Bild etwas.

Alle Schalter sind an der Rückseite angebracht, was im täglichen Betrieb besonders beim An/Aus-Knopf lästig werden könnte. Da könnte die bei Bedarf zuschaltbare automatische Standy-Funktion Abhilfe schaffen. Etwas schade ist wiederum, dass kein Lautstärkenregler integriert ist, was ohnehin als Bonus zu werten gewesen wäre.

Die erwähnten Kritikpunkte sind nicht so dramatisch, um im Dynaudio DBM50 Testbericht von der Maximalwertung abrücken zu dürfen – fünf von fünf Punkten kommen nicht zuletzt durch das hervorragende Preis-Leistungs-Verhältnis zustande. Toller Klang für wenig Geld, dabei einfach ungemein praktisch für den Einsatz auf dem Schreibtisch.

Inhaltsverzeichnis // Dynaudio DBM50 Test

  1. Was erwartet dich?
  2. Review
  3. Pro & Contra
  4. Fazit
  5. Wertung

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EXZELLENT

Dynaudio DBM50 Testbericht am 26.12.2012

Produkt:      Dynaudio DBM50
Hersteller:  Dynaudio

Preis:  399,00 Euro
UVP:    594,00 Euro

Kurzfazit

Gelungener Studiomonitor für den Schreibtisch. Dieser Lautsprecher für den Desktop taugt für anspruchsvolles Homerecording.

Für wen

Anspruchsvolle Einsteiger und Fortgeschrittene, die einen Studiomonitor für den Schreibtisch suchen.

Wichtige Merkmale
  • Aktiver Nahfeldmonitor
  • 7,5“ Tieftöner
  • Variabler Hochpass + 3 weitere Filter
  • Winkelung (19°) für den Einsatz auf dem Schreibtisch
  • Zuschaltbarer automatischer Standby

 


Lesermeinungen (1)

zu 'Dynaudio DBM50 Testbericht: Studiomonitore für das Homestudio'

  • Sascha   04. Sep 2013   04:54 UhrAntworten

    Gute Monitore habe keine unsymmetrischer Cinch-Eingang

    gruß Sascha

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