Digidesign Instrument Expansion Pack Strike Test

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Digidesign Instrument Expansion Pack Strike Testbericht

Das virtuelle Drumset aus dem Digidesign Instrument Expansion Pack Strike im Test auf delamar.

Was ist es?

Pro Tools Besitzer jetzt mal aufgepasst! Mit dem Digidesign Instrument Expansion Pack von Avid stehen uns seit kurzem 5 virtuellen Instrumente des Entwicklerteams A.I.R in einem Komplettpaket zur Verfügung. Darunter befinden sich der “virtuelle Drummer” Strike 1.5, der analog-digitale Synthesizer Hybrid 1.6, die Samplerworkstation Structure 1.1, die elektrische Piano-emulation Velvet 1.3 und die Grooveworkstation Transfuser 1.3.

Zusammen sind das satte 55 Gigabyte an Samples und Sounds, mit denen du eine riesige Palette unterschiedlicher Musikstile abdecken kannst. Der Hersteller verspricht dir sogar die Verwirklichung all deiner Vorstellungen, angefangen von “subsonischen Beats bis zu raffinierten Orchesterpassagen und allen erdenklichen Zwischenstufen”.

Zudem sollen sich die Instrumente des Digidesign Instrument Expansion Pack leicht spielen lassen und sich hervorragend in Pro Tools integrieren. Wer so viel verspricht, muss sich aber jetzt von delamar auf den Zahn fühlen lassen. Also Mund auf, wir schauen genau hin!


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Digidesign Instrument Expansion Pack Strike Testbericht

Digidesign Strike Video Testbericht Teil 1

Digidesign Strike Video Testbericht Teil 2

Installation Instrument Expansion Pack

Das Instrument Expansion Pack wird auf 5 DVDs geliefert. Die Installation dauerte bei mir etwa eineinhalb Stunden und verlief vollkommen problemlos. Bevor die Plugins aber nun tatsächlich einsatzbereit waren, mussten zuvor die Lizenzen via Internet auf den iLok-Dongle geladen werden. Für delamari, die schon einen iLok-Account besitzen, stellt das also keinen großen Aufwand dar. Ich vermute auch mal, dass die meisten Pro Tools User schon einen iLok besitzen und diesen nicht extra anschaffen müssen.

“Wow, wo fange ich an”

Da die neuen Möglichkeiten der Soundgestaltung, die sich durch dieses Package bieten, so komplex sind, haben wir uns entschlossen jedes Instrument mittels eines Videos einzeln vorzustellen und in einem Abstand von etwa einer Woche zu veröffentlichen. Diese Woche beginnen wir mit dem Drumtool Strike.

Digidesign Instrument Expansion Pack Strike Testbericht

Der virtuelle Drummer Strike umfasst eine äußerst große Klangbibliothek mit 30 Gigabyte an Audiomaterial. Unterteilt sind diese in 205 verschiedenen “Styles”, so nennt Hersteller Avid die Kategorisierung in verschiedene Genres. Hier findest Du eine Menge Stilrichtungen, angefangen von Afro-Beats, zu Cha-Cha-Cha über Minimal und Techno bis zu Heay Metal Kits.

Pattern

Diese Styles bestehen nicht nur aus den Samples des Schlagzeugsets alleine, sondern jeder Style bietet zugleich etliche vorprogrammierte typische Patterns an, mit denen Du rasch zu sehr guten Ergebnissen kommen kannst. Zudem können die Grooves und die Drumkits miteinander kombiniert werden. So kannst du zum Beispiel das Tango-pattern von einem Electrokit spielen lassen oder umgekehrt.

Du hast auch die Möglichkeit, in einem entsprechendem Style-Editor die Patterns nach eigenem Gefallen abzuwandeln oder selbst ganz eigene zu entwerfen (siehe auch das Video). Diese Groove Patterns lassen sich dann via MIDI-Keyboard sehr einfach ansteuern. Du kannst aber natürlich auch deine Beats auf herkömmliche weise im Midi-Editor von Pro Tools erstellen. Du hast die freie Wahl.

Digidesign Strike

Digidesign Strike Testbericht – Aufzeichnung mit echtem Schlagzeug im Tonstudio

Digidesign Strike wurde übrigens von einem Schlagzeuger mit einem echten Drum Kit in einem bestens ausgestatteten Tonstudio aufgezeichnet.

Bereich Kit beim Digidesign Instrument Expansion Pack Strike Testbericht

Das Hauptmenü von Strike aus dem Digidesign Instrument Expansion Pack ist sehr übersichtlich in diese drei Sektionen aufgeteilt: Mix, Style und Kit. Im Bereich Kit kann man das Drumset klanglich so abändern, dass es sich leicht in den gewünschten Songkontext einfügt. Neben einer Tuningfunktion mit der man das Kit höher oder tiefer stimmen kann, gibt es auch einen Regler der die Aufschlagposition der Snaredrum einstellt. Hier kannst du zwischen Mitte und Rand wählen. Veränderbar ist hier auch die Spielweise der Highhat, offen oder geschlossen.

Sektion Style

In der Sektion Style kannst du alle Parameter eines Schlagzeugers verändern. Hier findest du Parameter für die Dynamik, also den Unterschied zwischen den leisen und lauten Stellen, für den Swing und Parameter für das „Human Feel“, also eine Möglichkeit Grooves besonders menschlich gespielt klingen lassen! Für Dance-Produktionen empfiehlt es sich den Regler auf „tight“ zu stellen, für Jazzstücke genau in die andere Richtung!

Echtzeit-Steuerung

Ich will hier extra erwähnen, dass alle Parameter in Echtzeit veränderbar sind und somit auch durch eine Automation steuerbar. Flexibler geht es ja kaum. Lahme Grooves, die nach einem Drumcomputer klingen, das war also gestern. Dies ist auch der Grund, warum die Programmierer den Complexity-Regler standardmäßig direkt mit dem Modulationsrad verknüpft haben.

Mit diesem Regler steuerst du die Komplexität der Drumpatterns. Wie im Video zu sehen, kannst du hier sehr leicht die Loops ausdünnen. Dies bedeutet, dass weniger Schlaginstrumente im Groove zu hören sind, zum Beispiel nur noch die Hihat und die Kick Drum.

Genauso leicht fügst du aber dem Basispattern noch mehr Schläge, Ghostnotes oder Percussionelemente hinzu. Das Pitchwheel wurde übrigens mit der Intensität des Schlagzeugers belegt, also wie stark der Drummer auf das Drumset schlägt. Ich kann mich jetzt nicht errinnern, dass Du bei anderen Drumtools auf dem Markt, das Feel und die Komplexität so einfach und effizient bedienen kannst. Fein.

Mix-Sektion

Neben EQ und Kompressor werden in der Mix-Sektion die Lautstärkeverhältnisse von verschieden simulierten Mikrofonen geregelt. Neben der Overheads- und Ambience-Mikrofonie haben die Entwickler lustigerweise auch ein Talkbackmikrofon zur Verfügung gestellt, welches ja eigentlich für die Kommunikation zwischen Drummer in der Drumkabine und Audioengineer im Regieraum dient. Normalerweise sollte das Talkbackmic bei der tatsächlichen Aufnahme gemuted sein.

Doch Digidesign Strike bietet noch viele weitere Einstellungsmöglichkeiten. Für jede der drei eben besprochenen Sektionen gibt es eigene Untermenüs, in denen du gezielt einzelne Instrument verändern kannst. So ist ist es also möglich nur die High-Hats dynamisch und swingend zu spielen, wohingegen der Rest des Kits sich nicht verändert.

Effekte

Du findest hier auch zahlreiche Effekte, wie Kompressor, Limiter, Saturation, Verzerrung, Bit-Crusher, Delay, Reverb, Phaser, Chorus und noch einige anderem mit denen Du deinen kompletten Schlagzeugmix in dem RTAS-Plugin bewerkstelligen kannst. Mit Mehrkanal-Outs kommst Du aber auch in die Lage, wie gewohnt in Pro Tools zu mischen und dessen Effekte und Routingmöglichkeiten zu nutzen.

Übersicht Digidesign Instrument Expansion Pack Strike Review

PRO

  • Sound
  • alle Parameter in Echtzeit veränderbar
  • übersichtlich

CONTRA

  • nicht für jeden Musikgeschmack etwas dabei

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Fazit zum Digidesign Instrument Expansion Pack Strike Test

Strike ist trotz seinen vielen Bearbeitungsfunktionen sehr klar strukturiert. Ein bisschen Einarbeitungszeit solltest du aber dennoch einplanen, dann macht der virtuelle Drummer Strike noch mehr Spass. Klanglich überzeugen mich die Patterns und die Drumkits, auch wenn sich vielleicht der ein oder andere aus unserer Redaktion bei seinem Lieblingsgenre nicht hundertprozentig wiederfindet.

Das Grand der Sounds aber ist auf jeden Fall top und klingt richtig gut. Und Strike ist ja nur das erste von fünf virtuellen Instrumenten, das in dem Digidesign Instrument Expansion Package enthalten ist.

Freu dich schon auf nächste Woche, wenn ich für dich ein weiteres Instrument unter die Lupe nehme.

Inhaltsverzeichnis // Digidesign Instrument Expansion Pack Strike Test

  1. Was erwartet dich?
  2. Review
  3. Pro & Contra
  4. Fazit
  5. Wertung

Mehr zum Thema:
  

SEHR GUT

Digidesign Instrument Expansion Pack Strike Testbericht am 13.06.2010

Produkt:      Digidesign Instrument Expansion Pack Strike
Hersteller:  

Preis:  140,00 Euro
UVP:    140,00 Euro

Kurzfazit

Digidesign Strike ist eines der fünf virtuellen Instrumente des Digidesign Instrument Expansion Pack. Die Klangbibliothek kommt mit 30 GB an Audiomaterial, das in 205 verschiedene Genre unterteilt ist. Mit den drei Sektionen Mix, Style und Kit kannst du Deinen Drumsound gestalten und bearbeiten. Trotz der vielen Funktionen wirkt Strike klar strukturiert.

Für wen

Produzenten, die nach einem vielfältigen virtuellen Drummer suchen.

Wichtige Merkmale
  • Manipuliert Intensität, Komplexität, Timing, Groove, Dynamik
  • 30 GB Sound-Library
  • 205 verschiedene Style
  • Automation aller Parameter in Echtzeit möglich
  • Effekte: Kompressor, Limiter, Saturation, Verzerrung, Reverb, Chorus, uvm.
  • Unterstützt WAV und AIFF Dateien von Deiner eigenen Sample Library
  • Intelligentes Mapping der Drums für schnelles, interaktives Echtzeit Arrangements
  • MIDI-Learn-Funktion ermöglicht einfaches Mapping von MIDI Controllern
  • Audio- und MIDI-Export für schnelles kreieren von Drum-Loops und MIDI Sequenzen in Deiner DAW

 

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