Bose S1 Pro Test: Eine Box, die alles kann, nur nicht fliegen.

Bose S1 Pro Testbericht

Bose S1 Pro Test: Klares, funktionales Design in kompakter Bauform.

Was ist es?

Die Bose S1 Pro ist ein kompakter 2-Wege Aktivlautsprecher mit 6-Zoll (15 cm) Basslautsprecher und 3 in Reihe angeordneten Mittel-/Hochtöner. Die Box kann stehend, seitlich liegend, hochkant gekippt oder auf einem Boxenstativ montiert betrieben werden. Mit integriertem Lithium-Ionen-Akku kann die Bose S1 Pro laut Hersteller bis zu 11 Stunden auch ohne Netzanschluss spielen.

Um bei Musikplayback unnötige Kabelverbindungen zu vermeiden, kann z.B. dein Smartphone oder Tablet via Bluetooth mit der Box verbunden werden.

Bose verspricht neben dem bekannt guten Sound einen für die Größe beachtlichen Schalldruckpegel von 109 dB in der Spitze. Damit sollten die oben aufgezählten Beschallungsaufgaben zu meistern sein. In unserem Praxistest wird sich herausstellen, ob die Bose S1 Pro allen Herausforderungen gewachsen ist.

Die Bose S1 Pro (inkl. Li-Ionen-Akku) war zum Zeitpunkt unseres Tests für 649,- € im Handel erhältlich.


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Bose S1 Pro Testbericht

Bose S1 Pro Features

  • Kompakter Aktiv-Lautsprecher mit Akku
  • 2-Wege-System mit breiter Abstrahlung
  • Hochwertige Verarbeitung
  • Eingebauter 3-Kanal Mixer mit Bluetooth Audio Streaming
  • 109 dB Spitzenpegel

Erster Eindruck

Wie von Bose zu erwarten war, habe ich es bei der S1 Pro mit einer qualitativ hochwertig verarbeiteten Lautsprecherbox zu tun. „Design follows Function“ trifft es wohl am besten. Die Box sieht unspektakulär aber wertig und vor allem robust aus. Die Speaker werden durch ein stabiles Metallgitter geschützt, die Box steht stabil und sicher.

Erfreulich ist, neben der kompakten Größe, das geringe Gewicht von etwas über 7 kg. Das macht die Box nun wirklich ultra-transportabel. Selbst im kleinsten Kofferraum findet sich dafür ein Platz. Die oben mittig angeordnete Griffschale ist optimal ausgearbeitet für guten Tragekomfort. Die Bedienelemente sind zudem leicht nach innen versetzt, sodass beim Transport nichts über steht.

Im Karton befinden sich neben dem Lautsprecher noch Bedienungsanleitung und Netzkabel, das auch zum Aufladen des Akkus Verwendung findet.

Aufbau

Bose hält sich relativ bedeckt, was Details der Konstruktion angeht. Daher müssen wir uns auf das Beschränken, was wir sehen und hören. Die Box ist im 2-Wege-Design aufgebaut und verfügt, neben einem 15cm Tieftöner mit langem Hub, über 3 in Reihe angeordneten 5,75cm Mittel-Hoch-Töner.

Die Abstrahlung erfolgt dabei quasi coaxial, d.h. die Signale von tiefen und hohen Frequenz gehen von einer akustischen Achse aus. Diese optimale Abstrahlung in Form einer Punktschallquelle hat einige Vorteile bezüglich Abstrahlung und Sprachverständlichkeit.

Durch die spezielle Anordnung der Mittel-Hoch-Töner nach Vorbild des bekannten L1 Compact Systems von Bose, wird eine breite Abstrahlung von 100° in der Horizontalen erreicht. In der Vertikalen ist der Abstrahlwinkel mit 40° recht schmal, was aber durchaus sinnvoll ist, da durch die verschiedenen Positionen immer die passende Coverage erreicht wird.

Technik

Wie gerade schon erwähnt gibt es seitens des Herstellers keine Leistungsdaten, also Angaben zu Verstärkerleistungen, etc. Lediglich ein maximaler Schalldruck von 109 dB wird angegeben. Gemessen an der Größe der Bose S1 Pro ist das schon ein ordentlicher Wert, der in der Praxis für die Beschallung eines Nahbereichs von 5-10 Metern auf jeden Fall ausreicht.

Klar, die Bose S1 Pro liefert nicht den Pegel einer herkömmlichen 12er oder 15er 2-Wege-Box, aber darum geht es auch nicht. Die Trennfrequenz zwischen dem Woofer und den 3 Mittel-Hoch-Tönern ist mit um die 600Hz recht tief gewählt, was gerade in Bezug auf die Richtungswirkung und die Klarheit von Gesang und Sprache einen sehr positiven Einfluss hat.

Trennfrequenz

Viele konventionelle 2-Wege Systeme trennen in der Regel um oder oberhalb von 2 kHz. Die oberen Mitten und die Höhen werden bei diesen Boxen durch einen Kompressionstreiber mit vorgeschaltetem Horn übertragen, um die Richtwirkung zu erzielen. Kompressionstreiber können unterhalb von 2 kHz kaum arbeiten.
Gerade in diesem Frequenzbereich liegen aber die für die Sprachverständlichkeit wichtigen „Präsenzen“. Durch den Frequenzübergang kommt es deshalb nicht selten zu Problemen bei der Übertragung von Sprache und Gesang, bzw. ist ein Eingriff per EQ erforderlich.

Bedienung

Eine mobile Beschallungslösung für alle Eventualitäten muss vor allem eins sein: einfach zu handeln und intuitiv zu bedienen. Das ist bei der Bose S1 Pro fraglos der Fall. Es gibt wirklich wenig, was Du überhaupt falsch machen kannst. Anschlüsse und Regler sind klar beschriftet, die Funktionen des eingebauten Mixers auf den ersten Blick zu erkennen.

Bose S1 Pro Test - Rückseite

Die Bedienelemente der Bose S1 Pro sind klar beschriftet und übersichtlich angeordnet.

Auf den zweiten Blick überrascht, dass es für die Eingangskanäle keinen Gain-Regler gibt. Die Kanäle sind sozusagen allgemein gültig „vorgepegelt“, was Vor- und Nachteile mit sich bringt. Der Vorteil dürfte die einfache Handhabung sein: Mikro anschließen, Lautstärke aufdrehen, läuft. Nachteilig wirkt sich dabei aus, dass manche dynamische Mikrofone etwas mehr Gain benötigen. Dazu später mehr im Praxisteil.

Das Verbinden eines Bluetooth Gerätes ist vorbildlich einfach. Den BT Knopf an der Bose S1 Pro für ca. 3 Sekunden drücken, schon gibt sich die Box den im Empfangsbereich befindlichen Bluetooth Devices zu erkennen. Bis zu 10m Abstand war in unserem Test kein Problem.

Klang

Bose ist dafür bekannt aus kleinen Gehäusen großen Sound zu zaubern. Vor allem von den „Acoustimass“ Heimsystemen oder den „WAVE“ Kompaktanlagen ist dies bekannt. Doch da geht es nicht um hohe Pegel und schon gar nicht um gerichtete Abstrahlung, wie dies von PA Systemen gefordert wird.

Auch die Bose S1 Pro weiß klanglich zu überzeugen. Gerade bei der Musikwiedergabe (egal ob über Bluetooth oder Kabel), spielt die Box ihre Stärken aus. Der Klang ist durchaus als „punchy“ zu bezeichnen, hat also untenrum ordentlich Druck und zeichnet die Höhen sauber und klar. Es macht Spaß Musik auf dieser Box zu hören.

Automatischer Master-EQ

Eine Besonderheit, auf die ich gerne näher eingehen möchte, ist ein automatisches EQ-Setting, das den Frequenzgang der Bose S1 Pro an die Aufstellposition anpasst. Wozu ist das gut? Ganz klar, die Box hat je nach Position unterschiedliche Grenzflächen und auch Abstrahlwinkel. Folglich würde sich der Klang verändern.

Es macht also Sinn, den Frequenzgang mittels einer Entzerrung an die entsprechende Ausrichtung zu adaptieren. Bose erreicht dies durch einen vom Smartphone bekannten Lagesensor. Dreht man die Box, oder kippt diese nach hinten, wird das vom Sensor registriert und die entsprechende EQ-Einstellung aktiviert. Clever.

Mixer

Du selbst kannst über den Mixer bei den beiden Multifunktions-Eingängen Einfluss auf den Klang nehmen. Zunächst gibt es einen von den Bose ToneMatch bekannten Pre-Select Schalter. Normale Line-Signale (z.B. vom Keyboard) bleiben mit „OFF“ unverändert. Für Vocal- und (Akustik)Gitarren-Signale steht je ein Setup zur Verfügung. Das anliegende Audiosignal wird über eine gut sichtbare LED angezeigt (grün = Signal ok, rot = Warnung vor Übersteuerung).

Bose S1 Pro Test - Mixer

Alle Regler sind leicht versenkt, dadurch steht beim Transport nichts über.

Für den „letzten Schliff“ gibt es Bass- und Treble-Regler. Zudem steht ein Halleffekt bereit, der sich über den „Reverb“-Regler zumischen lässt. Der Hall ist keine klangliche Offenbarung, aber es reicht, um dem Signal Räumlichkeit zu verleihen. Auch zuhause und in kleinen Locations klingt es dann wie im großen Konzertsaal.

Praxis

Musikwiedergabe

Im Praxisteil musste die Bose S1 Pro mehrere Aufgaben bewältigen. Als erstes gab es eine Gartenparty zu beschallen. Zunächst, während des Barbecues, für 3-4 Std Hintergrundmusik, danach durfte gefeiert werden und die Musik wurde lauter gedreht. Da kein Stromanschluss in der Nähe war, wurde das über den Akku realisiert.

Bose S1 Pro Test

Der Hit jeder Gartenparty: Die Bose S1 Pro mit Akkupack im kabellosen Bluetooth Betrieb

Ergebnis: Perfekt. Die Akku-Laufzeit von 8 Stunden (davon ca. 4 Std. mit geringer Leistung und 4 Std. bei 80% der möglichen Lautstärke) reichte vollkommen aus. Als um 1:30 Uhr nachts die Musik ausging, war der Akku größtenteils entladen. Es darf aber davon ausgegangen werden, dass bei moderater Lautstärke die Vorgabe des Herstellers von ca. 11 Stunden erreicht werden kann.

Stereo im Bluetooth Betrieb?

Für alle, die mehr wollen, bietet Bose mit der Connect App (für iOS und Adroid Endgeräte) eine tolle Möglichkeit, 2 Bose S1 Pro via Bluetooth zu betreiben. Somit kann Musik in Stereo oder für einen größeren Einsatzbereich ohne Kabelverlegung realisiert werden.

Live-Beschallung

Für die Live-Beschallung wurde ein klassisches Setup gewählt. Gesang und Gitarre sollten in einem kleinen Pub übertragen werden. Um einen zusätzlichen Monitor einzusparen, wurde die Box in aufrecht gekippter Position mittig hinter dem Musiker platziert. Zur Verwendung kamen eine akustische Westerngitarre mit Fishman Pickups und ein Shure SM-58 Gesangsmikrofon.

Bose S1 Pro Test

Bild des Herstellers zeigt ein typisches Live-Setup mit der Bose S1 Pro.

Gitarre und Gesang wurden mit den PreSelect Schaltern entsprechend ausgewählt. Die Voreinstellung für Gitarre nimmt ziemlich viele Bässe aus dem Signal, das wurde über den Bass-Regler wieder etwas zugegeben. Die Voreinstellung enthält auch eine Kompression, was durchaus oft Sinn macht, für meinen Geschmack aber etwas dezenter hätte sein dürfen.

Der Sound wurde klar und im positiven Sinne „geschönt“ übertragen, die Voreinstellungen aus dem ToneMatch machen einen guten Job. Durch den fehlenden Gain beim Mikrokanal, konnten wir allerdings das Mikrofon nicht im gleichen Maße verstärken, wie die Gitarre mit eingebautem Vorverstärker. Der Musiker hätte sich gerne etwas mehr Lautstärke gewünscht.

Dennoch war der Pegel gerade so ausreichend, um die knapp 40 Personen in der Location mit angenehmer Lautstärke zu beschallen.

Einsatz als Monitor

Nicht jeder Musiker hat das Glück, auf professionellen Bühnen mit entsprechendem Equipment zu spielen. Da ist es von Vorteil, wenn man einen eigenen Monitor im Gepäck hat. Die Bose S1 Pro bietet hierzu die Möglichkeit in klassischer „Wedge-Position“, also vertikal gekippt liegend, aufgestellt zu werden.

Bose S1 Pro Test

Bei der Verwendung als Monitor deckt die Bose S1 Pro vertikal einen großen Bereich ab.

Das Eingangssignal kommt dabei vom Mischpult der Band. Hier ist das Fehlen des Gains kein Problem. Entsprechend ausreichend war auch die Lautstärke, wenngleich hier erwähnt werden muss, dass es sich um eine Akustik-Kombo handelte. Also ein Schlagzeuger, der eher sanft spielte und auch die E-Gitarre war nicht mit einem Full-Stack sondern mit einer kleinen Transistorcombo verstärkt.

Bei größeren Bühnen und härterem Musikstil, wird man um einen ausgewachsenen PA-Monitor nicht herumkommen. Ein Feedbackproblem gab es zu keiner Zeit.

Übersicht Bose S1 Pro Review

PRO

  • Guter Sound
  • Sehr variabel einsetzbar
  • Gute Verarbeitung
  • Kompakt und transportabel
  • Einfach zu bedienen
  • Schutzhülle im Lieferumfang

CONTRA

  • Kein Gain für Mikrofoneingänge
  • Keine Phantomspeisung

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Fazit zum Bose S1 Pro Test

Die kompakte Bose S1 Pro ist wirklich eine universelle Beschallungslösung für vielfältige Aufgaben. Dabei kann der Lautsprecher in allen Lagen durch einen überdurchschnittlichen Sound und durch einfaches Handling überzeugen. Die Lautstärke ist ausreichend, um kleinere Locations und bis ca. 50 Personen mühelos zu beschallen.

Die Möglichkeit die Box in gleich 4 Positionen zu betreiben ist wohl einzigartig und kein Gimmick, sondern wirklich sinnvoll für unterschiedlichste Situationen, wo Musiker, Publikum oder beides zu beschallen sind. Der eingebaute Akku ist leistungsfähig und kann je nach Benutzungsintensität bis zu 11 Stunden durchhalten (im Test bei 50% geringer und 50% hoher Last wurden 8 Stunden erreicht). Das dürfte für jeden Gig mehr als ausreichend sein.

Einen halben Punkt Abzug gibt es jeweils für das Fehlen von Input Gain und Phantomspeisung bei den Mikrokanälen. Dadurch wird nämlich die Usability doch ziemlich eingeschränkt. Einerseits, weil dann das Lautstärkenpotential der Box nicht ausgenutzt werden kann, andererseits weil Besitzer von Kondensatormikrofonen nicht bedacht werden.

Alles in allem bescheinige ich dem hervorragend klingenden Platzsparwunder im Bose S1 Pro Test ein gutes Ergebnis mit 4 von 5 Punkten.

Inhaltsverzeichnis // Bose S1 Pro Test

  1. Was erwartet dich?
  2. Review
  3. Pro & Contra
  4. Fazit
  5. Wertung

GUT

Bose S1 Pro am 02.07.2018

Produkt:      Bose S1 Pro
Hersteller:  Bose

Preis:  649,00 Euro
UVP:    649,00 Euro

Kurzfazit

Die Bose S1 Pro, in Kombination mit dem Lithium-Ionen-Akku, stellt eine mobile und gut klingende Lösung für alle kleinen Beschallungsaufgaben dar. Die Bose S1 Pro System ist ein flexibel einzusetzender Aktivlautsprecher mit eingebautem Akku. Die Box kann in verschiedenen Positionen aufgestellt und betrieben werden. Der Sound ist dabei bei moderaten Lautstärken stets optimal abgestimmt. Dank dem internen 3-Kanal Mixer inkl. Bluetooth-Audio sind für alle kleinen Anforderungen die nötigen Eingänge vorhanden.

Für wen

Privatveranstalter, Musiker, DJs, Vereine, Schulen

Wichtige Merkmale
  • 2-Wege Multipurpose Aktiv-Lautsprecher
  • Mixer mit 3 Kanälen, davon 2 Kanäle mit Hall und 2-Band-EQ
  • Schaltbare Klangoptimierung für Gitarre/Gesang aus dem Bose ToneMatch
  • 4 Positionierungsmöglichkeiten für variable Anwendung
  • 109 db Spitzenpegel
  • Bis zu 11 Std. Laufzeit mit integriertem Akku
  • Bluetooth Audio
  • 100° horizontale-, 40° vertikale Abstrahlung
  • Abmessungen: 330 x 241 x 285 mm (H x B x T)
  • Gewicht: 7,1 Kg (inkl. Akku)

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