beyerdynamic HEADPHONE LAB Test
Perfekte Abhöre ohne teures Studio?

beyerdynamic HEADPHONE LAB Test
Kopfhörer pimpen mit dem beyerdynamic HEADPHONE LAB Test

Thorsten Sprengel Von Thorsten Sprengel am 13. Februar 2026

beyerdynamic HEADPHONE LAB Test-Fazit

4.0

DELAMAR
SCORE

Das beyerdynamic HEADPHONE LAB macht im Test Kopfhörer hörbar neutraler und liefert eine glaubhafte Monitor-Simulation.

Je nach Modell gibt es aber klare Grenzen: Bei manchen Hörern fällt die Lautstärke spürbar ab und in der Kombination beider Funktionen können leichte Phasenartefakte auftreten, während andere deutlich stabiler und natürlicher wirken.

Die Factory Calibration ist ein starkes Detail, der Unterschied zur Standard-Kalibrierung bleibt im Alltag aber meist eher subtil.

Wer viel über Kopfhörer mischt oder im Homestudio arbeitet, bekommt hier ein gutes, kostenloses Tool mit kleinen Einschränkungen.

zum detaillierten beyerdynamic HEADPHONE LAB Testfazit

PRO

  • Zugriff auf Meßdaten von Kopfhörern
  • Kann als Feature Upgrade gesehen werden
  • Einfache Installation
  • Übersichtliche Benutzeroberfläche
  • Flache Lernkurve
  • Funktionen getrennt und zusammen nutzbar
  • Bypass
  • Skalierbare Fenstergröße

CONTRA

  • Lautstärkeabfall lässt sich nicht entgegenwirken
  • Kann leichte Phasenverschiebungen nach sich ziehen

Für wen?
Musiker, Produzenten, Homestudio

Preis: 0,00 Euro
UVP: 0,00 Euro

Was ist es?

Das beyerdynamic HEADPHONE LAB ist ein kostenloses Audio Plugin für deine DAW, das für Studiokopfhörer des Heilbronner Herstellers gedacht ist. Es richtet sich an Producer ohne akustisch optimierte Arbeitsumgebung.

Das Upgrade kombiniert Kalibrierung und Raum-Simulation. Es passt den Sound deines beyerdynamic-Studiokopfhörers an ein möglichst neutrales Referenzprofil an, ohne den Grundcharakter komplett zu verändern.

Für die Kalibrierung gibt es zwei Modi:

  • Standard Calibration: basiert auf einem Referenz-Kopfhörer, den Akustikexperten festgelegt haben.
  • Factory Calibration: nutzt Messdaten genau deines Kopfhörers aus der Produktion. Dieser Modus ist aktuell nur für vier beyerdynamic-Modelle verfügbar.

5 beyerdynamic HEADPHONE LAB Features

  • Kostenloses DAW-Plugin für Windows & macOS
  • Kopfhörerkalibrierung für Mixing & Mastering
  • Simulation einer Studioumgebung über Kopfhörer
  • Standard- und Factory-Kalibrierung verfügbar
  • Anpassbare Lautsprecherwinkel und Raumsimulation

Im Gegensatz zu allgemeinen Kopfhörerkorrektur-Plugins ist das beyerdynamic HEADPHONE LAB ausschließlich für aktuelle beyerdynamic Studiokopfhörer ausgelegt und nutzt modell- beziehungsweise gerätespezifische Kalibrierungsdaten.


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beyerdynamic HEADPHONE LAB Test

Erster Eindruck

Mit dem beyerdynamic HEADPHONE LAB lässt sich der Frequenzgang deiner Kopfhörer einer neutralen Kurve annähern. Das ist beim Mixing und Mastering wichtig, um auf allen Abspielgeräten gut klingende Ergebnisse zu erhalten.

Die zweite Funktion des Plugins ist das Simulieren einer Studioumgebung. Deine Kopfhörer sollen so klingen, als würde die Musik über Studiomonitore (Lautsprecher) gespielt werden.

Ich habe immer wieder das Problem, dass ich beim Abmischen auch den Bass ordentlich testen muss. Das hat meine Nachbarn schon oft zur Weißglut gebracht, zumindest nachts. Beim Abmischen im Kopfhörer muss ich mir mit dieser Software vielleicht keine Gedanken mehr machen.

beyerdynamic HEADPHONE LAB Test
Die originale Frequenzkurve weicht deutlich von der neutralen Kurve ab.

Benutzeroberfläche im HEADPHONE LAB Test

Die Benutzeroberfläche ist simpel gehalten. Die beiden verfügbaren Funktionen sind gleich groß auf die linke bzw. rechte Seite aufgeteilt. Links finden sich die Einstellungen für die Headphone Calibration, rechts die Einstellungen für die Lautsprecher-Emulation.

Beide Felder haben einen großen An/Aus-Knopf, über den Du die jeweilige Funktion aktivieren bzw. deaktivieren kannst.

Safe Mode & mehr Elemente

Losgelöst von beiden Bereichen findet sich in der Mitte ein Schalter zur Aktivierung des sogenannten Safe Mode. Dieser reduziert die Verstärkung, da es je nach Kopfhörermodell bei der Anpassung zu Übersteuerungen kommen kann. Das wird mit dem Safe Mode verhindert – das finde ich praktisch.

Losgelöst von der eigentlichen Benutzeroberfläche findest Du am oberen rechten Bildrand drei weitere Bedienelemente.

  • Mit Bypass kannst Du den kompletten Effekt deaktivieren.
  • Der Compact Modus wechselt in eine kompaktere Darstellung.
  • Mit dem Zahnrad kannst Du weitere Einstellmöglichkeiten aufrufen.

Neutralen Sound aktivieren

Auf der linken Seite siehst Du, wie der Frequenzgang an eine neutrale Kurve angepasst wird. Bei Ausschalten der Headphone Calibration wird die originale Frequenzkurve des jeweiligen Kopfhörers angezeigt.

Unter dieser Anzeige gibt es ein Feld, in dem Du deinen eigenen Kopfhörer auswählen kannst und sollst.

Es finden sich alle aktuellen Modelle des Herstellers. Einzelne ältere Modelle wie der DT 1770 Pro MKI oder der DT 1990 Pro MKI sind aktuell nicht dabei, sollen aber laut Hersteller noch ergänzt werden.

beyerdynamic HEADPHONE LAB Test
Bei aktuell vier Modellen kannst Du auf die Factory Calibration zugreifen.

Standard-Kalibrierung

Für die meisten Kopfhörer gibt es nur die sogenannte „Standard Calibration“. Sie wurden nicht einzeln in Heilbronn vor Ort gemessen und deswegen wird der Klang basierend auf einem Referenzkopfhörer an die neutrale Frequenzkurve angepasst.

Das heißt: Der Hersteller hat einen Referenzkopfhörer des jeweiligen Modells gemessen und dann daraus eine Anpassung errechnet, um ihn neutral klingen zu lassen.

Diese standartisierte Frequenzanpassung wird jetzt auf alle Kopfhörer übertragen – also auch auf deinen. Auch wenn dein eigenes Kopfhörermodell zuhause sich vielleicht hier und da etwas unterscheidet vom Referenzkopfhörer.

Personalisierte Anpassung mit HEADPHONE LAB

Es gibt aber auch vier Modelle, bei denen der Hersteller vor Auslieferung die Messdaten erhoben hat. Bei diesen vier Kopfhörer-Modellen kannst Du stattdessen die sogenannte Factory Calibration wählen.

Das sind die Modelle:

  • DT 700 PRO X,
  • DT 900 PRO X,
  • DT 1770 PRO MK2
  • und DT 1990 PRO MK2.

Die Factory Calibration greift auf die originalen Produktionsmessdaten des spezifischen Kopfhörers zu.

Damit das in der Praxis klappt, musste ich die Seriennummer meines Kopfhörers eingeben. Das finde ich schon sehr beeindruckend.

beyerdynamic HEADPHONE LAB Test
In der Loudspeaker Emulation kannst Du den Winkel der simulierten Studiomonitore einstellen.

Lautsprecher-Simulation

Auf der rechten Seite des HEADPHONE LAB Plugins hast Du die Anzeige für die Simulation von Lautsprechern. Mit dieser kannst Du einstellen, in welchem Winkel die simulierten Studiomonitore zu deinem Kopf ausgerichtet sein sollen.

Damit stellst Du ein, in welchem Winkel Du zu deinen Lautsprechern normalerweise sitzt. Ich kann hier zwischen 40, 60 und 80 Grad wählen. Vom Hersteller empfohlen wird ein Winkel von 60 Grad.

Bei der Simulation gibt es einen Regler für die Mischung von Dry- und Wet-Signal. So kannst Du selbst festlegen, wie stark der simulierte Raum auf dein Signal einwirken soll. Also wie stark der Effekt zu hören ist.

Compact Modus und einstellbare Fenstergröße

Das Fenster ist nicht frei skalierbar. Es gibt aber dennoch zwei Möglichkeiten, die Fenstergröße anzupassen. Zum einen gibt es den sogenannten Compact Modus. Bei diesem handelt es sich dem Namen entsprechend um eine sehr kompakte Darstellung der Benutzeroberfläche.

beyerdynamic HEADPHONE LAB Test
Der Compact Modus bietet eine minimalistischere Benutzeroberfläche.

Im Compact Modus werden die Bedienelemente auf das Ein- und Ausschalten von Headphone Calibration und Loudspeaker Emulation reduziert. Weiterhin stehen der Bypass-Button und eingeschränkte Einstellmöglichkeiten zur Verfügung.

Eine zweite Möglichkeit zur Anpassung der Fenstergröße findet sich in den weiteren Einstellungen. In diesen gibt es vier wählbare Skalierungsgrößen des Fensters: 75%, 100%, 125% und 150%. Mir hätte zwar ein frei skalierbares Fenster besser gefallen, aber die vorhandenen Möglichkeiten können den Workflow ebenfalls verbessern.

Kopfumfang einstellen

In den weiteren Einstellungen kannst Du sowohl deinen Kopfumfang, als auch den Abstand zwischen deinen Ohren angeben. Du wirst hierfür wohl – genau wie ich – einmal messen müssen. So entsteht bei der Raumsimulation ein genau auf deinen Kopf abgestimmtes Ergebnis.

Form und Größe sowie der Abstand der Ohren beeinflussen, wie Du Schall hörst – also wie breit, wie nah oder wie weit weg etwas wirkt.

Gibst Du deine Maße in das Plugin ein, kann die Raumsimulation diese Unterschiede besser berücksichtigen.

beyerdynamic HEADPHONE LAB Test
In den Einstellungen kannst Du Ohrabstand und/oder Kopfumfang für genauere Ergebnisse eingeben.

beyerdynamic HEADPHONE LAB in der Praxis

Jetzt wird es spannend: Wie gut funktioniert das Plugin im Test? Ich habe das Audio Plugin zunächst mit den DT 1770 PRO MK2 und den DT 1990 PRO MK2 ausprobiert.

Für beide Kopfhörer liegen die Messdaten vom Hersteller vor und die Anpassung wird genau für mein Modell gemacht.

Praxis mit dem beyerdynamic DT 1770 PRO MK2

Beim DT 1770 PRO MK2 wurde die Lautstärke bei Aktivierung der Kalibrierung deutlich reduziert. Ich musste über den Lautstärkeregler wieder lauter regeln.

Auf Nachfrage beim Hersteller wurde mir dieser Effekt bestätigt – das soll mit einem Update gelöst werden.

Der Klang wurde aber merklich neutraler und nüchterner. Mit den Messdaten meines Kopfhörers sogar etwas mehr als mit den Werten des Referenzkopfhörers, aber das sind keine großen Sprünge mehr.

Natürlich wurde dadurch etwas der Spaß aus dem Klangcharakter entfernt: Aber das ist richtig, damit Du einen möglichst unverfälschten Klang hast. Nur so lässt sich sinnvoll einschätzen, wie deine Tracks auf allen Kopfhörern und Lautsprechern am besten klingen.

beyerdynamic HEADPHONE LAB Test
3 Einstellungen bei DT 1770 Pro MKII: Aus (links), Standard Calibration (Mitte), Factory Calibration (rechts)

Die Emulation von Studiomonitoren hat gut funktioniert. Ich habe den Sound an der jeweils gewählten Position gehört und hatte durchaus den Eindruck, Studiomonitore vor oder neben mir stehen zu haben.

Eine Eigenheit ist mir aufgefallen, die bei diesem Modell am stärksten im Testfeld zu bemerken war: Habe ich beide Funktionen in Kombination genutzt im HEADPHONE LAB Test, kam zu einer Art Phasenverschiebung, die mich etwas irritiert hat.

Je nach Song hatte ich das Gefühl, das Abgespielte zweimal im Raum leicht versetzt zu verorten. Besonders bei den Vocals war das auffällig – aber nicht bei jedem Kopfhörer gleich.

beyerdynamic DT 1990 PRO MK2

Mit dem DT 1990 PRO MK2 hat es sogar besser funktioniert. Bei diesem hat die Lautstärke bei Aktivierung der Anpassung des Frequenzgangs nicht so stark abgenommen. Ein Nachregeln war nicht nötig.

Der Klang wurde auch bei diesem offenen Modell merklich neutraler. Insgesamt hat es bei der Anwendung für mich natürlicher geklungen als beim geschlossenen Gegenpart. Ich konnte keinen großen Unterschied zwischen Factory und Standard Calibration hören.

Die Nachbildung von Studiomonitoren verlief ähnlich gut wie beim geschlossenen Bruder.

Was ich allerdings bemerkenswert finde: Die Kombination mit beiden Funktionen hat beim offenen Kopfhörer deutlich besser funktioniert. Die Phasenverschiebung war hier (wenn überhaupt) nur noch ganz leicht wahrnehmbar.

beyerdynamic DT 770 PRO X

Ich habe das HEADPHONE LAB natürlich auch mit den DT 770 PRO X und DT 990 PRO X Kopfhörern ausprobiert. Im Gegensatz zu den beiden bisher getesteten High End-Kopfhörern finden sich diese im Einsteiger-Preisbereich wieder. Daher gibt es für beide Modelle nur die Anpassung an einen Referenzkopfhörer.

Besonders gespannt war ich auf den DT 770 PRO X, der genau wie der DT 1770 PRO MK2 ein geschlossener Hörer ist. Im Gegensatz zum High End-Modell ist der Sound aber nicht ganz so verspielt. Das macht sich dann auch in der Korrektur bemerkbar: Die Lautstärke nimmt nicht so stark ab und das Ergebnis ist natürlicher.

Beim Einsatz beider Funktionen ist das Ergebnis näher am DT 1990 PRO MK2. Die weniger überzeugenden Ergebnisse beim DT 1770 PRO MK2 liegen damit wohl nicht an der geschlossenen Bauweise, sondern sind vielleicht direkt am Modell zu verorten.

beyerdynamic DT 990 PRO X

Der Einsatz mit dem beyerdynamic DT 990 PRO X lieferte insgesamt ähnliche Ergebnisse wie ich sie auch beim beyerdynamic DT 1990 PRO MK2 vorgefunden habe. Korrektur und Verwendung beider Funktionen haben mir insgesamt etwas besser gefallen als beim DT 770 PRO X.

Meine Vermutung ist, dass das HEADPHONE LAB tendenziell besser mit offenen Kopfhörern funktioniert. Das mag auch daran liegen, dass der Frequenzgang offener Kopfhörer bauartbedingt neutraler als bei geschlossenen Modellen ist.

Zielgruppe und Einsatzgebiete

Das kostenlose Plugin richtet sich an Besitzer von beyerdynamic Kopfhörern, die ohne akustisch optimierte Studioräume arbeiten möchten. Dazu zählen alle, die ein Homestudio einrichten, mobile Setups und Arbeitsplätze mit eingeschränkten Platz- oder Lautstärkemöglichkeiten.

Typische Einsatzgebiete sind Mixing und Mastering über Kopfhörer, Vorproduktionen sowie das Arbeiten unterwegs.

Auch als Ergänzung zu Studiomonitoren bei wechselnden Hörumgebungen eignet sich das Korrektur-Plugin für Kopfhörer.

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beyerdynamic HEADPHONE LAB Test-Fazit

Das beyerdynamic HEADPHONE LAB ist ein durchdachtes und praxisnahes Tool, das gerade beim Arbeiten mit beyerdynamic Kopfhörern einen echten Mehrwert bieten kann.

Die Annäherung an einen neutralen Frequenzgang funktioniert gut und macht viele beyerdynamic Modelle noch besser im Tonstudio nutzbar.

Besonders spannend ist die an den jeweiligen Kopfhörer angepasste Factory Calibration, auch wenn die klanglichen Unterschiede zur Standard Calibration in der Praxis eher subtil ausfallen.

Die Loudspeaker Emulation liefert eine glaubhafte Raumabbildung und kann helfen, Entscheidungen besser einzuordnen.

In der Kombination beider Funktionen zeigen sich leichte Schwächen wie Phasenartefakte, die je nach Kopfhörer stärker oder weniger stark auffallen. Daran möchte der Hersteller aber in zukünftigen Updates arbeiten.

Dafür überzeugt die einfache Bedienung, der übersichtliche Aufbau und die nahtlose Integration in den Workflow.

Unterm Strich ist das HEADPHONE LAB ein gelungenes, kostenloses Plugin. Im beyerdynamic HEADPHONE LAB Test bekommt es von mir deshalb eine gute Wertung.

Features beyerdynamic HEADPHONE LAB Review

  • Hersteller:   
  • Kostenloses DAW-Plugin für Windows und macOS
  • Unterstützt VST3, AU und AAX
  • Macht Frequenzgang des Kopfhörers neutral
  • Zwei Kalibrierungsoptionen: Standard und Factory Calibration
  • Factory Calibration nutzt individuelle Produktionsmessdaten
  • Simulation einer Studioumgebung über Kopfhörer
  • Einstellbare virtuelle Lautsprecherwinkel (40°, 60°, 80°)
  • Anpassung von Ohrabstand und Kopfumfang
  • Kompatibel mit allen aktuellen beyerdynamic Studiokopfhörern

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