Audio Optimum MS6E Test
Fantastisches Sounderlebnis

Audio Optimum MS6E

Audio Optimum MS6E ist ein aktives Studiomonitor-System, bei dem die Endstufe ausgelagert wurde

Was ist es?

Beim Audio Optimum MS6E handelt es sich um ein voll aktives 2-Wege-System für das Tonstudio. Im Gegensatz zu herkömmlichen Studiomonitoren wurde bei diesem Modell allerdings die gesamte Elektronik aus dem Lautsprechergehäuse ausgelagert. Das Paket umfasst zwei Lautsprecher, eine Endstufe und die entsprechenden Kabel für den Betrieb.

In den Lautsprechern findest Du einen Tweeter mit 1,1″ Zoll und einen Woofer mit 7″, die phasenparallel angesteuert werden. Die Bassreflexöffnung ist seitlich angebracht und sollte nach innen zeigen.


Passend dazu


Der Hersteller bietet optionale Kabel für den Anschluss an das Stromnetz sowie die Lautsprecher gegen einen Aufpreis an. Diese bringen eine weitere Verbesserung im Klang, mehr dazu unten.

Audio Optimum MS6E Features

  • voll aktive Studiomonitore
  • 2-Wege-System mit Bassreflex
  • ausgelagerte Endstufe mit 4 Kanälen
  • 200 Wsin Leistung pro Kanal

anzeige


 

Audio Optimum MS6E Testbericht

Über Audio Optimum

Der deutsche Hersteller aus Recklinghausen ist seit 2015 am Markt, entwickelt die angebotenen Modelle aber bereits seit dem Jahr 2000. Das Angebot erstreckt sich über Lautsprechersysteme für den professionellen Markt, wie das Audio Optimum MS6E, das wir hier im Test haben, und reicht bis in den HiFi-Markt.

Das ausgemachtes Ziel lautet, ein Optimum an Klangqualität beim Stand der Technik zu schaffen und die Audiotechnik dort zu verbessern, wo es noch geht.

Und so verspricht der Hersteller auch, dass die Audio Optimum MS6E keinerlei Einarbeitungszeit erfordern und andere Studiomonitore im Studio obsolet machten: So soll Musik, die auf den MS6E fehlerfrei klingt, auch auf allen anderen Wiedergabesystemen fehlerfrei klingen. Wir werden sehen, nein – besser hören.

Lies auch: Passiv- vs. Aktiv-Boxen

Voll aktiv – Audio Optimum MS6E

Als voll-aktives System gelten die Studiomonitore, die sowohl über eigene Endstufen für die Lautsprecher, als auch je eine Endstufe für jeden Treiber (Tweeter, Woofer) verfügen. Bei den Audio Optimum MS6E handelt es sich um eine Art Hybrid, der aber zweifelsohne als voll aktiv einzustufen ist.

Der Hersteller verkauft das Modell zusammen mit einer ausgelagerten Endstufe, die für jeden Treiber 200 W Leistung zur Verfügung stellt. Zwar sind die Lautsprecher dadurch im engeren Sinne als passiv einzustufen, das System selbst darf weiter als aktiv gelten.

Hintergrund der ausgelagerten Endstufe mit vier Kanälen (je einer für jeden Treiber) ist die Vermeidung unerwünschter Mikrofonieffekte durch die Elektronik.

Audio Optimum MS6E Test

Anschluss der Endstufe an den Audio Optimum MS6E Lautsprecher

Technologische Besonderheiten

Der überragende Klang dieser Lautsprecher soll durch die aktive phasenparallele Frequenzweiche in Kombination mit dem Leistungsverstärker nach dem Prinzip des Sinus-Cosinus-Modulators erst möglich sein. Letzterer arbeitet mit einem Wirkungsgrad von 97%.

Die Bauart der Frequenzweiche sorgt dafür, dass die beiden Membranen wie eine einzige abstrahlen können: Die Summierung der Schallanteile von Tieftöner und Hochtöner über den gesamten Übernahmebereich geschieht ohne Phasenschweinereien, was die Natürlichkeit des Klangs verbessert.

Optionale Kabel für mehr Klang

Im Lieferumfang der Audio Optimum MS6E befinden sich zwei 3,3 Meter lange Kabel, in denen sich eine Kupferlitze mit 4 x 2,5mm² Querschnitt befinden. Jeweils zwei Adern wurden paarweise verdrillt und sind insgesamt von einem Geflechtschlauch aus Baumwolle umschlossen.

Die Baumwolle soll eine statische Aufladung verhindern und sich klanglich weitgehend neutral verhalten im Gegensatz zu anderen Geflechten und Ummantelungen aus Kunststoff. An den Lautsprechern enden die Kabel mit verriegelbaren Speakon-Steckern. Auf der anderen Seite befinden sich vier Bananenstecker, die farblich gekennzeichnet sind und dadurch ihren Gegenpart an der Endstufe schnell finden.

Wer noch mehr Klang aus diesem Lautsprechersystem herausholen möchte, kann für einen Aufpreis von 350 Euro ein Upgrade auf Kabel mit Basalt-Ummantelung bestellen. Diese handgefertigten Kabel sind nicht nur paarweise, sondern auch als Gesamtes mit einem Basalt-Geflechtschlauch ummantelt.

Für etwa 150 Euro kann ein Netzkabel mit einer Ferrit-Ummantelung erworben werden, das den Klang nochmals etwas ruhiger und unaufgeregter klingen lässt. Die Ferrit-Ummantelung sorgt nach Aussagen des Herstellers für eine effektive Bedämpfung von Hochfrequenzstörungen bis in den Gigahertz-Bereich, wie sie allerorts vorzufinden sind.

Audio Optimum MS6E Test

Ausgelagerte Endstufe beim Audio Optimum MS6E

Audio Optimum MS6E Klang

Nun, am Ende interessieren wir uns im Bereich der Tonstudios weniger um die verwendete Technik oder Elektronik als vielmehr um den resultieren Klang. Wie gut klingen also die Audio Optimum MS6E? Verdammt gut – die räumliche Auflösung der Musik ist fast schon greifbar, ich fühle mich so gut wie mittendrin im Geschehen.

Im Vergleich zu meiner normalen Abhöre ist der Unterschied sofort hörbar. Es sind insbesondere die Mitten, die bei den MS6E prominenter zu hören sind. Sie sorgen für eine Klarheit, die sich auf die räumliche Abbildung durchdrückt. Die Stimme sitzt perfekt in der Mitte, wunderbar abgegrenzt zu den anderen Instrumenten und doch bilden sie eine gemeinsame musikalische Einheit.

Die kleinen Details einer Live-Aufnahme sind deutlich zu vernehmen, so beispielsweise das leichte Klopfen auf einen Gitarrenkorpus, der irgendwo seicht angestossen wurde.

Stereopanorama

Das Stereopanorama ist sehr weit gefasst, so wie es von einem Lautsprecher dieser Preisklasse zu erwarten war. Die Instrumente sind exakt zu verorten und „flattern“ nicht etwa, wie es bei anderen Studiomonitoren manchmal der Fall ist. Dabei bleibt die Phantommitte immer klar definiert und an der richtigen Stelle verortet.

Impulstreue

Im Bassbereich kann dieser Studiomonitor mit einer sehr guten Impulstreue punkten, die ich ihm ob des 7 Zoll großen Woofers nicht zugetraut hätte. Gleich ob Kontrabass oder synthetische Bässe und Kicks – alle klingen detailliert abgebildet und wohldosiert.

Dasselbe gilt löblicherweise auch für die anderen Frequenzbereiche, die nie an Plastizität zu wünschen lassen.

Frequenzwiedergabe

Ich bin nachhaltig beeindruckt: Dieser Lautsprecher ist der neutralste und linearste, den ich bisher hier getestet habe. Der preisliche Abstand zu meiner Abhöre (die auch schon bei viertausend Euro liegt) macht sich hier bemerkbar.

Nicht nur, dass die Mitten präziser sowie neutraler tönen und der Bass durch seine Bassreflex-Abstimmung unten bisweilen etwas kräftiger wirkt: Die Höhen klingen transparent und sogar noch etwas unaufgeregter als bei meiner Abhöre. Der gesamte Klang ist wundervoll entspannt und macht das stundenlange Arbeiten zu einem Genuss.

Und was ist mit den Kabeln?

Der Hersteller hat mir freundlicherweise sowohl die Standardkabel aus dem Lieferumfang, als auch das Upgrade für das Lautsprecher- sowie das Netz-Kabel dagelassen. Jetzt ist natürlich nicht möglich, einen validen Test durchzuführen, weil der Umbau der Kabel einfach zu lange dauert.

Wir Menschen können uns Klang nur etwa 4 Sekunden lang merken und darüber hinaus sind die Ergebnisse wissenschaftlich wenig aussagekräftig. Insofern betrachte ich meine eigenen Eindrücke mit einer gesunden Portion Skepsis.

Ich will es mal so ausdrücken: Ich würde die 500 Euro vermutlich noch obendrauf legen. Die Audio Optimum MS6E sind derart hochauflösend, dass die Verwendung der aufwändigeren Kabel sich in meinen Ohren hörbar macht. Einen Unterschied bei den Lautsprecherkabeln hatte ich auf Basis meiner bisherigen Erfahrungen mit Kabeln sogar vermutet, der Unterschied beim Netzkabel verwundert mich dann doch.

In beiden Fällen scheint sich die bessere Verkabelung für mich vor allem in den Höhen bemerkbar zu machen. Die Höhen klingen noch etwas entspannter und vielleicht auch noch etwas transparenter. Dadurch entsteht eine noch bessere räumliche Abbildung und Präzision in der Wiedergabe. Ob dir dieser Unterschied 500 Euro wert ist, musst Du natürlich selbst entscheiden.

Fazit zum Audio Optimum MS6E Test

Der Audio Optimum MS6E ist ein exzellenter Lautsprecher, der in Sachen Linearität in der Frequenzwiedergabe und daraus resultierer Neutralität seine Werbeversprechen einhält. Punkt. Die räumliche Auflösung und die exakte Abbildung der Details in den Aufnahmen ist vorbildlich. Der MS6E arbeitet so präzise, dass sich tatsächlich die Frage stellt, ob ein weiteres Paar Lautsprecher zum Abmischen oder Mastering überhaupt notwendig wäre.

Die Leistungsreserven sind ähnlich beeindruckend, wobei die lediglich 7 Zoll großen Woofer bei sehr basslastiger Musik natürlich bei Partylautstärke an ihre Grenzen stoßen. Für das Tonstudio gewöhnliche Pegel schafft dieser Studiomonitor spielend und in einer Unaufgeregtheit (ist das überhaupt ein Wort?), mit der stundenlanges Arbeiten problemlos erfolgt.

Alles in allem gibt es im Audio Optimum MS6E Test nur eine mögliche Wertung: Exzellent, volle Punktzahl. Dieser Studiomonitor ist präzise und ehrlich wie nur wenige – er kommt auf meinen Wunschzettel.

Audio Optimum MS6E Features

  • Aktive Studiomonitore mit ausgelagerter Endstufe
  • phasenparalleles 2-Wege-System
  • Bassreflex
  • Ausgangsleistung: 200 Wsin pro Kanal
  • PWM-Leistungsverstärker
  • Hochtöner: 1,18" (30 mm) Seidenkalotte
  • Tieftöner: 7" (18 cm) mit glasfaserverstärkter Papiermembran
  • Übernahmefrequenz liegt bei 1,3 kHz
  • Untere Grenzfrequenz: 35 Hz (-3dB)
  • Innenvolumen: 14,5 Liter
  • Gewicht: 9,5 kg
  • Abmessungen: 35cm x 23cm x 30cm (H x B x T)
  • Verstärker: 19Zoll / 2HE
  • Gewicht: 8,5 kg
Hersteller: Audio Optimum
Produkt:

Audio Optimum MS6E Test

Lesermeinungen (1)

zu 'Audio Optimum MS6E Test: Fantastisches Sounderlebnis'

  • Frank-Michael Speer   28. Mai 2020   21:50 UhrAntworten

    Nachdem wir sie über mehrere (!) Wochen - also laaaaange - im Studio hatten, mit mehreren Projekten testen und anderen Boxen (ADAM P11A + Sub 7 und Equator D5, etc.) vergleichen durften - an dieser Stelle: Fetten Daumen hoch für den entspannten Leute vom Außendienst/Vertrieb/Marketing, die sich mehrmals haben vertrösten lassen - haben wir sie letztlich doch gekauft.

    Ich will nicht mehr ohne die sein.

    An der Stelle also klare Entscheidung: Scheiß auf`s Geld!

    Dann lieber am Front-End auf das eine oder andere etwas teure High-End Mikro / Pre-Amp verzichten...am Ende zählt der Mix / das Premaster. Und das passiert (nebst guten Kopfhörern) immer über ein Paar Boxen.
    Und die müssen (neben dem Raum) so gut sein, wie es irgend geht.
    Punkt.

    An der Stelle: Grüße an Carlos auch von Markus (Fiedler), der mir bis heute noch nicht glauben will...dass,...ach, lassen wir das.

    Fazit: Definitiv nicht weitersagen - aber Danke für Deine Einschätzung, Carlos!!!!!

Sag uns deine Meinung!

Empfehlungen