Arturia FX Collection 2 Test
Effekte, die jeder braucht

arturia fx collection 2 test

Sieben brandneue Plugins, etliche Presets und Einstellungsmöglichkeiten warten im Arturia FX Collection 2 Test auf dich.

Was ist es?

In der brandneuen Arturia FX Collection 2 finden sich 22 Effekt-Plugins „you’ll actually use“, wie der Hersteller Arturia etwas vollmundig verspricht. Mit dabei sind Kompressoren, Reverbs, Delays, Modulationseffekte, Preamps, Filter und einige dedizierte Bus-Effekte. Im Vergleich zum Vorgänger, der Arturia FX Collection 1, bietet die Neuauflage sieben zusätzliche Plugins.

Neu im Bundle befinden sich die Modulationseffekte:


Passend dazu


  • Chorus DIMENSION-D
  • Phaser BI-TRON
  • Flanger BL-20
  • und der Chorus JUN-6

sowie die drei Bus-Effekte:

  • Bus FORCE
  • Comp DIODE-609
  • und der EQ SITRAL-295.

Das Delay TAPE-201 hat zudem ein Update erhalten und ist mit mehreren Preamp-Optionen ausgestattet worden („Original“, „Germanium-Pre“ für Crunch-Sounds und „kein Preamp“).

Ferner hat Arturia den Preset-Browser überarbeitet, dem Bundle 200 neue Presets hinzugefügt und für NKS-Kompatibilität (= Native Kontrol Standard) gesorgt. Sämtliche Plugins sind als VST, AU oder AAX einsetzbar und können in so gut wie allen DAWs betrieben werden, beispielsweise in Pro Tools, Ableton Live oder Logic Pro.


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Arturia FX Collection 2 Testbericht

Konzept

Arturia bündelt mit der FX Collection 2 einige Plugins, die schon etwas länger erhältlich sind (etwa die Preamps), neuere Effekte (Reverbs) und brandneue Tools (Bus-Effekte). Mit den enthaltenen Plugins verleiht man seinen Produktionen auf unkompliziertem Weg eine eigene Note.

ein gutes Mittel, um den Klang eines Songs organischer, um nicht zu sagen „menschlicher“, zu gestalten

Sei es etwa über die Veredelung von Gesangsaufnahmen durch einen klassischen Federhall, wie zum Beispiel mittels Arturias Rev SPRING-636, via Dub-Reggae-Sound durch Einsatz des Plugins TAPE-201, das den Bandecho-Klassiker Roland Space Echo RE-201 emuliert – oder per „Druckerhöhung“ in den Drums durch eine der enthaltenen virtuellen Kompressor-Emulationen eines Regelverstärker-Klassikers wie etwa dem UREI 1176 (hier unter der Bezeichnung COMP FET-76 anzutreffen).

Arturia FX Collection 2 Test

Im Arturia FX Collection 2 Test fällt auf, dass der Hersteller auch hier wieder vorausgedacht hat: Einsteiger und neue User finden für jedes Plugin Tutorials und Anwendungstipps.

Bekannt wurde das französische Unternehmen Arturia durch seine bahnbrechenden, detailgetreuen Nachbildungen berühmter Vintage-Synthesizer. Kein Wunder also, dass in der Arturia FX Collection 2 auch Klangform-Sektionen legendärer Synthesizer-Klassiker enthaltenen sind (MINI, M12, SEM, Chorus JUN-6). Wie auch bei anderen Effekten dieser Sammlung der Fall, bilden die entsprechenden Plugins allerdings nicht nur bekannte Filter et cetera nach, sondern enthalten neue Kontroll-Elemente, die in den Originalgeräten nicht vorhanden waren. Dazu zählen etwa Step Sequencer-Sektionen oder weitreichende Modulationsoptionen.

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Erster Eindruck

Heruntergeladen, aktiviert und mit Updates versehen werden die Plugins der Arturia FX Collection 2 über das Arturia Software Center. Im Fall unseres Tests war dies noch nicht möglich, was allerdings daran lag, dass wir mit Vorab-Versionen versorgt wurden – vielen Dank an dieser Stelle! Im finalen Produkt soll es dann nicht mehr nötig sein, die einzelnen Effekte manuell zu installieren, stattdessen kommt das Software Center zum Einsatz.

Arturia FX Collection 2 Test

Jede Menge Spaß im Arturia FX Collection 2 Test bringt der neue JUN-6.

Nutzeroberfläche

Die grafische Benutzeroberfläche (GUI) der Arturia FX Collection 2 Plugins sind in ihrer Größe veränderbar (resizable), was uns den Workflow im Test schon einmal deutlich erleichtert. Ähnlich hilfreich ist der Umstand, dass die Parameter der Effekte auf MIDI-Controller gemappt werden können, was das „händische“ Eingreifen in den Sound ermöglicht. Wir finden: Gerade bei Plugins, die Effektklassiker emulieren, wie das TAPE-201 oder der neue Chorus JUN-6, ein gutes Mittel, um den Klang eines Songs organischer, um nicht zu sagen: menschlicher, zu gestalten.

Das Einsetzen der FX-Collection-Plugins macht sofort Spaß. Langes Einarbeiten ist nicht nötig, im Handumdrehen hat man sich die ersten beeindruckenden Sound-Experimente hingedreht – Inspiration folgt auf dem Fuße. Fast alle enthaltenen Plugins sorgten für ein markantes Klangerlebnis. Sehr schön!

Arturia FX Collection 2 Test

Sieben neue Effektplugins warten im Arturia FX Collection 2 Test auf uns.

Praxis im Arturia FX Collection 2 Test

Arturia vereint mit den meisten der 22 enthaltenen Effekte keine sonderlich innovativen, super-modernen Werkzeuge in ihrem Bundle. Zum Großteil handelt es sich um bekannte Klassiker, denen sich auch schon andere Hersteller gewidmet haben. Dafür bekommt man mit der Arturia FX Collection 2 ein wirklich umfangreiches Toolkit an die Hand, mit dem alle Bereiche des Effekteinsatzes einer Musikproduktion beziehungsweise Mixing-Session abgedeckt sind.

Es ist letztlich diese Bandbreite, gepaart mit der hohen Qualität und einfachen, intuitiven Bedienung der Effekte, die für uns die Haupt-Qualitätsmerkmale des Bundles ausmachen – und das wird im praktischen Einsatz schnell klar.

Erste Hilfestellung bei der Bedienung der Effekte bieten In-App-Tutorials. Auch dies ist ein willkommenes Feature, um schnell den Einstieg zu meistern und die neuen Tools einsetzen zu können. Damit werden auch Einsteiger im Homestudio schnell Erfolg erzielen und Spaß an der Arbeit finden.

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Neuzugänge

Als Roland-Juno-Fans haben wir uns besonders darüber gefreut, dass Arturia der neuen Collection mit dem JUN-6 einen Juno-Chorus spendiert hat und wir so auf die analog-organische Wärme und Vitalität dieses Klassikers auch in digitaler Form zurückgreifen können. Eine fantastische Möglichkeit, um aus leblos anmutendem Audiomaterial mit wenigen Handgriffen interessante Spuren zu kreieren, die das Stereofeld mit reichlich Präsenz sättigen.

Arturia FX Collection 2 Test

Zu den neuen Modulationseffekten im Arturia FX Collection 2 Test gehört auch der Chorus DIMENSION-D.

Ähnliches gilt auch für den Dimension D, eine Interpretation des gleichnamigen Vintage-Chorus von 1979, den man unter anderem auf Produktionen von Peter Gabriel, INXS oder Stevie Ray Vaughan hören kann. Auch hier ist die Emulation wunderbar gelungen. Unserem Empfinden nach eignet dieser Chorus sich für etwas subtilere Eingriffe ins Soundgeschehen als der JUN-6, die nichtsdestotrotz mit jeder Menge Charakter beeindrucken. Ebenso überzeugende Arbeit leisten die neuen Modulationseffekte Phaser BI-TRON und Flanger BL-20.

Arturia FX Collection 2 Test

Der neue Master Bus in der Arturia FX Collection 2.

Eine Arturia Original-Entwicklung findet sich mit dem Bus-Plugin Bus FORCE im neuen Bundle – ein mächtiger All-in-One-Parallel-Prozessor, der vier eigenständige Module offeriert:

  • Equalizer
  • Filter
  • Kompressor
  • und (Röhren-)Sättigung.

Allein in diesem Werkzeug kann man sich als Anwender stundenlang verlieren. Die zahlreichen Regler laden immer wieder zum Experimentieren ein. Optisch etwas weniger wuchtig als der massive Bus FORCE kommt der Comp DIODE-609 daher, der auf dem legendären Stereo-Kompressor/Limiter 33609 des Mixkonsolen-Herstellers Neve basiert. Arturia empfiehlt diese Plugin besonders für Drums.

Wir haben den DIODE-609 im Arturia FX Collection 2 Test aber auch auf Akustikgitarren und Vocals sehr genossen und gewinnbringend im Mix nutzen können. Es stellte sich nicht ganz der akustische Zauber des Originalgeräts ein – hochwertiges Klangdesign erlaubt dieses digitale Geschwisterchen zum analogen Vorgänger aber allemal.

Eine weitere Emulation eines absoluten Vintage-Klassikers für den Bus ist der EQ SITRAL-295. Dieser Stereo-Equalizer basiert auf der entsprechenden Sektion der legendären Rundfunk-Konsole Sitral von Siemens, die ab den 1960er-Jahren erhältlich war. Die möglichen Einsatzzwecke dieses Stereo-Tools sind zahlreich, und so verschafften wir uns erst einmal durch das Antesten einiger Presets einen Überblick, um dann mittels der (grafisch detailliert der analogen Welt nachempfunden) Regler die Feinjustierung vorzunehmen.

Positiv überrascht waren wir dabei von der Tatsache, wie schnell wir so zu adäquaten bis herausragenden Ergebnissen kamen und wie sehr unser Ausgangsmaterial noch einmal gewann. Der EQ SITRAL-295 zeigte sich dabei als Werkzeug, mit dem sich sachte und sehr musikalisch in den Klang eingreifen ließ, der eine unaufdringliche Wärme vermittelte, gleichzeitig aber auch seinen deutlichen Transistor-Charakter behielt.

Soundbeispiele: Arturia FX Collection 2

Gitarrenaufnahme im Original

Jun6 Deep Chorus

Dimension D Smooth

Bus Force Low End Density

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Fazit zum Arturia FX Collection 2 Test

Mit dem Marketing-Slogan „effects you’ll actually use“ hat Arturia den Mund nicht zu voll genommen. Die 22 Effekte der Arturia FX Collection 2 bieten einen hohen Nutzwert, kommen für eine Vielzahl von Anwendungen infrage – und machen Spaß! Die grafische Umsetzung befand sich für unseren Geschmack zum Teil zu nah an den physischen Vorbildern; eine etwas freiere Interpretation hätte hier vielleicht zu einer noch intuitiveren und schnelleren Bedienbarkeit geführt. Das tut der Freude, die beim Einsatz dieser Effekte aufkommt, und dem alles in allem hervorragendem Sound der Effekte jedoch keinen Abbruch.

Die Arturia FX Collection bietet ikonische Analogeffekte im digitalen Gewand, deren Funktionalität durch neue Features das jeweilige Original häufig um ein Vielfaches übertrifft. In Kombination mit den zusätzlichen Arturia-Eigenentwicklungen ist dieses Bundle eine nahezu perfekte Sammlung für Produzenten, die einerseits neue klangliche Horizonte suchen, aber auch gern akustisch in der Vergangenheit schwelgen und sich vom reichen tontechnischen Erbe der Popmusik-Geschichte inspirieren lassen möchten.

Arturia FX Collection 2 Features

  • 22 Audio-Effekte (4 x Modulation, 3 x Bus, 3 x Reverb, 3 x Delay, 3 x Filter, 3 x Kompressor, 3 x Vorverstärker)
  • Plugin-Standards: VST, AU, AAX
  • NKS-kompatibel
  • MIDI-Controller-Funktionalität
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