Antelope Audio Discrete 4 Pro Synergy Core Test
Viel Leistung fürs Geld

Antelope Audio Discrete 4 Pro Test

Im Antelope Audio Discrete 4 Pro Test ein Audio Interface für USB 2.0 und Thunderbolt 3 (Win/Mac)

Was ist es?

Das Antelope Audio Discrete 4 Pro SC ist ein Audio Interface für Thunderbolt 3 und USB 2.0. Es soll sich sowohl für Desktop-Setups im Homestudio als auch für professionelle Aufnahmestudios eignen und bietet integrierte Echtzeiteffekte an.

Insgesamt können 14 Eingänge und 20 Ausgänge gesteuert werden, von denen vier Eingänge, respektive sechs Ausgänge physisch am Interface angebracht werden. Die restlichen In- und Outputs werden über ADAT bzw. S/PDIF zur Verfügung gestellt.

Als Auflösung können 24 Bit und 192 kHz gefahren werden, der maximale Dynamikumfang beträgt 130 dB.

Laut Hersteller zeichnet sich das Audio Interface vor allem durch seine 64 Bit Wordclock (AFC-Taktungstechnologie) aus. Diese soll für ein räumliches Stereobild und für einen detaillierten Klang sorgen.

Für die Monitor- und Kopfhörerausgänge sind vier unabhängige Mischwege vorhanden. Diese verfügen über einstellbare Pegel, Panning, Stereo-Link und Echtzeiteffekte.

Darüber hinaus sind 37 DSP-Effekte (Synergy Core) im Paket enthalten. Diese Effekte sind ikonischen Studiogeräten nachempfunden und können in Echtzeit mit nicht wahrnehmbarer Latenz angewendet werden.

Lies auch: Audio Interface Kaufberatung

5 Features im Antelope Audio Discrete 4 Pro SC Test

  • 64 Bit Wordclock
  • Hochwertige AD/DA-Wandler
  • Vier unabhängige Mischer für die Monitor- und Kopfhörerausgänge
  • 37 Synergy Core Effekte
  • Direct Monitoring

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Antelope Audio Discrete 4 Pro Synergy Core Testbericht

Modernes Design

Beim Antelope Audio Discrete 4 Pro Synergy Core Test ist mir das schlichte und moderne Design direkt sehr positiv aufgefallen. Seine glatte und leicht glänzende Oberfläche sticht direkt ins Auge, es macht sich gut auf dem Schreibtisch.

Das Audio Interface hat vier Füße auf seiner Unterseite, wodurch es nicht wegrutschen kann.

Antelope Audio Discrete 4 Pro Test

Das Audio Interface für Thunderbolt 3 und USB 2.0 ist 1 HE hoch.

Die Regler, Anschlüsse und Knöpfe auf der Vorderseite heben sich durch ihre silber-glänzende Umrandung angenehm ab. Allgemein ist das schwarz-silberne Design angenehm zu betrachten und passt gut in die Raumumgebung.

Display am Discrete 4 Pro

Das LCD vorne passt sich gut dem restlichen Design des Gerätes an. Allerdings ist es nicht sonderlich groß, eher unauffällig – ganz typisch für diese Preiskategorie.

Auf dem Display werden alle wichtigen Funktionen angezeigt. So hast Du stets die Eingangspegel der vier Eingänge im Blick.

Antelope Audio Discrete 4 Pro Test

Auf dem LCD lassen sich auch die Ausgänge anzeigen.

Über die rechts daneben befindlichen Knöpfe kannst Du das Display umschalten auf Kopfhörerausgänge, Monitor und auch einige der wichtigsten Einstellungen des Audio Interfaces abrufen.

Gesteuert werden die aufgerufenen Einstellungen schließlich über den großen Drehregler, der sich auch drücken lässt.

Lies auch: USB Audio Interface Vergleich

Lieferumfang & Inbetriebnahme

Die Inbetriebnahme erfolgt zunächst schnell. Den Netzstecker kannst Du für einen besseren Halt beim Anschließen zudrehen, womit ein versehentliches Kappen der Stromzufuhr nicht mehr möglich ist.

Neben einer Karte mit einem QR Code zur Registrierung ist im Lieferumfang noch ein Netzteil, ein USB-Kabel (2.0) sowie ein Netzstecker enthalten.

Leider hat der Hersteller dem Antelope Audio Discrete 4 Pro kein USB-C Kabel beigelegt – das wäre eine schöne Dreingabe gewesen und hätte das Paket schön abgerundet. Aber auch das ist üblich bei Audio Interfaces dieser Preisklasse.

Installation

In meinen vergangenen Tests konnte ich bereits einige Erfahrungen mit der Installation von Audio Interfaces des Herstellers sammeln. Diese verlaufen etwas anders als bei anderen Herstellern.

Als Erstes installierst Du den Antelope Launcher, über den Du das Discrete 4 Pro Synergy Core zunächst einmal registrieren musst. Erst dann lässt sich das Audio Interface überhaupt nutzen.

Antelope Audio Discrete 4 Pro Test

Der Antelope Launcher dient zur Installation von Treibern und Mixersoftware.

Über denselben Launcher müssen dann die Software des Herstellers sowie die Treiber auf den neuesten Stand gebracht werden. Dann steht der Nutzung nichts mehr im Wege.

Wie wichtig der Hersteller seine Kunden nimmt, merkst Du an den Firmware-Updates. Diese mussten auf das mir zum Test vorliegende Modell noch eingespielt werden – gut, dass sich Antelope um seine Kunden kümmert.

Eingänge

Das Antelope Audio Discrete 4 Pro Synergy Core besitzt genügend Anschlussmöglichkeiten für kleine Bands und für Tonstudios sowieso. An Bord sind vier Eingänge mit Kombobuchsen, von denen sich je zwei vorne und hinten befinden.

Die Kombobuchsen dienen dem Anschluss von Mikrofonen (inkl. Mikrofonvorverstärker und Phantomspeisung) oder Schallquellen mit Line-Pegel.

Antelope Audio Discrete 4 Pro Test

Frontansicht des Discrete 4 Pro Synergy Core.

Zwei der genannten Vorverstärker können zudem auch als Hi-Z-Anschluss betrieben werden, um Bass oder Gitarre darüber zu spielen und aufzunehmen. Das ist mit einem kleinen Gitarrensymbol gekennzeichnet.

Ausgänge am Discrete 4 Pro

Auch die Ausgänge sind auf Vorder- und Rückseite verteilt. Hier hat sich der Hersteller aber klar von der Usability leiten lassen: Vorne befinden sich vier Kopfhörerausgänge, die getrennte Monitor-Mixe erhalten können.

Auf der Rückseite des Antelope Audio Discrete 4 Pro Synergy Core befinden sich die zwei Hauptausgänge mit Line-Pegel, die als Monitor gekennzeichnet sind. Auf diesen ist die maximale Klangqualität zu erreichen.

Antelope Audio Discrete 4 Pro Test

Die Rückseite ist vollgepackt mit Anschlüssen.

Daneben befinden sich noch vier weitere Ausgänge, die ebenfalls mit Klinkenbuchse ausgelegt sind und für das Anschließen von beispielsweise Outboard-Equipment dienen können.

Digitale Anschlüsse

Alle digitalen Schnittstellen befinden sich rückseitig. Es finden sich hier der Anschluss für USB 2.0, der für Thunderbolt 3 mit USB-C Buchse sowie ein ADAT I/O und ein S/PDIF I/O.

Sehr spannend für kleinere Tonstudios dürften die beiden Ausgänge für die 64 Bit Word Clock des Herstellers sein, für die es überall nur Lob gibt.

Mixersoftware & Bedienung

Obwohl sich alle wichtigen Funktionen über den Drehregler und die Knöpfe an der Front steuern lassen, ist die Bedienung über die Mixersoftware (vom Hersteller Control Panel genannt) natürlich wesentlich einfacher.

Antelope Audio Discrete 4 Pro Test

Die Mixer-Software ist aufgeräumt und lässt sich einfach bedienen.

Der Lautstärkeregler des Antelope Audio Discrete 4 Pro Synergy Core hat einen gerasterten Lautstärkeregler, wodurch er sich genau bedienen lässt. Diesen kannst Du eindrücken um den ausgewählten Kanal stummzuschalten.

Der Mixer sieht hübsch aus und nach wenigen Minuten findet sich ein jeder schnell zurecht.

Routing beim Discrete 4 Pro

Die Routing-Matrix sieht zunächst einmal ungewohnt aus – doch wenn Du sie nach wenigen Minuten verstanden hast, wird sie zu deinem besten Freund. Selten eine Software gesehen, mit der man das Routing schneller und übersichtlicher gestalten kann.

Mit Drag & Drop ziehst Du die physikalischen Eingänge auf die gewünschten Ausgänge – virtuell oder physikalisch.

Antelope Audio Discrete 4 Pro Test

Die Routing Matrix ist eine der effizientesten und schnell erlernt.

Computer Playback

Die Möglichkeiten sind sehr, sehr umfangreich, weswegen ich hier nur einige der Features und Optionen beleuchten kann. So stehen dir beispielsweise bis 32 virtuelle Kanäle für das Computer Playback bereit.

Du könntest also beispielsweise 16 Programme in Stereo auf je einen eigenen Playback-Kanal schicken.

Antelope Audio Discrete 4 Pro Test

Eine weitere Ansicht der Routing Matrix.

4 Mixer mit unterschiedlichen Mischungen

Es stehen vier unterschiedliche virtuelle Mixer bereit, auf die Du jeweils eine eigene Mischung legen kannst. Du entscheidest dann, welche Mischung auf welchen Ausgängen gespielt werden soll.

So kannst Du beispielsweise eine Hauptmischung auf die Monitor-Ausgänge legen und drei individuelle Mischungen auf die Kopfhörer geben.

Dabei ist es unerheblich, ob Du allen Kopfhörern eine bestimmte Mischung oder jedem eine andere spendierst.

Effekte in Echtzeit

Wer sein Homestudio erstmalig mit einem Audio Interface wie dem Antelope Audio Discrete 4 Pro Synergy Core ausstattet, wird sich über die 37 mitgelieferten Effekte freuen.

Unter diesen befinden sich einige Emulationen von Gitarrenamps, Kompressoren und andere Dynamikprozessoren, ein Halleffekt sowie Equalizer und mehr.

Antelope Audio Discrete 4 Pro Test

Synergy Core Effekte können direkt im Audio Interface in Echtzeit berechnet werden.

Diese Synergy Core Effekte werden auf den DSPs im Audio Interface berechnet. Für dich heißt das: Dein Rechner benötigt keinerlei zusätzliche Ressourcen für die Effekte = mehr Leistung für andere Aufgaben.

Die Effekte klingen durch die Bank weg gut bis sehr gut und wer möchte, kann sich die Library optional gegen Bares noch erweitern. Das Paket ist für Gitarristen und Einsteiger sicherlich einen Blick wert.

Integration in die DAW

Was ich etwas unglücklich gelöst finde, ist die Integration in dein Musikprogramm. Da die Synergy Core Effekte leider nicht als VST-Variante zur Verfügung stehen, musst Du das hauseigene VST-Plugin „afx2daw“ in das gewünschte Musikprogramm laden.

Dieses arbeitet als eine Brücke zwischen den Synergy Core Plugins und deiner Musiksoftware. Eine direkte Implementation als eigenständige VST-Plugins wäre etwas intuitiver.

Angesichts des verhältnismäßig niedrigen Preises des Discrete 4 Pro Audio Interfaces im Vergleich zu den Mitbewerbern (und den vielen Features noch dazu) dürfte das aber zu verschmerzen sein.

Praxis im Discrete 4 Pro Test

Unter dem Strich interessiert uns aber natürlich die Leistung und der Klang des Audio Interfaces – auch im Vergleich mit den Mitbewerbern am Markt.

Im Vergleich zu meinem UCX fällt mir beispielsweise sofort auf, dass sowohl Kopfhörerverstärker als auch Monitorausgang wesentlich mehr Saft haben. Für einen ernsthaften Vergleich muss ich die Pegel natürlich anpassen, was ich am Avocet IIa mache, um keine Klangeinbußen zu kassieren.

Antelope Audio Discrete 4 Pro Test

Der große Drehregler kann die wichtigsten Einstellungen tätigen.

Klang

In Sachen Soundqualität liefert das Discrete 4 Pro richtig ab. Im direkten Vergleich wirkt die Klangbühne etwas breiter als beim UCX, kommt aber nicht ganz an die des Avocet heran. Im Gegenzug wirkt die Monomitte dafür etwas schüchterner, wobei sich die Vocals immer noch gut mittig hören lassen.

Auch bei der Impulstreue kann dieses Modell Punkte sammeln. Sie ist klar besser und schneller als beim UCX, reicht aber nicht an das Apollo X4 (deutlich teurer) oder das Avocet IIa heran (noch teurer).

Lies auch: Was ist Latenz?

Latenz beim Discrete 4 Pro

Für mich das vielleicht wichtigste Kriterium ist die Latenz an einem Audio Interface. Und hier kann dieses Modell wieder richtig Punkte holen.

Ich lade einen Song, den ich vor Kurzem abgemischt habe und der meinen Rechner und das UCX an seine Leistungsgrenze gebracht hat.

Über USB2.0 kann ich das vollgepackte Projekt bei einem Buffer von 256 Samples und 7,6 ms Latenz mühelos abspielen. Erst ab deutlich unter 7 ms Latenz fängt das typische Stottern an.

Bildstrecke

So richtig Spaß macht das Ganze dann über den USB-C Anschluss, bzw. Thunderbolt 3. Hier liefern die 256 Samples Buffer sogar eine Latenz von 5,9 ms – und damit deutlich besser als beim UCX.

Schließlich kann das Discrete 4 Pro Synergy Core über Thunderbolt 3 mein Projekt sogar bei 190 Samples und 4,4 ms Latenz noch mühelos abspielen.

Stabilität & Apple M1

Auf meinem Testsystem mit einem iMac Pro konnte ich stundenlang mit dem Audio Interface problemfrei arbeiten – sowohl unter USB 2.0 als auch mit Thunderbolt 3. In Sachen Stabilität wurde mir zugetragen, dass es Probleme mit dem M1 geben sollte, das habe ich natürlich überprüft.

Die Performance mit meinem Apple M1 war eher durchwachsen. Obwohl die Latenzen auf sagenhafte 1 ms für das Recording heruntergestellt werden konnten und das Arbeiten bei 3 ms mit vielen Plugins möglich war: Ab einer gewissen Last gab es regelmäßige Dropouts und die Latenzen wurden größer als auf meinem langsameren iMac Pro.

Wer einen M1 Prozessor nutzt, sollte auf ein entsprechendes Update des Herstellers warten.

Lies auch: Homestudio einrichten

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Fazit zum Antelope Audio Discrete 4 Pro Synergy Core Test

Der neueste Wurf des Herstellers ist eine echte Ansage für viele kleinere Tonstudios und Bands. Das Antelope Audio Discrete 4 Pro Synergy Core bietet für den geforderten Preis eine Menge sehr nützlicher Features und ist auch für zukünftige Ansprüche wie weitere Ein- und Ausgänge bestens gewappnet.

Einerseits bieten die mitgelieferten Audioeffekte einen tollen Anreiz für Einsteiger, die ihr Projektstudio gerade erst aufrüsten. Die Effekte werden in Echtzeit auf den DSPs des Interfaces berechnet und bestechen in der breiten Masse mit sehr guter Klangqualität.

Auf der anderen Seite bietet das Discrete 4 Pro so viele Features und Optionen, das sich Einsteiger leicht überfordert fühlen könnten. Es bleibt unter dem Strich dem geneigten Leser überlassen, dies für sich abzuwägen.

So gut sich dieses Audio Interface auch im Test von seiner besten Seite gezeigt hat. Wer mit einem Apple M1 Prozessor arbeitet, wird zum aktuellen Zeitpunkt wohl nicht glücklich werden. Es bleibt abzuwarten, wann die Kompatibilität zu 100% hergestellt sein wird.

Alles in allem kann ich diesem Audio Interface nur eine sehr gute Wertung im Antelope Audio Discrete 4 Pro Test bescheinigen.

Antelope Audio Discrete 4 Pro Synergy Core Features

  • AD/DA-Wandlung mit bis zu 130 dB Headroom
  • Aufnahme, Mischung und Wiedergabe mit bis zu 24-bit/192kHz
  • Proprietäre 64-Bit-AFC-Technologie
  • Jitter-Management-Algorithmus
  • Direct Monitoring mit Synergy Core-Effekten
  • Vier unabhängige Mischer für die Monitor- und Kopfhörerausgänge mit einstellbaren Pegeln, Panning, Stereo-Link und Echtzeiteffekten
  • Standalone-Betrieb möglich
  • 37 Synergy Core Effekte
  • +48 V Phantomspeisung
  • Anschlüsse
  • 4× Diskrete 6-Transistor-Vorverstärker mit 65 dB Verstärkung (als Mikrofon/Line- und zwei auch als Hi-Z-Eingänge an kombinierten XLR-Buchsen)
  • Dynamikbereich: -122dB (A-bewertet)
  • 4x TRS-DC-gekoppelte Line-Ausgänge
  • Thunderbolt 3 und USB 2.0-Anschluss
  • max Gain: 65dB
  • Digital erweiterbar über ADAT, mit bis zu 8 E/A-Kanälen verfügbar
  • Latenzzeit <1ms für Echtzeit-Monitoring mit SC-Effekten
  • Digital erweiterbar über S/PDIF, mit bis zu 2 E/A-Kanälen
  • 2x Wordclock-Ausgänge
  • EIN: -128dBu
  • 4x unabhängige Stereo-Kopfhörerausgänge Stereo-Monitorausgang mit Klinkenbuchsen
  • THD: -116dB
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