Alesis GuitarLink Plus Testbericht: Der schnelle Weg zur Aufnahme für Gitarristen

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Alesis GuitarLink Plus Testbericht

Das unscheinbare Gadget im Alesis GuitarLink Plus Testbericht

Was ist es?

Bei dem uns hier vorliegenden Alesis GuitarLink Plus handelt es sich um eine Mischung aus Gitarrenkabel und Audio Interface. Wir sprechen hier von einem Gitarrenkabel mit fünf Metern Länge, das an einem Ende eine gewöhnliche unsymmetrische Klinke, am anderen ein USB-Anschluss bietet. Eine Gitarre wird mit dieser Hardware direkt an einen Audio PC angeschlossen und kann dort aufgezeichnet oder weiterbearbeitet werden.

Die Hardware kann sowohl am PC als auch an einem Mac genutzt werden. Bei der Plus-Variante des Angebots ist im Lieferumfang noch zusätzlich die Gitarrensoftware NI Guitar Rig 4 LE enthalten. Diese bietet die Emulation von Gitarrenverstärkern und Amps.

Der aktuelle Straßenpreis liegt bei 25,90 Euro.

Alesis GuitarLink Plus Testbericht

Das unscheinbare Gadget im Alesis GuitarLink Plus Testbericht


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Alesis GuitarLink Plus Testbericht

Erster Eindruck

Was ist eigentlich aus der guten alten Pappschachtel geworden? Es hat zwar nichts mit der Hardware an sich zu tun (und wird deswegen auch nicht in die Wertung mit eingehen), doch mich ärgern diese eingeschweißten Verpackungen zunehmend. Ich kann nachvollziehen, dass es ein guter Diebstahlschutz für den Fachhandel ist und preiswert in der Herstellung – aber dafür geht das Auspacken nicht ohne Schmerzen vonstatten.

Im Lieferumfang des mir vorliegenden Alesis GuitarLink Plus befindet sich das fünf Meter lange Kabel, eine Quickstart-Anleitung in deutscher Sprache sowie ein Datenträger mit Guitar Rig 4 LE. Aus der Anleitung entnehme ich, dass für den Betrieb auf einem Windows-System der ASIO4ALL-Treiber installiert werden soll. Ich lade also die aktuelle Version herunter und installiere diese anstandslos. Die Installation der Gitarrensoftware spare ich mir, da ich bereits eine neuere Vollversion auf dem Rechner installiert habe.

Bei einem Mac muss im Übrigen nur die Gitarrensoftware installiert werden, ein zusätzlicher Treiber ist nicht notwendig.

 

Einrichten

Der einzig etwas unübersichtliche Part ist der bei der Einrichtung. Das Alesis GuitarLink Plus ist kein vollwertiges Audio Interface, es bietet lediglich einen einzigen Eingang in Form eines Kabels für Gitarre (oder Bass). Da beim Spielen der Gitarre aber das Abhören mit einem Sound mindestens wünschenswert ist, muss hier auf ein vorhandenes Audio Interface zurückgegriffen werden. In den meisten Fällen wird das das in den Audio Rechner oder Laptop eingebaute sein.

Die Gitarre ist schnell angestöpselt und der Gitarrensoftware beigebracht, den ASIO4ALL-Treiber zu nutzen. Dieser wird umgehend sowie anstandslos erkannt und richtig geroutet. Natürlich ist zunächst nichts zu hören, denn (wie eben beschrieben) hat das Kabel keinerlei Ausgänge. Daher muss der Softwaredialog geöffnet werden, um ein entsprechendes Routing mit einem weiteren Audio Interface dort einzustellen.

Alesis GuitarLink Plus Testbericht

Auch das GuitarLink Plus nutzt das famose Helferlein ASIO4ALL

Zunächst gilt es, die benötigten Interfaces im Treiber zu aktivieren. In meinem Fall habe ich als Ausgang die Fireface gewählt, die mit meinen Studiomonitoren verbunden ist. Erst beim Einschalten dieser Ausgänge stehen sie mir in der Audiosoftware bereit und können dort als Abhöre gewählt werden.

Jetzt kann ich Aufnahmen von meiner Gitarre über das Alesis GuitarLink Plus machen und diese simultan über die Lautsprecher abhören.

 

In der Praxis

Zunächst habe ich das Gitarren-USB-Kabel auf der Vorderseite meines Audiorechners eingesteckt. Dort, wo normalerweise mein iPhone oder andere USB-Geräte verwendet werden, weil es deutlich einfacher zu erreichen ist als die Anschlüsse auf der Rückseite. Leider kam es dabei zu unschönen und sehr präsenten Störgeräuschen aus dem Inneren des Computers, weswegen ich schließlich das Alesis GuitarLink Plus an einen Anschluss auf der Rückseite steckte.

Der verwendete Port sollte als USB 3.0 Anschluss laut Hersteller des Motherboards zwar abwärtskompatibel sein, doch irgendwie wollte das Gitarren-USB-Kabel damit nicht. Das USB-Gitarrenkabel wurde mir bereits im ASIO4ALL-Treiber als inaktiv angezeigt. Erst beim Anschluss an einen gewöhnlichen USB-Port war es bereit für den Test. Die bis hier beschriebenen Punkte gehen nur zum Teil in die Wertung ein. Zwar hätten sich die Störgeräusche mithilfe einer besseren Schirmung seitens des Herstellers verhindern lassen, die fehlende Abwärtskompatibilität des USB 3.0 Anschluss geht jedoch auf Kosten des Herstellers des Motherboards.

In Sachen Latenz überrascht mich das USB-Gitarrenkabel, denn es sind wirklich sehr geringe Zeiten möglich und damit wird ein gutes Spiel erst möglich. Ich habe auf unserem Testrechner (delamar Audio PC 2010) keinerlei Knackser bemerken können.

Beim Klang hatte ich angesichts des Preises keine Wunder erwartet und ich wurde auch nicht Zeuge eines solchen. Der Klang ist angemessen für eine 16-Bit-Auflösung, mehr aber auch nicht. Ein durchgehend hohes Störgeräusch ist deutlich bei der Verwendung der Amp-Simulation und deren Verzerrung zu hören. Für die finalen Aufnahmen in einer Demo-Produktion mag es gerade noch reichen, für ambitionierte Gitarristen bleibt es wohl bei der fixen Aufzeichnung von Ideen. Eine Sache, die ich schmerzlich vermisst habe, ist die Möglichkeit zur Einstellung der Eingangsempfindlichkeit – meine beiden Gitarren, die ich für diesen Testbericht hergenommen habe (Gibson Les Paul, ESP Eclipse II), haben beide einen Ausgangspegel, der das Interface fast bis an die Grenze gebracht hat, aber eben nur fast.

 

Klangbeispiele

Um dir einen besseren Eindruck des Klangs geben zu können, habe ich hier vier Klangbeispiele des USB-Gitarrenkabels mitgebracht. Die ersten beiden stammen vom Alesis Guitar Link Plus, einmal trocken ohne Effekte und einmal mit einem Amp aus GR5. Die anderen beiden sollen dem Vergleich dienen, sie wurden mit dem Hi-Z-Instrumenteneingang an unserer RME gemacht. Eine Aufnahme trocken, eine mit demselben Amp aus GR4.

GuitarLinkPlus trocken

GuitarLinkPlus mit Effekten

Übersicht Alesis GuitarLink Plus Review

PRO

  • Einfache Handhabung
  • Schnelles Einspielen von Gitarre/Bass
  • Gut zum Üben

CONTRA

  • Kein Einstellen der Eingangslautstärke
  • Störgeräusche

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Fazit zum Alesis GuitarLink Plus Test

Für einen aktuellen Straßenpreis von 25,90 Euro erhältst Du mit dem Alesis GuitarLink Plus ein zuverlässiges Werkzeug für schnelle Aufnahmen oder das Üben am PC oder Mac. Klanglich befindet sich das USB-Gitarrenkabel maximal im Mittelfeld. Das ist für den Preis auch absolut angemessen, für viele ambitionierte Produzenten wird es bestenfalls als Notizblock für die Ideensammlung dienen – ich selbst überlege es mir als Zweitlösung für unterwegs anzuschaffen. Zusammen mit der kleinen Version von Guitar Rig 4 LE ist es praktisch der perfekte Begleiter für den Urlaub.

Die Einrichtung erscheint auf den ersten Blick etwas umständlicher als notwendig, doch sie ist dennoch in Kürze erledigt. Die hochfrequenten Störgeräusche sind nicht wegzudiskutieren, können aber von Fall zu Fall je nach Umgebung und Computer auch mal gar nicht vorhanden sein. Vor allem ist es nicht angemessen, ein vollständiges Audio Interface mit allem Pipapo für den geforderten Preis zu verlangen.

Als Gesamtpaket vergebe ich gerade noch gute vier von fünf möglichen Punkten in diesem Alesis GuitarLink Plus Testbericht.

Inhaltsverzeichnis // Alesis GuitarLink Plus Test

  1. Was erwartet dich?
  2. Review
  3. Pro & Contra
  4. Fazit
  5. Wertung

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GUT

Alesis GuitarLink Plus Testbericht am 12.09.2012

Produkt:      Alesis GuitarLink Plus
Hersteller:    

Preis:  25,90 Euro
UVP:    39,00 Euro

Kurzfazit

USB-Gitarrenkabel für unterwegs. Das USB-Gitarrenkabel erlaubt schnelle Aufnahmen und Übungsstunden am Rechner.

Für wen

Gitarristen, die ein transportables Interface für unterwegs wünschen.

Wichtige Merkmale
  • Aufnahme von Gitarre/Bass in USB
  • 16 Bit/44.1 kHz
  • Interne Analog/Digital-Wandlung
  • Mac & PC
  • 5 Meter Länge

 

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