AKG C104 Test
Kondensatormikrofon mit Großmembran im Praxischeck

AKG C104 Test
AKG C104 Test: Der Geheimtipp fürs Homestudio

Marius Schweitzer Von Marius Schweitzer am 14. Juli 2026

AKG C104 Test-Fazit

4.5

DELAMAR
SCORE

Das AKG C104 empfiehlt sich als günstiges Studiomikrofon für alle, die klare Sprach- und Gesangsaufnahmen ohne komplizierte Ausstattung suchen.

Im Test punktet es mit sauberer Verarbeitung, einfacher Einrichtung und einem direkten Klangbild, das Stimmen gut nach vorne bringt.

Besonders stark ist es bei Podcasting, Streaming und Homerecording. Auch Aufnahmen von Akustikgitarre, Gitarrenverstärker und Percussion gelingen ordentlich, wenn Abstand und Pegel sauber gewählt werden.

Für den Preis liefert das Mikrofon viel Gegenwert. Abstriche gibt es bei der Ausstattung, denn Pad, Low-Cut und Mikrofonspinne fehlen.

Wer mehr Kontrolle, wechselbare Richtcharakteristiken oder eine neutralere Abstimmung braucht, sollte das AKG C114 in Betracht ziehen.

zum detaillierten AKG C104 Testfazit

PRO

  • Gute Verarbeitung
  • Gehäuse aus recycelten Materialien
  • Leicht und handlich
  • Einfache Einrichtung
  • Gute Sprachverständlichkeit
  • Klarer, direkter Klang
  • Hoher Grenzschalldruck
  • Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

CONTRA

  • Minimalistischer Lieferumfang

Für wen?
Musiker, Produzenten, Moderatoren

Preis: 135,00 Euro
UVP: 135,00 Euro

Was ist es?

Das AKG C104 ist ein Großmembran-Kondensatormikrofon. Es arbeitet mit einer 22 mm großen Elektret-Kondensatormembran und nutzt eine Nierencharakteristik. Durch diese ist das Mikrofon für Schall von vorne am empfindlichsten. Seitliche und rückwärtige Geräusche werden gedämpft, aber nicht vollständig ausgeblendet.

Der Frequenzgang reicht von 20 Hz bis 20 kHz. Der maximale Schalldruckpegel liegt bei 143 dB SPL, sodass auch lautere Quellen aufgenommen werden können.

Das Mikrofon wird über XLR angeschlossen und für den Betrieb benötigt es 48 V Phantomspeisung.

5 AKG C104 Features

  • Großmembran-Kondensatormikrofon
  • 22 mm Elektret-Kondensatormembran
  • Richtcharakteristik: Niere
  • Frequenzgang: 20 Hz – 20 kHz
  • Maximaler Schalldruckpegel: 143 dB SPL

Zum Lieferumfang des AKG C104 gehören das Kondensatormikrofon und die H81 Schraubhalterung.


PASSEND DAZU



ANZEIGE


AKG C104 Test

Verarbeitung

Das AKG C104 wirkt schlicht und elegant. Das Äußere erinnert mich stark an den hochpreisigen Klassiker, das AKG C414.

Das schwarze Gehäuse ist zurückhaltend gestaltet und fügt sich unauffällig in Studio-, Streaming- und Video-Setups ein. Das gefällt mir gut, denn gerade vor der Kamera soll ein Mikrofon professionell wirken, aber nicht die Aufmerksamkeit vom Inhalt wegziehen.

Die Verarbeitung des Mikrofons kann mich ebenfalls überzeugen. Das AKG C104 ist leicht, gut zu handhaben und problemlos für den Studioeinsatz geeignet.

AKG C104 Test
Frontansicht des Großmembran-Kondensatormikrofons mit schwarzem Gehäuse, silbernem Korb und schlichtem AKG-Logo

Das verwendete Material hat mich überrascht, denn das Gehäuse besteht laut Hersteller aus recycelten PIR-Metallen und -Legierungen. Auch bei der Verpackung setzt AKG auf eine geringere Umweltbelastung: Sie ist vollständig recycelbar.

Für mich ist das ein sinnvoller Pluspunkt, gerade weil Nachhaltigkeit bei Mikrofonen dieser Klasse sonst eher selten eine große Rolle spielt.

Lieferumfang

Zum Lieferumfang gehört eine passende Schraubhalterung. Damit lässt sich das Mikrofon direkt auf einem passenden Mikrofonstativ befestigen.

Für den schnellen Start reicht das, für professionelle Sprach- oder Gesangsaufnahmen würde ich aber einen Popschutz einplanen. Eine separate Mikrofonspinne ist ebenfalls sinnvoll, wenn Trittschall und Vibrationen nicht in der Aufnahme landen sollen.

AKG C104 Test
Im Lieferumfang findet sich eine Schraubhalterung, die eine direkte Montage auf einem passenden Mikrofonstativ ermöglicht.

Schade ist, dass der Hersteller keine Mikrofonspinne beilegt. Sie hätte das Mikrofon besser vom Stativ entkoppelt und den Praxisnutzen bei diesem Angebot erhöht. Beim teureren AKG C114 gehört eine entsprechende Halterung bereits zum Lieferumfang.

Für den Betrieb des Mikrofons werden zusätzlich ein XLR-Kabel sowie ein Audio Interface, Mischpult oder Mikrofonvorverstärker mit 48 V Phantomspeisung benötigt. Wer schon ein XLR-Setup besitzt, kann das AKG C104 direkt einbinden.

Technik im AKG C104 Test

Im AKG C104 arbeitet eine 22 mm Elektret-Kondensatorkapsel mit einseitig nickelbedampfter Membran. Das Mikrofon benötigt 48 V Phantomspeisung und besitzt eine feste Nierencharakteristik.

Die Niere nimmt Schall vor allem von vorne auf und reduziert seitliche sowie rückwärtige Schallanteile. Die Nierencharakteristik passt so gut zu vielen Homestudio-, Podcast- und Streaming-Setups, weil Stimme oder Instrument gezielt von vorne aufgenommen werden.

Der angegebene Frequenzgang reicht von 20 Hz bis 20 kHz und deckt damit nominell den menschlichen Hörbereich ab.

AKG C104 Test
Nahaufnahme des silbernen Mikrofonkorbs mit feinem Drahtgeflecht, das die Kapsel schützt

Eigenrauschen

Das Eigenrauschen des AKG C104 liegt bei 14 dB(A) SPL. Das ist für ein Kondensatormikrofon in seiner Preisklasse ein recht normaler Wert in der Mitte und für typische Anwendungen wie Sprachaufnahmen, Podcasting, Streaming, Gesang und Instrumentenaufnahmen unproblematisch.

Bei Sprach- und Gesangsaufnahmen aus kurzer bis mittlerer Distanz fällt das Eigenrauschen nicht weiter auf. Hörbarer kann es bei leisen Quellen und Passagen, größerem Abstand zum Mikrofon oder starker nachträglicher Kompression werden.

Wie viel Pegel kann das AKG C104 vertragen?

Das AKG C104 verarbeitet laut Herstellerangaben einen maximalen Schalldruckpegel von 143 dB SPL. Das ist für ein Kondensatormikrofon dieser Klasse sehr ordentlich und macht das Mikrofon auch für lautere Quellen interessant.

AKG C104 Test
Der Metallkorb ist sauber verarbeitet.

Neben Sprache und Gesang kannst Du damit auch Gitarrenverstärker, kräftig gespielte Akustikgitarren, Percussion oder einzelne Drum-Elemente aufnehmen. Wichtig ist dabei sauberes Einpegeln am Audio Interface, Mischpult oder Vorverstärker, denn ein Pad-Schalter ist am Mikrofon nicht vorhanden.

Mit 13,5 mV/Pa liefert das Mikrofon ein ausreichend starkes Ausgangssignal und lässt sich an gängigen Audio Interfaces und Mischpulten mit 48 V Phantomspeisung problemlos betreiben.

Kein Pad & kein Hochpassfilter

Eine Dämpfung (Pad-Schalter) gibt es beim AKG C104 nicht, wodurch Du den Eingangspegel nicht am Mikrofon selbst absenken kannst. Dasselbe gilt für den fehlenden Hochpassfilter für tieffrequente Störgeräusche. Ein Hochpassfilter lässt sich bei Bedarf am angeschlossenen Gerät oder nachträglich in der Aufnahmesoftware einsetzen.

In der Praxis ist der fehlende Pad-Schalter bei Sprache, Gesang und vielen Instrumenten selten problematisch, da das Mikrofon bis zu 143 dB SPL verarbeiten kann. Das sollte für fast alle Anwendungsfälle mit Leichtigkeit ausreichen.

AKG C104 Test
XLR-Anschluss an der Unterseite, über den das Mikrofon mit Interface, Mischpult oder Vorverstärker verbunden wird

Dass Pad und Hochpassfilter fehlen, ist angesichts der einfachen Ausstattung und des Einsteigerpreises nachvollziehbar. Für die meisten Homestudio-Anwendungen empfinde ich das nicht als entscheidende Einschränkung.

Klang im AKG C104 Test

Im Test zeigt das AKG C104 eine deutlich auf Verständlichkeit ausgerichtete Abstimmung. Die oberen Mitten rücken Stimme, Artikulation und Anschlaggeräusche nach vorne, während die unteren Mitten genügend Substanz für Sprecher und Gesang liefern.

Dadurch wirkt das Mikrofon unmittelbar und durchsetzungsfähig, bei hellen Stimmen oder höhenreichen Instrumenten aber nicht immer ganz zurückhaltend.

Bei kurzer Distanz nimmt der für die Nierencharakteristik typische Nahbesprechungseffekt hörbar zu. Stimmen erhalten dadurch mehr Körper, können bei sehr naher Positionierung aber schnell zu kräftig in den Tiefmitten wirken.

Sprachaufnahmen, Podcasting & Voiceover

Bei Aufnahmen von Sprache hat mir das AKG C104 gut gefallen. Die Stimme bleibt verständlich, nah und ausreichend kräftig.

Gerade für Podcasting, Streaming und Voiceover passt diese Abstimmung gut, weil nur wenig Nachbearbeitung nötig ist.

AKG C104 Test
Rückseite des Mikrofons mit Modellbezeichnung

Bei Nahbesprechung würde ich immer einen Popschutz verwenden, damit die Plosivlaute handhabbar bleiben. Mit optionalem Popschutz und etwas Abstand ließ sich das im Test gut kontrollieren.

Die Nierencharakteristik reduziert seitliche Geräusche, löscht sie aber nicht völlig aus. Tastaturklappern, Lüfter oder Hall im Raum können weiterhin in der Aufnahme landen.

Wer in einem unbehandelten Zimmer aufnimmt, sollte auch das berücksichtigen. Das gilt natürlich für alle Kondensatormikrofone, nicht nur dieses.

Gesang

Bei Gesang unterstützt die Präsenzanhebung eine gute Sprachverständlichkeit. Helle Stimmen und ausgeprägte S-Laute können dadurch jedoch stärker hervortreten. So setzen sich Stimmen gut durch und behalten genug Körper.

Für Demos, Homerecording und einfache Vocal-Produktionen passt das sehr gut.

AKG C104 Test
Auf der Oberseite prangt ebenfalls das Herstelelrlogo.

Bei hellen Stimmen solltest Du den Präsenzbereich im Blick behalten. S-Laute und scharfe Konsonanten können stärker hervortreten. Ich würde deshalb schon beim Einpegeln auf Abstand und Winkel achten und später bei Bedarf leicht nachkorrigieren.

Der Nahbesprechungseffekt lässt sich mit diesem Mikrofon sehr gut nutzen. Mit etwas Abstand klingt die Stimme ausgeglichener, näher an der Kapsel wird sie voller und wärmer. Sehr nah an der Kapsel kann das aber zu viel werden, vor allem bei Stimmen mit kräftigen Tiefmitten.

Instrumente

Bei Akustikgitarren bildet das AKG C104 Anschläge deutlich ab und der Klang bleibt schön detailreich. Bei hell klingenden Gitarren würde ich etwas mehr Abstand wählen oder etwas mehr in Richtung Schallloch positionieren, weil der Präsenzbereich sonst schnell nach vorne rückt.

An Gitarrenverstärkern hilft der hohe maximale Schalldruckpegel von 143 dB SPL. Das Mikrofon verträgt laute Quellen ohne dass die Kapsel übersteuert.

Auch Percussion und Cajón lassen sich damit aufnehmen. Transienten kommen klar durch, der Bassbereich bleibt eher kontrolliert als wuchtig.

Off-Axis-Verhalten & Raumanteil

Das AKG C104 sollte sauber auf die Schallquelle ausgerichtet werden. Seitlich verliert die Aufnahme (wie bei einem Mikrofon mit Nierencharakteristik üblich) hörbar an Klarheit und Präsenz.

Für Sprachaufnahmen sollte der Mund frontal auf die Einsprechseite des Mikrofons ausgerichtet und die Position möglichst konstant gehalten werden.

AKG C104 Test
Das Mikrofon zeigt sich durch seine klare Formgebung modern, reduziert und gut für Video-Setups geeignet.

In unbehandelten Räumen nimmt das Mikrofon natürlich mehr Raumanteile auf. Das ist typisch für Kondensatormikrofone, fällt beim AKG C104 durch die klare Höhenabbildung aber etwas stärker auf.

Für trockene Sprachaufnahmen funktionierten in meinem Test eine kurze Distanz zum Mikrofon, ein handelsüblicher Popschutz und eine möglichst ruhige Umgebung am besten.

Vergleich mit dem AKG C114

Das AKG C104 und das AKG C114 gehören zur gleichen Serie, richten sich aber an unterschiedliche Nutzer. Das C104 ist die einfachere Lösung mit fester Nierencharakteristik.

Das teurere C114 bietet mit den Richtcharakteristiken Niere, Kugel und Acht mehr Flexibilität bei der Aufnahme. Die Kugelcharakteristik eignet sich unter anderem für Raumaufnahmen oder mehrere Schallquellen, setzt aber eine akustisch brauchbare Umgebung voraus.

Die Acht nimmt Schall von vorne und hinten auf und kann deshalb beispielsweise für zwei gegenüberstehende Sprecher, Duette oder Mid-Side-Aufnahmen eingesetzt werden.

Technisch liegt das C114 etwas vorn. Es nutzt eine 26 mm Doppelmembrankapsel, während im C104 eine 22 mm Elektret-Kondensatormembran arbeitet.

BILDSTRECKE

Auch beim Eigenrauschen, Signal-Rausch-Abstand und maximalen Schalldruckpegel sind die Daten des C114 leicht besser. In meinem Praxistest hat sich das aber nur am Rande bemerkbar gemacht.

Klanglich wirkt das C104 etwas direkter und präsenter in den oberen Mitten. Dadurch kommt Sprache beispielsweise bei Podcasting, Streaming und Gesangsaufnahmen schön in den Vordergrund. Das C114 klingt im Vergleich etwas neutraler und ausgewogener, besonders bei Stimme und Akustikgitarre.

Beim Zubehör ist das C114 etwas besser ausgestattet. Während das C104 mit einer einfachen Schraubhalterung kommt, gehört zum Lieferumfang des C114 eine aufwendigere Mikrofonspinne mit besserer Entkopplung vom Stativ.

Ob das den Aufpreis des C114 von zum Testzeitpunkt etwa 100 Euro rechtfertigt, musst Du nach deinem Einsatzzweck entscheiden.

Klangbeispiele AKG C104 Test

Vielen Dank an meine Kollegen aus der Redaktion, die drei zusätzliche Klangbeispiele für dieses Review eingesprochen bzw. aufgenommen haben.

Aufnahmen einer Westerngitarre mit dem AKG C104

Aufnahme von Sprache

Unterstütze unsere Arbeit mit einem Kauf bei Thomann*

* Affiliate Link: Du bezahlst den normalen Preis und wir erhalten eine Provision, wenn Du etwas kaufst. Danke!

AKG C104 Test-Fazit

Das AKG C104 ist ein unkompliziertes XLR-Kondensatormikrofon für Sprache, Gesang und einzelne Instrumente, das sich erstklassig für Einsteiger und Fortgeschrittene eignet.

Seine Stärken liegen in der klaren, direkten Wiedergabe, der guten Verarbeitung und dem hohen Grenzschalldruckpegel. Besonders gut passt es zu Podcasting, Streaming und Homerecording. Bei hellen Stimmen und höhenreichen Instrumenten sollte die präsente Abstimmung berücksichtigt werden.

Die Ausstattung fällt eher schlicht aus. Eine Mikrofonspinne, ein Pad und ein Hochpassfilter fehlen. Wer diese Funktionen oder verschiedene Richtcharakteristiken benötigt, sollte das teurere AKG C114 prüfen. Für einen unkomplizierten Einstieg bietet das C104 dennoch ein überzeugendes Gesamtpaket.

Und so gibt es von mir eine sehr gute Wertung im AKG C104 Test.

Features AKG C104 Review

  • Hersteller:   
  • Großmembran-Kondensatormikrofon
  • Richtcharakteristik: Niere
  • Kapseltyp: 22 mm Elektret-Kondensatormembran
  • Frequenzbereich: 20 - 20.000 Hz
  • Empfindlichkeit: 13,5 mV/Pa / -37,5 dBV
  • Max. Schalldruckpegel: 143 dB SPL
  • Eigenrauschpegel: 14 dB(A) SPL
  • Signal-Rausch-Abstand: 80 dB
  • Elektrische Impedanz: ≤ 200 Ohm
  • Empfohlene Lastimpedanz: ≥ 1000 Ohm
  • Phantomspeisung: 48 V ± 4 V
  • Stromaufnahme: ≤ 5 mA
  • Anschluss: 3-poliger XLR
  • Transformatorlose FET-Schaltung
  • Low Cut: Nein
  • Pad: Nein
  • Richtcharakteristik umschaltbar: Nein
  • USB-Mikrofon: Nein
  • Gehäuse aus 100 % recycelten PIR-Metallen und -Legierungen
  • Anwendungsbereiche: Projektstudio, Podcast, Streaming, Broadcasting, Gesang und Instrumente
  • Abmessungen: 158 x 47 x 35 mm
  • Gewicht: 375 g
  • Farbe: Schwarz
  • Lieferumfang inkl. C104 Kondensatormikrofon und H81 Mikrofonhalterung

MEHR ZUM THEMA

ANZEIGE

EMPFEHLUNGEN