Akai MPX8 Testbericht: Pad Controller & Sample Player

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Akai MPX8 Testbericht

Was ist es?

Der Akai MPX8 ist ein Pad Controller mit acht Sample Pads im MPC-Stil, die die Anschlaghärte (Velocity) und den permanent ausgeübten Druck (Aftertouch) registrieren. Die Ränder sind farbig hintergrundbeleuchtet. Über einen Slot für eine SD-Karte (nicht mitgeliefert) lassen sich Mono- oder Stereo-Samples einspeisen. Diese lassen sich dann unter anderem in Lautstärke, Stereopanorama, und Tonhöhe verstellen, zudem gibt es einen Halleffekt. Zwei große Klinkenausgänge (linker/rechter Kanal) mit symmetrischer Signalübertragung und ein 3,5-mm-Kopfhörerausgang stehen bereit.

Akai MPX8 Testbericht

Das Gerät im Anflug auf den Akai MPX8 Testbericht

Die Verbindung mit dem Audio PC erfolgt per USB, woraufhin die Stromzufuhr sowie MIDI-In- und Output darüber abläuft. Dazu gesellen sich zwei kleine Klinkenbuchsen, an die Du die mitgelieferten Adapter stecken kannst, um klassische fünfpolige MIDI-Anschlüsse zur Verfügung zu haben.

Ein Editor für Windows & Mac OS X zur Erstellung von Kits steht zur Verfügung. Eine Handvoll Samples klassischer Drum Machines ist im Speicher des Geräts integriert, während Du zusätzlich insgesamt knapp 460 MB Loops & One-Shots (Letztere hauptsächlich aus Drum Sounds bestehend) herunterladen kannst.

Der Lieferumfang beinhaltet den Akai MPX8, ein USB-Netzstecker, ein gut ein Meter langes USB-Kabel und zwei MIDI-Adapter. Das Gerät ist zum empfohlenen Straßenpreis von 98,- Euro (inkl. MwSt.) im deutschen Musikalienhandel erhältlich.


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Akai MPX8 Testbericht

Erster Eindruck und Bedienung

Das Gehäuse besteht aus Kunststoff und ist mit 450 Gramm entsprechend leicht. Dazu kommen die kompakten Abmessungen – so ist das Gerät sehr transportabel für das Jammen unterwegs oder den Gig mit Notebook. Vier Gummifüße sorgen für Rutschfestigkeit und schonen die Tischoberfläche.

Eine der wichtigsten Nachrichten zuerst: Die Pads sind klasse. Akai hat einen guten Ruf zu verlieren und liefert auch auf diesem Gerät sehr schnell und akkurat auf unterschiedliche Schlaghärten reagierende Pads. Die farbige Randbeleuchtung der Pads (orange, rot und grün) ist deutlich genug, auch weil die Pads knapp drei Millimeter über das Profil des Gehäuses herausragen.

Das Display ist nicht sehr hochauflösend, aber zweckmäßig, kräftig hintergrundbeleuchtet sowie genügend kontrastreich und blickwinkelstabil. Angesichts des Preises entspricht es meinen Erwartungen. Der Kopfhörerausgang ist sehr laut und verzerrt dennoch kaum; ein separater Lautstärkeregler ist nicht zu finden.

Mit einem kleinen, griffigen und schön schnell drehbaren Rädchen sowie den Soft-Buttons sind recht gute Bedienelemente verbaut worden. Die Navigation durch das Menü geschieht bald wie im Schlaf und es gibt angenehm wenig mögliche Tastenkombinationen.

Die integrierten und mitgelieferten Sounds sind technisch tadellos und wie vom Hersteller gewohnt überwiegend klassisch und sehr punchy. Macht Laune.

Akai MPX8 Testbericht

Sample-Einstellungen

Seit dem letzten Firmware-Update können auch Stereo-Samples geladen werden, fein. Die Begrenzung auf 16 Bit bleibt indes bestehen, wobei das für die meisten Einsätze bei Gigs kaum ins Gewicht fallen dürfte. Samples in einer Größe von maximal 30 Megabyte können von diesem Gerät verarbeitet werden – da passt also auch mal ein ganzes Intro hinein.

Für jedes Pad und das ihm zugewiesene Sample gibt es Einstellungen für die Lautstärke (zehn Stufen), das Panning (neun Positionen) und das Tuning in Halbtonschritten von -4 bis +4 sowie den integrierten Halleffekt (zehn Stufen).

Dann kommt der Triggermodus, für den ich etwas weiter ausholen muss. »1SH« (One-Shot) feuert das Sample nach dem Antippen ein einziges Mal in voller Länge ab, egal wie lange Du das Pad gedrückt hältst. »HLD« spielt den Sound solange ab, wie Du Druck ausübst – währenddessen gegebenenfalls auch im Loop. Schließlich »LP«, bei dem Du nur einmal kurz antippen musst, um das Sample theoretisch unendlich lange im Loop laufen zu lassen. Damit ist alles abgedeckt und die Performance flexibel gestaltbar, nicht zuletzt weil der Triggermodus für jedes einzelne Pad getrennt einstellbar ist.

Der Halleffekt ist fest konfiguriert mit einer Ausklangdauer von etwa einer Sekunde und vermittelt den Eindruck eines mittelgroßen Raumes, wobei die hohen Frequenzanteile subtil gedämpft werden und die Diffusion für einen relativ weichen, dichten Klang sorgt. Ein brauchbarer Effekt.


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MIDI-Implementierung

Als Zusatz zum vorigen Kapitel sei hier der MIDI-Noten-Parameter beschrieben. Damit legst Du fest, welche MIDI-Note beim Anschlagen des entsprechenden Pads via USB oder die fünfpolige DIN-Verbindung gesendet wird. Hier wird die gesamte Bandbreite von 0 (C-1) bis 127 (G9) abgedeckt. Gespeichert wird das nicht global, sondern innerhalb eines Kits, wodurch mit mehreren Kits theoretisch völlig verschiedene Software-Sampler bzw. Drum Kits/Libraries mit ganz unterschiedlichen Mappings angesteuert werden können.

Die Einrichtung als USB-MIDI-Gerät geschieht ohne manuelles Zutun nach der ersten Verbindung mit dem Computer (Windows & Mac OS X). Sie funktionierte bei meinem Test in allen Belangen einwandfrei.

Das Gerät ist achtfach polyphon, Du kannst also auf allen Pads gleichzeitig trommeln, ohne dass etwas »verschluckt« wird. Gesendet und empfangen wird über den MIDI-Kanal 10 (Standard für Drums). Polyphones Aftertouch kann zwar nicht empfangen und umgesetzt, aber durch entsprechende Betätigung der Pads gesendet werden. Sehr schön! Außerdem ist es möglich, sowohl die Note-On- als auch die Note-Off-Velocity zu senden und zu empfangen.

Leider gibt es nur eine fest eingestellte Velocity-Kurve. Für meinen Geschmack ist diese richtig gut abgestimmt, sie besitzt einen kleinen Schwellenwert (es wird nicht gleich jeder zaghafte Anschlag umgesetzt) und gleichzeitig ist eine kontrastreiche Dynamik aus weichen und harten Anschlägen möglich. Dennoch hätte zumindest eine weitere wählbare Velocity-Kurve für Flexibilität gesorgt, schließlich haben nicht jedermanns Fingerspitzen dieselben Vorlieben.

 

Akai MPX8 Testbericht

Editor

Der für Windows und Mac OS X erhältliche Editor ist kostenlos über die englischsprachige Website des Herstellers herunterladbar. Die Gestaltung ist großzügig dimensioniert, freundlich und aufgeräumt. Der Akai MPX8 fungiert leider nicht als Massenspeichergerät, das über einen automatisch zugewiesenen Laufwerksbuchstaben Zugriff auf die SD-Karte bietet. Für das Verschieben, Kopieren, Löschen und sonstige Verwalten von Samples brauchst du ein separates Kartenlesegerät.

Das Vorhören von zugewiesenen Samples ist nicht möglich, weder für die auf der SD-Karte liegenden Klänge noch für die MPX8-internen. Weiterhin gibt es keine Möglichkeit, Samples aus dem Explorer/Finder bzw. über einen internen Browser per Drag & Drop auf die virtuellen Pads zu ziehen – obwohl das so angekündigt wird.

Kits lassen sich leider nicht benennen, sie tragen nur eine Zahl, anhand derer Du sie identifizieren kannst. Das Justieren der Parameterwerte per Maus im virtuellen blauen Display links ist sehr empfindlich (kleinste Mausbewegungen lassen die Werte rapide nach oben oder unten schnellen) und eine Tastatureingabe oder Schaltflächen für +/- fehlen. Der Menübefehl »Help« ist ausgegraut, obwohl die PDF-Datei mit der Anleitung für den Editor ordnungsgemäß und im Standardverzeichnis installiert wurde.

Übersicht Akai MPX8 Review

PRO

  • Sehr gute Pads
  • MIDI I/O via USB und/oder die beiden 5-Pol-Adapter
  • Polyphones Aftertouch senden
  • Bedienung einfach und schnell beherrscht
  • Kompakt, leicht, stromgespeist per USB (Computer oder Steckdose)

CONTRA

  • Verwaltung der Samples nur mit externem Kartenlesegerät möglich
  • Editor hat noch viel Luft nach oben

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Fazit zum Akai MPX8 Test

Die randbeleuchteten Pads des Akai MPX8 sind prima, ganz wie von Akai gewohnt. Sie reagieren sehr schnell und setzen unterschiedlich harte Anschläge weitgehend exakt reproduzierbar um. Somit kannst Du hinter ein zentrales Kriterium für einen Pad Controller & Sample-Player schon mal ein Häkchen setzen.

MIDI-In- und Output läuft wahlweise über USB oder die klassischen DIN-Verbindungen mithilfe der 5-Pol-Adapterkabel ab. Funktioniert einwandfrei, wobei sich die USB-MIDI-Treiber unter Windows & Mac OS X erwartungsgemäß automatisch installieren. Sehr fein: Die Pads sind in der Lage, neben den neben den Velocity-Informationen auch polyphone Aftertouch-Signale zu senden.

Die Bedienung geht geschwind in Fleisch und Blut über; das Menü zur Bearbeitung der Samples ist einfach gestrickt und das griffige kleine Datenrad lässt sich schnell drehen. Schließlich ist das Gerät recht kompakt, darüber hinaus leichtgewichtig und per USB mit Strom speisbar – dabei wird neben dem USB-Kabel sogar ein USB-Netzstecker mitgeliefert, das sieht man nicht sehr oft.

Bei der Erstellung von Kits ist es etwas unglücklich, dass sich der MPX8 mit eingesteckter SD-Karte sich nicht als Datenträger am PC oder Mac nutzen lässt. So muss stets noch ein separates Kartenlesegerät genutzt werden, wenn Du eigene Samples zusammenstellen möchtest. Zudem hat der Editor in der aktuellen Version noch reichlich Luft nach oben und bietet nicht wirklich einen Mehrwert gegenüber der Kit-Erstellung an der Hardware – es bleibt zu hoffen, dass Akai nachliefern wird, sonst wird einiges Potential verschenkt.

Letztendlich haben wir es aber mit einem einfachen und guten Gerät zu tun, das zuverlässig tut, was es soll und mit seinen guten Pads, der einfachen Bedienung und der MIDI-Implementierung punktet. So beschließe ich meinen Akai MPX8 Testbericht auf delamar mit vier von fünf Punkten.

Inhaltsverzeichnis // Akai MPX8 Test

  1. Was erwartet dich?
  2. Review
  3. Pro & Contra
  4. Fazit
  5. Wertung

Mehr zum Thema:
    

GUT

Akai MPX8 Testbericht am 09.02.2014

Produkt:      Akai MPX8
Hersteller:    

Preis:  98,00 Euro
UVP:    119,99 Euro

Kurzfazit

Einfacher Controller & Sample Player mit 8 Pads. Das Gerät überzeugt dank guter Pads, einfacher Bedienung und umfassender MIDI-Implementierung, während die Einbindung des SD-Kartenslots und der Editor ausbaufähig sind.

Für wen

Alle, die einen einfachen Pad Controller oder Sample Player mit umfassender MIDI-Konnektivität suchen.

Wichtige Merkmale
  • Pad Controller & Sample Player
  • 8 Pads mit Velocity & Aftertouch
  • 8-fach polyphon
  • Ausgänge: 2x 6,3 mm (symm.)
  • Kopfhörerausgang (3,5 mm)
  • MIDI I/O via USB & DIN (Adapter)
  • Slot für SD/SDHC-Karten
  • Maße: ca. 30 x 10 x 3 cm
  • Gewicht: 450 Gramm

 

Lesermeinungen (1)

zu 'Akai MPX8 Testbericht: Pad Controller & Sample Player'

  • DJ Sven Cuber   15. Feb 2014   10:24 UhrAntworten

    Moin Felix,

    sehr schöner Testbericht wieder einmal ;D
    Aber noch ne Frage: Ich habe woanders gehört, dass das "Jog"-Rad sehr stark wackeln soll. War das bei deinem Gerät nicht so? Weil es dann vielleicht im Vergleich zu älteren Lieferserien des MPX8 verbessert wurde...

    Lg DJ Sven Cuber

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