Akai MPC Key 61 Test
Alles vereint in einer Workstation

Akai MPC Key 61 Test

Alles in einem: Das Akai MPC Key 61 ist das erste MPC-Gerät mit eingebauten Tasten.

Testbericht

Erster Eindruck zum Akai MPC Key 61

Seit den späten 1980ern ist die MPC-Reihe von Akai nicht mehr aus dem Hip-Hop und der elektronischen Musik wegzudenken. Dabei waren die Geräte maßgeblich am Entstehen von diversen Genre-Stilelementen beteiligt.

Gerade der „dreckige“ Sound ist nach wie vor sehr beliebt. Das beweisen nicht zuletzt die vielen Plug-Ins auf dem Markt. Diese versuchen, die old-schoolige Klangästhetik nachzubilden.

Viele Produktgenerationen und Technologie-Boosts später ist die MPC-Serie noch immer fester Bestandteil von Akais Produktportfolio. Die unaufhaltsam wachsende Liste an namhaften Musikern und Produzenten, die die MPCs nutzen, untermauern diesen über 30 Jahre andauernden Erfolg.


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Mit dem Akai MPC Key 61 hat der japanische Hersteller nun sogar eine Version mit eingebauten Tasten im Programm. Diese halbgewichteten 61 Tasten mit Aftertouch fühlen sich wertig an und sind gut spielbar.

Warum aber als Keyboard?

Ich halte es für eine gute Idee, eine Version mit integrierten Tasten anzubieten. Klar, der Anschluss von externen Controllern ist bei den MPC-Modulen einfach. Unterwegs war man jedoch immer gezwungen, mehrere Geräte mitzuführen.

In erster Linie halte ich diese Entwicklung aber für sinnvoll, da das Instrument mittlerweile um Welten mehr kann als die ursprünglichen Versionen. Diese dienten primär als Sequencer beziehungsweise als Sampler. Mit den Tasten wird man der Engine mit seiner Vielzahl an Synthesizern und virtuellen Instrumenten erst richtig gerecht.

Außerdem kann das Akai MPC Key 61 nun als Standalone-Workstation betrachtet werden. Das ist auch dem Hinzufügen von Features zu verdanken, die erstmals mit dem MPC X an Bord waren. Doch schauen wir uns das gute Stück mal genauer an.

Akai MPC Key 61 Test

Die Anschlussvielfalt des Akai MPC Key 61 zeigt sich auf dessen Rückseite.

Die Anschlussvielfalt im Akai MPC Key 61 Test

Auf seiner Rückseite bietet das Akai MPC Key 61 eine große Variation an Anschlüssen. Zusätzlich zu den üblichen Verdächtigen wie Stereo-Out-, Kopfhörer-, USB- und MIDI-Buchsen sind die obligatorischen Pedal-Anschlüsse für die Tastatur vorhanden.

Bei den Line-Outs handelt es sich übrigens um ein Stereo-Paar sowie um zwei Ausgänge, welchen Signale frei zugewiesen werden können. So lassen sich beispielsweise die Sounds eines bestimmten Instruments an ein externes Effektgerät schicken.

Das MPC Key 61 kann als USB-3.0-Hub fungieren. Zwei USB-Geräte wie ein Class-Compliant-Audio-Interface, eine externe Festplatte oder eine QWERTY-Tastatur lassen sich hieran anschließen, um das gute Stück zu erweitern oder die Bedienung zu vereinfachen.

Apropos: Wem der interne Speicher von 32 GB nicht reicht, der kann eine 2,5-Zoll-SATA-Festplatte direkt im Instrument verbauen. Je nach Einsatzzweck oder Szenario lassen sich so unterschiedliche Sounds durch einen Disk-Tausch nutzen.

Über insgesamt acht Control-Volume-/Gate-Outputs können externe Analog-Synthesizer eingebunden werden. Somit wird das Akai MPC Key 61 zum hybriden Mittelpunkt eines jeden Produktionsstudios.

Audio über alles

Zur Zentrale für jegliches Signal macht das Akai MPC Key 61 aber erst sein integriertes Audio-Interface. Nicht nur für die Verwendung mit einer DAW, sondern auch für Standalone-Zwecke ist dieses praktisch.

Über die beiden Kombi-Buchsen auf der Rückseite gelangen Signale ins Gerät und können dort direkt aufgezeichnet werden. Für Gesang, Gitarre und Konsorten stehen dabei verschiedene Effekte und Möglichkeiten bereit, um Songs mit dem MPC Key 61 zu vervollständigen.

Die Kombi-Buchsen selbst besitzen jeweils einen eigenen Gain-Regler und die Option, zwischen „Instrument“ und „Line“ umzuschalten. Lediglich die Phantomspeisung kann nur für beide Eingänge gleichzeitig aktiviert oder deaktiviert werden.

Die Oberfläche des Akai MPC Key 61

Für die wichtigsten Funktionen des Akai MPC Key 61 stehen dedizierte Bedienelemente zur Verfügung. Primär sind es Taster, um etwa schnell auf unterschiedliche Einstellungsebenen des Instruments zu gelangen oder Transport-Befehle auszuführen.

Vier Encoder neben dem Display, ein großer Drehregler mit Tasterfunktion, ein Lautstärkeregler sowie Modulations- und Pitch-Rad ergänzen die Taster.

Wie beim Akai MPC Studio gibt es hier einen Touch-Strip. Diesem lassen sich verschiedene Funktionen wie Effektparameter oder Synthesizer-Modulationen zuweisen. Ebenso möglich ist es, hierüber Noten zu spielen, den Arpeggiator zu kontrollieren und Note-Repeats anzutriggern.

Im Mittelpunkt des Akai MPC Key 61 steht aber der hochauflösende 7-Zoll-Touch-Bildschirm. Hierüber lassen sich diverse Parameter ändern, anpassen und steuern. Zudem erhält man durch die farbige Gestaltung der Inhalte einen guten Überblick darüber, was passiert.

Im Grunde ist das Display groß genug, um alles – wie auf einem kleinen Tablet – bedienen zu können. Auf Tippen, Wischen und dergleichen mehr reagiert das Instrument ohne Verzögerung.

Akai MPC Key 61 Test

Das farbige 7-Zoll-Touch-Display des Akai MPC Key 61 ist hochauflösend und gut bedienbar.

Bedienbarkeit des Akai MPC Key 61

Wird das Akai MPC Key 61 im Test hochgefahren, heißt dich das Display direkt willkommen. Beim ersten Kontakt fühle ich mich wegen der vielen Möglichkeiten jedoch ein wenig erschlagen.

Setzt Du dich etwas mit dem Instrument auseinander, erschließen sich die meisten Funktionen aber von selbst – sofern Du Erfahrungen im Umgang mit Sequencern auf dem Rechner mitbringt. Nur hin und wieder ist der Blick ins Manual notwendig.

Nichtsdestotrotz ist anzuraten, sich ein paar Tutorials anzusehen. So lernst Du das Akai MPC Key 61 nicht nur schneller und gezielter kennen, sondern wirst auf die eine oder andere Funktion aufmerksam, die dir sonst entgehen würde.

Alle Parameter auf der Softwareebene können über das Display bedient werden. Virtuelle Poti-, Slider- und Feldwerte lassen sich einfach durch eine Wischbewegung verändern. Ähnlich wird das bei Plug-Ins auf dem Rechner mit der Maus gehandhabt.

Gefühlt ist es allerdings etwas schwierig, hier präzise vorzugehen. Für ein kontrollierteres Anpassen kann man einfach auf das Element tippen. Dieses wird dann hervorgehoben. Über den großen Encoder rechts oder die Tasten „–“ und „+“ lässt sich nun der gewünschte Wert einstellen.

Die Software des Akai MPC Key 61

Akai hat sich bei der Instrumentenauswahl, dem Erscheinungsbild und der User-Experience offenbar von den großen Playern der Softwareinstrumente auf dem Markt beeinflussen lassen – und das ist ziemlich gut gelungen.

In Form von Buttons mit anschaulichen Grafiken sind einige Sounds mit an Bord. Genau genommen sind es 13 GB, die noch ergänzt werden können. Darunter finden sich neben klassisch anmutenden MPC-Presets eine Selektion an Synthesizern, Pianos und Orgeln. Vor allem die Klangerzeuger für elektronische Sounds kommen nicht zu kurz.

Jedes Instrument besitzt einen Unterordner fürs Kategorisieren der Sounds. Darin sind die insgesamt 6.000 Presets zu finden. Und freilich lassen sich die Presets nach Belieben verändern, abspeichern und wieder aufrufen. Die meisten werkseitig vorhandenen Presets klingen dabei okay bis gut.

Was beim Aufrufen der sogenannten „Plugins“ auffällt: Die Ladezeiten sind teilweise recht lang, wenn man das Instrument nach dem Hochfahren das erste Mal aufruft. Es kann beim Auswählen eines anderen Instruments sogar einige Sekunden dauern, bis dieses spielbar wird. Gerade live ist das eher nicht wünschenswert.

Akai MPC Key 61 Test

Das Gehäuse des Akai MPC Key 61 besteht aus Kunststoff, was das Gerät sehr leicht macht.

Klangebenen im Akai MPC Key 61 Test

Wie es sich für ein Standalone-Gerät gehört, hat das Akai MPC Key 61 nicht nur Pianos, Drum-Machines und Streicher an Bord. Eine Engine mit einer Auswahl von über 100 Effekten ist ebenfalls vorhanden.

Gerade der Sequencer macht das Akai MPC Key 61 zu dem, was man erwartet: Ein Gerät, mit dem man auch aufnehmen kann. Das ist hier mit bis zu acht Spuren möglich. Es können entweder MIDI-Noten (die sich im Editor verändern lassen) oder externe Signale aufgenommen werden.

Abhängig vom Klangerzeuger stehen unterschiedliche Parameter bereit. Das hier zu beschreiben, würde aber den Rahmen des Testberichts gehörig sprengen.

Das Instrument hat insgesamt zwölf Demo-Songs. Mit diesen kannst Du dir ein Bild davon zu machen, was mit dem Akai MPC Key 61 möglich ist. Ich habe mir drei repräsentative Demo-Songs herausgesucht.

„Trap Soul“:

„HipHop WestCoast“:

„LoFi Sunset“:

Weiteres zum Akai MPC Key 61

Wie bei anderen Tasteninstrumenten gibt es auch beim Akai MPC Key 61 eine Mehrfachbelegung der Tasten. Über „Shift“ lassen sich diese Funktionen schnell aufrufen – abhängig davon, welche Hand gerade frei ist. Am MPC Key 61 sind sogar zwei Shift-Tasten vorhanden, je eine links und rechts.

Alle Taster sind hintergrundbeleuchtet. Ob die Funktion der Taster aktiviert beziehungsweise deaktiviert ist, zeigt die Helligkeitsstufe und teilweise auch die Farbe an.

Was hier natürlich nicht fehlt, sind 16 Pads. Diese sind dynamisch spielbar und besitzen – wie die Tasten – eine After-Touch-Funktion. Durch die farbigen LEDs können verschiedene Sounds visualisiert werden, wodurch die Pads intuitiv spielbar sind.

Allgemein braucht es keine großartige Beleuchtung, um zu sehen, was Du tust. Pads, Taster und Bildschirm reichen hier vollkommen aus – auf der Bühne, im Studio oder zu Hause.

Die Verarbeitung des Akai MPC Key 61 lässt ebenfalls nichts zu wünschen übrig. Gehäuse wie Bedienelemente bestehen aus Kunststoff, was das gute Stück ziemlich leicht macht. Die Taster sowie Pads haben eine gummierte Oberfläche.

Fazit zum Test

Features

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