Brummen im Lautsprecher
Was Du dagegen tun kannst

Brummen im Lautsprecher lösen
Wenn Du Brummen im Lautsprecher hast, ist dieser Ratgeber die Lösung.

Carlos San Segundo Von Carlos San Segundo am 04. Januar 2026

3 Sofort-Aktionen

  1. Volume auf Null
    Brumm bleibt? Dann ist es oft mechanisch (Trafo) oder Stromseite.
  2. Mehrfachstecker prüfen
    Alle Audiogeräte in eine Leiste. Keine wilden Steckdosen im Raum.
  3. Kabel ziehen (Interface/TV/Kabel/Sat)
    Brumm weg? Sehr oft Mantelstrom oder Brummschleife.

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Das nervige Brummen im Lautsprecher

Du drückst auf Play und möchtest den Mixdown checken. Und dann ist es da: ein undefiniertes Brummen im Lautsprecher. Das killt den Fokus, das nervt. Und es wirft sofort die Frage auf: Wieso brummt das jetzt?

Das passiert aktiven Studiomonitoren, HiFi-Boxen oder Bluetooth-Speakern genauso – das Lautsprecher Brummen kommt nicht nur bei alten Geräten.

Die Gründe können ziemlich weit gestreut sein, und auch abseits der Box liegen:

  • Strom
  • Erdung
  • Einstreuungen
  • Kabel
  • Treiber

In diesem Ratgeber bekommst Du eine Anleitung in einfachen Worten, um das nervige Problem zu beseitigen. Wir arbeiten im Ausschlussverfahren und stellen eine Diagnose.


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Schnellhilfe: 60-Sekunden-Check

Wenn Du diese Schritte in exakt dieser Reihenfolge befolgst, findest Du das Problem in weniger als einer Minute. Du kannst stoppen, wann das Lautsprecher-Brummen weg ist.

1. Quelle abstöpseln

Wir müssen zuerst herausfinden, ob das Brummen aus den Boxen selbst kommt oder von einem angeschlossenen Gerät („Quelle“) eingeschleppt wird.

Dazu musst Du das Kabel direkt am Lautsprecher-Eingang abziehen. Wenn das Kabel nur an der Quelle abgezogen wird und weiter im Lautsprecher steckt, wirkt das offene Kabel wie eine Antenne und verursacht erst recht Brummen.

  • PC oder Audio-Interface? USB abziehen und zusätzlich das Audiokabel (Klinke/XLR/Cinch) vom Eingang der Box bzw. vom Interface trennen.
  • Mischpult? Alle Eingangskabel nacheinander abziehen. Am Ende testweise nur den Master-Ausgang zum Lautsprecher stecken lassen.
  • TV/Receiver/Streaming-Box? HDMI abziehen und auch optisches Kabel oder Cinch/Klinke trennen.

Wenn sich das Problem damit löst, liegt es wahrscheinlich an der Quelle oder deren Netzteil.

  • Brummen weg: Die Ursache liegt sehr wahrscheinlich in der Quelle, deren Netzteil oder in einer Masseschleife über die Verbindungskabel.
  • Brummen bleibt: Dann liegt es eher am Lautsprecher, am Stromnetz, an Einstreuung oder an der Verkabelung auf der Lautsprecherseite.

2. Alle Geräte in eine Steckdosenleiste

Manchmal entstehen Brummschleifen, wenn die Geräte an unterschiedlichen Steckdosen im Haushalt oder Studio stecken.

Alle Komponenten hängen am gleichen Stromkreis und teilen sich die gleiche Masse. Dadurch sinken Unterschiede im Erdpotenzial („Potentialdifferenzen“), die Brummschleifen auslösen können.

Stecke alles in eine hochwertige Steckdosenleiste. Vermeide, dass der Computer an Wandsteckdose A hängt und die Boxen an Wandsteckdose B.

Typischer Effekt: Das Brummen wird sofort deutlich leiser oder verschwindet ganz. Bleibt es trotzdem, ist oft ein zweiter Massepfad im Spiel (z. B. über Antennenkabel/TV, USB, Laptop-Netzteil oder unsymmetrische Klinke).

Brummen im Lautsprecher lösen
Wie Du das Lautsprecher-Brummen entfernst

3. Antennenkabel (Koax) abziehen

Kabel-TV/Sat/Radio bringen oft eine zweite Erdung in dein Setup. Das erzeugt eine Brummschleife, die sich als 50-Hz-Brummen oder Brizzeln bemerkbar macht.

So testest Du: Zieh das Koax-Antennenkabel am TV, Receiver oder Kabelmodem kurz ab. Lass dabei dein Audio-Setup und die Lautsprecher an.

  • Brummen weg: Antennenkabel ist der Auslöser. Ein Mantelstromfilter (auch „Ground Loop Isolator“ fürs Koax) ist der typische Fix.
  • Keine Änderung: Ursache liegt woanders. Dann weiter mit USB, Audioverkabelung oder Netzteilen testen.

4. Funk und Powerline kurz abschalten

Das WLAN, Bluetooth und vor allem Powerline (Ethernet über Steckdose) können Störungen in die Audiokabel oder von Boxen oder Audio Interfaces einkoppeln. Das klingt je nach Fall wie Sirren, Pfeifen oder andere „digitale“ Geräusche. Selten bis gar nicht als Brummen.

Du kannst das schnell testen, indem Du das WLAN am Router kurz ausschaltest, Bluetooth am Rechner/Handy (Flugmodus) ausmachst oder die Powerline-Adapter aus der Steckdose ziehst.

  • Geräusch ändert sich: Dann ist Einstreuung wahrscheinlich das Problem. Probiere dann, die Powerline zu ersetzen, den Router/Adapter weiter wegstellen, die Audiokabel anders führen, besser geschirmte Kabel verwenden oder eine symmetrische Verkabelung nutzen.
  • Keine Änderung: Ursache eher Masse/Verkabelung/Netzteil

Safety first!

Bitte niemals den Schutzleiter (PE) abkleben oder abklemmen. Nutze auch keine sogenannten „Cheater-Plugs“ und keine Adapter, die die Erdung umgehen. Keine Bastellösungen am Netzstecker oder in der Steckdose. Das ist lebensgefährlich und kann im Fehlerfall zu Stromschlag oder Brand führen.

Brumm verstehen

Bevor Du deine Kabel austauschst, Geld für „bessere“ Leitungen ausgibst oder irgendwelche Filter und Wundermittel bestellst, klär zuerst das Wichtigste: Welche Art von Brummen im Lautsprecher hast Du überhaupt?

Mechanisches vs. elektrisches Brummen

Wenn es sich um ein mechanisches Brummen handelt, entsteht das Geräusch physikalisch im Gerät selbst. Meist ist hierfür der Trafo oder ein Netzteil verantwortlich, das in Schwingung gerät.

Du kannst es in diesem Fall direkt am Gehäuse hören (Ohr anlegen), auch wenn keine Audioquelle angeschlossen ist.

Brummen im Lautsprecher lösen
Mechanisches vs. elektrisches Brumm

Das ist typisch bei Endstufen, AV-Receivern und externen Netzteilen. Aus den Treibern (Membranen) kommt dabei oft wenig oder gar nichts. Aber Vorsicht: Ein vibrierender Trafo erzeugt oft auch ein starkes magnetisches Streufeld, das direkt in die interne Elektronik einstrahlt. Dann hörst Du das Brummen sowohl mechanisch am Gerät als auch elektrisch aus den Boxen.

Ein elektrisches Brummen steckt rein im Audiosignal. Du hörst es klar aus dem Lautsprecher, oft als tiefer 50-Hz-Ton oder als 100-Hz-Surren.
Häufige Ursachen für ein elektrisches Brummen sind Masseschleifen, schlechte Verkabelung oder Einstreuungen von außen.

Grundton und Oberwellen

Ein Brummen hat fast immer eine klare „Tonhöhe“, die vom Stromnetz kommt.

In Europa liegt die Netzfrequenz bei 50 Hz, das ist oft der hörbare Grundton. Manchmal kannst Du zusätzlich die 100 Hz hören, was durch die Gleichrichtung im Netzteil entsteht. In den USA sind es 60 Hz und 120 Hz wegen deren Netzfrequenz.

Wenn Du 50/100 Hz hörst, ist dein Problem mit dem Brummen im Lautsprecher meist ein Netz- oder Masse-Thema. Wenn es hingegen eher pfeift oder „digital“ klingt, handelt es sich dabei eher um eine Einstreuung.

Wie Du das testen kannst

Mach eine kurze Aufnahme mit deinem Smartphone vor dem Lautsprecher und öffne diese in einem kostenlosen Musikprogramm wie Audacity. Mit dem Analyzer oder einer RTA/FFT-App kannst Du die Aufnahme analysieren und häufig einen deutlichen Peak bei 50 Hz und einen zweiten bei 100 Hz sehen.

Brummen ≠ Rauschen ≠ Fiepen

Brummen ist ein tiefer, gleichmäßiger Ton. Er klingt fast wie ein dauerhaftes „mmmmhh“ und kommt oft vom Stromnetz. Typisch sind die oben angesprochenen 50 Hz oder 100 Hz.

Beispielhaft:

Rauschen ist kein Ton, es klingt eher wie ein gleichmäßiges „ssss“ (wie Luft oder Wind). Dieses Rauschen wird lauter, wenn Du den Gain oder die Lautstärke aufdrehst. In vielen Fällen steckt ein schwaches Signal, ein Vorverstärker, ein schlechter Signal-Rausch-Abstand (SNR)“ oder hohes Eigenrauschen der Komponenten.

Beispielhaft:

Fiepen klingt wie ein hoher Ton, in etwa wie ein „iiii“ oder „piep“. Fiepen stammt häufig von Schaltnetzteilen, PCs, Grafikkarten oder Spulenfiepen. Die Art des Störgeräusches kann sich ändern, wenn Du etwas am PC machst, durch eine Webseite scrollst oder ein Programm startest.

Beispielhaft:

Ursachen, Symptome & Schnelltest

Wo liegen die Ursachen, wenn der Lautsprecher brummt? Schauen wir uns die Thematik noch etwas tiefer an mit schnellen Checks, woran es liegen könnte.

Strom & Erdung: Brummschleifen / unterschiedliche Masse-Pegel

Strom & Erdung: Brummschleifen / unterschiedliche Masse-Pegel

Eine Brummschleife entsteht, wenn zwei Geräte über mehr als einen Weg „Masse“ am Stromnetz verbunden sind. Dann fließt ein kleiner Ausgleichsstrom, der oft für das typische 50 Hz oder 100 Hz Brummen im Lautsprecher verantwortlich ist.

Typische Anzeichen

  • Das Brummen ist sofort da, sobald zwei Geräte verbunden sind.
  • Es wird lauter, wenn Du ein zweites Netzteil einsteckst.
  • Häufige Fälle: PC mit Aktivboxen, Laptop mit Audio-Interface, TV mit HiFi-Anlage

Schnelltest

  • Alle Geräte an dieselbe Steckdosenleiste hängen
  • Symmetrische Kabel nutzen (XLR oder TRS)
  • Testweise trennen (DI-Box dazwischen, Ground-Lift einschalten)

Lies auch: Was ist eine Brummschleife?

Übrigens hilft ein symmetrisches Kabel nicht, wenn die Buchse am Gerät unsymmetrisch ist. Das ist bei Cinch und vielen Miniklinken der Fall.

Eine Brummschleife ist oft kein Defekt in einem der Geräte. Meistens ist es ein Problem mit dem Masseweg.

Einstreuungen & Elektrosmog

Einstreuungen & Elektrosmog

Manche Geräte in deinem Studio oder Haushalt können für „Störmüll“ verantwortlich sein, der auf der Stromleitung oder direkt in der Luft liegt. Typische Quellen hierfür sind LED-Dimmer, Schaltnetzteile, Smart-Home, USB-Netzteile oder eine Powerline.

Diese Störfrequenzen landen gerne im Audiosignal. Oft klingt es nicht nur wie Brummen, sondern auch wie Summen, Pulsieren oder Fiepen.

Typische Anzeichen

  • Das Brummen ändert sich, wenn Du Licht an-/ausmachst.
  • Das Geräusch wird ständig lauter oder leiser.

Schnelltest

  • Dimmer ausschalten, LED-Treiber ausstecken
  • Powerline-Adapter komplett auf beiden Seiten rausziehen
  • Netzteile gegen bessere austauschen

Halte Netzteile so weit wie möglich von allen Audiokabeln weg, weil sie Störungen abgeben können. Grundsätzlich solltest Du deine Audiokabel nicht parallel zu den Stromkabeln verlegen, finde stattdessen alternative und getrennte Routen.

Wenn sich Kabel dann doch kreuzen müssen, am besten nur kurz und im 90-Grad-Winkel statt nebeneinander her.

Kalte Lötstellen & korrodierte Kontakte

Kalte Lötstellen & korrodierte Kontakte

Oft ist nicht das Gerät selbst kaputt, das Problem entsteht dann wegen des Kabels oder Steckers dazwischen. In einem Kabel kann sich innen ein Wackelkontakt befinden. Am Stecker können Schmutz oder eine dünne „Rost“-Schicht sitzen, die den Kontakt schlechter macht.

Typische Anzeichen

  • Das Brummen kommt und geht, wenn Du am Kabel oder Stecker wackelst
  • Ein Kanal ist deutlich schlimmer als der andere
  • Cinch ist besonders anfällig, weil es unsymmetrisch ist und oft weniger fest sitzt

Schnelltest

  • Nimm ein anderes, sicher funktionierendes Kabel
  • Stecke in einen anderen Eingang am Verstärker oder Interface
  • Stecker reinigen

Stecker richtig reinigen

Nimm Isopropyl-Alkohol mit mindestens 90 %. Gib ein bisschen davon auf ein Tuch oder ein Wattestäbchen und reib damit den Stecker sauber.
Dann kurz warten, bis alles trocken ist. Erst danach wieder einstecken.

Komponenten-Defekte: Elko & Netztrafo

In einigen Fällen ist dann das Brummen im Lautsprecher als Problem im Gerät selbst zu finden. Ein typischer Kandidat für die Ursache sind dann alte oder kaputte Elkos im Netzteil. Auch kann der Netztrafo zu „summen“ anfangen – er vibriert dann mechanisch.

Typische Anzeichen

  • Das Brummen wird mit der Zeit stärker
  • Gerät wird deutlich warm
  • Brummen ist da, wenn kein Signal anliegt
  • Lautstärke-Regler ändert am Brummen nichts

Schnelltest

  • Wenn das Gerät ein externes Netzteil hat: anderes Netzteil testen
  • Test an einer anderen Steckdose, am besten in einem anderen Raum
  • Wenn der Trafo mechanisch brummt, hörst Du Summen direkt am Gerät

Bitte: Wenn das Netzteil im Gerät selbst eingebaut ist, solltest Du aus Gründen der Sicherheit das Gerät nicht selbst aufschrauben. Innen können gefährliche Spannungen anliegen, auch wenn der Stecker schon gezogen ist.

Bring es lieber zu einem Fachbetrieb, weil die das sicher messen und defekte Teile sauber tauschen können.

Antennen- & TV-Kabel

Normalerweise sind TV/Receiver und Anlage nur über das Audiokabel miteinander verbunden. Das Koax-Antennenkabel hat aber auch eine Abschirmung aus Metall. Diese Abschirmung hängt oft an einem anderen Masse-Punkt im Haus.

Dadurch sind TV/Receiver und Anlage plötzlich über zwei Wege verbunden: über das Audiokabel und zusätzlich über das Koax-Kabel. Über diesen zweiten Weg kann ein kleiner Ausgleichsstrom fließen. Der wird dann als Brummen hörbar.

Typische Anzeichen

  • Brumm ist nur da, wenn TV oder Receiver mit der Anlage verbunden ist
  • Sofort weg, sobald Du das Koax-Kabel abziehst

Schnelltest

  • Koax-Kabel abziehen – Brummen verschwindet?
  • Falls ja: testweise einen Mantelstromfilter (für Koax) zwischen Dose und Gerät einsetzen

Software & Treiber

In meinem Studio habe ich schon erlebt, dass das Computer-Setup verantwortlich war für Störgeräusche in den Studiomonitoren – es handelt sich hier aber nicht um ein Brummen. ASIO-Treiber, Sample-Rate, USB-Störgeräusche oder falsche Audio-Einstellungen können unerwünschte Geräusche ins Audiosignal bringen.

Eine zu niedrige Puffergröße erzeugt beispielsweise „Knackser“ und „Dropouts“ (Digital-Glitches), aber keinen Brummton.

Typische Anzeichen

  • Das Störsignal ist nur da, wenn der Sound über den PC läuft
  • Ändert sich, wenn Du die Maus bewegst oder wenn die Grafikkarte arbeiten muss
  • Nach einem Treiber-Update ändert es sich

Schnelltest

  • Sample-Rate angleichen: Interface und DAW müssen gleich eingestellt sein
  • Buffer erhöhen: größere Latenz (Puffer) wählen
  • Anderen USB-Port direkt am Rechner testen (kein USB-Hub dazwischen)
  • Bei Laptop: im Akkubetrieb testen. Ist Brumm dann weg, ist Netzteil oder Erdung schuld

Lies auch: Latenzprobleme beheben und verbessern

Bluetooth & Codec

Bei Bluetooth wird das Audiosignal ohne Kabel übertragen und vorher stark komprimiert. Bei der Übertragung durch die Luft können Funkstörungen entstehen. Typische Fehlerquellen könnten zu wenig Abstand oder andere Geräte wie Router sein.

Außerdem kann der Bluetooth-Codec Artefakte erzeugen (die Technik, die den Sound „packt“ und wieder „auspackt“). Das äußert sich durch künstliche Nebengeräusche wie „Schwimmen“, „Gurgeln“ oder fehlende Höhen.

Typische Anzeichen

  • Brumm oder „Bzzz“ gibt es nur, wenn Du über Bluetooth hörst
  • Es hängt von Abstand ab, oder ob andere Funkgeräte in der Nähe sind
  • Oft kein echtes 50-Hz-Brummen, sondern digitale Artefakte

Schnelltest

  • Pairing löschen und neu koppeln (auf beiden Geräten)
  • Router weiter weg stellen oder testweise kurz ausschalten
  • Handy oder Laptop nur im Akkubetrieb nutzen. Wenn Geräusch weg, ist das Netzteil der Störer
Brummen im Lautsprecher bei Plattenspieler Phono

Studio-Spezialfälle: Phono, Röhren und High-Gain

Manche Setups sind von Natur aus empfindlicher als normale Line-Signale. Phono arbeitet mit extrem kleinen Spannungen. Röhrenamps sind oft brumm-anfälliger als Transistor-Amps. High-Gain verstärkt alles, auch Störgeräusche, die sonst kaum auffallen.

Starke Verzerrung wie High-Gain hebt das Grundrauschen massiv an, das Netzbrummen kann dabei auch verstärkt werden.

Typische Anzeichen

  • Bei Phono (Schallplattenspieler) ist das Brummen oft besonders stark, weil der Pegel so klein ist
  • Ein Röhrenamp kann schon im Leerlauf hörbar brummen
  • High-Gain am Gitarrenverstärker macht jedes kleine Problem groß

Schnelltest Phono

  • Erdungskabel (Ground) vom Plattenspieler am Phono-Preamp oder Amp anschließen
  • Wenn das fehlt, brummt es fast immer

Schnelltest Röhrenamp

  • Andere Steckdose testen, am besten in einem anderen Raum
  • Andere Last testen (z. B. anderer Speaker/Cab oder korrektes Load)
  • Wenn das Brummen neu ist oder sehr laut: vom Tech checken lassen

Vorbeugen & Best Practices

Wenn Du Brummen und Fiepen vermeiden willst, hilft ein sauberes Aufbauen mehr als später lange Rumprobieren zu müssen. Viele Störungen entstehen, weil Strom und Audio zu nah beieinander liegen oder weil Geräte über mehrere Wege miteinander verbunden sind.

Kabelmanagement

Lege Stromkabel und Audiokabel nicht nebeneinander, am besten weit entfernt voneinander. Wenn sie sich in deinem Studio oder Haushalt dann doch mal treffen müssen, dann kurz und im 90-Grad-Winkel kreuzen. Das reduziert die Störungen vom Stromkabel ins Audiosignal.

Audio und Licht trennen

Bei uns im Videostudio haben wir Brummen im Lautsprecher bzw. Audiosignal häufig lösen müssen. Nimm am besten getrennte Stromkreise für deinen Audioweg (Mixer, Interface, Amps) und alles Licht (LED, Dimmer, Videoleuchten).

Dimmer und LED-Treiber sind massive Störquellen, die auch recht weit abstrahlen können. Wenn Audio am gleichen Kreis hängt, landet das schneller als Brummen oder Summen in der Anlage.

Gute Netzteile wählen

Leider sind manche Dinge teuer und gute Netzteile gehören dazu und werden gerne in der Praxis übersehen. Wenn Du es dir leisten kannst, nimm ordentlich entstörte Netzteile (EMV-geprüft). Tipp: „CE“ heißt nur, dass das in Europa vertrieben werden darf.

Im Tonstudio: „Stern“ statt „Kreis“

Als Best Practices haben sich sogenannte Stern-Verkabelungen erwiesen. Alle Geräte haben einen zentralen Punkt für Masse und Strom, statt dass sie als Kette oder im Kreis verbunden sind. Dadurch entstehen weniger Brummschleifen, weil es weniger „doppelte Wege“ gibt.

Bei Phono ist Erdung Pflicht

Beim Plattenspieler ist das Erdungskabel extrem wichtig und meistens schon die ganze Lösung des Problems mit Brumm. Wenn es nicht angeschlossen ist, brummt es fast immer, weil das Signal so schwach ist und jede Störung sofort hörbar wird.

Diagnose-Checkliste: Brummen im Lautsprecher

  • Brumm auch bei Volume = 0?
  • Quelle ab? Brumm weg?
  • Alle Geräte in einer Leiste?
  • Antennenkabel gezogen?
  • Anderes Kabel getestet?
  • Symmetrisch statt Cinch möglich?
  • Netzteil getauscht?
  • Funk/Powerline aus?

FAQ – Häufige Fragen

Woher kommt das Brummen im Lautsprecher?

Meist kommt es von Brummschleifen, Einstreuungen oder Netzteilen, selten vom Speaker selbst; starte mit dem 60-Sekunden-Check.

Warum brummen meine PC-Lautsprecher?

Oft verursachen USB-Strom, GPU-Last oder unsymmetrische Klinke/Cinch eine Masse-Schleife. Teste Akku-Betrieb und eine gemeinsame Steckdosenleiste.

Warum brummt mein Hi-Fi-Verstärker?

Das kann mechanischer Trafo-Brumm sein oder 50/100-Hz im Signal. Prüfe Volume-Null und Eingänge abgezogen, bevor Du Defekte vermutest.

Warum brummen Lautsprecher am PC?

Unsymmetrische Verbindungen plus unterschiedliche Erdpotenziale sind häufig. Symmetrische Kabel (TRS/XLR) oder eine DI-Box reduzieren das Problem stark.

Warum brummt mein Lautsprecher plötzlich?

Neue Geräte, neue Netzteile, Powerline, Dimmer oder ein neues Antennenkabel ändern das Störumfeld. Rückwärts testen, was zuletzt dazu kam.

Wie kann ich Brummen im Lautsprecher beseitigen?

Isoliere Quelle und Kabel, bringe alle Geräte an eine Leiste, entferne Antennen-Mantelstrom und optimiere den Signalweg auf symmetrisch.

Warum brummt der Lautsprecher meines Laptops plötzlich?

Sehr oft liegt es am angeschlossenen Ladegerät oder an einer Masse-Schleife zu externen Boxen. Teste Akku-Betrieb und ein anderes Netzteil.

Warum brummt mein Lautsprecher bei tiefen Tönen?

Das kann kein Brumm sein, sondern Resonanz, Überlast oder Subwoofer-Auto-On-Effekt. Prüfe mit einem 50-Hz-Testton und senke Pegel/Trennfrequenz.

Hilft ein optisches Toslink-Kabel gegen Brumm?

Ja, oft, weil es galvanisch trennt und so Brummschleifen verhindert. Es löst aber keine Einstreuungen im Lautsprecher-Netzteil.

Lohnt sich eine teure Netzkabel-Aufrüstung?

Selten, weil die Ursache meist Masseführung, Antennen-Mantelstrom oder Schaltnetzteile ist. Investiere zuerst in Diagnose, Leiste, DI-Box oder Filter.

Kann eine DI-Box den Klang verschlechtern?

Eine gute DI-Box bleibt neutral, eine schlechte kann Höhen kosten oder verzerren; nutze passende Impedanz und halte Pegel sauber.

Fazit: Brummen im Lautsprecher

Ein Brummen im Lautsprecher kommt nicht magisch daher und ist nur in seltenen Fällen ein echter Defekt an einem deiner Geräte. In den meisten Fällen steckt eine Brummschleife, ein Störer im Stromnetz, ein schlechtes Netzteil oder eine ungünstige Verkabelung dahinter.

Gehe systematisch vor, dann findest Du die Ursache schnell. Und das meistens ohne Geld für Kabel, Filter oder eines der teuren Wundermittel auszugeben.

Wenn Du dir am Ende drei Dinge merkst, dann diese: Erst isolieren, dann sauber verkabeln, dann erst kaufen. So wird aus „nerviges Brummen“ eine schnelle Diagnose und eine echte Lösung.

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