Quintenzirkel – Gitarre: Wie Du zueinander passende Gitarrenakkorde lernen kannst

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Quintenzirkel

Der Quintenzirkel inspiriert Musiker und unterstützt sie bei Songwriting und Komposition - an der Gitarre, am Klavier oder an sonstigen poylphonen Instrumenten. Erfahre hier, wie er aufgebaut ist und wie Du ihn benutzt ...

Was ist ein Quintenzirkel (für Gitarre)?

Der Quintenzirkel reiht zwölf Akkorde im Kreis (Zirkel) nebeneinander, die jeweils eine Quinte (fünf Töne einer Tonleiter) voneinander entfernt sind. Gehst Du reihum, landest Du im 13. Schritt wieder beim Ausgangsakkord.

Ein Quintenzirkel für Gitarre funktioniert natürlich auch mit allen anderen Instrumenten. Bei unserem Beispiel sind die Griffmuster für Gitarre aufgebracht.

Magic Chords - Quintenzirkel für Gitarre & Piano

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Was bringt der Quintenzirkel?

  • Du entdeckst viele stimmige und gutklingende Akkordfolgen
  • Wenn Du in der Komposition stagnierst, findest Du hier eine große Inspirationsquelle, um wieder voranzukommen
  • Für einen Startakkord findest Du oft ganz überraschende, verblüffende Folgeakkorde

Warum heißt der Quintenzirkel so?

Der Quintenzirkel fußt auf der sogenannten Quintverwandtschaft – Akkorde, deren Grundtöne in einer Reihe mit Abständen von je einer Quinte (sieben Halbtonschritten) nah beieinanderliegen, werden als musikalisch »verwandt« eingestuft.

💡 Werden zwei quintverwandte Akkorde als Akkordfolge direkt nacheinander gespielt, empfinden Menschen sie als besonders stimmig – gutklingend und im umgangssprachlichen Sinne harmonisch.

Obertöne verdeutlichen dieses Verwandtschaftsverhältnis sehr schön. In der Obertonreihe folgt nämlich gleich nach der Oktave (Intervall zwischen Grundton und 1. Oberton) die Quinte (Intervall zwischen 1. und 2. Oberton). Sie ist damit gleich das erste Intervall nach dem Oktavsprung – der zweifellos am natürlichsten wirkenden Tonverwandtschaft.

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Quintenzirkel Gitarre

Der Quintenzirkel – Gitarre & Co. in Dur und Moll transponieren

Wie ist der Quintenzirkel aufgebaut?

Zur Veranschaulichung siehst Du im Folgenden je zwei Ausführungen der angesprochenen Reihe aus 12 Grundtönen, zu sehen auf typischen Quintenzirkeln – Akkorde in Dur und Moll:

Dur: C ◦ G ◦ D ◦ A ◦ E ◦ B ◦ F♯/G♭ ◦ D♭ ◦ A♭ ◦ E♭ ◦ B♭ ◦ F
Moll: Am ◦ Em ◦ Hm ◦ F♯m ◦ C♯m ◦ G♯m ◦ D♯m/G♭m ◦ Bm ◦ Fm ◦ Cm ◦ Gm ◦ Dm

Alternative deutsche Schreibweise:
C-Dur ◦ G-Dur ◦ D-Dur ◦ A-Dur ◦ E-Dur ◦ H-Dur ◦ Fis/Ges-Dur ◦ Des-Dur ◦ As-Dur ◦ Es-Dur ◦ B-Dur ◦ F-Dur
a-Moll ◦ e-Moll ◦ h-Moll ◦ fis-Moll ◦ cis-Moll ◦ gis-Moll ◦ dis/es-Moll ◦ b-Moll ◦ f-Moll ◦ c-Moll ◦ g-Moll ◦ d-Moll

Beispiel: C-Dur ist stärker mit G-Dur verwandt als mit E-Dur. C und G stehen schließlich direkt nebeneinander auf dem Quintenzirkel. Am entferntesten verwandt, also laut Quintverwandtschaft und Quintenzirkel musikalisch eher unpassend wäre demnach die Abfolge der Akkorde C – F♯/G♭ (gegenüberliegender Akkord im Kreis).

Anfang und Ende dieser Liste kann jeder Akkord sein. Üblicherweise beginnen Quintenzirkel mit C-Dur und dessen Paralleltonart a-Moll: Bei diesen Tonarten liegen alle Töne auf den weißen Tasten einer Klaviatur. Halbtonschritte sind also überall da, wo sich keine schwarze Taste zwischen den weißen befindet.

Wichtig ist für uns an dieser Stelle eher, dass man vom F ausgehend nach einem weiteren Quintschritt wieder beim C und vom d wieder beim a ankäme – daher sind eine Kreisdarstellung und die Begriffswahl »Quinten-Zirkel« nur folgerichtig.

Dur und Moll im Quintenzirkel

💡 Jeder Dur- ist eine parallele Moll-Tonart (»Mollparallele«) zugeordnet. Und umgekehrt.

  • Der Grundton der Mollparallele liegt eine kleine Terz unter dem der Dur-Tonart
  • Beide Tonarten verwenden dieselben Töne
  • Beide Tonarten werden in der Notenschrift mit den gleichen Vorzeichen versehen

Die Paare stehen bei den meisten, aber nicht allen zeitgenössischen Darstellungen des Quintenzirkels jeweils auf derselben »Uhrzeit«. Dabei gesellt sich zur Dur-Tonart im Außenkreis die entsprechende parallele Moll-Tonart im Innenkreis. Ergo: C-Dur und A-Moll liegen auf 12 Uhr, G-Dur und E-Moll liegen auf 1 Uhr und so weiter – siehe Bild oben.

Die Vorzeichen bzw. Vorzeichnungen

C-Dur und a-Moll haben keine Vorzeichen. Bei einem Fortschreiten von Tonart zu Tonart im Quintenzirkel ändern sich Vorzeichnungen jedoch wie folgt:

  • Bewegung im Uhrzeigersinn (Quinte aufwärts):
    • Ein ♯ kommt hinzu
    • Ein ♭ verschwindet
  • Bewegung entgegen des Uhrzeigersinns (Quinte abwärts):
    • Ein ♭ kommt hinzu
    • Ein ♯ verschwindet

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Magic Chords Guitar - Quintenzirkel für Gitarre

Magic Chords Guitar
Mehr als nur ein Quintenzirkel für Gitarre

Fortgeschrittene Quintenzirkel für Gitarre wie Magic Chords Guitar bieten noch mehr als die nächsten Akkorde in Dur oder Moll anzuzeigen – anschauliche Griffbilder, Septakkorde, Skalen/Tonleitern zum Improvisieren, die Vorzeichen einer Tonart und mehr.

Mit Magic Chords Guitar als Quintenzirkel + X kannst Du auch passende Akkorde gemäß der Stufentheorie herausfinden (und entsprechend notieren), musikalische Analysen mit der Funktionstheorie anstellen und Septakkorde schnell entdecken. Was dir all das bringt, findest Du im Folgenden knapp zusammengefasst.

Bei Magic Chords Guitar werden die zwei Seiten der Scheibe voll ausgenutzt. Die eine richtet sich an Beginner, die stimmige Gitarrenakkorde lernen wollen, die andere – mit »Advanced« beschriftet – steigt noch tiefer in die Harmonielehre ein.

Schnellstart: Wie benutzt man Quintenzirkel?

Drehe die Scheibe, bis der Grundton deines gewünschten Startakkords »auf 12 Uhr« steht – da, wo der rote, mit »Start« beschriftete Pfeil sitzt. Im Unterschied zu so manchem anderen Quintenzirkel (Gitarre oder Sonstiges) findest Du hier sowohl die Dur-Tonarten in Schwarz als auch die Moll-Tonarten in Grau. Alles Weitere ergibt sich daraus – los geht’s …

Vorzeichnung und alterierte Töne

In den zwei kleinen Sichtfenstern direkt über dem roten Startpfeil findest Du …

  • Die Vorzeichnung, die bei der eingestellten Tonart auf der Notenzeile stehen müsste
  • Die jeweils erhöhten Töne (♯) oder erniedrigten Töne (♭)

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Außenring

Häufig verwendete, aber auch einige ungewöhnliche Akkordfolgen lassen sich mit der Funktionstheorie oder der Stufentheorie (siehe die nächsten Kapitel) beschreiben. Der Bezugspunkt ist stets der Grundton des Startakkords.

Mit den nachfolgenden Erklärungen der Begrifflichkeiten aus beiden Theorien kannst Du entsprechende Notenblätter anderer Musiker/Komponisten entschlüsseln. Umgekehrt kannst Du dir beim Schreiben von Notenzeilen eine der beiden Theorien zu eigen machen.

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Funktionstheorie – Buchstaben

  • Hauptfunktionen
    • T – Tonika
    • D – Dominante
    • S – Subdominante
  • Nebenfunktionen
    • DD – Doppeldominante
    • SS – Doppelsubdominante
    • Tp – Tonika-Parallele (Mollparallele)
    • Dp – Dominant-Parallele
    • DDp – Doppeldominant-Parallele
    • Sp – Subdominant-Parallele
    • SSp – Doppelsubdominant-Parallele
    • mo – Kleine Obermediante
    • Mo – Große Obermediante
    • mo– Kleine Untermediante (kleine Submediante)
    • Mo – Große Untermediante (große Submediante)

Bei der Erläuterung beschränken wir uns hier auf die Hauptfunktionen und die wichtigsten Nebenfunktionen:

  • Tonika – Grundton des Startakkords & Bezugspunkt für folgende Funktionen …
  • Dominante – Eine Quinte höher
  • Doppeldominante – Zwei Quinten höher (Dominante der Dominante)
  • Subdominante – Eine Quinte tiefer
  • Doppelsubdominante – Zwei Quinten tiefer (Subdominante der Subdominante)

Wie Du siehst, werden auch hier die Quintabstände verwendet – es drängt sich förmlich auf, Markierungen für die Begriffe der Funktionstheorie auf einen Quintenzirkel zu setzen.

In der Tonhöhe aufsteigend ergibt sich diese Abfolge: Doppelsubdominante – Subdominante – Tonika – Dominante – Doppeldominante

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Stufentheorie – Römische Zahlen

Bei der Stufentheorie steigen die Grundtöne mit fortschreitender römischer Nummerierung nicht im Abstand von einer Quinte, sondern von einer Tonstufe der jeweiligen Tonart.

Außerdem wird dann auf den Grundtönen aufbauend jeweils ein Dreiklang konstruiert, indem zwei Terzen draufgeschichtet werden. Jetzt wird es spannend: Die Terzen sind je nach Stufe unterschiedliche ausgeprägt, bilden also mal entweder einen Dur-, einen Moll- oder einen verminderten Akkord – so hier:

  • I. Stufe – Dur (große Terz → kleine Terz)
  • II. Stufe – Moll (kleine Terz → große Terz)
  • III. Stufe – Moll
  • IV. Stufe – Dur
  • V. Stufe – Dur
  • VI. Stufe – Moll
  • VII. Stufe – Vermindert (kleine Terz → kleine Terz)

♫ 7 Stufen der Stufentheorie mit C-Dur-Tonika, vertont von Michael Schymik:

Die Begrifflichkeiten Tonika, Dominante etc., wie Du sie oben für die Funktionstheorie beschrieben findest, werden bei der Stufentheorie mit römischen Ziffern gekennzeichnet:

  • I = T (Tonika)
  • II = Sp (Subdominant-Parallele)
  • III = Dp (Dominant-Parallele)
  • IV = S (Subdominante)
  • V = D (Dominante)
  • VI = Tp (Tonika-Parallele)

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Mittelring

Wenn Du eine Dur-Tonart als Startpunkt gewählt hast, findest Du im Mittelring die Moll-Varianten des entsprechenden Akkords. Außerdem liest Du hier die Dur-Parallelen von Moll-Tonika und -Dominante ab.

  • t – Moll-Tonika
  • d – Moll-Dominante
  • s – Moll-Subdominante
  • tP – Dur-Parallele der Moll-Tonika
  • dP – Dur-Parallele der Moll-Dominante
  • sP – Dur-Parallele der Moll-Subdominante

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Innenring

Hier kannst Du die Magie der Septakkorde für dich erschließen. Septakkorde sind Vierklänge – Akkorde aus vier Tönen –, die nicht für sich stehen sollten. Man nennt sie auch »Strebe-Akkorde«, denn sie verlangen nach Auflösung durch einen anderen Akkord.

Aber wohin strebt er denn? Mit Magic Chords Guitar kannst Du genau das herausfinden. Schau einfach einen Zirkelgrad weiter links in den Mittelring (für einen Moll-Akkord) oder Außenring (für einen Dur-Akkord)!

Septakkorde auf dem Quintenzirkel - Magic Chords Guitar

Herausfinden, wohin Septakkorde streben mit dem Quintenzirkel Magic Chords Guitar

Und hier sind noch die korrekten musiktheoretischen Bezeichnungen, die sich hinter den aufgedruckten Kürzeln verstecken, wobei »ZDSA« für »Zwischendominant-Septakkord« steht:

  • (D7)Mo – ZDSA zur großen Untermediante
  • (D7)mo – ZDSA zur kleinen Obermediante
  • (D7)SS – ZDSA zur Doppelsubdominante
  • (D7)S – ZDSA zur Subdominante
  • D7 – Dominant-Septakkord (zur Tonika)
  • DD7 – Doppeldominant-Septakkord (zur Dominante)
  • (D7)SSp – ZDSA zur Doppelsubdominant-Parallele
  • (D7)DD – ZDSA zur Doppelsubdominante
  • (D7)Sp – ZDSA zur Subdominantparallele
  • (D7)mo – ZDSA zur kleinen Untermediante
  • (D7)Tp – ZDSA zur Tonika-Prallele
  • (D7)Mo – ZDSA zur großen Obermediante
  • (D7)Dp – ZDSA zur Dominant-Parallele

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Lesermeinungen (1)

zu 'Quintenzirkel – Gitarre: Wie Du zueinander passende Gitarrenakkorde lernen kannst'

  • Andy Franke   24. Nov 2017   14:41 UhrAntworten

    Ich benutze dazu seit einiger Zeit Sundog Studio. Da kann man sehr schön mit herum experimentieren, wenn man mal blockiert ist.

    https://youtu.be/zOxHpDmc1vM

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