Akkorde lernen: Grundlagen & Basiswissen

Akkorde lernen: Grundlagen und Basiswissen

Hier findest Du raus, wie durch simple Grundlagen und einfaches Basiswissen Akkorde lernen zum Kinderspiel wird.

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Warum überhaupt Musiktheorie lernen?

Die Frage „Muss ich überhaupt Musiktheorie lernen?“ stellt sich mit Sicherheit jeder Musiker früher oder später. Einige bereits zu Beginn ihres Musikerleben, andere vielleicht erst später.

Es gibt Musiker, die großartige Songs geschrieben haben, ohne je ein Note zu lesen. Auf der anderen Seite sind da jene, die ganze Stücke auf Notenblättern festhalten, bevor sie auch nur ein Instrument in die Hand nehmen.

Musiktheorie ist kein Muss, aber allein in ihrer Funktion als universelle Sprache erleichtert sie den Austausch unter Musikern ungemein.

Ob es der Bassist ist, dem Du die Tonart deines neuen Songs erläutern möchtest oder ein Gitarrist, der die passende Begleitung für deinen Song finden soll – mit anderen Musikern mittels einheitlicher Begriffe kommunizieren zu können, wird stets dafür sorgen, dass mehr Raum für den eigentlichen (kreativen) Prozess bleibt.

Für viele beginnt dieser Prozess mit dem Akkorde lernen. Ich möchte dir in diesem Artikel Grundlagen und Basiswissen zu diesem Thema näher erläutern.

Was sind Akkorde?

Als Akkord bezeichnet man den harmonischen Zusammenklang mehrerer Tönen. Dabei können zwei (Zweiklang), drei (Dreiklang), vier (Vierklang) oder auch mehr Töne gleichzeitig erklingen.

Die grundlegenden Akkorde bestehen meist aus drei Tönen und werden vom Grundton aus gebildet. Dazu später mehr.

Akkorde bilden häufig die Basis eines Songs, an der sich Sänger und Instrumentalisten orientieren. Dabei kann eine Akkordfolge z.B. von einer Gitarre, einem Piano, aber auch von einem ganzen Streichensemble übernommen werden.

Um zu verstehen, wie sich Akkorde aufbauen, musst Du zunächst Intervalle bilden können.

Intervalle

Ein Intervall ist im Grunde genommen der Abstand von einem Ton zum anderen. Akkorde bestehen immer aus einer Kombination verschiedener Intervalle.

Um Intervalle zu benennen, solltest Du dir angewöhnen, erst einmal in Halbtonschritten zu zählen. Ein Halbtonschritt ist dabei immer jeweils die Distanz von einem zum nächsten höher gelegenen Ton.

  • Prim: 0 Halbtonschritte
  • kleine Sekunde: 1 Halbtonschritt
  • große Sekunde: 2 Halbtonschritte
  • kleine Terz: 3 Halbtonschritte
  • große Terz: 4 Halbtonschritte
  • reine Quarte: 5 Halbtonschritte
  • reine Quinte: 7 Halbtonschritte
  • kleine Sexte: 8 Halbtonschritte
  • große Sexte: 9 Halbtonschritte
  • kleine Septime: 10 Halbtonschritte
  • große Septime: 11 Halbtonschritte
  • reine Oktave: 12 Halbtonschritte
Akkorde lernen: Grundlagen und Basiswissen

Hier sind einige wichtige Intervalle, die dir das Akkorde lernen vereinfachen.

Dreiklang

Wie Du bereits gelernt hast, sind Akkorde, die drei verschiedene Töne enthalten, Dreiklänge. Diese drei Töne sind dabei in Intervallen von Terzen übereinander geschichtet.

Akkorde lernen: Grundlagen und Basiswissen

Ein Dreiklang besteht aus drei Tönen, die in Intervallen von Terzen übereinander geschichtet sind.

Da es große und kleine Terzen gibt, ergeben sich vier verschiedene Arten, diese zu kombinieren:

  • Grundton + große Terz + kleine Terz = Dur-Dreiklang
  • Grundton + kleine Terz + große Terz = Moll-Dreiklang
  • Grundton + kleine Terz + kleine Terz = vermindertert Dreiklang
  • Grundton + große Terz + große Terz = übermäßiger Dreiklang

Dur- und Moll-Akkorde gelten dabei als die gängigsten Vertreter der Dreiklänge und bieten dir somit eine wichtige Grundlage zum Erlernen von Akkorden.

Die Terz als Intervall bestimmt dabei, um welches Geschlecht es sich bei dem jeweiligen Akkord handelt – also Dur oder Moll.

Akkorde lernen: Grundlagen und Basiswissen

Hier siehst Du den Unterschied zwischen einem C-Dur-Akkord und einem C-Moll-Akkord.

Dur-Akkord:

Einen Dur-Akkord bildest Du, indem Du von einem Grundton ausgehend die große Terz und die Quinte spielst.

Schauen wir uns als Beispiel den C-Dur-Akkord an, zählst Du also vom Grundton C bis zur großen Terz E (vier Halbtonschritte) und vom Grundton C bis zur Quinte G (sieben Halbtonschritte).

—> Der Dur-Akkord besteht aus Grundton, großer Terz und Quinte.

Moll-Akkord:

Einen Moll-Akkord entsteht, indem Du vom Grundton aus die kleine Terz und die Quinte spielst.

Bei einem C-Moll-Akkord zählst Du also vom Grundton C bis zur kleinen Terz Eb (drei Halbtonschritte) und vom Grundton C bis zur Quinte G (sieben Halbtonschritte).

—> Der Moll-Akkord besteht aus Grundton, kleiner Terz und Quinte.

Akkorde lernen: Grundlagen und Basiswissen

Akkorde sind eine Kombination unterschiedlicher Intervalle.

Wir halten an dieser Stelle also fest, dass das Geschlecht eines Akkords, ob es sich also um einen Dur- oder Moll-Akkord handelt, davon abhängt, ob es sich bei der Terz um eine kleine oder große handelt.

Womöglich fragst Du dich an dieser Stelle, warum z.B. ein G-Dur-Akkord auf einer Gitarre über alle sechs Saiten gespielt werden kann. Das liegt daran, dass man einige der Töne eines Akkords oft und gerne verdoppelt, um diesen voller klingen zu lassen.

Vierklang und Powerchord

Neben den Dur- und Moll-Akkorden gibt es natürlich noch viele weitere Akkordvariationen. Meist wird den drei Tönen einfach ein weiterer hinzugefügt, sodass aus dem Dreiklang ein Vierklang wird. Andersherum gibt es auch Akkordvarianten, bei denen ein Ton weggenommen wird.

Septakkorde

Der Septakkord als Vierklang wird vor allem in der Jazzmusik verwendet. Er tritt in verschiedenen Varianten auf und wir schauen uns an dieser Stelle vier davon mit C-Dur und C-Moll als Grundlage an:

  • Kleiner Durseptakkord: C-Dur-Akkord + kleine Terz = C7
  • Kleiner Mollseptakkord: C-Moll-Akkord + kleine Terz = C Moll 7
  • Großer Septakkord: C-Dur-Akkord + große Terz = C Major 7
  • Großer Mollseptakkord: C-Moll-Akkord + große Terz = C Moll Major 7

Am Beispiel eines C7 wären das also die Töne c, e, g und b. Das b ist dabei zehn Halbtonschritte vom Grundton c entfernt und bildet damit die kleine Septime.
Beim C Major 7 wird als vierter Ton das h hinzugefügt. Dieser ist – wieder ausgehend vom Grundton c – elf Halbtonschritte entfernt und bildet somit die große Septime.

Powerchord

Der Powerchord wird vor allem gerne in der Rockmusik von E-Gitarristen verwendet, da er als sehr kräftig und energiegeladen wahrgenommen wird. Du wirst ihn auch unter dem Namen Quintakkord finden, da bei diesem Akkord die Terz nicht mitgespielt wird. Er besteht also nur aus Grundton und Quinte.

  • Powerchord: Grundton + Quinte

Teilweise wird er auch durch einen oktavierten Grundton ergänzt, um ihn noch voller klingen zu lassen.
Da der Powerchord nur aus zwei verschiedenen Tönen besteht, handelt es sich dabei um einen Zweiklang.

Akkorde in ihrer Funktion

Nun, da Du die ersten Akkorde selber bilden kannst, ist es natürlich an der Zeit, verschiedene davon miteinander zu kombinieren, um deine ersten Songs zu schreiben. Ein hilfreicher Einstieg dabei ist es, sich mit den Begriffen Tonika, Subdominante und Dominante vertraut zu machen.
Dazu werfen wir einen Blick auf die C-Dur Tonleiter als Beispiel:

Akkorde lernen: Grundlagen und Basiswissen

Die C-Dur Tonleiter.

Bilden wir vom Grundton c einen Dreiklang, so erhalten wir den C-Dur-Akkord. Der Grundton ist dabei die 1. Stufe der Tonleiter. Der Dreiklang auf der 1. Stufe der Tonleiter ist die Tonika.

Wenn wir von der 4. Stufe der Tonleiter einen Dreiklang bilden, erhalten wir einen F-Dur-Akkord. Dieser ist die Subdominante.

Bilden wir jetzt noch einen Dreiklang auf der 5. Stufe, erhalten wir die Dominante der Tonart. In diesem Fall ein G-Dur.

Akkorde lernen: Grundlagen und Basiswissen

Spiele die optimale Begleitung für deinen ersten Song.

Mit diesen drei Akkorden hast Du eine erste Kadenz, also eine Akkordfolge, die man als sinnvolle, musikalische Einheit bezeichnen kann.

Fazit zum Akkorde lernen

Fassen wir zusammen: Du weißt jetzt, warum Musiktheorie dir die Kommunikation mit deinen Mitmusikern vereinfachen kann, was Akkorde sind und wie Du verschiedene Intervalle zu neuen Akkorden kombinierst. Das Akkorde lernen bietet dir den optimalen Einstieg an deinem Instrument.

Auch ein Jimi Hendrix hat mit Sicherheit mal daneben gegriffen und somit einen völlig virtuosen Akkord etabliert – nutze dieses Basiswissen, um deiner Kreativität eine Grundlage zu geben und deinen eigenen Sound zu entwickeln.

Lesermeinungen (1)

zu 'Akkorde lernen: Grundlagen & Basiswissen'

  • John   11. Feb 2019   13:39 UhrAntworten

    Ich finds nervig wenn jemand in der Band nichts mit Begriffen wie Tonart anfangen kann. Wenn es heißt wir spielen in A-moll dann hätte ich gerne das jeder weiß was das bedeutet

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