Corona-Ticker
Hilfe für Musiker, Selbständige & Freiberufler der Eventbranche

Corona Hilfe Musiker Künstler

Corona-Krise: Hilfe für Musik- und Eventbranche:.Welche Hilfen gibt es? Wo kann ich Hilfe beantragen? Was kann ich jetzt tun? Hier bekommst Du regelmäßig Infos!

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Corona-Krise: Musiker, Veranstaltungstechniker, Selbständige & Co. stark betroffen

Für viele Musiker & Selbständige wird es ernst: Nach zahlreichen Absagen von Messen, Konzerten und anderen Veranstaltungen wurden die Maßnahmen seitens der Bundesregierung gestern erneut verschärft. Von der GEMA, GVL und der Künstlersozialkasse (KSK) kommen jetzt erste Informationen: Wie dir als Musiker oder Freiberufler in der Eventbranche nun geholfen werden kann, findest Du zusammengefasst in diesem Artikel. Wir aktualisieren diesen Beitrag regelmäßig!

Inzwischen reden wir nicht mehr nur von Umsatzeinbußen: Viele Künstler und Freiberufler fürchten um Ihre Existenz. Während es in der letzten Woche noch sehr still seitens GEMA, Künstlersozialkasse und GVL war, sammeln wir hier für dich die wichtigsten Informationen rund um die Corona-Krise:

  • Wo Hilfe für Musiker & Selbständige zu finden ist
  • Die wichtigsten Links
  • Die aktuellsten Entwicklungen

Wir werden diesen Corona-Ticker für Musiker regelmäßig nach Bekanntwerden neuer Maßnahmen aktualisieren. Du kannst also immer mal wieder reinschauen, was sich getan hat.

Solltest Du Informationen haben, kannst Du diese (bitte nur unter Angabe der Quelle) in die Kommentare schreiben, um uns und andere Musiker davon in Kenntnis zu setzen. Nach einer Prüfung werden deine Infos gegebenfalls in diesem Corona-Ticker für Musiker aufgenommen und aktualisiert.

Die aktuelle Situation unter Corona

Die Bundesregierung gab gestern wichtige Maßnahmen bekannt. Künstler, Freiberufler und Kollegen unserer Branche betreffen vor allem folgende Punkte.

Zitat:
„II. Für den Publikumsverkehr zu schließen sind

  • Bars, Clubs, Diskotheken, Kneipen und ähnliche Einrichtungen
  • Theater, Opern, Konzerthäuser, Museen und ähnliche Einrichtungen
  • Messen, Ausstellungen, Kinos, Freizeit- und Tierparks und Anbieter von Freizeitaktivitäten (drinnen und draußen), Spezialmärkte, Spielhallen, Spielbanken, Wettannahmestellen und ähnliche Einrichtungen
  • Prostitutionsstätten, Bordelle und ähnliche Einrichtungen
  • der Sportbetrieb auf und in allen öffentlichen und privaten Sportanlagen, Schwimm- und Spaßbädern, Fitnessstudios und ähnliche Einrichtungen
  • alle weiteren, nicht an anderer Stelle dieses Papiers genannten Verkaufsstellen des Einzelhandels, insbesondere Outlet-Center

III. Zu verbieten sind

  • Zusammenkünfte in Vereinen und sonstigen Sport- und Freizeiteinrichtungen
  • sowie die Wahrnehmung von Angeboten in Volkshochschulen, Musikschulen und sonstigen öffentlichen und privaten Bildungseinrichtungen im außerschulischen Bereich
  • sowie Reisebusreisen…“

Was bedeutet das konkret für mich als Musiker und meine Branche?

  • Es wird weniger Musik öffentlich gespielt – Einnahmen können sinken
  • Auftritte von Bands und Solomusikern werden abgesagt – Honorare entfallen
  • Gitarrenlehrer & Co. dürfen nicht mehr unterrichten
  • Verleiher erleiden dadurch starke Einbußen
  • Mit neuen Aufträgen für Musiker, FoH, Bühnen- und Lichttechniker & Co. kann voerst nicht gerechnet werden
  • Davon betroffen sind auch Booking-Agenturen, Aufbauhelfer, Tourmanager & Co.

Lies auch: Wie mache ich ein Livestream-Konzert?

Offizielle Angebote & Informationen für Musiker und Kollegen der Eventbranche

Hier nun zusammengefasst alle Angebote, um den Ausfällen entgegenzuwirken – die Hilfe für Musiker und Selbständige wegen Verdienstausfall. Wir aktualisieren regelmäßig.

Endlich: Hilfspaket für Kultur und Medien kommt!

In der heutigen Pressemitteilung der Bundesregierung heißt es:
„Bund und Länder werden vergleichbar zu den heute bekannt gegebenen Maßnahmen der Bundesregierung zur Stützung der Konjunktur und der Abfederung wirtschaftlicher Härten aus der COVID19-Pandemie weitere gezielte Instrumente zur wirtschaftlichen Existenzsicherung kultureller Einrichtungen und Akteure erreichen.“

Kulturstaatsministerin Monika Grütters und Bernd Sibler arbeiten bereits an der Konkretisierung. Wir aktualisieren an dieser Stelle, sobald wir Anlaufstellen und Voraussetzungen kennen!

Solo-Selbstständige sollen mit 50 Milliarden Euro unterstützt werden. Wer zu dieser Anspruchsgruppe ganz konkret gehört, werden wir ebenfalls ergänzen, sobald neue Informationen verfügbar sind. Außerdem wird von 40 Milliarden Euro berichtet (Spiegel), die sich in 10 Milliarden Euro Soforthilfe und 30 Milliarden Euro als Darlehen aufteilen.

Informationen der Bundesregierung

Grundsätzlich informiert die Bundesregierung über einen finanziellen Ausgleich, wenn man wegen der Viruserkrankung nicht mehr arbeiten kann:
„…Selbstständige und Freiberufler bekommen nach dem Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten einen Verdienstausfall ersetzt. Die zuständige Behörde geht dabei von dem Gewinn aus, der im Steuerbescheid für das vergangene Kalenderjahr festgestellt wurde.“

Hier können wir ergänzen, denn hier wird nicht nur der Verdienstausfall, sondern auch die Erstattung der Aufwendungen für soziale Sicherung bei privat Krankenversicherten (nach § 56 und 58 IfSG).

Das ist eine dürftige Information, aus der Konkretes nicht hervor geht. Zudem gehen laut dieser Aussage alle diejenigen leer aus, die sich erst kürzlich selbstständig gemacht haben. Dennoch empfehlen wir dir, dass Du dich schnellstmöglich bei deinem zuständigen Gesundheitsamt meldest und informierst, wann und in welcher Form, Du deine Unterlagen zur Verfügung stellen musst, um schnellstmöglich die Entschädigung zu erhalten.

Finanzamt: Das kannst Du jetzt tun!

  • Steuerzahlungen (weitestgehend) zinsfrei stunden lassen
    • Betrifft: Einkommen- und Körperschaftsteuer, sowie die Umsatzsteuer
  • Vorauszahlungen anpassen
    • Betrifft: Höhe der Vorauszahlungen für die Einkommen- und Körperschaftsteuer
  • Vollstreckungsmaßnahmen aussetzen
    • Betrifft: Vollstreckung von überfälligen Steuerschulden (Einkommen- und Körperschaftsteuer, sowie die Umsatzsteuer) – Säumniszuschläge sollen entfallen

Was tut die GEMA angesichts Corona?

Nun hat auch die GEMA reagiert: „Für Lizenznehmer ruhen für den Zeitraum, in dem sie ihren Betrieb aufgrund behördlicher Anordnungen zur Eindämmung der Pandemie-Ausbreitung schließen müssen, alle Monats-, Quartals- und Jahresverträge. Es entfallen während dieses Zeitraums die GEMA-Vergütungen. Kein Lizenznehmer soll für den Zeitraum der Schließung mit GEMA-Gebühren belastet werden. Diese Maßnahme gilt rückwirkend ab dem 16. März 2020.“

Konkret hat die GEMA ein 40 Millionen Euro schweres Nothilfe-Programm auf die Beine gestellt. Kulanzen für die Mitglieder wurden ausgeweitet und die Ausschüttungstermine im April und Juni sind gesichert.

Das Nothilfe-Programm der GEMA ist in zwei Stufen geregelt. Die erste Stufe, der Schutzschirm LIVE, richtet sich an „Komponisten und Textdichter, die zugleich als Performer auftreten und aufgrund flächendeckender Veranstaltungsabsagen in finanzielle Schwierigkeiten geraten.“

Die zweite Stufe, der „Corona-Hilfsfonds“ stellt finanzielle Übergangshilfen bereit. Diese richten sich an individuelle Härtefälle im Rahmen sozialer und kultureller Förderung. Weitere detaillierte Informationen möchte die GEMA in Kürze auf ihrer Webseite bereitstellen. Wir bleiben dran!

Auf der Webseite werden Mitglieder derzeit dazu aufgefordert, ausgefallene Veranstaltungen umgehend zu melden. Eine Emailadresse hierfür ist eingerichtet.

Wir empfehlen allen GEMA-Mitgliedern dieses Angebot zu nutzen und alle Ausfälle zu melden. Sobald es konkrete Maßnahmen gibt, gehört man dann zu den Personen, deren Ausfälle bereits eingegangen sind und vermutlich schneller bearbeitet werden können. Zudem kann dann keiner sagen „warum hast Du das nicht sofort kommuniziert“.

Alle Informationen und die entsprechende Emailadresse für deine Absagen und Ausfälle kannst Du dir hier sehen: gema.de

Konkretes Angebot für GVL-Berechtigte

Die GVL (Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten) hat im Gegensatz zur GEMA bereits ein Angebot für alle Freiberufler, die GVL-Berechtigt sind zusammengestellt und arbeitet mit Hochdruck an der Auszahlung. Auf der Webseite heißt es:

„Wahrnehmungsberechtigte, die ausschließlich freiberuflich tätig sind und durch Covid-19-bedingte Veranstaltungs- oder Produktionsabsagen Honorarausfälle erlitten haben, können eine einmalige Hilfe in Höhe von 250 Euro im Rahmen der sozialen Zuwendungen der GVL erhalten.“

Um die einmalige Auszahlung in Anspruch zu nehmen, musst Du lediglich ein PDF-Formular ausfüllen und an die GVL senden. Das Prozedere und das entsprechende PDF findest Du hier: gvl.de/coronahilfe

Corona-Maßnahmen der Künstlersozialkasse (KSK)?

Die Künstlersozialkasse unterscheidet bei ihren Maßnahmen in zwei Kategorien:

  • „Maßnahmen für Versicherte, deren Einkommensprognose sich verändert hat“
  • „Maßnahmen für abgabepflichtige Unternehmen, die voraussichtlich geringere Umsätze mit künstlerischen / publizistischen Leistungen erzielen, als dies im Vorjahr der Fall war“

KSK-Maßnahmen für Versicherte

Die Abgaben an die KSK berechnen sich nach deiner Einkommensprognose. Da Du diese für 2020 bereits abgegeben hast, kannst Du sie ab sofort korrigieren, wenn Du von Ausfällen und Einbußen aufgrund der Corona-Verbreitung betroffen bist.

Deine korrigierte Einkommenserwartung kannst Du dann an die Künstlersozialkasse senden, die nach Prüfung deine Beiträge neu berechnet.

Die Künstlersozialkasse arbeitet zur Zeit an individuellen Lösungen. So heißt es auf der Webseite:
„Bestehen akute Zahlungsschwierigkeiten können individuelle Zahlungserleichterungen gewährt werden. Hierzu folgen in Kürze weitere Informationen.“ Es empfiehlt sich auch hier sich zeitnah an die KSK zu wenden und seinen Fall bereits jetzt zu schildern.

Keine Einnahmen mehr – ALG II beantragen

Solltest Du überhaupt keine Einnahmen erzielen können, kannst Du Leistungen nach dem Zweiten Buch, Sozialgesetzbuch (ALG II) zu beantragen. Wie schnell diese Anträge derzeit bearbeitet werden können, ist unklar. Vor allem, weil hier stets die Situation eingehend geprüft wird, bevor es zu einem Bescheid kommen kann – auch die Auszahlung würde dann dementsprechend lange auf sich warten lassen. Also besser früher als später handeln.

KSK-Maßnahmen für Unternehmen

Als Unternehmen mit KSK-Abgabepflicht besteht zur Zeit die Möglichkeit die Vorauszahlungen herabsetzen zu lassen. Hierfür musst Du einen Antrag stellen, dies gilt allerdings nur, wenn deine voraussichtlichen Einnahmen deutlich geringer ausfallen werden als im Vorjahr.

Wo hier die Grenze liegt und wie hoch die Differenz sein muss, wurde von der KSK nicht veröffentlicht. Dennoch empfehlen wir auch hier: Stell den Antrag, falls Du zu dieser KSK-Gruppe gehörst.

Auch für abgabepflichtige Unternehmen besteht die Möglichkeit für „individuelle Zahlungserleichterungen“. Wie im Fall der Versicherten lassen offizielle Informationen dazu noch auf sich warten. Wir halten dich auf dem Laufenden.

Kurzinterview mit KSK-Forum-Betreiber Joachim Griebe

Joachim Griebe setzt sich seit vielen Jahren für die Bedürfnisse und Sorgen von KSK-Mitgliedern ein. Zum Austausch und „Hilfe zur Selbsthilfe“ betreibt er das KSK-Forum. Trotz vieler Anfragen, hat er sich Zeit genommen uns ein paar Fragen zu beantworten:

Wie ist die Stimmung unter den Mitgliedern der KSK? Fühlt man sich im Stich gelassen?
Fast alle Künstler die über die KSK pflichtversichert sind (ca. 200.000) haben im Moment mit erheblichen Problemen zu kämpfen. Die Stimmung ist unterschiedlich –
Verunsicherung, Existenzängste und eine ungewisse Zukunft in einem ohnehin prekären Umfeld. Viele Kollegen sind mächtig aktiv, helfen sich gegenseitig und verlassen sich nicht nur auf Versprechungen uns Ankündigungen der Politik.

Was empfiehlst Du betroffenen Versicherten?
Infomieren und nochmals informieren und selbst aktiv werden! Bei Verbänden, Organisationen und Gewerkschaften gibt es tolle Experten, die helfen können. Fast im Minutentakt kommen Artikel, Meinungen aber auch wirklich konkrete Hilfestellungen und Tipps.

Das reicht von Sammlungen, Jobvermittlungen bis zu handfesten Überlebenstipps. Ich versuche ein wenig davon in meinem Forum (hier zur stets aktuellen Facebookgruppe) zu verlinken und mit Informationen zu ergänzen.

Kann ein Steuerberater helfen? Wo bekomme ich als Versicherter jetzt am schnellsten Hilfe?
Es gibt leider wenige Steuerberater, die sich sehr gut mit der KSK auskennen. Aber auf jeden Fall schon jetzt zusammen mit Beratern alles dokumentieren – das rate ich jedem.
Das betrifft zum Beispiel die Konzertabsagen, Schülerabsagen usw.

Die Künstlersozialkasse selbst hat als Behörde nur wenig Spielraum. Ihre Aufgabe ist ja auch nicht die Unterstützung bei solchen Ausnahmesituationen wie wir es gerade leider alle erleben. Ein sehr wichtiger Punkt ist die 3900.- Regelung die bei einer Prüfung der Gewinne über einen Zeitraum von 6 Jahren zu einem Rauswurf aus der KSK führen kann. Es geht da um die Gewinnschätzungen, die man jetzt unbedingt anpassen und der KSK sofort melden sollte.

Ich erwarte vom Gesetzgeber hier sofort eine Berücksichtigung der jetzigen Situation. Einige Musiker haben kein Einkommen in Moment und auch kaum Rücklagen.

Stärkt die Krise die Solidarität unter den Künstlern? Welchen Eindruck hast du?
Es ist klasse, wie sich in meinem direkten Umfeld geholfen wird. Da richtet ein Kollege mit IT-Erfahrung den Online-Unterricht bei einer Sängerin ein. Musiker, die einen tollen Steuerberater haben vermitteln, Bands tauschen sich aus wie sie mit Konzertabsagen (rechtlich) umgehen. Viele aus meinem Netzwerk sind mächtig aktiv und informieren andere Musikerinnen und Musiker über ihre aktuellen Erfahrungen mit Finanzämtern, Banken, KSK, GVL & GEMA und z.B. der kritisch gesehenen Kreditaufnahme.

Aber genau so stelle ich mir Solidarität unter uns vor. Bitte auch nach Corona!

An dieser Stelle ein weiterer Appell an dich: Solltest Du betroffen sein, schließ dich der Facebookgruppe an und nimm am Austausch teil! An Joachim Griebe ein herzlichen Dankeschön für deine Zeit und all die Unterstützung, die Du der Branche – nicht nur jetzt – zu kommen lässt!

Lies auch: Gitarrenunterricht online geben: So geht´s!

Kommen weitere Maßnahmen für Künstler & Hilfe für Musiker und Selbständige?

Auch Vereine und Minister haben sich bereits geäußert und arbeiten aktiv an Hilfsangeboten, auch Spenden werden gesammelt.

VUT fordert 3,9 Euro Milliarden Hilfsfonds

Etwa 125.000 Selbstständige und Arbeitnehmer sind in der Musikwirtschaft tätig und – wie oben geschildert – besonders hart von der Verbreitung des COVID-19 betroffen. Wie die FAZ berichtete, fordert der Verband unabhängiger Musikunternehmer*innen e.V. (VUT) Hilfsfonds in Höhe von 3,9 Milliarden Euro.

Der VUT fordert daher unsere Branche aktiv dazu auf, über Erfahrungen und Ausfälle zu berichten – der Verband möchte so den Überblick schaffen und entsprechende Maßnahmen empfehlen. Informationen hierzu findest Du hier.

Staatsministerin für Kultur und Medien beschleunigt Maßnahmen für Betroffene

Auch Kulturstaatsministerin Monika Grütters stellt sich hinter die Branche und fordert nachdrücklich schnelle Hilfsmaßnahmen. So sollen die Erleichterungen, die für die gesamte Wirtschaft beschlossen wurden (Liquiditätshilfen, Kurzarbeitergeld und Stundung von Steuerzahlungen), ganz gezielt Künstlern und Kollegen der Kreativbranche zu Gute kommen.

Rückforderungen von abgesagten Veranstaltungen sollen ebenfalls ausgesetzt werden. Dies gilt allerdings nur für vom Bund geförderte Veranstaltungen.

Alle Informationen und die Statements von Kulturstaatsministerin Grütters können hier nachgelesen werden.

Deutscher Musikrat fordert Grundeinkommen

Eine klare Forderung seitens Deutscher Musikrat: Ein befristetes Grundeinkommen soll her. Der Generalsekretär des Deutschen Musikrates, Prof. Christian Höppner sagt: „Der DMR fordert ein auf sechs Monate befristetes Grundeinkommen in Höhe von 1.000 Euro für alle freiberuflichen Kreativschaffenden. Die Einkommen der freiberuflichen Musikerinnen und Musiker, sei es im Veranstaltungsbereich wie in den musikpädagogischen Berufsfeldern, brechen mit dem bundesweiten Shutdown sofort weg, während die Kosten weiterlaufen. Bei einem laut Künstlersozialkasse durchschnittlichen Bruttojahreseinkommen freiberuflicher Musikerinnen und Musiker von 13.000 Euro ist kein Spielraum für Rücklagen gegeben.“

Die genannten Zahlen sind nicht aus der Luft gegriffen, denn der DMR nimmt die Zahlen aus der Zwischenauswertung der aktuellen Umfrage zu den Auswirkungen der Corona-Ausbreitung auf den Musikbereich. Die Umfrage läuft noch bis zum 31.03.2020 – wir empfehlen dringend an dieser Umfrage teilzunehmen.

Infos & Aufruf zur Hilfe für Musiker & Selbständige

Das kann noch nicht alles gewesen sein, glauben wir. Daher beobachten wir die aktuelle Lage genau und reichern diesen Corona-Ticker für Musiker regelmäßig mit den aktuellsten Entwicklungen an. Solltest Du selbst Quellen und Infos haben, schreib uns einen Kommentar und weise uns bitte darauf hin.

Gerade jetzt sind wir auf Zusammenhalt angewiesen! Nutz die – zu allem Übel – frei gewordene Zeit, um dich zu informieren und laut zu werden:

  • Diskutier in Foren und tausch dich aus
  • Rede mit deinen Kollegen
  • Wende dich an GEMA, GVL, KSK und deine Landesregierung
  • Werde laut, rede mit und engagier dich
  • Dokumentiere alle deine Ausfälle, Einbußen und Auswirkungen, die Du zu spüren bekommst

Petitionen – Hier kannst Du unterstützen!

Wir empfehlen dir folgende Petitionen zu unterstützen, um die Branche schnellstmöglich zum Tagesordnungspunkt der Politiker zu machen:

  • Hilfe für Freiberufler & Künstler bei OpenPetition.de »
  • Forderung nach europaweiter Soforthilfe für Freiberufler und Künstler bei change.org »
  • Bedingungsloses Grundeinkommen für 6 Monate bei change.org

Solltest Du weitere Petitionen finden, freuen wir uns über deinen Hinweis als Kommentar unter diesem Beitrag!

Durchhalten!

An dieser Stelle auch von uns ein paar Worte: Halte dich an die Einschränkungen der Regierung, bleib vor allem tapfer und dokumentiere alles, häng dich in die Warteschleifen der Rufnummern, ruf wieder an, mach auf dich aufmerksam und wenn Du erfolgreich warst, teile es deinen Kollegen mit!

Und vor allem: Bleib gesund!

Lesermeinungen (11)

zu 'Corona-Ticker: Hilfe für Musiker, Selbständige & Freiberufler der Eventbranche'

  • Ich Halt   18. Mrz 2020   02:13 UhrAntworten

    Vielen Dank für den Artikel denn dies sind ganz wichtige Informationen! Ich bin seit vielen Jahren erfolgreich selbstständiger Künstler und Musiklehrer, 60 Jahre alt. Einkommen von heute auf morgen: 0,00 Euro. Die Kosten laufen weiter - aber sicher nicht lange. Das geht im Höchstfall zwei Monate. Leider kann man nicht einfach irgendwann "weitermachen". Verdienstausfälle von Veranstaltungen, ein festes Engagement ist gecancelt, Schüler haben sich abgemeldet. Man fängt bei null an - wie soll man das finanzieren? Aus den Huteinnahmen wird schwierig.

    • Katja Köhler (delamar)   18. Mrz 2020   09:34 UhrAntworten

      Danke für das Feedback! So geht es leider vielen Kollegen und Kolleginnen. Wir gehen gerade einen Thema nach - potentiell gibt es dazu bereits heute weitere handfeste Infos, die wir hier ergänzen können. Verschiedene Politiker fordern ein Kurzarbeitergeld+ für Künstler - was bedeuten würde, dass anhand der letzten Steuererklärung ein der Nettoeinnahmen gezahlt werden würde. Ein komplexes Thema - wir sind dran! Liebe Grüße

  • Albert   18. Mrz 2020   08:03 UhrAntworten

    Ich finde euer Engagement sehr gut. Ich beziehe regelmäßig Informationen zu allen möglichen Musikthemen über eure Seite. Aber gerade finde ich eure Arbeit sehr wichtig und bin sehr dankbar, dass ihr die Kunstschaffenden mit guten Infos versorgt. Einfach mal Danke an euch!

  • Axel   18. Mrz 2020   10:52 UhrAntworten

    Danke für Eure Recherche und alles Gute Euch! <3

  • Michael Graefe   18. Mrz 2020   12:41 UhrAntworten

    Wie hier schon gesagt: Kein Gitarrenunterricht, fast keine Einnahmen!
    Wenn keine Hilfe kommt gehen hier in spätestens 2 Monaten die Lichter aus.. Sicher sind die Schutzmaßnamen nachvollziehbar,
    aber für Politiker die sich vor ein paar Jahren eine automatische Diätenerhöhung genehmigt haben, ist es vielleicht schwierig sich in unsere Lage zu versetzen!

  • Roland van Helven   24. Mrz 2020   12:04 UhrAntworten

    was musiker jetzt wissen muessen, ist, dass die ganze corona panik in drei wochen vorbei sein wird und dass die medien dann ziemlich dumm dastehen werden. was mit den politikern geschieht, wird ein fest fuer uns alle....

    • MadMex   24. Mrz 2020   18:47 UhrAntworten

      Lieber Roland van Helven,
      wer wünscht sich nicht, dass der Spuk bereits in 3 Wochen vorbei wäre?
      Ich wünsche es uns allen, aber leider leider wird dies realistisch gesehen, NICHT geschehen- und auch innerhalb 3 Wochen nicht mehr geschehen können !

      Wir sprechen gar nicht einmal von der Corona-Pandemie an sich, sondern von der globalen Inflation- und dieses Thema definitiv nicht in 3 Wochen gegessen sein wird und kann.
      35% Börseneinbrüche über Nacht- und erwartet werden bis zu max.90 %.
      Damit sich die Weltwirtschaft, von der wir alle in jedem Berufszweig betroffen sind, wieder erholen kann, braucht es Jahre.
      Deine "3 Wochen" wären sehr sehr schön- sind aber leider jetzt schon vollkommen absehbar reine Utopie.

      • Ronny   25. Mrz 2020   04:32 Uhr

        Ich kann mich MM nur anschließen ;-)
        Was der Roland vielleicht unbedingt verstehen sollte, ist, dass er besser in spätestens 3 Wochen alle nötigen Anträge eingereicht haben sollte, wenn er im Mai nicht komplett ohne Geld und selbst nicht so ganz "undumm" dastehen will.

      • Roland van Helven   11. Apr 2020   07:55 Uhr

        naja MadMex, dann warten wir mal auf Dienstag nach Ostern, das waeren dann drei wochen...

  • MadMex   24. Mrz 2020   19:12 UhrAntworten

    Zunächst vielen Dank an die Redakteure von DELAMAR.
    Danke, dass Ihr trotz eurer sicherlich vielen vielen eigenen Sorgen, weiterhin Fleiß und Engagement beweist, Infos zusammenzutragen und auch weiterzugeben !

    Ihr könntet auch sagen:"Nö, haben selbst den Kopf voll !"
    Aber genau das macht Ihr nicht. Ihr seht es wirklich als eure Berufung an, eure Kenntnisse in dieser- und noch kommenden schwierigen Zeit, mit anderen zu teilen.
    ZUSAMMENHALT schreibt Ihr in eurem Bestreben daher sehr groß.
    Gemeinsam müssen wir diese Krise und Prüfungen bestehen, damit wir uns eines Tages wieder gemeinsam über die schönen Themen rund um das Thema Musik debattieren, ausprobieren, manchmal streiten aber auch stets erfreuen können.

    Danke an Carlos und das gesamte Team von Delamar, dass IHR euch einsetzt, um UNS auf dem laufenden zu halten.

    Ich wünsche allen beste Gesundheit- und wenn das nicht geht, dann die Kraft, alles bestens überstehen zu können.

  • Olaf   02. Mai 2020   10:17 UhrAntworten

    Hallo Delmar Team,
    klasse dass ihr euch die ganze Bandbreite mit staatl. Verordnungswahn, GEMA, GVL, FA, Krankenkassen und KSK der möglichen Betroffenen annehmt und berichtet.
    Ich hätte da allerdings eine Bitte, könntet ihr zwecks Übersichtlichkeit, bitte die Aktualisierungen chronologisch bzw. erkennbar mit Datum versehen einfügen. Es gab ja bereits verschiedene Korrekuren bei versch. Maßnahmen seitens des Gesetzgebers, um nicht stets in alten Hüten zu recherchieren.
    Danke, macht weiter so. Guter Job
    Gruß Olaf

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