Referenz Musik & Tracks
Die geheime Zutat für Mixen und Mastern

Referenz Musik & Tracks
Die passende Referenz Musik (Tracks) machen dir das Mixen & Mastern einfacher

Carlos San Segundo Von Carlos San Segundo am 06. März 2026

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Warum Du Referenz Musik brauchst

Referenz Musik rettet dich vor einer Sache, die Du sicher schon erlebt hast: Gestern bist Du noch vollends zufrieden ins Bett gegangen. Und das nach einer langen Session beim Abmischen. Am nächsten Tag hörst Du mit frischen Ohren wieder in deine Produktion rein.

Doch ‚Oh, Graus!‘ es klingt richtig grottig – gar nicht so großartig, wie Du deinen Mixdown in Erinnerung hattest. Was ist passiert?

Es ist wie beim Autorennen auf der Konsole und dieser einen langgezogenen Kurve. Du driftest immer weiter ein kleines Stück in Richtung Straßenrand, bemerkst es allerdings erst, wenn dein Wagen sich im Straßengraben überschlägt.


PASSEND DAZU


Das Videospiel macht dann einen Reset und setzt dich wieder in die Mitte der Fahrbahn.

Referenz Musik dient zum Vergleich

Und genau das ist, was wir im Homestudio beim Mixen und Mastern oft vergessen: Einen einfachen Reset für die Ohren.

Das menschliche Ohr gewöhnt sich viel zu schnell an sich stetig wiederholendes Audiomaterial. Und mit der Gewöhnung gibt es keine verlässliche Auskunft mehr an das Gehirn weiter.

Ein Track mit Referenz Musik hilft dir dabei, die Perspektive wiederzuerlangen.

Wie dein Gehör geschult wird

Wenn Du regelmäßig andere Referenz Musik hörst, schulst Du nebenbei auch noch dein Gehör. Und damit werden deine Abhör-Fähigkeiten besser, was wiederum ein Vergleichen von Songs, Tracks und Produktionen vereinfacht.

Noch bevor Du mit dem Abmischen deines Songs beginnst, helfen dir Referenz-Tracks kleine Feinheiten herauszuhören. Und das kannst Du wieder für deinen eigenen Mixdown nutzen.

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Was ist Referenz Musik?

Als Referenz Musik sind professionell produzierte Songs gemeint, die dir beim Mixen, Mastern oder Beurteilen deiner Abhöre als Vergleich dienen. Gute Referenz Musik hilft dir dabei, deinen eigenen Mix objektiver einzuordnen.

Damit kannst Du Entscheidungen bei Lautstärke, Klangbalance, Stereo-Bild, Tiefenstaffelung und Dynamik besser treffen. Mit diesen Tracks vergleichst Du gezielt einzelne Aspekte wie Bass, Mitten, Höhen, Lautheit, Räumlichkeit und Instrumentenbalance.

Nicht jeder Track aus dem Radio kann als Referenz Musik herangezogen werden, da viele gar nicht so gut produziert wurden. Wir wollen für diese Aufgabe nur Tracks, die als echte klangliche Messlatte auf Kopfhörer, Studiomonitoren oder HiFi-Lautsprechern dienen.

Referenztracks zum mixen
Mixen und Mastern Pro-Tipp: Referenztracks helfen beim Einordnen des eigenen Mixdowns

Die richtige Referenz Musik/Tracks aussuchen

Wenn wir uns schon eine Messlatte auflegen, dann sollten wir diese auch entsprechend hoch legen. Du solltest deswegen nur Songs hernehmen, von deren Mix und/oder Mastering Du gänzlich überzeugt bist.

Nur dann hast Du die Chance, an der Aufgabe zu wachsen und selbst einen großartigen Mixdown zu erschaffen. Nimmst Du eine vergleichsweise schlechte Produktion, so wiederholst Du womöglich dieselben Fehler bei deiner eigenen Musik.

Keine MP3 als Referenz-Tracks

Wichtig ist, dass Du keine MP3s oder andere Musikdateien nutzt, die mit verlustbehafteten Kompressionsverfahren encodiert wurden. Beim Encodieren könnten wichtige Informationen verlorengegangen sein, die dir dann nicht mehr zum Vergleich bereitstehen.

Zudem sind in MP3s häufig Artefakte zu hören.

Ich kaufe daher eine Audio-CD und erstelle selbst ein WAV daraus. Dieses kann ich später in meine DAW-Software importieren.

Heutzutage kannst Du auch 24-Bit HiRes Aufnahmen von Musik erwerben und diese nutzen. Achte aber auch hier darauf, dass sie im Original vorliegen und nicht mit einem Kompressionsverfahren encodiert wurden.

Die richtigen Songs vergleichen und auswählen

Beim Aussuchen deiner Referenz Musik solltest Du darauf achten, dass er der deiner Musik ähnelt. Auch wenn keine zwei Songs gleich sind: Suche dasselbe Genre aus, ähnliche Instrumentalisierung, ähnlicher Vibe, etc.

Du kannst jeden Song zum Vergleich heranziehen. Am meisten hast Du aber davon, wenn Du deinen Vergleichstrack in- und auswendig kennst: Denn dann weißt Du auch, wie dieser auf anderen Anlagen klingt.

Im Übrigen macht es nichts aus, wenn Du deinen Mixdown mit einem fertig gemasterten Song vergleichst. Ein fertiges Master sollte im Idealfall nicht wesentlich anders als der Mixdown davor klingen – nur eben etwas perfekter und ausgewogener.

Behalte für diesen Fall aber im Hinterkopf, dass fertige Master immer sehr laut sind und Du den Pegel in deiner DAW-Software deswegen anpassen musst. Apropos Lautheit: Als Vergleich eignen sich zu Tode limitierte Songs eher nicht.

Lies auch: Peak und Lautheit beim Audio Mastering am Computer

Schritt für Schritt Anleitung

Deine Referenz Musik kommt auf eine eigene Spur in deinem Musikprogramm. Der Output dieser einen Spur muss auf einem Ausgang liegen, der an allen (!) genutzten Effekten vorbeigeht.

Jetzt musst Du dich um den richtigen Pegel kümmern. Beim A/B-Vergleichshören muss der Referenz Track und dein Mixdown in etwa gleich laut erklingen (nicht technisch gemessen, sondern gehört).

Wenn das passt, kannst Du vergleichen, wo im Panning des professionellen Mixes die Rhythmusgitarren sitzen, wo das Vocal, die Drums, und so weiter.

Auch die Lautstärkenverhältnisse von Vocal zu Gitarre, Drums zu restlichen Instrument und dergleichen kannst Du mit deinem eigenen Song vergleichen.

Stell dir diese Fragen:

  • Wie breit ist der Mix im Stereopanorama verteilt?
  • Ist der Mix einseitig oder symmetrisch aufgebaut?
  • Wie laut sind die einzelnen Instrumente im Vergleich?
  • Wie stark wurden Instrumente voneinander separiert?
  • Klingen einzelne Instrumente sauber oder eher mumpfig?
  • Wie viel Hall und Delay wurde auf einzelnen Spuren genutzt?
  • Wie viel Bass ist im Mix?
  • Wie verändert sich der Mix im Verlauf der Songstruktur?
  • Wurden Effekte moduliert oder bleiben alle statisch?

Playlist Referenz Musik

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Fazit Referenz Musik

Halten wir noch einmal fest: Referenz-Tracks helfen dir, dich nicht in den Details deiner eigenen Produktionen zu verlieren, sondern den Blick auf das Ganze zu erhalten. Professionell produzierte Musik legt die Messlatte sehr hoch, so schaffst Du einen höheren Sprung.

Die richtigen Songs aussuchen bedeutet, einen ähnlichen Song zu finden, der in derselben Musikrichtung spielt und dabei exzellent abgemischt und gemastert wurde. Durch den Vergleich einzelner Aspekte deiner Produktion und der professionellen Referenz, findest Du einen guten Anhaltspunkt für deine Entscheidungen.

Es geht beim Nutzen von Referenz-Tracks nicht darum, andere Mixe oder Masterings zu kopieren.

Sie dienen lediglich als Vorbild und vor allem als Entscheidungshilfe. Du kannst dich, was die Angst vor dem „Klauen“ angeht, aber auch zurücklehnen: Du müsstest es schon von Anfang an beim Recording darauf anlegen, exakt so zu klingen wie das Original, um eine echte Chance zu haben.

Jetzt musst Du nur noch heute damit anfangen, professionelle Songs zum Vergleich in deiner DAW beim Abmischen heranzuziehen.

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