Mixing No-Go
Hall gehört nicht in die Inserts

Hall Inserts

Was Oma noch wusste: Hall gehört nicht in die Inserts. Warum? Weil es für Hall viel schönere Orte im Mix gibt.

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Kein Hall in die Inserts, niemals!

Es ist wahr, dass in der modernen Musikproduktion die CPUs und Computer praktisch keine Limitationen mehr aufweisen. Jeder Produzent kann fast schon beliebig viele Hall Plugins und Reverb Effekte in seinen Mixen nutzen. Aber nur weil die Möglichkeit dazu besteht, ist das noch lange kein Grund für einen solch übertriebenen Einsatz. Gerade mit dem Effekt Hall sollte man sich an Gruppen, Summen oder Sends und AUX-Returns halten.

Lies auch: Reverb

Die Gründe hierfür folgen prompt!

Wieso Hall nichts in den Inserts verloren hat

Der Effekt Hall (oder Reverb) wird dazu genutzt, den Raum nachzuahmen, in welchem die Performance live stattgefunden hat. Mit den Möglichkeiten und Features aktueller DAWs und Audio Interfaces werden die Spuren eines Songs gerne zu unterschiedlichen Zeitpunkten, in unterschiedlichen Räumen und manchmal auch ohne jegliche Rauminformationen (z.B. bei der Aufnahme eines Instruments direkt über eine Soundkarte) aufgenommen. Das Resultat solcher Recordingtechniken ist das Fehlen eines alles zusammenfügenden Raums, wie es zum Beispiel bei der Aufnahme einer Live-Performance einer Band der Fall wäre.

am Ende des Tages kommt es ja schließlich auf die Klangqualität an

Hall auf der Summe

Das Platzieren eines Hall (oder Reverb-) Effekts auf die Summe erlaubt es, jeder Spur aus der Aufnahme einen geeigneten Raumanteil eines virtuellen Raumes mitzugeben, ganz so als sei die Spur in einer Live-Session aufgenommen worden.

Hall erzeugt ein Gefühl von Tiefe in einem Mix, von vorne nach hinten im Raum, genannt Tiefenstaffelung. Vereinfachend gesagt rückt ein Audiosignal immer weiter in den Hintergrund, je mehr Hall man diesem zumischt. Anders herum formuliert erscheint dem Zuhörer ein Instrument mit wenig oder ohne Hall näher.

Hall als Send Effekt

Verwendet man den Effekt mit Hilfe der Sends, so kann man einzelnen Spuren oder Instrumenten unterschiedlich viel Hall beisteuern und sie somit weiter zurück in den Mix hineindrücken oder nach vorne holen. Es ist ein Leichtes Spuren und Instrumente einer Band mit diesem Trick so anzuordnen, wie sie auf einer Bühne angeordnet gewesen sind.

Setzt man das Hall-Plugin richtig ein, so klingt es auf einer Gruppe oder auf der Summe wesentlich besser denn als Insert auf jeder Spur. Das schlägt sich vor allem in der Klarheit und Tiefe nieder und am Ende des Tages kommt es ja schließlich auf die Klangqualität an.

Tipps zur Verwendung von Hall

Wenn Du Hall als Send-Effekt verwendest, dann sollte der Parameter Dry/Wet im Effektgerät oder Hall-Plugin immer auf 100% Wet stehen. Der eigentliche Hall-Effekt wird dann durch das Mischen des originalen Signals mit dem prozessierten Signals aus dem Return.

Achtung! Wenn der Parameter Dry/Wet auf weniger als 100% steht, dann mischst Du das Originalsignal zusätzlich zur Spur hinzu und erhöhst damit die Lautstärke des Instruments. Für die richtige Dosierung des Halls verwendest Du einen der Send-Slots in Deinem Kanal (Spur). Je größer der Wert des Sends, desto mehr Hall fügst Du hinzu.

In vielen DAW Mixern hast Du die Möglichkeit, Effekte wie den Hall bzw. Reverb als Mono- oder Stereoeffekt einzuschleifen. Meistens zahlt es sich aus, Hall als Monoeffekt zu nutzen, da dies mehr Raum für die Platzierung von Instrumenen im Panorama lässt. Bei Mixen mit wenig Instrumenten kann gerade eine Stereokonfiguration für mehr Trennung und Klangqualität sorgen.

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Hall auf Send Effekte, Summen und Gruppen anwenden

Wer mehr Informationen zur Funktionsweise des Effekts „Hall“ möchte, kann sich unseren kostenlosen Video Workshop Hall anschauen oder Du schaust dir die Linktipps in der Box hier oben an. Ansonsten freuen wir uns über deine Tipps & Erfahrungen hier im Kommentarfeld.

Lesermeinungen (19)

zu 'Mixing No-Go: Hall gehört nicht in die Inserts'

  • Christian   17. Mai 2009   15:29 UhrAntworten

    Schöne Ausführungen, denen noch eins hinzuzufügen wäre: Das Hallplugin auf dem Bus reduziert auch die benötigte Rechenpower. Hat man auf jeder Spur einen eigenen Hall, belastet das den Rechner doch deutlich mehr.

    Wie meinst du das mit dem Monohall und dem Panorama? Dann bräuchte man ja für jede Panoramaposition einen eigenen Hallbus, oder?

  • Carlos (delamar)   17. Mai 2009   17:34 UhrAntworten

    Ja, da hast Du vollkommen recht. Das hätte ich eigentlich noch mit reinnehmen müssen.
    Wenn Du den Hall für verschiedene Instrumente an verschiedenen Orten haben möchtest, dann ja. Oftmals reicht aber ein einfacher Monohall in der Mitte für mich.

  • nbg   17. Mai 2009   19:47 UhrAntworten

    Hallo,

    ich hatte bisher immer einfach den Reverb als Insert draufgeknallt.

    Ergebnis war meist schwammig...

    Hab jetzt mal eine klassische 80er Snare gemacht mit viiiiiiiiel Hall... als Insert klingt es wieder verwaschen.

    Als Send kann ich a) die Snare selber mittels EQ bearbeiten und komprimieren und b) den Hall ebenfalls. Ist echt schöner :)

  • Sid   17. Mai 2009   20:21 UhrAntworten

    Sorry,Carlos...Aber das man Hall nicht als Insert nutzen soll,ist Schwachsinn....
    Kreativität kennt keine Grenzen!!

  • Carlos (delamar)   17. Mai 2009   20:42 UhrAntworten

    @sid
    Ich pflichte Dir bei, Kreativität kennt keine Grenzen. Davon abgesehen hat es einige Vorteile, den Hall auf der Summe oder einer Gruppenspur zu verwenden. Darum geht es in diesem Artikel. Feel free to use the reverb the way you like!

  • Carlos (delamar)   17. Mai 2009   20:45 UhrAntworten

    @nbg
    Hauptsache Du bist mit dem Ergebnis zufrieden. Wenn Du weniger "Verwaschungen" willst, kannst Du auch probieren, das Predelay auf einen Wert von 40-70ms anzuheben. Dann kommt erst das Originalsignal trocken durch mit Transienten und der riesige Nachhall kommt danach.

  • Sib   18. Mai 2009   00:10 UhrAntworten

    cooler Artikel!

  • nevi   18. Mai 2009   09:49 UhrAntworten

    Hi zusammen,

    also grundsätzlich zahlt es sich aus - sowohl was die klanglichen Möglichkeiten angeht als auch die Nutzung der kostbaren CPU-Leistung - Raumeffekte in Gruppen- oder Effektspuren zu verwenden. Gute Hall-Plugins gehören zu den größten CPU-Fressern.

    Üblich ist auch eine Verwendung mehrerer Spuren mit je einem Raumeffekt, z.B. 1 oder 2 x Ambience, 1 x ein kurzer Room, 1 mittlerer Hall und 1 langer Hall. Es wird also auf jede Hall-Gruppe mit Hilfe der Sends eine "eigene Mischung" geschickt.
    Zu beachten ist dabei eine gute, sich ergänzende Auswahl der Effekte sowie die Einstellungen der Early Reflections & Predelay. Wird also ein Signal sowohl auf einen langen und einen kurzen Hall geschickt, könnte der Hall mit den küzeren Early Reflections das Ergebnis "unbrauchbar" machen bzw. ungünstig beeinflussen. Ähnliches gilt für die Predelay Einstellungen. Daher macht es mitunter Sinn, bei einzelnen Hall-FX die ERs ganz auszuschalten oder einen Algorithmus ohne ER zu wählen.

    Doch allein schon die Verwendung eigener EQ-Einstellungen für den Hall rechtfertigt den Lösungsweg über die Sends/Gruppen. Btw daher war ich auch nie ein Freund von simplen Aux-Returns bei Analog-Pulten. ;-)

    Bei elektronischer Musik (Electro/House/Techno etc.) kommen oftmals auch Halleffekte zum Einsatz, die noch "gesidechained" werden - und das läuft sowieso über eine Gruppenspur. Da sind dann (neben EQ) meist noch mehr Insert-Effekte drauf.

    In gewissen Fällen (z.B. bei einer Gated Snare mit abgeschnittenem Hall) ist schon mal ein eigener Raumeffekt im Insert notwendig. Also wenn ein Spezialeffekt für ein einzelnes Instrument erforderlich ist, wäre der Weg über einen Insert einfacher. Bei dem Plugin sollte hierbei aber die Möglichkeit vorhanden sein, mit einem eigenen EQ auf die Hallfahne einzuwirken.

    lg nevi

  • D.Mon   14. Jun 2009   02:06 UhrAntworten

    Ich hätte da mal einige praktische Fragen zur Umsetzung der Tipps in Cubes LE 4.

    Wenn ich das richtig verstanden habe, lege ich zuerst eine Effektspur an und wähle da "RoomeWorks SE" als Insert Effekt. Der "Mix" Regler im RoomeWorks SE wird dann auf 100 gedreht. Das Beimischen der "richtigen" Portion Hall in der Hauptspur erfolgt dann über den "Sende-Pegel" bei den Send Effekten, oder?

    Was ich nicht ganz verstehe:
    Warum soll "das Instrument" lauter werden, wenn ich im Effekt "dry"-Anteile drin hab, nicht aber, wenn ich 100% wet eigestellt habe. Ich gebe doch immer etwas dazu, oder nicht?

    Gruß
    D.Mon

  • nevi   14. Jun 2009   04:40 UhrAntworten

    Hallo D.Mon,

    der entsprechende Absatz in dem Artikel weist nur darauf hin, was passiert, falls der Hall nicht auf 100% wet eingestellt w-ä-r-e.
    Angenommen, Du hättest den Effekt unsinnigerweise auf 100% dry, dann würde nicht nur die Volume von der Instrumentenspur sondern auch der (Dry-)Anteil von der Effektspur auf den Master aufsummiert.
    BTW Alles andere als 100% wet ist bei Hall über Aux/Send normalerweise unüblich.

    Machs einfach so, wie Du es zuvor beschrieben hast
    und alles ist gut : )

    Viele Grüße
    nevi

    p.s. ...und natürlich den Send auf Pre-Fader eingestellt lassen

  • suckspeed   28. Nov 2009   00:02 UhrAntworten

    Hallo zusammen,

    das Thema an sich ist mir nicht neu, aber wieder einmal stecken viele Anregungen und Ideen in der Diskussion in den Kommentaren. :-)

    @nevi: warum soll Deiner Meinung nach der Send auf Pre-Fader stehen? Wenn ich die Dry-Lautstärke einer Spur im Mix verändere, sollte sich doch auch der Hallanteil dieser Spur entsprechend verändern, wenn ich das richtig sehe. Durch die Pre-Fader-Einstellung entkoppelt man doch die Lautstärken von Dry-Sound und Effekt-Sound. Bei Veränderungen im Level der Spur würde dann die Halllautstärke zu hoch oder zu gering sein. Kannst Du darauf noch einmal etwas eingehen?

    Danke & Grüße

    suckspeed

  • Sebastian   16. Jun 2010   12:02 UhrAntworten

    Hallo,

    vorweg: ich bin kein Profi und erst seit 2 Jahren dabei mich intensiv mit der ganzen "homerecording" Thematik auseinanderzusetzen.

    Ich benutze ausschliesslich Reason 4 und habe dort mit dem RV7000 ein recht fexibles Reverb zur Verfügung. Dieses widerum benutze ich fast ausschliesslich als Insert mit nem zum Instrument passenden Gate und EQ (den ich meisten als Lowcut benutze je nach Instrument). D.h. ich arbeite mit keinem Preset und versuche immer den bestmöglichen Wert selber einzustellen.

    Ich versuche zwar immer und immer wieder das Reverb als Send zu benutzen, aber als Insert hab ich wesentlich mehr Kontrolle darüber, wie sich der Hallefekt auf das einzelne Instrument auswirkt. Ich setze das Reverb auf fast jeden Sound, muss aber dazu sagen, dass ich das nur sehr verhalten benutze. Mein (etwas erfahrener) Kumpel sagte einmal:" Wenn du den Effekt gerade so hörst und dann den Dry/Wet Regler ein wenig zurückfährst, dann isses richtig."

    Klar, das klingt doch sehr pauschal, aber sobald ich den Bypass vom Effekt anschmeisse fehlt mir meistens eine gewisse Lebendigkeit.

    Ich kann mir zur Zeit nicht vorstellen so akurat mit dem Reverb als Send zu arbeiten. Mir fehlt da einfach die Kontrolle über den jeweiligen Sound.

    Ich könnte mir schon vorstellen irgendwann einen oder zwei "globale" Reverbs auf den Aux zu setzen, einfach, um den gesamten Raum zu emulieren, aber da fehlt mir einfach noch die Erfahrung zu. Aber vielleicht brauche ich das ja mal bei anderen Projekten.

    Ansonsten eine wirkich sehr hilfreiche Seite. Danke für eure tollen Erklärungen und Anregungen.

    Gruß,
    Sebastian

  • Carlos (delamar)   17. Jun 2010   10:56 UhrAntworten

    Hallo Sebastian, und willkommen auf delamar.

    Wenn Du deinen Hall einstellst und dir das Ergebnis gefällt, dann ist er genau richtig. Ein anderes Mass gibt es hierfür nicht.

    Die Vocals in einem Schlager haben schliesslich auch einen ganz anderen Anteil an Hall als eine moderne Rockproduktion.

    Und Du hast schon genau erkannt, warum es sich lohnt, den Hall als Send-Effekt im AUX-Weg zu nutzen. Dadurch, dass alle Spuren denselben Halleffekt verwenden, wachsen sie zu einem einzigen Mix zusammen. Darauf würde ich nicht verzichten.

    @suckspeed
    Sehe ich genauso. Wenn Du den Hall auf Pre-Fader einstellst, dann hast eine Änderung des Dry/Wet Verhältnisses bei jeder Lautstärkeänderung der Spur. Würde ich eher vermeiden beim Abmischen. Macht im Normalfall nur zusätzlichen Ärger :)

  • Sebastian   17. Jun 2010   13:05 UhrAntworten

    Danke Carlos.

    Vielleicht ist genau das mein Problem, warum mein Endprodukt noch nicht so klingt wie ich es gerne hätte. Da fehlt mir irgendwie noch die Melange von allem.

    Das probier ich jetzt mal aus, mal sehen was ich da rausholen kann.

    Schönen Tag noch,
    Sebastian

  • SilentNet   13. Jul 2011   11:18 UhrAntworten

    Hallo Carlos,

    auch von mir ein sehr großen Lob an euch.

    Ich habe gelesen (nicht auf euer Seite), dass es sinnvoll ist diverse Spuren, wie z.B. Snare, Toms, Synth usw. mit zwei unterschiedliche Effekte zu versehen. Damit meine ich, den ersten Send-Effekt für die Rauminformation zu nutzen (Faltungshall) und den zweiten Send-Effekt für die Hallfahne.

    Ich habe das Problem, dass sich mein Mix im Vergleich zu professionellen Produktion hinsichtlich Hall- bzw. Raumeffekt nicht geschlossen anhört. Wenn ein Beat sowie eine Bassspur zusammen laufen und ich anschließend ein Leadsound hinzuschalte, dann hört sich die neu hinzukommende Spur trotz passender Melodie so an, als würde sie nicht zum Rest passen. Kommt die Spur wieder raus, entsteht eine Art leere im Sound.

    Sollte ich ein kleinen Raum- bzw. Halleffekt auf die Summe legen, damit der komplette Mix wie mit Frischhaltefolie umhüllt wird?

    Was ist deine Meinung?

  • John   10. Aug 2012   02:28 UhrAntworten

    Sehr guter informativer Beitrag, jedoch habe ich eine Frage wie es mit weiteren Effekten auf den Send Kanälen abläuft. zB mit einem Delay? Sollte man lieber auf jedem Kanal selber ein Delay Effekt drauflegen oder ist dass in Sachen Klangqualität ("am Ende des Tages") auch besser wie beim Reverb, wenn ich dies auch über die Sends + Dry/wet an den gewünschten Kanälen/Spuren mache?

    lg John

  • Peter   05. Dez 2012   10:59 UhrAntworten

    Ich bin inzwischen dazu gelangt einen echten Insider-Geheimtipp umzusetzen: Ich verwende generell eine gebogene Sperrholzplatte im Aufnahmeeck und zeichne die "echten" early Reflecions zusätzliche mit 2 Mikros auf, egal welche Stimme oder welches Instrument. Diese Definitionen kommen dann Stereo in den Insert, also individuell. Der Hall kommt in der Summe (Mono) im Send, ich finde die Kombination ist unschlagbar. Das Argument, hier könnte man die Tiefenstaffelung nicht gescheit durchführen ist nur theoretisch richtig, probierts aus. Ich denke inzwischen die verschiedenen Tiefenstaffelunginfos die in den unterschhiedlichen Early Reflections liegen- nerven eher im Gesamtmix.

  • Freund   06. Dez 2016   13:14 UhrAntworten

    Ich benutze in Orchesterarrangements aus guten Grund generell unterschiedliche Halleffekte und Parametereinstellungen, um Authentizität zu erreichen.
    Jedes Instrument wirkt sich auf Grund seiner Beschaffenheit schließlich auch unterschiedlich auf Position im Raum und Hallfahne (ebenfalls mit ihrer Position im Raum) aus.
    Majestätische Hörner z.B. brauchen mehr Metall (Blech) im Raum und Hall, als das warm-bauchiger und dichter nach Holz klingende Streicherensemble, so wie allerdings die Woodwinds wiederum einen relativ linearen Ausklang haben.
    Das alles mit nur einem einzigen Halleffekt auf der Summe zu emulieren, ob Faltungshall oder algorhythmisch, wird einen Orchestermix nicht überzeugend klingen lassen. Das Gegenteil ist zumeist der Fall.
    Der Mix wird undifferenziert, schwammig und künstlich klingen.

    Aus meinem Setup:
    Um überzeugende Resultate zu erzielen, wird jedes Instrument (oder Sektion) von mir mit einem separaten Raum und Hall versehen und im Mix wird dieses Instrument zusammen mit seinen Effekten via Steroimager im Panorama fixiert, wobei der Raum zunächst eingeengt (komprimiert) wird.
    Hallanteile (z.B. Violinen) die mehr links gepanned sind, werden und sollen somit möglichst nicht übermäßig nach rechts überschwappen.
    Umgekehrt verhält es sich auch mit der rechten Seite, so dass z.B. Contrabässe und Celli nicht zu stark nach links schwappen.
    Räume und Hall werden somit von mir limitiert und Instrumente durch das Pannen der Effekte und ihrer somit exakten Position im Raum differenziert und es entsteht Transparenz.
    (Dafür sollte man auch einen Stereoimager verwenden, um den Raumanteil exakt/er zu begrenzen, da ein simples nur Panorama-Links/Rechts verteilen der Spur auf Grund der Bandbreitenlimitierung in und auf der Summe nicht den gleichen Effekt erzielt).
    Woodwinds so wie ihr Raum&Hall werden mittiger platziert (Stereoanteil wird dezent beibehalten).
    Majestätisch prahlende Hörner z.B. kommen bei mir dann mit einem großzügigeren (helleren) Hallanteil über die gesamte Bandbreite mit ihren strahlend "metallischen Transienten", ohne dabei die gesamte Orchestration zu überdecken, so wie auch wuchtige Percussions wie Taikotrommeln sich sehr dynamisch in der Tiefe und Weite platzieren lassen.
    Im Gesamtmix kommt noch ein finaler dezenter Monohall auf die Summe, um alles aus einem Guss (Stage) klingen zu lassen.
    Das alles mit nur einem einzigen Halleffekt über einen Aux etc. zu realisieren, würde nicht zu derlei authentisch klingender Resultate führen.

    Auch in jeder anderen Produktion von Pop, Rock und Jazz usw. kann ich das Arbeiten mit unterschiedlichen Halleffekten (bzw. Delays) und Anteilen nur empfehlen, um transparentere und differenziertere Ergebnisse zu ergattern.
    Ein z.B. schönes Piano braucht einen anderen Raumanteil und Hall als eine sphärisch-tönend cleane Chorusgitarre, damit sie sich einander ergänzen und im Raum nicht im Wege stehen.

    Musikmachen und insbesondere das Mischen mit Effekten ist mit dem Kochen eines Gerichts zu vergleichen.
    Entweder man kocht sein Gericht mit entsprechend verschiedenen Gewürzen und Kräutern, dezent und zur richtigen Zeit eingesetzt und wird ein sehr schmackhaftes Gericht zaubern- oder man gibt überall nur den gleichen Tütensoße-Geschmacksverstärker hinzu, hier und dort mal mehr oder weniger und es wird aber immer nur nach Geschmacksverstärker schmecken und ich letzteres mit dem Arbeiten mit nur einem einzigen Halleffekts vergleiche.

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