Musik-Effekte
Was Du zu Audio-Effekten wissen musst

Musik-Effekte Grundlagen Audio-Effekte

Grundlagen, die Du über Musik-Effekte und Audio-Effekte wissen musst.

anzeige

Was sind Musik-Effekte? Erklärung

Musik-Effekte (auch: Audio-Effekte) sind so genannte Signalprozessoren, die ein anliegendes Audiosignal nach bestimmten Regeln verändern.

Musik-Effekte finden sich als Hardware, dann Effektgerät genannt, oder als Audio-Plugin in Form von Musiksoftware im Tonstudio.

Wir unterscheiden weiterhin analoge und digitale Audio-Effekte. Hierbei ist die Erzeugung des Musik-Effekts entscheidend: So kann sich auch in einem Hardware-Effektgerät ein digitaler Audio-Effekt befinden, der über einen digitalen DSP-Prozessor berechnet wird.

Was machen Audio-Effekte? Beispiele

Ein Klavier verträgt Hall, um den Klang eines Klaviers in einem vollen Konzertsaal nachzuahmen. Die Dynamik einer Stimmaufnahme wird durch den Einsatz eines Kompressors reduziert und wirkt dadurch ausgeglichener und druckvoller.

Spielen in einem Song mehrere Instrumente zusammen, wird mit einem Equalizer ausreichend Platz für jedes Instrument im Frequenzspektrum bereitgehalten. Unter- oder Obertöne können hinzugefügt oder unerwünschte reduziert werden.

All das sind Veränderungen des ursprünglichen, unbearbeiteten Audiosignals. Je unterschiedlicher die Gründe für eine solche Veränderung sein können, desto eindeutiger ist am Ende aber das Ziel: Das Ausgangssignal soll verbessert werden. Und solche Verbesserungen können entweder mechanisch, elektronisch, digital oder in entsprechenden Kombinationen geschehen.

Bauformen von Musik-Effekten

Nach Bearbeitung:

  • analog über elektronische Bauteile
  • digital über Berechnung im Computer

Physische Unterteilung:

  • Hardware
  • Software-Effekte

Nach Bauweise:

  • 19″ Rack-Effektgerät
  • Bodentreter / Pedal
  • Plugins/Software

Nach Aufgabe:

  • Einzelner Effekt
  • Multieffekt

Musik-Effekte: Vier unterschiedliche Typen

Inhaltlich werden Audio-Effekte in vier unterschiedliche Gruppen eingeteilt – je nachdem, wie die Änderung am Audiosignal gemacht wird.

Effekte zur Veränderung von…

  • Pegel: Dynamikeffekte
  • Frequenz
  • Struktur
  • Zeit
Musik Effekte Grundlagen

Musik Effekte – Grundlagen & Wissenswertes zu Audio-Effekten

1. Effekte zur Veränderung des Pegels

Der Pegel ist der technisch korrekte Begriff für Lautstärke. Jedes Audiosignal lässt sich einem konkreten Pegel zuordnen, der in Dezibel (dB) gemessen wird. Und eben jener Pegel steuert bei den dazugehörigen Effektgeräten das Signal.

Im Fachjargon ist hier von Dynamikprozessoren bzw. Regelverstärkern die Rede.

Kompressor

Vereinfacht ausgedrückt schränkt ein Kompressor den Dynamikumfang eines Signals ein, es wird komprimiert. Beim gesprochenen Wort wird der Unterschied zwischen lauten und leisen Passagen reduziert.

Audio Kompressor Ratgeber

Limiter

Ein Limiter ist ein Begrenzer / Beschränker (to limit = etwas begrenzen / etwas beschränken (auf)) . Das Ausgangssignal wird auf einen maximalen Pegel herunterregelt, falls eine Schwelle überschritten wird.

Das ist für Fernsehen, Radio und Kino wichtig, wo Obergrenzen eingehalten werden müssen.

Unterschied Limiter, Kompressor & Leveler

Gate

Das Gate trägt dazu bei, unerwünschte Nebengeräusche zu eliminieren. Wird der Pegel zu leise (nur noch Rauschen zu hören), wird das ganze Signal von diesem Effektgerät unterdrückt (Gate) oder noch leiser gemacht (Expander).

Damit kann beispielsweise eine Rückkopplung verhindert werden.

Expander

Ein Expander erweitert den Abstand von Nutzsignal und Rauschen. Sobald eine Schwelle erreicht wird, wird das Ausgangssignal noch leiser gemacht. Der Abstand zum Nutzsignal wird größer, gedehnt.

Wer ein Audio-Effekte Programm zum Eingriff in den Pegel braucht, der wird auf die unterschiedlichsten Lösungen stoßen. So gibt es einerseits Plugins, die ausschließlich einen dieser Teile abdecken. Andererseits aber auch Komplettlösungen, in denen alle besagten vier Eingriffe vorgenommen werden können.

Hinzu kommen weitere Effekte, die sich am Pegel orientieren. Beispielsweise ein Transientendesigner. Das erklärte Ziel lautet auch hier, das Audiosignal insgesamt dynamischer zu machen.

https://youtu.be/Jc9RfpeTJrE

2. Musik-Effekte zur Veränderung von Frequenzen

Der zweite zentrale Bereich der Audio-Effekte verändert das Frequenzspektrum des Signals. Im Fachjargon ist von spektral modifizierenden Effektgeräten die Rede.

Equalizer

Der Equalizer dient dazu, bestimmte Frequenzen selektiv zu bearbeiten. Du kannst mit diesem den Charakter eines einzelnen Musikinstruments herausarbeiten, oder einen Mixdown balancieren.

Pitch Shifter

Der Pitch Shifter (Pitcher) führt eine Veränderung der Tonhöhe herbei und ändert daher Frequenzen.

Hierzu zählen der Harmonizer (der ein rückgekoppelter Pitch Shifter ist) oder Autotune.

Ringmodulator

Ein Ringmodulator verändert die Frequenz eines Signals mithilfe eines zweiten. Sie werden fast nur noch in der elektronischen Musik eingesetzt – vorwiegend in Synthesizern, wo die Frequenz von Träger und Signal zwar ähnlich, aber eben nicht identisch ist. Ein Ringmodulator sorgt in diesem Bereich dafür, dass keine negative Frequenz auftreten kann.

Vocoder

Aus den Worten „Voice“ (Stimme) und „Encoder“ (Codierer) abgeleitet, erzeugt dieser Effekt streng genommen eine (menschliche) Stimme in kodierter Form. Das gesprochene Wort wird zu einem Analogsignal gemacht, das anschließend polyphon modifiziert werden kann.

Phaser

Mit dem Musik-Effekten Phaser lassen sich Phasenverschiebungen erzeugen. Diese werden als Änderungen in der Tonhöhe bemerkbar.

Lies auch: Effekte beim Recording vs. Mixing Effekte

3. Audio-Effekte zur Veränderung der Struktur

Diese Art von Musik-Effekten verändert den Grundcharakter des Audiosignals, meistens durch eine Änderung in der Obertonstruktur.

Ob Obertöne den Grundton positiv oder negativ beeinflussen, kommt stark auf den Tonerzeuger und dessen Frequenzen an. Manche Musikinstrumente (Violine, Querflöte) weisen bei den Frequenzen ihrer Obertöne fast ein exaktes Vielfaches der Grundfrequenz auf. Sie erzeigen vor allem harmonische Obertöne, die Einfluss auf die Klangfarbe nehmen.

Harmonische Obertöne sind ein Vielfaches der Grundfrequenz.

Hingegen folgen die Obertöne beispielsweise im Schall einer Glocke einem anderen Muster. Deren Frequenzen sind kein Vielfaches der Grundfrequenz und werden disharmonisch wahrgenommen.

Verzerrer

Verzerrer erzeugen eine Menge Obertöne, die den Klangcharakter des Audiosignals grundlegend ändern. Während ein „Distortion“ viele unharmonische Obertöne erzeugt, gibt es beim „Overdrive“ mehr harmonische.

Enhancer / Exciter

Ein Enhancer verstärkt vorhandene Obertöne in einem Signal. Ein Exciter erzeugt zusätzlich neue, voher nicht vorhandene Obertöne.

Weitere Effekte der Tontechnik sind Bitcrusher und Decimator, die beide gerne in der elektronischen Musik verwendet werden.

Musik Effekte Grundlagen & Theorie

Musik Effekte: Grundlagen und Theorie zu Audio-Effekten.

4. Musik-Effekte zur Veränderungen Zeit

Zu dieser Gruppe gehören Audio-Effekte, die zeitliche Verzögerungen und Änderungen bewirken. Die bekanntesten Vertreter dieser Gruppe sind der Hall und das Delay.

Diese Audio-Effekte mischen ein verzögertes Duplikat zum Original. Dabei kann das Mischverhältnis individuell eingestellt werden.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Hall / Reverb

Mit diesem Effekt wird ein künstlicher Raum erzeugt, der sich als Nachhall zeigt. Hierzu werden Erstreflexionen, Positionierung im virtuellen Raum sowie die Halllänge eingestellt.

Echo / Delay

Die einfachste Form der zeitlichen Verzögerung ist das Delay, das als Echo zu hören ist. Mindestens ein verzögertes Duplikat des Ausgangssignals wird erzeugt und im Abstand von Millisekunden mindestens ein weiteres Mal eingespielt.

Chorus

Ein Chorus erzeugt mithilfe eines zeitlichen verzögerten Duplikats einen schwebenden Effekt. Der Effekt entsteht durch Phasenauslöschungen, die aus der zeitlichen Verzögerung entstehen.

Flanger

Dieser Audio-Effekt spaltet das Ausgangssignal in zwei Signalzweige auf. Die Wiedergabe erfolgt nun mit einer zeitlichen Verzögerung voneinander, wobei die konkrete Dauer dieser Verzögerung schwankt. Das erzeugt den markanten Klang, der nach stetig veränderten Tonhöhe klingt. Streng genommen handelt es sich um einen Effekt der Zeitverzögerung.

Tipp

Nicht jeder Musik-Effekt ist glasklar nur einer einzigen Gruppe zuzuordnen. Manche Audio-Effekte erzeugen ihren Klang durch eine Kombination der obenstehenden Methoden. In diesem Ratgeber findest Du die eine klassische Zuordnung.

Lies auch: Effektgeräte Übersicht

Dein liebster Musik-Effekt?

Ganz zum Schluss bist Du noch gefragt. Auf welche Musik-Effekte schwörst Du? Welche Audio-Effekte oder Plugins kannst Du aus deinem Workflow nicht mehr wegdenken? Welche Arten von Effekten sind unsinnig oder überflüssig? Schreib uns einen Kommentar! Wir freuen uns über deinen Input!

Lesermeinungen (1)

zu 'Musik-Effekte: Was Du zu Audio-Effekten wissen musst'

  • Tom   25. Jan 2019   15:40 UhrAntworten

    Hi, geneigtes delamat-Team,
    mein absoluter (und relativer :-) ) Favorit ist der Chorus. Die hier erzeugbaren Sounds, Klangteppiche und Schwebetöne sind für mich als Gitarristen und Geiger echt unvergleichlich.
    Beste Grüße aus Berlin sendet Tom

Sag uns deine Meinung!

anzeige

Empfehlung