Hardware Sampler vs. Software Sampler: Was ist besser?

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Hardware Sampler vs. Software Sampler

Hardware Sampler vs. Software Sampler - mit dem legendären Fairlight CMI nahm alles seinen Anfang, aber wie sieht es heute aus? | Bild: J R [Ausschnitt, CC BY 2.0]

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Knifflig: Hardware Sampler vs. Software Sampler?

Da ich berufsbedingt gerade zwischen Produkten aus dem Bereich der Software Sampler und Hardware Sampler hin- und hergerissen werde, stelle ich mir die Frage, wozu das alles eigentlich?

Nach einiger Überlegung stellt man fest, dass beide Systeme ihre Berechtigung zum Producing von Musik haben. Wer mit seinem Geld nach Möglichkeit einen passenden Sampler X kaufen und viele Jahre Spaß haben will, sollte unter anderem an diese Punkte denken:

Hardware Sampler …

  • sind live meist zuverlässiger als PC + Software Sampler
  • sind zu Recht Kult durch ihren Klang und die direkte Bedienung
  • sind teilweise eigenständig
  • kosten in der Regel mehr Geld

Bei Live-Musik, wo kurze Samples immer mal wieder eingespielt werden sollen, wird oft lieber einem Hardware Sampler der Vorzug gegeben – aus Gründen des stabileren Betriebs.

Gerade im Hip-Hop-Bereich haben sich manche Sampler zum Kultobjekt entwickelt. Bestimmte Hardware Sampler werden für ihren besonderen Klang geschätzt – aufgrund der teils verminderten Bit-Tiefe (12 Bit bei den klassischen MPCs). Ein weiterer Vorteil: Die Bedienung mit dedizierten Knöpfen und Reglern ist stimmiger als bei jedem generischen Controller.

Ein Hardware Sampler und noch viel mehr - Akai MPC X

Die Akai MPC X – Hardware Sampler, Computer & tragbares Studio

Moderne Hardware Sampler erinnern eher an ein kleines mobiles Studio für Musik als an einen traditionellen Sampler. Die oben abgebildete MPC X ist aktuell das Schlachtschiff schlechthin, aber auch Geräte wie der Electron Octatrack MKII bieten eine Menge. Dadurch kosten sie mehr Geld als Software Sampler – ein Punkt, der viele vom Kaufen abschreckt.

Software Sampler …

  • haben meist ein komfortableres Interface (u.a. mit großer Wellenformdarstellung),
  • können aus unzähligen Sample Libraries schöpfen
  • kommen mit jeder Menge zusätzlichen Effekten daher
  • können direkter in ein DAW-Projekt eingebunden werden

Aber: Die Leistungsfähigkeit eines Software-Samplers ist natürlich auch abhängig vom Computer, auf dem der Sampler läuft. Ein mickriger Laptop-PC oder Mac kommt bei komplexen Setups schnell an seine Grenzen. Vor allem bei Orchester-Libraries mit Multisamples oder wenn auch Synths Teil des Systems sind. Jede Operation geht zu Lasten des Systems und man muss diese eventuell durch höhere Latenzzeiten ausgleichen.

Schlichter Software Sampler - Ableton Simpler für die hauseigene DAW

Der Ableton Simpler ist ein einfach gestrickter Sampler für deinen PC mit Ableton Live

Marktübersicht: Software Sampler

Maschine oder Programm? Pro & Contra

Natürlich gibt es noch eine Menge Pro- und Contra-Argumente, um die ein oder andere Art von Sampler (nicht) zu kaufen. Wie oder wofür jemand einen Sampler einschätzt, muss jeder selbst abwägen und dann je nach Anspruch das Passende kaufen. Wir wollten hiermit ein paar Anregungen für deine Entscheidungen liefern.

Manche mögen lieber Hardware Sampler mit dem Vorteil der Eigenständigkeit. Andere bevorzugen Software Sampler für Musik aus dem Computer … mit einem Laptop ist man dann ebenso mobil unterwegs.

Ich persönlich habe mich den Software-Samplern verschrieben. Die bequeme Einbindung in die DAW-Software ist ein großer Vorteil und was die Nachteile in puncto Latenz betrifft, habe ich gelernt, mich zu arrangieren.

Besonders angetan haben es mir der Simpler und Sampler von Ableton Live und der EXS von Logic Pro. Jeder hat seine Eigenschaften, die ihn im einen oder anderen Fall für mich zum Sampler der Wahl für meine Musik am PC machen.

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Lesermeinungen (2)

zu 'Hardware Sampler vs. Software Sampler: Was ist besser?'

  • Mario   11. Okt 2008   15:17 UhrAntworten

    Ganz genau...beide Systeme haben ihre Daseinsberechtigung, sowie ihre Vor-und Nachteile, wie oben beschrieben.
    Bevor ich überhaubt mit einem Rechnersystem Musik gemacht habe, habe ich 3 Jahre nur Tracks mit meiner MPC2000 geschraubt (manchmal ist weniger mehr denke ich mir noch heute :-). Aber der TotalRecall Vorteil, die weit aus besseren Möglichkeiten der Effekte und das viel schnellere füttern der Softwaresampler schlägt meine MPC im Studio! Da sind mir Battery und HighLife als Sampler lieber.
    Doch Live benutze ich meine MPC weiterhin!
    Ein Laptopsystem mit Softwaresampler (oder Sequenzer) auf der Bühne würde ich jedenfalls niemals der MPC vorziehen! Allein meine Erfahrungen der letzten 8 Jahre zeigen mir auf, dass in Hardware gegossene Geräte, ob Sampler, Loop Machine oder Effekte, der sichere Weg sind den Gig ohne Probleme zu überstehen.

  • Realist   06. Nov 2017   12:23 UhrAntworten

    Hardware schön und gut. Aber in Zeiten, wo auch Hardware gerne mal hängt oder 'abstürzt', sehe ich den Stabilitätsvorteil gegenüber Software nicht mehr wirklich gegeben. Hängt natürlich dann vom konkreten Gerät ab.

Sag uns deine Meinung!

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