Wie viel zahlt Spotify pro Stream?
Eine unbequeme Rechnung

Wie viel zahlt Spotify pro Stream und pro 1.000 Streams?
Was kannst Du verdienen? Wie viel zahlt Spotify pro Stream? Alle Antworten hier

Carlos San Segundo Von Carlos San Segundo am 02. Januar 2026

Auf einen Blick

  • Spotify zahlt etwa 0,0018 bis 0,0037 € pro Stream.
  • Das sind ca. 1,80 bis 3,70 € pro 1.000 Streams.
  • Es handelt sich hierbei um Durchschnittswerte.
  • Abweichungen entstehen durch Land, Abo-Typ, Werbeanteil und Monat.
  • Spotify zahlt keinen festen Betrag pro Stream.

Warum es keinen festen Betrag bei Spotify pro Stream gibt

Der Musikstreaming-Dienst zahlt keinen festen Betrag pro Stream, weswegen die Zahlen je nach Jahr und Setup unterschiedlich ausfallen können.

Spotify sammelt stattdessen alle Einnahmen eines festgelegten Zeitraums in einem Topf und verteilt ihn danach anteilig an die Rechteinhaber wie Label, Musiker und Bands.

Spotify verteilt dabei den Netto-Umsatz aus Premium + Ads (abzgl. Steuern/Gebühren) an Rechteinhaber, basierend auf Streamshare.


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Für dich ist letztlich entscheidend, wie groß dein Anteil an allen Streams ist: Je mehr Streams deine Songs im Verhältnis zu allen anderen erzielen, desto höher ist der Betrag, der dir aus dem Einnahmenpool zugeordnet wird.

Der oft genannte „Wert pro Stream“ kann erst im Nachhinein berechnet werden.

Was Musiker realistisch erwarten können

Was schwierig für viele ist, die gerne im Vorfeld abchecken möchten, wieviel sie erhalten werden: Die Einnahmen pro einzelnem Stream können stark unterschiedlich sein.

Ein einzelner Stream ist nur einen sehr kleinen Betrag wert, in den meisten Fällen nur ein Bruchteil eines Cents. Erst wenn sehr viele Streams zusammenkommen, kannst Du dir davon auch eine Pizza leisten.

Was Spotify pro Stream zahlt, hängt hiervon ab:

  • In welchem Land gehört wird
  • Free oder Premium-Abo der Hörer
  • Zeitraum (Monat)
  • Spotify Discovery Mode
Wie viel zahlt Spotify pro Stream und pro 1.000 Streams?
Nicht jeder Stream zählt gleich viel in der Verteilung

Der Preis für einen Spotify Stream pro Land

Ein Stream aus Deutschland bringt im Schnitt oft mehr als ein Stream aus einem Land, in dem weniger Leute ein kostenpflichtiges Abo haben. Oder aus einem Land, in welchem die Abo-Preise niedriger sind.

In jedem Land fließt unterschiedlich viel Geld in den Einnahmen-Topf, aus dem später verteilt wird.

Warum das Abo einen Unterschied macht

Auch der Abo-Typ macht einen spürbaren Unterschied: Premium-Hörer zahlen monatlich, und dieses Geld landet als Abo-Umsatz im Pool.

Bei Free-Nutzern kommt das Geld vor allem aus Werbung. Und diese ist pro Hörer und pro Stunde nur wenig planbar. Wenn deine Streams hauptsächlich von Premium-Nutzern kommen, fällt der abgeleitete Durchschnitt oft höher aus als bei vielen Werbe-Streams.

Einfluss des Zeitraums pro Spotify Stream

Und das hängt zusätzlich auch noch am Zeitraum. Spotify rechnet nicht „pro Song“, sondern pro Abrechnungsmonat.

In manchen Monaten wie im Dezember wird mehr Werbung geschaltet, also ist mehr Geld im System. Auch könnten in bestimmten Monaten mehr Premium-Abos aktiv sein.

Gleichzeitig verändert sich, wie viele Streams insgesamt gemacht werden – also wieviele Hörer tatsächlich aktiv Musik hören.

Beides zusammen verschiebt den Durchschnitt, der am Ende wie ein „Wert oder Preis pro Stream“ aussieht.

Unter 1.000 Streams in 12 Monaten: keine Auszahlung fürs Master.

Faktor Spotify Discovery Mode

Seit einiger Zeit können Künstler und Labels auf einen Teil ihrer Tantiemen verzichten (in der Regel ca. 30 % weniger Einnahmen für die betroffenen Streams).

Im Gegenzug werden sie vom Algorithmus (beispielsweise im Autoplay oder Radio-Modus) öfter ausgespielt.

Das drückt den durchschnittlichen „Wert pro Stream“ massiv: Wenn ein Künstler diesen Modus aktiviert, landet der rechnerische Wert oft eher bei 0,002 € als bei 0,003 €.

Dies ist nicht etwa ein Fehler im System, sondern ein bewusster Tausch von „Marge gegen Reichweite“.

Warum Label und Distributor auch hineinspielen

Dann kommt noch dein persönlicher Vertrag ins Spiel. Spotify zahlt in der Regel an den Rechteinhaber des Masters, also oft an Label oder Distributor. Von dort geht es erst danach weiter zu dir – mit Abzügen.

Ob Du am Ende 100% bekommst oder erst ein Distributor-Prozentsatz abgeht, oder ob ein Label einen großen Anteil einbehält, hängt komplett von deinem eigenen Deal ab.

Deshalb kann das Ergebnis in der Praxis stark schwanken: 10.000 Streams können nur ein paar Euro bringen, oder deutlich mehr.

Beides ist realistisch, je nachdem, wo deine Hörer sitzen, wie sie hören und welche Abmachungen hinter dem Release stehen.

Wie Spotify Geld verteilt

Schauen wir uns noch einmal an, wie die Verteilung der Einnahmen funktioniert. So kommen wir der Frage näher, „Wie viel zahlt Spotify pro Stream“.

Pro-Rata einfach erklärt

Beim Pro-Rata-Modell sammelt Spotify zuerst das ganze Geld eines Monats, die gesamten Einnahmen in einem großen Topf. Dieses Geld stammt vor allem aus Abos und Werbung. Danach wird geschaut, wie oft alle Songs insgesamt gestreamt wurden – die Gesamtzahl aller Streams über alle Künstler, Bands, etc.

Jetzt beginnt die Rechnung: Welchen Anteil haben deine Songs an allen Streams? Das ist Pro-rata, also „anteilig nach Marktanteil“.

Pro-Rata Beispiel

Wenn auf Spotify in einem Monat zum Beispiel 100 Millionen Streams laufen und deine Songs davon 100.000 Streams ausmachen, gehören dir 0,1 % der Aufmerksamkeit der Hörer auf der Plattform. Entsprechend bekommst Du auch etwa 0,1 Prozent des Geldes aus dem Topf, der für Musik ausgezahlt wird.

Wichtig ist dabei: Es geht nicht darum, welcher einzelne Hörer was hört. Entscheidend ist nur, wie groß dein Anteil an allen Streams ist, die es in diesem Monat auf Spotify gibt.

Wie viel zahlt Spotify pro Stream und pro 1.000 Streams?
Das Pro-Rata Modell von Spotify in einem Bild

Welche Einnahmen in den Pool fließen

In den Einnahmen-Topf fließt vor allem Geld aus zwei Quellen: Den größten Teil machen die Premium-Abos der Hörer aus. Nutzer zahlen hier jeden Monat einen festen Betrag, um Musik ohne Werbung zu hören. Dieses Geld ist für Spotify gut planbar und bildet einen großen Teil der Einnahmen, die später an Rechteinhaber verteilt werden.

Die zweite Quelle ist Werbung aus dem kostenlosen Modell. Free-Nutzer hören Musik mit Werbeunterbrechungen, und Werbekunden zahlen dafür, ihre Anzeigen auszuspielen. Diese Einnahmen schwanken stärker. Sie hängen davon ab, wie viele Werbekunden buchen, in welchem Land gehört wird und zu welcher Jahreszeit.

Was nicht ausgeschüttet wird:

  • Investorengelder: Das sind Finanzmittel, kein Umsatz aus Musiknutzung
  • Kredite oder Kapitalerhöhungen
  • Sonstige Unternehmens­einnahmen

Alle ausgeschütteten Tantiemen (Royalties) basieren auf tatsächlicher Nutzung – also das Hören von Musik. Geld von Investoren kommt unabhängig davon, wie viel Musik gehört wird. Es würde das Modell verzerren, wenn Kapitalzuflüsse ohne Nutzung in den Musik-Topf gingen.

Nur Geld, das durch das Hören von Musik entsteht, wird an Rechteinhaber verteilt.

Warum „pro Stream“ nur ein Durchschnitt ist

Der „Wert pro Stream“ ist kein Preis, den Spotify fest bezahlt. Das macht unsere Frage „Wie viel zahlt Spotify pro Stream?“ auch so schwer korrekt zu beantworten.

Der tatsächliche Wert oder Preis für einen Stream entsteht erst im Nachhinein als Rechenwert. Du nimmst dafür die ausgezahlte Gesamtsumme und teilst sie durch die Gesamtzahl aller Streams im selben Zeitraum. Das Ergebnis ist ein Durchschnitt.

Darum kann dieser Durchschnitt fallen, obwohl insgesamt mehr Geld ausgeschüttet wird.

Wenn in einem Monat besonders viel gestreamt wird, wird der gleiche Geldbetrag auf mehr Streams verteilt. Dann wirkt es so, als wäre ein einzelner Stream weniger wert, obwohl der Topf gar nicht kleiner ist.

Für dich als Musiker sind deshalb zwei Dinge wichtiger als eine „Rate pro Stream“: Wie groß ist dein Anteil an allen Streams, und wie groß ist der Einnahmen-Topf in diesem Monat.

Spotify zahlt nicht „pro Stream“

„Geld pro Stream“ ist ein Durchschnitt aus einem Monat, nicht ein festgelegter Tarif.

Die 1.000-Streams-Regel

Im Jahr 2024 hat der Musikstreaming-Riese Spotify eine Mindestgrenze eingeführt. Wenn ein Song weniger als 1.000 Streams in zwölf Monaten hat, verdient er über Spotify kein Geld für die Aufnahme selbst.

Alle Streams werden zwar gezählt, lösen aber keine Auszahlung für das Master (sogenannte Recorded Royalties) aus.

In der Praxis verschiebt sich das Geld dadurch innerhalb des Systems nach oben. Künstler mit höherer Reichweite verdienen mehr Geld, weil ihr Anteil am Topf dadurch wächst. Für sehr kleine oder neue Künstler heißt das: kein Geld. Und für Spotify: weniger Aufwand.

Wichtig

  • Diese 1.000 Streams müssen von einer Mindestanzahl an Unique Hörern stammen.
  • Damit beugt Spotify Betrug durch Streaming-Farmen vor.

Andere Einnahmenarten sind davon allerdings ausgenommen. Wenn Du als Songwriter an einem Titel beteiligt bist, können Publishing-Einnahmen weiterhin anfallen und über Publisher oder Verwertungsgesellschaften ausgezahlt werden, auch wenn der Song unter 1.000 Streams bleibt.

Beispielrechnungen aus der Praxis

Die folgenden Beispiele zeigen, was bei 100.000 Streams realistisch bei dir als Musiker ankommen kann.

Für alle Beispiele nehmen wir einen durchschnittlichen Wert von ca. 2,75 € pro 1.000 Streams an. Das wären 275 € an Recorded Royalties für das Master, die von Spotify gezahlt werden würden.

Fall 1: Kein Label, kein Distributor – nur Du

Du hast den Song selbst veröffentlicht und hältst das Master zu 100 %. Es gibt keinen Distributor, kein Label und keine Beteiligten.

Ergebnis: Die kompletten 275 € bleiben bei dir.

In der Praxis ist dieser Fall selten, weil Spotify nicht direkt an Musiker auszahlt.

Fall 2: Mit Distributor (Vertrieb)

Du veröffentlichst über einen Distributor wie CD Baby oder TuneCore. Ganz typisch sind 10–15 % Gebühr auf deine Einnahmen.

Rechnung mit 15 %:

  • 100.000 Streams
  • ca. 275 € Recording-Einnahmen
  • 15 % Distributor-Gebühr = ca. 41 €

Ergebnis: Ca. 234 € bleiben bei dir.

Je günstiger der Distributor oder je nach Modell, desto näher kommst Du an den vollen Betrag.

Fall 3: Mit Label

Das Label hält das Master oder beteiligt sich zumindest daran. Ein klassischer Deal liegt oft bei 70 % Label / 30 % Künstler.

Rechnung mit 30 %:

  • 100.000 Streams
  • ca. 275 € Recording-Einnahmen
  • 70 % an das Label = ca. 193 €
  • 30 % an dich = ca. 82 €

Ergebnis: Ca. 80 € bleiben beim Musiker.

Je nach Vertrag können vorher noch Kosten durch das Label gegengerechnet werden. Dann fällt der Betrag weiter.

Premium-Streams sind im Schnitt mehr wert als Free-Streams mit Werbung.

FAQ: Wie viel zahlt Spotify?

Wie viel verdient man mit 100.000 monatlichen Hörern auf Spotify?

Grob kann man je nach Aktivität wenige hundert bis mehrere tausend Euro pro Monat verdienen.

Wie viele Spotify-Streams gibt es für 1 €?

Als grobe Zahl sind es oft etwa 250 bis 550 Streams, weil der Durchschnitt pro Stream schwankt.

Wie viel Geld zahlt Spotify pro 1.000 Streams?

Typische Durchschnittswerte liegen oft grob bei etwa 2 bis 4 € pro 1.000 Streams für Tantiemen an Rechteinhaber.

Wann zahlt Spotify Geld aus?

Spotify zahlt regelmäßig an Rechteinhaber wie Labels, Distributoren und Publisher aus, nicht direkt an Musiker. Bis das Geld bei dir ankommt, vergehen je nach Partner meist mehrere Wochen bis Monate.

Wie viel Geld sind 1 Milliarde Streams auf Spotify?

Als grobe Näherung können 1 Milliarde Streams im Schnitt etwa 2 bis 4 Millionen Euro an Tantiemen für Rechteinhaber bedeuten.

Kann man mit Podcasts auf Spotify Geld verdienen?

Ja, je nach Programm und Setup zum Beispiel über Werbung oder Abos, nicht automatisch nur durch Plays. Ob und wie das geht, hängt vom Land, Hosting und den verfügbaren Spotify-Funktionen ab.

Fazit zu „Wie viel zahlt Spotify pro Stream?“

Eine genaue Antwort lässt sich nur schwer festmachen, denn Spotify verteilt die Einnahmen anteilig nach der Gesamtzahl aller Streams.

Als Näherung liegt der abgeleitete Durchschnitt oft bei 0,0018 bis 0,0037 € pro Stream oder 1,80 bis 3,70 € pro 1.000 Streams.

Hand aufs Herz: Spotify wird für uns Musiker erst relevant, wenn regelmäßig hohe Stream-Zahlen zusammenkommen und die Songs die 1.000-Streams-Grenze klar überschreiten.

Als nennenswerte Einnahmequelle taugt Streaming meist erst ab mehreren hunderttausend Streams pro Monat oder in Kombination mit Live, Merch und Fanbindung.

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