Umbruch des Musikmarkts: Musikstreaming überholt die CD

Musikstreaming

Die Attraktivität digitaler Musiksammlungen ist nicht mehr zu verleugnen, wie die neusten Zahlen des Bundesverbands Musikindustrie bestätigen.

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Musikstreaming nicht mehr aufzuhalten

Die Zahlen des ersten Halbjahrs 2018 haben es besiegelt: Noch nie zuvor ist mit dem Streaming von Musik mehr Geld eingenommen worden, als durch den Verkauf von CDs.

Was in anderen Ländern schon üblich ist, hat nun auch Deutschland erreicht. Der Zuwachs von Musikdiensten wie Apple Music, Spotify oder Google Play Music, wird vom Bundesverband Musikindustrie mit 35,2 Prozent beziffert. Seitens des Verbands heißt es dazu: »Das Verhältnis von physischem und digitalem Geschäft hat sich dadurch nun umgekehrt.«

In Euro sind das 348 Millionen, der Marktanteil beträgt damit nun 47,8 Prozent. Herbe Verluste muss dadurch die gute alte CD einstecken: Der Tonträger, der seinen Boom in den 80er und 90er Jahren erlebte, bringt es nur noch auf 250 Millionen Euro und verzeichnet dadurch ein sattes Minus von 24,5 Prozent. Während die CD im Vorjahreszeitraum noch einen Marktanteil von 44,6 Prozent beanspruchte, bleiben heute lediglich noch 34,4 Prozent.

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Der digitale Sektor dominiert deutlich die Grafik. © Bundesverband Musikindustrie

Auch die Schallplatte muss Verluste wegstecken

Lange stand es auch um die Schallplatte gut. In der Nische schaffte es das Vinyl stetig zuzulegen. Erstmals seit 2006 brechen auch hier die Zahlen ein. Der Vinyl-Umsatz geht um 13,3 Prozent zurück. Das schwarze Gold hält damit nur noch einen Marktanteil von 4,4 Prozent.

Der Trend hin zum digitalen Musikkonsum scheint sich deutlich auf das Streaming auszurichten. Trotz der hohen Steigerung im digitalen Sektor, gingen Musikdownloads um 23,4 Prozent deutlich in die Knie.

Insgesamt ein leichtes Minus

Unterm Strich hat der deutsche Musikmarkt in den ersten sechs Monaten ein leichte Minus zu verbuchen. Insgesamt wurden 727 Millionen Euro umgesetzt. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2017, bedeutet das Einbußen von zwei Prozent.

Welche Art Tonträger dominiert dein Musikverhalten? Sind CDs und Schallplatten endgültig zu unliebsamen Staubfängern verkommen?

Lesermeinungen (3)

zu 'Umbruch des Musikmarkts: Musikstreaming überholt die CD'

  • Marcel vom Trancefish.de   19. Jul 2018   16:57 UhrAntworten

    Die CD war eigentlich immer unpraktisch. Stabil war sie nicht, im Discman konnte man damit nicht joggen und im Auto sind die Dinger immer eingeschmolzen.
    MP3 war dagegen perfekt. Klang immer gut, konnte man überall mit hin nehmen und platzsparend irgendwo auf ner USB-Platte auslagern. Dank diverser Portale kommt man da auch immer noch gut dran, es ist halt nur meistens illegal.
    Streaming ist zwar irgendwie nicht „besitzen“, aber dank diverser Playlists hat man immer die richtige Musik dabei. Internet ist aufm Handy mittlerweile ja sogar in Prepaid-Tarifen zumindest für den unbeschwerten Musikgenuss ausreichend vorhanden und dank Bluetooth funktioniert das Smartphone im Auto, und zuhause hört man dann einfach weiter.

    Vinyl war früher Mittel zum Zweck, dank Turntableism einfach irgendwie cool, aber selbst als alter Vinyl-Hase muss ich ganz ehrlich sagen: Mit Software ist auch schön.

  • Timo Jan Knoll   26. Jul 2018   11:02 UhrAntworten

    Inzwischen kaufe ich nur noch Alben per Download über verschiedene Portale.
    Weniger Plastik, mehr portabel und (ich hoffe) der Künstler bekommt durch einen Verkauf und nicht Streaming etwas mehr ab.
    Klar habe ich früher Tonträger aller Art besessen. Aber warum nicht mit der Zeit gehen ?

  • Jan Storck   28. Jul 2018   16:57 UhrAntworten

    CD´s, Vinyl und MP3. Streaming ist für mich nichts. Spotify und Co werden an mir nichts verdienen

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