Spotify steht Milliardenklage ins Haus

Spotify

Der schwedische Streamingdienst Spotify macht Schlagzeilen. Es steht eine Milliardenklage im Raum

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Spotify soll Urheberrechte verletzen

In den USA wird es gerade ungemütlich für den Musikdienst. Der Musikverlag Wixen Music Publishing geht gerichtlich gegen den schwedischen Streaminganbieter vor. Spotify soll, ohne das Abführen von Lizenzgebühren, Lieder verwendet haben.

Da der Dienst keine Lizenzrechte erhalten habe, sollen nun 1,6 Milliarden US-Dollar Schadenersatz gezahlt werden. Oben drauf wird außerdem eine Unterlassungsverfügung angestrebt. Die Summe von umgerechnet 1,3 Milliarden Euro kommt zustande, weil Wixen jeweils 150.000 US-Dollar für jeden einzelnen von insgesamt 10.784 Titeln einfordert. Wie mehrere Medien berichten, lehnte Spotify einen Kommentar mit Hinweis auf das laufende Verfahren ab.

Bereits im Mai drohte eine Klage

In der Vergangenheit hatte Spotify mit mehreren Plattenfirmen Deals über mögliche Copyright-Zahlungen ausgehandelt. Neben den Plattenfirmen gilt es aber auch, Autoren und Verlage zu vergüten. Eine aufwendige Angelegenheit, weil Texter sowie Komponisten, aber auch mögliche Rechtsnachfolger ausfindig gemacht werden müssen.

Zwar verlangt amerikanisches Urheberrecht von Streaming-Diensten nicht mit Verlagen oder Autoren zu verhandeln. Jedoch müssen diese über die Verwendung von Werken in Kenntnis gesetzt werden. Ein Umstand, den Spotify laut Klage mehrfach versäumt haben soll. In einem Streit um Verwertungsrechte hatte Spotify bereits im Mai vergangenen Jahres einen Fond in Höhe von 43,45 Millionen US-Dollar einrichten müssen. Eine drohende Sammelklage von Musikern konnte damit abgewendet werden. Laut Wixen sei dies ein unzureichender Deal gewesen.

Zeitpunkt der Klage ist kein Zufall

Wixen wird den Zeitpunkt der Milliardenklage in der vergangenen Woche nicht zufällig gewählt haben: in den USA treten ab dem 01. Januar 2018 Gesetzesänderungen in Kraft. Mit dem geplanten »Music Modernization Act« könnten keine Ansprüche mehr vor Gericht geltend gemacht werden.

Der Streamingdienst steht Medienberichten zufolge kurz vor einem Börsengang. Eine Milliardenklage stellt ein nicht schönzuredendes Risiko dar. Mit über 140 Millionen Nutzern, davon 60 Millionen Abo-Kunden, ist Spotify die unangefochtene Nummer eins im Streaming-Sektor. Zuletzt konnte das Unternehmen noch einmal kräftig zulegen. Derzeit wird es mit mindestens 19 Milliarden US-Dollar bewertet.

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Lesermeinungen (3)

zu 'Spotify steht Milliardenklage ins Haus'

  • El Mariachi   03. Jan 2018   14:15 UhrAntworten

    verkacktes Musicbizz...

  • Philipp M. Jost   03. Jan 2018   15:39 UhrAntworten

    hauptsache wixen :D

  • Daniel Smith   03. Jan 2018   23:58 UhrAntworten

    Mal sehen wie das den geplanten Börsengang beeinflussen wird :)

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