Was macht eigentlich Ritchie Blackmore?

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Was macht eigentlich Deep Purple Gründer und Gitarristenlegende Ritchie Blackmore? | Foto: Universal Music (Deep Purple - Made In Japan)

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Ritchie Blackmore: Gründer von Deep Purple und Rainbow

Ritchie Blackmore gehörte mit der Band Deep Purple zu den Pionieren auf dem Gebiet des Hardrocks. Es sind nämlich die unvergessenen legendären Bands wie Deep Purple, Led Zeppelin, Uriah Heep oder Nazareth, die erst den Begriff Hard Rock definierten. Vorgänger des Hardrocks war die Rockmusik, wie sie beispielsweise die Rolling Stones spielten.

Es soll dann der Gitarrensound von Dave Davies von The Kinks gewesen sein, im Song „You Really Got Me“, der zu den neuen härteren Klängen an der Gitarre inspirierte.
Später war es die Band Black Sabbath, die 1970 mit dem Titel „Paranoid“ den Hardrock endgültig und maßgeblich prägte und eine neue Ära einläutete.

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Bis heute ist Hard Rock ein gefragtes Genre, wenn er auch seine Hochphase hinter sich hat, sie fand zwischen den 1970er und 1990er Jahren statt. Inzwischen pflegt der gute alte Hardrock eher ein Nischendasein zwischen Rap, Hip Hop, R’n’B und allgemein elektronischer Musik.

Zu den Gallionsfiguren des ersten Hardrock gehören ohne Zweifel Ritchie Blackmore und Jimmy Page von Led Zeppelin. Experten streiten sich ein wenig, wer wichtiger war. Tatsache ist, die Musikgeschichte brauchte beide und sie sind zurzeit noch lebende Legenden.

Ritchie Blackmore: Sein Werdegang als Gitarrist

Geboren am 14. April 1945 in North Somerset, wird die Legende dieses Jahr 75 Jahre alt und ist seiner Liebe zur Musik stets treu geblieben. Denn er spielt seit über 60 Jahren aktiv Musik, seit 20 Jahren erfolgreich gemeinsam mit seiner 4. Ehefrau Candice Night in der Folk-Rock-Formation Blackmore’s Night. Es sind jetzt die ruhigen, aber melodiösen Klänge, die ihn mehr ansprechen, als die harten Riffs seiner früheren Tage.

Mit 11 Jahren begann Ritchie Gitarre zu lernen und hatte dafür ein Jahr lang klassischen Gitarrenunterricht, der seine Spielweise formte und die Basics bildete. Dazu muss man allerdings erwähnen, dass Musikunterricht damals meist klassisch war und nicht aus jedem jungen Schüler ein Ausnahmemusiker wie Ritchie Blackmore wurde. Es ist also gar nicht so spektakulär, dass er klassischen Unterricht bekam – vielmehr – was er daraus machte.

Studiogitarrist im Teenie-Alter

Dieser Junge hatte einfach ein ganz besonderes Talent, das schon einige Jahre später, im Alter von 15 Jahren, entdeckt wurde. Der damals noch brav frisierte und ordentlich gekleidete Junge war nämlich schon richtig gefragt als Studiomusiker. So spielte er auch in der Band des Plattenproduzenten Joe Meek, die Band hieß Outlaws und bald auch in anderen Formationen.

1968: Ritchie Blackmore gründet Deep Purple

1968 gründete Ritchie Blackmore gemeinsam mit dem Keyborder Jon Lord die legendäre Band Deep Purple, die mit Songs wie „Smoke on the Water“ oder „Hush“ Musikgeschichte schrieben.

Bekanntlich füllte Deep Purple bald alle Stadien der Welt. Alben, wie „In Rock“, „Machine Head“, „Fireball“, „Made in Japan“ und „Who Do We Think We Are“, wurden millionenfach verkauft.

Doch die erfolgreiche Band war nur auf der Bühne eine musikalische Einheit, hinter den Kulissen krachte es oft gewaltig und der exzentrische Ritchie Blackmore war nicht selten der Auslöser dafür. Schließlich entschieden sich die Musiker der Band zu den Konzerten einzeln in Limousinen anzureisen und in verschiedenen Hotels zu übernachten. Man sah sich nur noch auf der Bühne zusammen.

Top-Alben von Deep Purple

  • Deep Purple in Rock
  • Fireball
  • Machine Head
  • Made in Japan

Deep Purple wurde bis 1975 mehrfach umbesetzt, bis Blackmore die Band verließ und seine eigene Hardrock-Formation Rainbow gründete. Auch mit dieser stürmte er die Charts. Doch Deep Purple zog ihn immer wieder magisch zurück und so ließ er sich zwei Male, 1984 und 1993, zu einer Reunion überreden, die aber nicht lange anhielt. Nun spielt er seit 1997 erstaunlich ausdauernd mit seiner vierten Ehefrau Candice Night in seiner Folk-Rock-Band Blackmores Night eher sanftere Mittelalter- und Renaissance-Klänge, die ihn offensichtlich zur Ruhe kommen ließen.

Ritchie Blackmore: Ein Leben für die Musik

Hoher Verschleiß von genialen Musikerkollegen

Bei aller Anerkennung seines Talents als Gitarrist, ist Ritchie doch eine eher schwierige Persönlichkeit und der Grund dafür, dass es in seinen Bands immer ein Kommen und Gehen an Musikerkollegen gab. Dabei spielte er immer in hochkarätigen Besetzungen. Seine Bandkollegen mussten sich nicht neben ihm verstecken und haben Namen wie:

  • Ian Gillan (Black Sabbath)
  • Ian Paice (Whitesnake)
  • Jon Lord (Deep Purple Gründungsmitglied)
  • David Coverdale (Whitesnake)
  • Ronnie James Dio (Black Sabbath, Rainbow)
  • Roger Glover (Produzent von Nazareth, Judas Priest & mehr)

Rock’n’Roll

Legendär war Ritchie Blackmores Auftritt 1974 beim California Jam, als er mit seiner Gitarre auf eine Fernsehkamera einschlug und anschließend von einem Roadie eine Marshall-Backline in Brand setzen ließ. Das Ganze geriet außer Kontrolle und die Verpuffung schleuderte Ritchie fast selbst von der Bühne und blies seinem Bandkollegen Ian Paice die Brille von der Nase. Immer wieder zerstörte er live auf der Bühne seine Gitarren, wobei es allerdings nur eine Replika seiner Stratocaster gewesen sein sollen.

Ich empfinde immer Wut, wenn ich Rockmusik spiele. Genießen tue ich sie aber trotzdem.

Rainbow

Nach einigem Hin und Her mit Deep Purple verließ er die Band 1975 erstmals und gründete die Hardrock Band Rainbow. In dieser verschliss er sage und schreibe 26 Musikerkollegen. Egal, ob sie Rang und Namen hatten wie Joe Lynn Turner oder Graham Bonnet oder erst aufstrebende Talente waren. Der Grund für die ewigen Streits war scheinbar, dass Blackmore seine Kollegen einfach nicht bezahlen wollte.

Insgesamt war seine Exzentrik aber auch sein Markenzeichen, gehörte zur Bühnenshow und hat ihn mit berühmt gemacht.

Ritchie Blackmores Bands:

  • 1967 Gründung der Band Deep Purple (zunächst Roundabout genannt) mit Jon Lord
  • 1975 nach dem Ausstieg bei Deep Purple gründete er die Hardrockband Rainbow
  • 1984 Reunion von Deep Purple
  • 1995 Neuformierung der Band Rainbow
  • 1997 Folk-Rock-Band Blackmore’s Night bis heute
  • 2016 Neuformierung der Band Rainbow

Auch bei seiner aktuellen Band Blackmore’s Night wechseln die Bandkollegen des öfteren und schon wieder sind es etwa 25 Musiker, die dort kamen und gingen.

Ritchie Blackmores Spielweise und seine Gitarren

Während der 1960er Jahre spielte Blackmore hauptsächlich eine Gibson ES-335. Ab 1970 wechselte er zur Fender Stratocaster. Hier hatte er verschiedene Modelle im Einsatz. Die Hauptgitarre war die Olympic White 1974 mit Rosenholz Griffbrett. Besonderheit: Er höhlte die Zwischenräume der Bundstäbe konkav aus, um sein Vibrato spielen zu können. Man nennt dies Scalloped Fretboard mit U-Shape zwischen den Bünden.

ritchie blackmore signature gitarre

Die Fender Ritchie Blackmore Signature Gitarre: Angelehnt an die Olympic White 1974, mit U-Shape und Vintage Tremolo.

Zum Aufnehmen nutzt Blackmore heute eine Fender Telecater Thinline. Als Amp nutzte er 100 Watt Marshall Major Modelle, die modifiziert wurden mit einer extra Endstufe, um den Sound einem Vox AC30 Amp anzugleichen. Seit 1994 nutzt er Engl Valve Amps.

Sie können mir glauben, man braucht viel Talent, um eine Gitarre zu zerlegen.

Stil und Spielweise

Blackmore kombiniert Blues Scales mit Dominant Minor Scales und klassische Läufe. Oft wählt er die Diatonic Scale und wechselt dabei schnell die Tonart. Er nimmt gerne das Plektron in den Mund und spielt mit allen Fingern.

Eigenwillig, druckvoll-virtuos ist seine Spielweise. Eingängige Riffs wie bei „Smoke on the Water“, „Black Night“, „Woman from Tokyo“ und Solopassagen wie bei „Child in Time“, „Burn“, „Highway Star“ oder „Speed King“ verhalfen ihm zum Weltruhm. Man muss eigentlich nicht erwähnen, dass jeder Gitarrenschüler irgendwann die Akkorde von „Smoke on the Water“ lernt, weil sie zwar einfach zu greifen, aber enorm druckvoll sind und cool klingen.

Ritchie Blackmore Riffs & weitere Klassiker spielen lernen

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Ritchie Blackmore heute und sein Privatleben

Blackmore gilt als etwas kauziger Typ, der selten Interviews gibt. Auch seinen Humor bezeichnet man gerne als „bröseltrocken“. Wobei man bei seinen Antworten nie so genau weiß, ob sie humorvoll oder provokant-ablehnend gemeint sind. Allgemein hat er es einfach nicht so mit der Kommunikation und lässt lieber seine Gitarre sprechen.

Ritchie Blackmore meets Germany

Die Gitarristenlegende hat vier Mal geheiratet. 1964 schloss er die erste Ehe mit einer Deutschen, Margit Volkmar. Sie lebten gemeinsam in Hamburg, einer Stadt, die in ihrer Architektur und ihrem Lebensgefühl dem Musiker sehr ans Herz gewachsen ist. Ritchie liebt seitdem Deutschland und seine mittelalterlichen Burgen. Aus der ersten Ehe stammt auch der 1964 geborene Sohn Jürgen, der ebenfalls Rockgitarrist wurde, allerdings ohne in die riesen Fußstapfen seines Vaters treten zu können.

Die erste Ehe ging in die Brüche und 1969 heiratete Blackmore wieder eine Deutsche, eine ehemalige Tänzerin, mit der er einige Jahre in Deutschland verbrachte. 1974 zog er aus steuerlichen Gründen in die USA nach Kalifornien, dort lernte er 1978 seine dritte Ehefrau, Amy Rothman kennen und zog nach Connecticut. 1983 zerbrach diese Ehe.

Ritchie Blackmores vierte Ehe

Die vierte Ehe ging er mit Candice Night ein, die er 1989 kennenlernte. Mit ihr lebt er auf Long Island in New York. Geheiratet wurde erst 2008. Die beiden haben eine gemeinsame Tochter, geb. 2010 und einen Sohn, geb. 2012.

Ritchie Blackmores „Guilty Pleasures“

Ritchie Blackmore – man mag es kaum glauben – liebt deutschen Schlager. Diesen hat er schon in den 1960er Jahren schätzen gelernt und er nennt als seine Favoriten Roy Black, Heino, Rex Gildo oder Drafi Deutscher. Offensichtlich aber brauchte er die sanften Klänge zur Erholung von der harten Rockmusik.

In Deutschland wurde er Fan vom Mittelalter und alten Burgen. So fand 1988 ein rauschendes Kostümfest auf Burg Frankenstein bei Darmstadt statt, als Deep Purple ihre neue Platte herausbrachten. Auch die Gäste und Journalisten mussten kostümiert kommen. Das Fest muss legendär und sehr ausschweifend gewesen sein.

Seine Liebe zur mittelalterlichen und Renaissance-Musik scheint ihn innerlich zur Ruhe gebracht zu haben und so spielt er, wie bereits erwähnt, bereits seit 20 Jahren mit seiner Band Blackmore’s Night auf alten Burgen und begeistert mit seinen heute sehr melodiösen und harmonischen Gitarrenläufen.

Anlässlich zu seinem 70. Geburtstag 2015 wurde eine DVD über sein Leben herausgebracht, die „Ritchie Blackmore Story“ (zur DVD). Viele ehemalige Musikerkollegen äußern sich inzwischen voller Respekt und Sanftmut über den streitlustigen Gitarristen und ehren ihn für sein Leistungen und seine den Hardrock prägende Spielweise.

Ritchie Blackmore überbrückt die seltsamen „Corona“-Zeiten

Die aktuelle Lage nutzt der Gitarrist, um seine Fans zu unterhalten und spielt dabei Stücke anderer Legenden, witzelt mit Frau Candice und stößt virtuell mit seinen Fans an.

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